Áo Dài Xanh

Die Arbeit verbindet die filigrane Eleganz des vietnamesischen Áo Dài mit der strapazierfähigen Funktionalität von Denim – einem Material, das ursprünglich für Arbeitsbekleidung entwickelt wurde. Ausgangspunkt war die Frage, ob ein Kleidungsstück entstehen kann, das scheinbare Gegensätze wie Tradition und Moderne vereint. Ziel ist ein respektvoller Umgang mit kulturellen Symbolen und deren zeitgemäße Interpretation – ein Beitrag zu einem interkulturellen Designverständnis.
Das Konzept der Kollektion zielt auf die Entwicklung von Unisex-tauglichen Kleidungsstücken ab, die eine flexible Anpassung an individuelle Körperformen ermöglichen. Jeans-inspirierte Details wie Nieten, Knöpfe oder Schieberiemen ermöglichen variable Größenanpassungen. Ein zentrales Merkmal des Áo Dài ist der Mandarinkragen, der in jedem Entwurf erhalten bleibt. Beide Themen dieser Arbeit stehen exemplarisch für die Verbindung vietnamesischer und westlicher Einflüsse, die auch die eigene kulturelle Identität prägen.

finding traces and placing connections

„finding traces and placing connections“ ist eine interaktive Kunstinstallation und ein persönlicher Liebesbrief an das Material Kupfer. Die Arbeit zelebriert die Funktionalität, Vielseitigkeit und Schönheit des Kupfers.

Besucher*innen können die in den Teppich eingelassenen Kupferflächen durch fünf verkupferte Steine verbinden und kontrollieren dadurch Klang und Licht des Raumes.
Die Komposition für das Werk wurde aus Aufnahmen generiert, die durch Interaktion mit Kupferobjekten entstanden sind.
Jede aktivierte Fläche leuchtet auf und fügt eine Audiospur zur Komposition hinzu.
Dadurch entsteht nicht nur eine Interaktion mit der Arbeit, sondern auch eine Interaktion zwischen den Besucher*innen. Durch das Zusammenspiel entstehen individuelle Kompositionen und Kombinationen der Audiospuren und immer neue Abwandlungen des Klanges.

„finding traces and placing connections“ lädt ein, zu entdecken, zu hören.

Beyond

„Nimm sie beim ersten Date mit ins Schwimmbad …“ – dieser Satz aus einem Meme zeigt, wie tief gesellschaftlicher Druck rund um Make-up sitzt. Die Bachelorarbeit untersucht Make-up als Ausdrucksmittel jenseits oberflächlicher Schönheitsideale. Im Fokus steht eine kritische Auseinandersetzung mit normativen Erwartungen, sozialem Druck und der ambivalenten Rolle von Kosmetik im Alltag. Warum wird Make-up oft mit Oberflächlichkeit, Täuschung oder Unsicherheit verbunden?

Basierend auf theoretischen Analysen, Umfragen und Workshops wurde ein interaktives Spiel entwickelt, das Make-up als Mittel des Empowerments nutzt. Für 2–8 Spieler*innen fördert es durch kreative Aufgaben, Fragen und Austausch Reflexion und neue Perspektiven. „Beyond“ steht dabei für das Denken über das Sichtbare hinaus – eine gestalterische Einladung zur Auseinandersetzung mit Identität, Diversität und gesellschaftlichen Normen.

When You Back Home?

„When you back home?“ (Taiwanese Mandarin:你什麼時候回家, Nǐ Shén Me Shíhòu Huí Jiā) untersucht den Einfluss von Eltern auf ihre Kinder sowie den Kommunikations- und Versöhnungsprozess zwischen Familienmitgliedern. Die Geschichte dreht sich um eine fünfköpfige Familie, die nach dem Tod des Vaters die einst gefürchtete Mutter wieder neu konfrontieren muss. Durch offene Gespräche reflektieren sie über ihre Vergangenheit mit körperlichen Strafen und versuchen, die Beweggründe ihrer Mutter zu verstehen, um die durch Zeit und Missverständnisse zerbrochenen familiären Beziehungen zu heilen.

Adoptier ein schwarzes Tierheimtier.

Schwarze Tierheimtiere haben es schwerer – oft völlig zu Unrecht.
Durch Geschichte und Popkultur gelten sie als unheimlich, unfotogen, unscheinbar oder uninteressant. Diese Vorurteile führen dazu, dass schwarze Tiere bis zu viermal seltener adoptiert werden als andere.

Das Masterprojekt „Adoptier ein schwarzes Tierheimtier“ macht mit einer emotional erzählten, stilvoll gestalteten Kampagne auf dieses übersehene Problem aufmerksam – und schafft eine positive Gegenbewegung.
Umfragen und Interviews bilden das strategische Fundament. Daraus entstanden echte Geschichten, klare Botschaften und ein durchdachtes Design – umgesetzt in Plakaten, Illustrationen, Social-Media-Inhalten, Videos und Merchandise.

Das Ziel: Vorurteile abbauen, den besonderen Charme und Look schwarzer Tiere sichtbar machen und zu bewussten Adoptionsentscheidungen bewegen. Im Fokus steht, Herzen und das eigene Heim zu öffnen sowie eine Community für neue und langjährige Liebhaber schwarzer Tiere zu schaffen.

INNEN AUSSEN

Der Entwurf basiert auf der intensiven Beschäftigung mit der grundlegenden Raumbildung und Überlegungen zur Verbindung von Innen- und Außenräumen. Die Ausbildung eines Hofraumes beruht auf dieser Theorie und ist Entwurfsgrundlage. Der Gebäudekomplex liegt im Zentrum von Trier, innerhalb eines Blocks, der von zwei Fußgängerzonen begrenzt wird und einen toten Stadtraum bildet. Ziel des Projekts ist es, durch eine alternative Durchwegung eine Reaktivierung des Bereichs zu erreichen. Im Gebäude gibt es Räume, die öffentlich zugänglich und mietbar sind, mit Angeboten für Passanten oder Anwohner. Große Öffnungen der Fassade und des Daches belichten die Innenräume und machen die Nutzung auch von außen erlebbar. Der Erschließungskern bildet einen neuen Hofraum aus, der sich nach oben und hinten öffnet und als kleine, grüne Oase fungiert. Die Durchwegung zum Blockinnenbereich wird von einer sich durchziehenden Überbauung begleitet und führt an verschiedenen Höfen vorbei, die die Nutzungen von innen weiterführen.

CIRCULAR SPEAKER

Circular Speaker ist ein Gegenentwurf zu vielen aktuellen mobilen Lautsprechern, die durch Verklebungen und Materialverbunde kaum reparierbar und schwer recycelbar sind. Dabei wird das Potenzial vieler Geräte kaum ausgeschöpft – ihre oft kurze Lebensdauer steht im Widerspruch zur Aktualität und Beständigkeit der zugrunde liegenden technischen Basis. Ziel des Projekts ist es, durch ein reparaturfreundliches, transparentes Gehäusedesign die Nutzungsdauer deutlich zu verlängern. Dieses ist modular aufgebaut und lässt sich mit nur zwei Inbusschlüsseln vollständig zerlegen. Alle elektronischen Komponenten sind übersichtlich auf einem Mainboard angeordnet – nach dem Prinzip: Verschrauben statt Verkleben. Der Entwurf basiert auf einer Analyse aktueller Lautsprechermodelle, mehreren Nutzer:innen-Testings und gibt einen Ausblick darauf, wie ein verändertes Produktdesign zur nachhaltigeren Nutzung elektronischer Geräte und in weiterer Folge zur Reduktion von Elektroschrott beitragen kann.

Anton

Das anpassbare Möbelsystem „Anton“ wurde als flexible und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Kindermöbeln entwickelt, um mit den ständig wechselnden Bedürfnissen von Kindern mithalten zu können.

Das Möbelsystem richtet sich an Kinder zwischen 2 und 8 Jahren und ermöglicht spontane Anpassungen. Es ermutigt Kinder, aktiv an der Gestaltung ihres Raumes mitzuwirken, und unterstützt Eltern dabei, mit wenig Aufwand auf neue Anforderungen zu reagieren.

Das Möbelsystem besteht aus hölzernen Gewindestangen und gelochten Grundplatten, die ohne weitere Verbinder stabil miteinander verschraubt werden. Es lässt sich flexibel in Höhe und Funktion anpassen und kann z. B. als Regal, Schreibtisch oder Garderobe genutzt werden – ideal für kleine Räume.

Anton ist langlebig, nachhaltig und wächst mit. Dank seines schlichten Designs bleibt es über Jahre hinweg nutzbar. Eltern kaufen nur, was sie aktuell benötigen, und können das System später erweitern oder weitergeben.

DRIP_colors and concrete

„drip-colors and concrete“ ist ein Dokumentarfilm, der eine persönliche und authentische Reise zeigt, die aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Tom nimmt die Zuschauenden mit auf eine aufregende und unerwartete Route durch den Mittleren Osten, über den Balkan zurück nach Hause.
Dabei dokumentiert er nicht nur seine Erlebnisse, sondern hinterlässt auch in jedem Land seine künstlerischen Spuren. Der Film ist rau und spontan und fängt die Energie und Vielfalt der Street Art in einer Weise ein, die selten zu sehen ist.
„drip-colors and concrete“ zeigt die Herausforderungen und Freuden des künstlerischen Schaffens unter wechselnden politischen und sozialen Bedingungen und bietet eine ungefilterte Sicht auf die Länder und Menschen, denen Tom auf seiner Reise begegnet ist.

RECYCLING DESIGN: Drehstühle neu gedacht

Auch zwei Jahre nach der Pandemie ist das Homeoffice nicht mehr wegzudenken – die Nachfrage nach Büromöbeln steigt weiter. Gleichzeitig erfordert ihre Herstellung große Mengen an Material und Energie. Ein Großteil davon bleibt nach kurzer Nutzungsdauer ungenutzt. Dieses Projekt widmet sich dem Recycling von Drehstühlen und hinterfragt bestehende Entsorgungs- und Wiederverwendungsprozesse. Ziel ist es, nutzerzentrierte Alternativen zu entwickeln, die durch partizipative Gestaltung den Recyclingprozess verständlicher und zugänglicher machen. Nutzer:innen werden aktiv eingebunden, erhalten Wissen über Materialkreisläufe und entwickeln ein neues Bewusstsein für den Wert beschädigter Möbel. So kann die emotionale Bindung zu Produkten gestärkt und dem Trend zu „Fast Furniture“ entgegengewirkt werden. Das Projekt untersucht das Potenzial dieses Ansatzes für eine zukunftsfähige Möbelgestaltung im Sinne der Kreislaufwirtschaft.