Sichtbar verborgen

Willkommen in meiner Geheimniskrämerei! Ich habe nach Geheimnissen gekramt. Ein Geheimnis ist eine Information, die mit Absicht vor mindestens einer Person verborgen wird. Wie kann ich das Verborgene und Immaterielle eines Geheimnisses gestalterisch sichtbar und erfahrbar machen, ohne dessen Verborgenheit aufzugeben?

Das Ziel dabei ist, das Geheimnis als physisches Objekt zu visualisieren. Dafür habe ich mich mit der Materialität von Geheimnissen befasst und im Rahmen einer Rauminstallation Geheimnisobjekte inszeniert.

Emme und Lilo

Dieses Projekt hinterfragt die toxische Beschleunigung der Serienproduktion und den damit einhergehenden Verlust emotionaler Werte. Als direkte Reaktion fusioniert es die industrielle Logik des CNC-Fräsens mit der unnachgiebigen Natur von 18 mm Birkensperrholz. Unter Anwendung der Prinzipien des Kirigami, der Kunst des Schneidens und Faltens einer einzigen Ebene, transformiert die Arbeit zweidimensionale Oberflächen in komplexe, hybride Formen, die sich einer sofortigen Kategorisierung entziehen. Eine erzwungene Entschleunigung in einer von Effizienz besessenen Kultur.

Während digitale Werkzeuge Schnelligkeit versprechen, verlangt das Material radikale Geduld; jeder Akt der Hast brennt sich unwiderruflich in das Holz ein.

Die daraus resultierenden Objekte dienen als stummer Protest gegen geplante Obsoleszenz und den Neu-Reflex: die zeitgenössische Angewohnheit, Dinge zu ersetzen, bevor sie überhaupt abgenutzt sind.

Die endgültige Form des Objekts ist keine fertige Lösung, sondern eine Einladung zu einem physischen und mentalen Perspektivenwechsel. Durch die Untergrabung funktionaler Erwartungen fordert das Werk den Nutzer heraus, zu einem aktiven Teilnehmer zu werden.

Sprich Wort! Das ist ein Befehl!

Sprich Wort! Das ist ein Befehl! Sprichwort. Sprich Wort! Das ist ein Befehl! Das Wort soll sprechen. Etwas bilden aus sich selbst. Ein Befehl und man weiß, wie der Hase läuft.

Inspiriert an der französischen Gruppe Oulipo, der Werkstatt für potentielle Literatur, entstehen aus Formzwängen neue Bedeutungsräume und gestalterische Ausdrucksformen in Form von Ougrapo, der Werkstatt für potentielles Design. Zehn deutsche Sprichwörter werden sprachlich und typografisch durch zweiundzwanzig Formzwänge transformiert. Daraus entsteht dieses Buch, welches eine offene Einladung an die Rezipierenden zum aktiven Spiel ist. Dieses Buch ist für alle; sprach-, typografie- und humoraffinen Menschen.

Klang und Raster – Generative Transformation von Musik in Bewegtbild und Druck

Musikvideo und Siebdruck-Edition zum Lied »Bergauf« von Lea Falkenhan. Das Projekt untersucht die Übersetzung von Musik in visuelle Systeme. Ausgangspunkt ist die Flüchtigkeit von Live-Visuals, die Klang und Bild unmittelbar verbinden, jedoch selten dauerhaft fixiert werden. Ziel ist die Transformation dieser Prozesse in ein nachhaltiges visuelles Format sowie die Verknüpfung von Creative Coding, digitalem Bewegtbild und analogem Druck.

Das Lied »Bergauf« verhandelt Themen wie Partnerschaft, Selbstüberwindung und Orientierungslosigkeit in alpinen Bildwelten. Daraus entsteht eine visuelle Erzählung aus Landschaftsaufnahmen, animierter Typografie und digitalen Bildstrukturen. Die Ästhetik des Ditherings basiert auf alpinem Textilhandwerk und historischen Stickmustern, deren Rasterstrukturen Parallelen zu digitalen Bildsystemen aufweisen.

Auf Grundlage des Musikvideos entsteht eine Serie von sechs Siebdruckeditionen in drei Formaten, die digitale Standbilder in eine haptische, mater

Himmel, Himmel

Das Projekt „Himmel, Himmel“ beschäftigt sich mit der doppelten Bedeutung des Begriffs „Himmel“ im physischen und religiösen Kontext. Es untersucht das metaphysische Konzept des Himmels und stellt gleichzeitig Verbindungen zum physischen Himmel her, um zum Nachdenken über deren Beziehungen sowie zum verträumten Blick nach oben anzuregen.

Das Ergebnis ist eine Installation, in welcher der aktuelle Himmel analysiert und auf Knopfdruck auf eine Interpretationsebene übertragen wird, auf der assoziative Begriffe zum religiösen Himmel aus einer Datenbank der Beschaffenheit des Echtzeit-Himmels zugeordnet werden.

Begleitend dazu steht ein Heft, welches theoretische und technische Grundlagen, die Struktur der Installation, sowie weitere Beispiele für Himmel und ihre himmlischen Interpretationen, ähnlich einem Katalog, enthält.

nothing reminds me of you

Eine visuelle Übersetzung von Trauer

Emotionale Intelligenz bezieht sich auf die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und bewusst mit ihnen umzugehen.

Der experimentelle Kurzfilm „nothing reminds me of you“ setzt sich mit der Emotion der Trauer auseinander und versucht, diese in eine visuelle und atmosphärische Form zu übertragen. Ohne Dialoge, aber mit einer offenen und ästhetischen Bildsprache lädt er das Publikum ein, das Gesehene auf eigene Weise zu interpretieren und sich persönlich darauf einzulassen.

blau – Alkohol hinterlässt Spuren

Deutschland ist Hochkonsumland und die Folgen sind gravierend. Trotzdem ist Alkohol fest in unserer Gesellschaft verankert – kaum hinterfragt oder reguliert.

blau nimmt den Zustand des „blau seins“ wörtlich, nutzt die Farbe als Störfaktor und macht so die versteckten Spuren des Alkohols sichtbar. Ein manipuliertes Weinglas entlarvt den Mythos vom harmlosen Konsum: Sanduhrenförmig gestaltet, lässt es seinen Inhalt auslaufen. Ein Verweis auf die neuesten Warnungen von WHO und DGE: Es existiert kein risikofreier Alkoholkonsum.

Ein begleitendes Video zeigt die Allgegenwärtigkeit der Droge. Persönliche Kommentare verschiedener Menschen verdeutlichen: Hinter den Zahlen der Statistiken, stecken echte Geschichten.

blau nutzt Critical Design um anzuecken, eine ehrliche Debatte anzustoßen und endlich ein realistisches Bild vom Alkohol zu zeigen.

Vertraute Fremde – Begegnung mit Muscheln

Der live-Herzschlag von lebenden Miesmuscheln aus der Kieler Förde steht im Zentrum einer narrativen multimedialen Raumerfahrung. Ihre damit sicht-, hör- und spürbare Lebensaktivität stellt unser Verhältnis zu nicht-menschlichen, fremdartigen Lebensformen in Frage. Die interaktive Projektion schafft eine berührbare Schnittstelle zwischen dem ungestörten Organismus und dem Menschen, der direkte Konsequenzen seines Handelns erfährt und über die Bedürfnisse von Muscheln und ihre Rolle im Ökosystem informiert wird.

Die Inszenierung ist eine Einladung zur achtsamen Begegnung mit der unterschätzen Lebensform auf Augenhöhe, indem ein Tier, das meist als Nahrung oder „Ding“ wahrgenommen wird, als lebendiges Individuum auftritt. Die „Fremden“ werden zum Gegenüber, deren fragiler Herzschlag etwas über Verletzlichkeit, Anpassung und die geteilte Abhängigkeit von Wasser, Sauerstoff und Zeit erzählt.

Low Tech Cooling / Modulares Kühlsystem

Das modulare Verdunstungskühlsystem aus Keramik basiert auf einer Rohr-in-Rohr Technik als zentralem Funktionsprinzip. Die ringförmigen Module sind nicht nur eine formale Entscheidung, sondern ein technischer Ansatz. Die Geometrie schafft einen inneren Luftschacht, während die poröse Keramik im äußeren Bereich Wasser aufnehmen und über Verdunstung adiabate Kühlung erzeugen kann. Ohne Kompressor, ohne Kältemittel und mit minimaler Technik.

Die Ringe lassen sich stapeln und zu einer Kühlbatterie erweitern. Damit kann die Leistung einfach an die Raumgröße angepasst werden.

Empowerment durch Design – Neuentwicklung eines BHs unter feministischen Gesichtspunkten

Da sich das Konzept des klassischen BHs in den letzten 50 Jahren nicht wirklich verändert hat, wird in dieser Arbeit ein neuer Ansatz gesucht: weg vom Brüste-Heben, um Männern zu gefallen, oder Brüste-Verstecken, um sich vor ihnen zu schützen, hin – und teils zurück – zum entlastenden Kleidungsstück, das Frauen das Leben und die Arbeit erleichtert.

Weg von einem männlichen, objektivierenden hin zu einem neuen, emanzipatorischen und bedürfnisorientierten Blickwinkel, ausgerichtet an den Bedürfnissen der Trägerinnen. Hierbei wurde eine feministisch motivierte Neugestaltung durch die Betrachtung der Entwicklung des BHs und seiner Vorläufer, seiner kulturellen Bedeutung, Materialrecherchen und gezielten Umfragen angestrebt.

In verschiedenen angewandten Versuchen wurde schließlich ein Prototyp angefertigt.

Das Produkt macht den BH zu einem entlastenden Kleidungsstück, das Menschen mit Brüsten das Wohlbefinden in ihrem Körper fern von patriarchal geprägten Designtraditionen ermöglicht.