wenn ich muss, dann muss ich halt.

wenn ich muss, dann muss ich halt untersucht, wie soziale Normen den weiblichen* Toilettengang erschweren. Der Körper soll nicht nur funktionieren, sondern sich im öffentlichen Raum angemessen präsentieren. Oft folgen Rituale beim Toilettengang weniger der Praktikabilität als gesellschaftlichen Konventionen. Im Versuch, den Problemen, mit denen sich Frauen* auf öffentlichen Toiletten konfrontiert sehen, zu begegnen, entstehen immer mehr Entwürfe für Unisex- oder Frauen*-Urinale, die darauf abzielen, die lange Wartezeit und die unzureichenden Hygienestandards der traditionellen Sitztoilette zu verringern. Dennoch scheinen sich diese Ansätze bisher nicht wirklich durchzusetzen.

Um die gesellschaftliche Akzeptanz zu fördern, setzen hierbei zwei Ansätze an:
Die Bessere Hose optimiert die Öffnung des Reißverschlusses für Steh- und Hockurinale, während Potty Training! Mädchen früh ans Stehpinkeln gewöhnt und dadurch ihr Selbstbewusstsein fördert, um bestehende Normen aufzubrechen.

Come to the Dark News-Site

Das freistehende Exponat vermittelt Besucher*innen Risiken, die künstliche Intelligenz für seriöse Informationsverbreitung im Internet und auf sozialen Medien birgt. Als zweiseitig konzipierte Installation entsteht eine Gut-Böse-Polarisierung. Von vorne an das Exponat herantretend, wird auf dem Display ein sich regelmäßig aktualisierender Nachrichten-Feed präsentiert. Die Herkunft der Nachrichten ist dabei nicht ersichtlich. Auf dem rückwärtigen Display werden die Quellen der angezeigten Nachrichten sichtbar. Mit den auf handliche Plättchen gedruckten Begriffen aus der Box können Begriffskombinationen ausgelegt und von einer Kamera ausgelesen werden. Durch KI wird daraus eine täuschend echte Nachrichtenmeldung aus Schlagzeile, kurzem Teaser und Foto generiert. Ist sie aus Sicht der Erstellenden gelungen, kann sie auf beide Feeds „veröffentlicht“ werden. Die Intention ist, den Nutzenden durch Rollenwechsel die Risiken KI-gestützter Manipulation zu demonstrieren.

Nerea Skin

Diese Thesis präsentiert Nerea Skin, eine biologisch abbaubare Verpackung für flüssige und halbfeste Kosmetikprodukte. Sie wurde entwickelt, um Plastikmüll in der Schönheitsindustrie zu reduzieren, indem regenerative Materialien wie Algen verwendet werden. Diese Materialien sind flexibel und kompostierbar und bieten gleichzeitig Schutz und antibakterielle Vorteile für das Produkt.

Die Verpackung besteht aus Einwegkapseln, die Funktionalität mit Ästhetik verbinden. Ihre natürlichen Texturen, das matte Finish und organische Formen schaffen ein taktiles und emotionales Erlebnis. Inspiriert von minimalistischem und naturbasiertem Design helfen sie den Nutzer*innen, sich stärker mit dem Produkt und seinem Zweck zu verbinden.

Das Projekt folgte der Double-Diamond-Methode und kombinierte Recherche, Materialtests und Prototyping. Nach zahlreichen Experimenten entstand die finale Rezeptur aus Alginat, Chitosan und einem Weichmacher zur Verbesserung der Eigenschaften. Das Ergebnis ist eine funktionale und nachhaltige Verpackung, die eine verantwortungsvollere Zukunft für Kosmetikprodukte unterstützt.

DIN 18400-4

Die meisten Objekte und Bilder, mit denen wir täglich interagieren, werden mit und durch Computer hergestellt. Die Integration von Computern beeinflusst nicht nur die Entstehung dieser Objekte und Bilder, sondern auch die Konstruktion von Realitäten.

Diese räumliche Installation zeigt gemischte Darstellungen (3D und 2D) der Türgriffe des Medienhauses. Obwohl für diese Griffe industrielle Standards gelten, machen Installationsabweichungen und Abnutzung jedes Exemplar einzigartig. Nicht einheitliche, aus Harz 3D-gedruckte Artefakte, die an der Struktur und den Griffen platziert sind, heben oft übersehene Alltagsgegenstände hervor. Die Installationsstruktur, gefertigt aus standardisierten Aluminiumprofilen und an die Architektur des Ausstellungsraums angedockt, umfasst Elemente, die mit CAD, 3D-Drucksoftware, prozeduralen 3D-Tools und Modellierungssoftware erstellt wurden.

Fusion

Glas und Metall sind zwei sehr unterschiedliche Materialien, doch wie kann man diese gestalterisch miteinander verbinden?

Mit dieser Frage habe ich mich beschäftigt und den Fokus auf ihre Verformbarkeit durch Hitze gelegt, insbesondere auf das Verfahren des Gießens.
Dieses ermöglicht es, Glas und Metall in eine Vielzahl von Formen zu bringen. Auch scharfe Kanten sowie lebendige und transluzente Oberflächen lassen sich dadurch realisieren.

Diese Eigenschaften wurden gezielt in den Gestaltungsprozess einbezogen, um zu zeigen, wie sich die Materialien auf unüblich Weise formen lassen.

Aus diesen Überlegungen ist ein künstlerisches Objekt entstanden, das bewusst schlicht gestaltet ist. Es zeichnet sich durch klare Konturen und präzise Kanten aus. Diese verdeutlichen die gestalterischen Möglichkeiten der Materialien, bringen Ruhe und Klarheit in die strukturierte Oberfläche und bleiben dennoch spannend, da sie beide Werkstoffe ausgewogen miteinander verbinden.

Aevum

Zeitnot belastet unser individuelles Wohlbefinden, beeinträchtigt unsere Beziehungen und bringt die Rhythmen des Planeten aus dem Takt. Gleichzeitig sind die Ursachen für Zeitmangel scheinbar unumkehrbar in die Strukturen unserer Gesellschaft eingeschrieben.
»Aevum – Artefakte einer Zeitkultur« entwirft anhand dreier spekulativer archäologischer Funde eine Zukunft, in der Zeitwohlstand zum kulturellen Wert geworden ist. Drei Hefte versammeln die Korrespondenzen fiktiver Wissenschaftler*innen, die diese Artefakte analysieren. Wie prägt unser gegenwärtiges Zeitverständnis die Krisen unserer Zeit – und lässt sich von hier aus ein erster Schritt hinaus denken?

block to blob

Plastikobjekte umgeben uns täglich; ihre glänzenden Oberflächen verdecken dabei ihre natürlichen Ursprünge. In seinem Diplomprojekt an der HfG Karlsruhe untersucht Lukas Klein kritisch Plastik als allgegenwärtiges, doch anonymes Material. Mittels Text und Video verfolgt „block to blob“ die verborgenen Wege der Kunststoffe und macht die zur Produktion benötigten Industrielandschaften sichtbar. Karlsruhe, Endpunkt der Transalpinen Pipeline – einer der wichtigsten Ölpipelines Deutschlands – wird zum zentralen Ort des petro-industriellen Komplexes. Die Reise endet in einem elsässischen Wald, wo eine natürlich auftretende Erdölquelle die organische Ausgangssubstanz des Plastiks offenbart.

Eroticism Beyond Human

„Eroticism Beyond Human“ untersucht posthumanistische Formen von Erotik. Posthumanismus ist ein philosophisches Konzept, das traditionelle Dualismen wie Natur vs. Kultur oder Mensch vs. Maschine infrage stellt. In diesem Projekt dient Erotik als Mittel, um diese Grenzen aufzulösen.

Es geht nicht darum, eine Verbindung zur Natur zu finden. Wir sind Natur. Ebenso wenig geht es darum, eine Verbindung zum Künstlichen zu finden. Wir sind künstlich. Solche binären Unterscheidungen greifen nicht. Stattdessen zeigt „Eroticism Beyond Human“, wie diese scheinbar gegensätzlichen Konzepte koexistieren – nicht im Widerspruch, sondern in ständiger Gleichzeitigkeit.

Denn Erotik selbst existiert in einem inhärenten Zustand des Dazwischen: Obwohl nicht „unnatürlich“, geht sie darüber hinaus, indem sie das Sexuelle von der Fortpflanzung entkoppelt. Erotik ist gewissermaßen die kulturelle Sublimierung überschüssiger sexueller Energie – sie schlägt eine Brücke zwischen dem, was als „natürlich“ und dem, was als „künstlich“ gilt.

Diese Erzählung wird verkörpert durch The Other, einen pneumatisch betriebenen Soft-Roboter mit erotischen Merkmalen.

HANDGEMACHT

Der Verlust der Verbindung zur Natur ist heute allgegenwärtig, die Wertschätzung für Nahrung und vor allem Lebewesen immer realitätsferner. Gleichzeitig scheint es so, als würden sich immer mehr Menschen wieder nach einem Umbruch sehnen. Das Buch beschäftigt sich daher mit jungen Menschen, die diese Entwicklung hinterfragen, wieder achtsamer und naturverbunden leben möchten. In neun Kurzreportagen werden verschiedenste Menschen und deren Geschichten dokumentiert, um der Frage nachzugehen, woher der wieder zunehmende Wunsch nach mehr Naturverbundenheit rührt. Ebenso wird Wissen über Natur und die jeweilige Arbeit vermittelt. Jedes Kapitel enthält Rezepte, die individuell auf die jeweiligen Naturgüter abgestimmt sind. So soll das Buch mit ehrlichen, ungeschönten Fotografien ein Empfinden und Gespür für Natur und Lebensmittel geben. Das Konzept des Buches basiert auf meiner eigenen Verbindung zur Natur, die schon früh durch meine Großeltern geprägt wurde. Beiden ist dieses Buch gewidmet.

Beyond borders

„Beyond Borders: Das Verständnis der Dynamik von Migration, Identität und Empathie“ ist ein sozial orientiertes Designforschungsprojekt, das untersucht, wie Design Empathie und interkulturelles Verständnis bei Jugendlichen mit transnationalem Hintergrund fördern kann. Mithilfe partizipativer Methoden und Interviews werden persönliche Geschichten von Migration, Identität und Zugehörigkeit aufgedeckt. Das Endergebnis ist ein gemeinsam entwickeltes Kartenspiel, das bedeutungsvolle Gespräche anregt, kulturelle Distanzen verringert und emotionale Verbindungen fördert. Auf den Prinzipien des Social Design basierend zeigt das Projekt, wie Design den Dialog und die Inklusion über Grenzen hinweg ermöglichen kann.