PAUSE. designing urban spaces for mental recovery

PAUSE. ist eine mikroarchitektonische Outdoorliege, die Orte für mentale Erholung im urbanen Raum schafft. Durch die horizontale Körperposition ermöglicht sie einen Perspektivwechsel, der Distanz zum städtischen Trubel schafft und zur Entschleunigung beiträgt. Gleichzeitig fungiert die Konstruktion als schattenspendendes Element und reagiert auf klimatische Herausforderungen.

In drei Varianten bietet das Objekt unterschiedliche Grade von Höhe, Zugänglichkeit und Wahrnehmung, als „dritter Ort“ für kurze Pausen im Alltag.

DACIA Un/Unfold – the Basecamp

Der “Dacia Un/fold – the Basecamp” ist ein Konzept, das die heutige Art und Weise, wie Autos gebaut werden, neu überdenkt. Das Projekt richtet sich an die Träumer, welche die Schönheit alltäglicher Momente und Erlebnisse über Luxus und Komfort stellen.

Es etablierte sich schnell die Idee eines “BASECAMPS”, auf welches man sich immer verlassen kann. Das Ergebnis ist ein funktionales, aber dennoch greifbares, kompaktes und abenteuerliches Fahrzeug.

Das Hauptthema des Projekts ist das Falten, ein einfaches Prinzip, das in mehreren Teilen des Fahrzeugs wieder gefunden werden kann. Durch die Erweiterung seiner Funktionalität und die Öffnung zur Umgebung schafft es den ”OUTER LINK”, eine Verbindung zu allem, was es umgibt. Es ermöglicht aber auch einen “INNER LINK” herzustellen, indem es eine Hülle bietet, welche die Persönlichkeit und Werte des Besitzers widerspiegelt. Dies kann teilweise bei Öffnung von außen gesehen werden und somit verschmilzt das Exterior mit dem Interior.

Topo

Im Projekt stand die Exploration von Formbau im Mittelpunkt. Ziel war die Entwicklung eines schnell herstellbaren, robusten und vielseitig einsetzbaren Formsystems.

Die Grundidee basiert auf geschichteten Formen aus Stahlblech. Durch den stapelweisen Aufbau der Geometrie entstehen belastbare Werkzeuge, die mit geringem Zeit- und Kostenaufwand gefertigt werden können. Diese Bauweise erlaubt eine präzise Formdefinition ohne die Komplexität klassischer industrieller Werkzeuge.

Topo ist für Stückzahlen ab 20 bis 10.000 Einheiten ausgelegt und schließt damit die Lücke zwischen handwerklicher und industrieller Fertigung. Die Formen sind für unterschiedliche Verfahren wie Casting, Blow Moulding, Injection Moulding, Pressing und Stamping einsetzbar.

Im Vergleich zu industriellen Formen ist Topo deutlich kostengünstiger und ermöglicht eine reproduzierbare, semi-industrielle Fertigung. Dadurch greifen Gestaltung, Konstruktion und Produktion nahtlos ineinander über.

Collapsibles: Klappen, Knicken, Stecken, Falten, Rollen – anpassungsfähige Möbel als flexible und nachhaltige Lösung

Unter dem Titel „Collapsibles: Klappen, Knicken, Stecken, Falten, Rollen – anpassungsfähige Möbel als flexible und nachhaltige Lösung“ habe ich die Potenziale klappbarer Möbel untersucht. Ihre besondere Stärke liegt in ihrer Anpassungsfähigkeit: Sie reagieren flexibel auf unterschiedliche Anforderungen, ermöglichen Nutzenden eine aktive Mitgestaltung ihrer Umgebung und fördern eine spielerische Interaktion. Durch die Veränderung ihres Zustands können sie sich an verschiedene Nutzungssituationen anpassen und langfristig relevant bleiben.

Mit dem Entwurf entsteht eine Alternative zu modularen Systemen wie USM Haller oder dem FNP-Regalsystem. Das Möbel ist freistehend, bietet genormte Fächer für verschiedenste Objekte und lässt sich mit nur einem Innensechskantschlüssel montieren. Es kann von einer Person aufgebaut, erweitert, transportiert und individuell gestaltet werden. Dank langlebiger Materialien ist eine jahrzehntelange Nutzung möglich. So ist es ein stetiger Begleiter für die Zukunft.

AERIS – Zwischen Sicherheit und Akzeptanz – Gestaltung einer Drohne zur Überwachung gefährdeter Infrastruktur

AERIS ist ein hybrides ISR-UAV zur Überwachung weitläufiger und linearer Infrastrukturen wie Stromleitungen, Pipelines, Bahntrassen und Industrieanlagen. Das Projekt untersucht, wie ein unbemanntes Luftfahrtsystem funktionale Anforderungen an Überwachung, Sensorintegration, Reichweite und Flugstabilität erfüllen kann, ohne im öffentlichen Raum militärisch oder bedrohlich zu wirken.

Die Kombination aus vertikalem Start und effizientem Vorwärtsflug ermöglicht den flexiblen Einsatz über lange Strecken sowie in Bereichen ohne klassische Start- und Landebahn. Der Entwicklungsprozess verbindet Markt- und Kontextrecherche, die Analyse bestehender UAV-Systeme, funktionales Prototyping, Flugtests, CAD-Entwicklung und iterative Formstudien.

Ergebnis ist ein ausgearbeitetes Drohnenkonzept mit physischem Prototyp, das technische Leistungsfähigkeit, sichtbare Sicherheit und gesellschaftliche Akzeptanz gestalterisch miteinander verbindet.

Urban Komorebi

Mystery bietet eine neue Perspektive auf die Förderung von Kreativität und kann ein wertvolles Instrument bei der Gestaltung kreativer Arbeitsräume sein. Forschungsergebnisse zeigen, dass auf Mystery basierende Designstrategien Neugier wecken, zum Erkunden anregen und neue Denkweisen fördern können.

Urban Komorebi zeigt, wie Mystery in die Gestaltung von Arbeitsräumen integriert werden kann. Das Konzept basiert auf der „Verheißung neuer Informationen“: Ein visueller Hinweis suggeriert das Vorhandensein eines nahe gelegenen Fensters, obwohl tatsächlich kein Fenster existiert.

Das Produkt kombiniert eine Lichtinstallation mit Wanddekoration und besteht aus mehreren geschichteten Komponenten, darunter Faserplatten, ein LED-Streifen, opales Acrylglas, eine visuelle Ebene mit Schattenausschnitten, die während der Produktionsphase individuell angepasst werden können, sowie eine äußere Hülle aus Leinwand. Das dimmbare Licht bietet drei Farbtemperatureinstellungen, sodass Nutzer:innen die Atmosphäre an unterschiedliche Bedürfnisse und Vorlieben anpassen können. Mögliche Einsatzszenarien sind Übergangsräume, Bereiche in der Nähe individueller Arbeitsplätze sowie gemeinsam genutzte Gemeinschaftsbereiche.

CURO

CURO ist ein modulares Wearable zur Unterstützung der Handgesundheit im digitalen Zeitalter. Durch die Digitalisierung von Arbeit und Alltag sind unsere Hände hohen Belastungen ausgesetzt. Gleichzeitig können viele Menschen ihre Hände trotz Schmerzen oder Beschwerden wie Sehnenscheidenentzündungen nicht einfach entlasten, da digitale Geräte fester Bestandteil ihres Alltags sind.

Klassische Bandagen bieten Stabilität, schränken jedoch häufig die Beweglichkeit der Hand ein und lassen sich deshalb nur begrenzt in den Arbeitsalltag integrieren. CURO reagiert auf dieses Spannungsfeld mit einem modularen Handschuhsystem, das gezielte Unterstützung ermöglicht, ohne die gesamte Hand zu immobilisieren.

Das System besteht aus Modulen, die je nach betroffenen Fingern individuell angebracht werden können. Durch die Anpassung der Spannung lässt sich zudem der Grad der Unterstützung regulieren. So kann das System an unterschiedliche Beschwerden und individuelle Bedürfnisse angepasst werden.

In und Durch. Improvisation und Design

Es sind die Momente des Dialogs zwischen Designer und Modell im Gestaltungsprozess, die im iterativen Aufeinander-Reagieren zu der Entstehung eines Produkts führen. Sie sind improvisatorischer Natur. Mit einer designth./philos. Perspektive habe ich mich der improvisatorischen Identität genähert. Dies geschah durch einen theor. Einstieg, Interviews mit Impro-Experten und einem Essay, wobei ich Improvisation als Tugend des Designers bezeichne.

Mit meinen praktischen Entwürfen haben wir es zum einen mit dem Freien Spiel: Fragments of Aka zu tun. Ziel ist es, Improvis.-Methoden aus den Künsten ins Produktdesign zu übertragen. Ich lasse mich von gefundenen Fragmenten, Reststücken oder Objekten auf dem Gelände der Kunstakademie ansprechen. Diese dienen als Ausgangspunkt für ein offenes, formales Spiel.

Im zweiten Teil meiner praktischen Entwürfe, einer Stromschienensystemerweiterung, untersuche ich, wie improvis. Momente im Gestaltungsprozess stattfinden und im fertigen Modell nachhallen.

PRIME — Accessible Motion

PRIME ist eine erschwingliche, vollmechanische transradiale Armprothese, die als Alternative zu elektronisch gesteuerten Systemen entwickelt wurde. Sie nutzt die eigene Körperkraft, um die Ellbogenbeugung über einen rein mechanischen Koppelmechanismus in eine kontrollierte Handbewegung zu übersetzen. Durch den Verzicht auf elektronische Komponenten reduziert PRIME Kosten, technische Komplexität sowie Wartungsaufwand und erhöht gleichzeitig die Zuverlässigkeit und Reparierbarkeit.

Die modulare Architektur ermöglicht die Anpassung an verschiedene Nutzer und Nutzungskontexte, zudem sind die Komponenten für die digitale Fertigung und dezentrale Produktion optimiert.

PRIME zielt darauf ab, den Zugang zu funktionalen Prothesen der oberen Gliedmaßen insbesondere in ressourcenarmen Umgebungen zu verbessern, indem nutzerzentrierte Designprinzipien mit robusten maschinenbaulichen Lösungen kombiniert werden.

Latrine – eine gestalterische Untersuchung öffentlicher Toilettenräume

Das Projekt untersucht Toiletten als Teil der öffentlichen Infrastruktur und Daseinsvorsorge. Ausgehend von der Frage, warum der Zugang zu Toiletten immer noch ungleich verteilt ist, werden geschlechtsspezifische Unterschiede in der Nutzung sowie aktuelle Konzepte für eine gerechtere Sanitärversorgung untersucht. Dabei stehen insbesondere die Themen Potty Parity und Unisex-Toiletten im Mittelpunkt.

Der Blick richtet sich im Folgenden auf die Hocktoilette als eine in vielen Teilen der Welt bis heute verbreitete Toilettenform. Anhand kultureller Praktiken und gesundheitlicher Aspekte wird untersucht, inwiefern sie als Alternative zu Urinalen in Betracht gezogen werden können.

Auf Grundlage von Untersuchungen entsteht ein gestalterischer Entwurf, der den Fokus von der Toilette selbst auf die gesamte Nutzungssituation verlagert. Das Ergebnis ist Humbi: ein Objekt, das Haltehilfen mit Hygiene- und Organisationsfunktionen zur einfacheren Benutzung von Hocktoiletten vereint.