Brick Lamps

Die Leuchtenfamilie „Brick Lamps“ verbindet verschiedene Leuchtentypen mit dem industriellen Herstellungsverfahren des Tonpressformens. Diese ungewöhnliche Kombination aus Material und Objekt soll zeigen, dass durch den Einsatz produktionsspezifischen Designs die Effizienz der industriellen Fertigung in Verbindung mit der Verwendung von Materialien wie Ton dazu beitragen kann, die lokale Produktion wiederzubeleben und dabei moderne Nachhaltigkeitsstandards zu berücksichtigen.

Im Rahmen des Projekts arbeitete ich mit einer ehemaligen Ziegelei im ländlichen Brandenburg zusammen, um Rohmaterial zu beschaffen und mehr über die Geschichte sowie die umweltfreundliche Zukunft des Tonpressens und -brennens zu erfahren, während ich gleichzeitig mehr darüber lernte, welche Designs mit diesem Verfahren zuverlässig hergestellt werden können. Auf dieser Grundlage wurde ein Produktionsverfahren im kleinen Maßstab entwickelt, das die Herstellung der Lampen im Rahmen des Uni-Workshops ermöglichte.

Die begleitende Abschlussarbeit untersucht, wie sich die gezielte Gestaltung für lokale Produktionstechniken positiv auf das soziale Gefüge von Gemeinschaften auswirkt.

MORA – Maritimes Personenrettungssystem auf Wasserrettungsbooten

In der Wasserrettung übernehmen ehrenamtliche Einsatzkräfte Verantwortung unter extremen Bedingungen, in denen Sekunden über Leben und Tod entscheiden. Die Aufnahme von Personen in ein Rettungsboot zählt dabei zu den kritischsten Einsatzsituationen: Wellen, Kälte, Zeitdruck und Platzmangel machen sie zu einem kraftintensiven und instabilen Prozess.

MORA (Marine Overboard Rescue Assistant) vereint Hebeunterstützung, modifiziertes Spineboard und Gurtsystem zu einem ineinandergreifenden Rettungssystem mit einem optimierten Interaktionskonzept. Die gestalterische Innovation liegt in der geführten Bewegung zur Kraftreduzierung – insbesondere bei Personalmangel sowie für Frauen und jüngere Einsatzkräfte.

Der intuitive Designansatz minimiert Entscheidungen unter Stress und unterstützt schnelle, grobmotorische Handlungsabläufe. Gemeinsam mit Wasserrettern entwickelt und praxisnah erprobt, erhöht MORA die Sicherheit der Einsatzkräfte, beschleunigt die Rettungskette und hilft, Leben zu retten.

Redesign for Circularity: Unterarmgehstütze cuRe

Warum wird eine Unterarmgehstütze eigentlich nur kurz genutzt und nicht wiederverwendet? Das Masterprojekt cuRe entwirft eine kreislauffähige Unterarmgehstütze mit integriertem Geschäftsmodell. Durch das zirkuläre Geschäftsmodell wird Wert neu definiert und kollektive Nutzung durch eine alternative Infrastruktur ermöglicht.

Die Neugestaltung der Standard-Unterarmgehstütze als Leihobjekt für mehrere Nutzungszyklen verbindet eine zeitlose, puristische Formensprache mit schneller Wartung, Reparatur und sortenreiner Demontage mittels Steck- und Schraubverbindungen. Verwendet werden wenige, hochwertige Materialtypen mit nahezu verlustfreier Recyclingfähigkeit.

Gleichzeitig bietet die Gehstütze erhöhten Nutzungskomfort durch die abfedernden Eigenschaften ihrer gebogenen Kontur sowie eine einfache, stufenlose Höhenverstellung für unterschiedliche Körpergrößen. Das ganzheitliche Konzept leistet somit einen konkreten Beitrag zur Förderung von Kreislauffähigkeit im Gesundheitssystem.

EVERYCHAIR

EVERYCHAIR ist ein inklusives Stuhlkonzept für öffentliche Erwachsenenbildungseinrichtungen wie Universitäten oder Berufsschulen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sitzmöbeln orientiert sich EVERYCHAIR nicht strikt an bestehenden Normmaßen, sondern interpretiert diese bewusst neu. Ziel ist es, ergonomischen Sitzkomfort für Menschen unterschiedlichster Körpergrößen zu schaffen und dabei auch Nutzer einzubeziehen, die außerhalb der üblichen 5.–95. Perzentile liegen.

Um den Stuhl einfach bedienbar, kosteneffizient und nachhaltig zu konstruieren, wurde auf unlösbare Verbindungen zwischen verschiedenen Materialien sowie komplexe Mechanismen verzichtet. Verstellbare Sitz- und Rückenlehnenhöhen ermöglichen eine individuelle Anpassung an die Körpermaße des Nutzers. Für Menschen mit kürzeren Beinen gibt es zudem eine ausklappbare Fußstütze. Die wichtigsten Bedienelemente sind orange hervorgehoben, damit sie auf den ersten Blick erkennbar sind.

SALVINIA

SALVINIA ist ein System zur Entfernung von Ölverschmutzungen aus Gewässern. Grundlage ist ein bionisches Textil, das von Dr.-Ing. Leonie Beek nach dem Vorbild der Wasserpflanze Salvinia molesta entwickelt wurde. Das Textil trennt Öl rein physikalisch vom Wasser und benötigt weder chemische Hilfsmittel noch externe Energie.

Im Rahmen des Projekts wurde diese wissenschaftliche Entwicklung erstmals in konkrete Produkte für die Ölbekämpfung übertragen. Entstanden sind drei aufeinander abgestimmte Systeme: eine Ölsperre, ein mobiler Skimmer und ein stationärer Skimmer. Sie ermöglichen die präventive und reaktive Entfernung von Öl in Häfen, Binnen- und Küstengewässern.

Alle Systeme sind wiederverwendbar, reparierbar und auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Das aufgenommene Öl wird gesammelt und kann zurückgewonnen werden. Durch die stromfreie Funktionsweise, den Verzicht auf Verbrauchsmaterialien und die mehrfache Nutzbarkeit werden Ressourcen geschont und Abfälle reduziert.

Lumpensammler

Diese Arbeit befasst sich mit der Verwertung von Textilabfall in Deutschland. In der Recherche wurde das Problem einer falschen Entsorgung von recyclebarem Textil im Restmüll gefunden. Durch Experimente und das Nutzen von Analogien wurde ein Objekt zur Sammlung von recyclebarem Textilmüll entworfen – neben der Sammelfunktion soll der Entwurf auch Diskurs über den Umgang mit Textilmüll schaffen.

Formal ähnelt der Entwurf einem Kleiderbügel, um das Verständnis zur Aufbewahrung von Textil nahezulegen. Ein Aufhängen zwischen sauberer Kleidung im Kleiderschrank verhindert die Sammlung von kontaminiertem Textil.

Das Aufspießen von Textil mit der Nadel ist eine Übersetzung des ehemaligen Berufs der Lumpensammler in den heutigen Kontext. Lumpensammler nutzten oft Werkzeuge mit Spitzen, um Lumpen von der Straße für die Papierproduktion aufzusammeln.

Das Objekt ist mit einer knappen Anleitung in Form von reliefartigen Piktogrammen ergänzt – analog zu Wasch und Pflegehinweisen in Bekleidung.

Moduco – Stecksystem für Euroboxen im Campingkontext

Moduco ist ein steckbares System zur Erweiterung von Eurokisten, das speziell für den Einsatz im Campingkontext entwickelt wurde und dort als funktionaler Ordnungs- und Verbindungspartner dient. Es ist auf die Standardmaße von Eurobehältern abgestimmt und lässt sich mit diversen Kistenformaten kombinieren.

Moduco besteht aus drei Modulen. Kernstück ist der Stecker, der am oberen Rand der Eurokiste aufgesteckt wird und als Schnittstelle für verschiedene Add-On‘s dient. Diese lassen sich über die beiden ergänzenden Module flexibel daran befestigen. Der Innenraum der Kisten kann so strukturiert aufgeteilt, getrennt oder durch eine Ebene ergänzt werden. Ein angebrachter Gurt kann mehrere Kisten miteinander verbinden. Im Fokus des Entwurfs steht die Individualisier- und Wandelbarkeit, um ein System zu schaffen, das Campenden ermöglicht, ihre Ausrüstung für jede Reise entsprechend ihrer wechselnden Bedürfnisse und Routinen neu zu konfigurieren.

Provozierte Spuren – Prozesse perfekter Imperfektion

Diese Arbeit untersucht die ästhetische Bedeutung von Imperfektion, Spuren und Schönheit im Spannungsfeld zwischen Chaos und Ordnung. Ausgehend von theoretischen Positionen zu Fraktalen, Wabi-Sabi, Spurenlesen und rhetorischer Gestaltung wird Imperfektion nicht als Mangel, sondern als gestalterisches Potenzial verstanden.

Im praktischen Teil werden Spuren fotografisch dokumentiert, analysiert, experimentell untersucht und schließlich in ein Möbelstück übersetzt. Das entstandene „Traces Sideboard“ verbindet industrielle Präzision mit zeitlicher Veränderung durch Patina und zeigt Schönheit als prozesshaften, offenen Zustand.

motte – tragbarer Mixer mit integrierter Passierfunktion, für mehr Freiheit und Lebensqualität im Alltag mit Dysphagie

Weltweit sind etwa 590 Millionen Menschen von einer Dysphagie (Schluckstörung) betroffen. Auch wenn der Großteil der Betroffenen auf stationäre oder ambulante Pflege angewiesen ist, gibt es dennoch einige Menschen, die trotz der Dysphagie mitten im Leben stehen.

Eine der größten Herausforderungen für Menschen mit Dysphagie ist, dass sie ausschließlich Speisen mit bestimmten, zum Beispiel sehr feinen Konsistenzen, zu sich nehmen können. Ein spontaner Besuch beim Imbiss, im Restaurant oder beim Bäcker wird dadurch erschwert. Viele müssen ihren Tag so planen, dass sie zu Hause essen oder ihr eigenes Essen mitbringen.

Mit „motte“ ist das anders: Mit wenigen Handgriffen lassen sich unterwegs verschiedenste Speisen dank der Mix- und Passierfunktion zu feinen, homogenen Pürees verarbeiten. Der doppelwandige Edelstahlbecher hält die Nahrung länger warm, sodass die Speisen auch bei langsamer oder erschwerter Nahrungsaufnahme, angenehm temperiert bleiben.

Wisma – A mobility concept for young professionals in an urban context of 2045

Ein Konzeptfahrzeug für die urbane Welt des Jahres 2045, entwickelt für junge Berufstätige, die Karriere und Privatleben miteinander vereinbaren. Es ist ein teilautonomer, privater Raum auf Rädern, der sich an seine Umgebung anpasst – und so mobiles Arbeiten, Entspannung und Momente der Inspiration von unterwegs aus unterstützt.

Die Nutzer leben in gemeinschaftlichen Park-Hubs, die über geteilte Küchen, Badezimmer und Freizeiträume verfügen.

Die Fahrzeuge sind um diese Gemeinschaftsbereiche herum angeordnet und verbinden Flexibilität, Unabhängigkeit und soziale Nähe für die Arbeitskräfte der Zukunft.