be patient – Diagnostisches System

be patient ist ein visionäres tragbares Diagnosesystem zur frühzeitigen Erkennung schwerer Krankheiten wie Brustkrebs. Es kombiniert biometrische Messungen (z. B. Hauttemperatur, Schweiß, SpO₂, EKG) mit Thermografie- und Ultraschalltechnologien, um kleinste Anomalien früh zu erkennen. Eine begleitende AR-App visualisiert die Ergebnisse in Echtzeit und macht komplexe Daten verständlich. Ein integriertes KI-System analysiert die Messungen, erkennt Muster und gibt personalisierte Empfehlungen.

Das Projekt vereint Industriedesign, digitale Innovation und medizinische Expertise, um Prävention zugänglicher zu machen und das Gesundheitssystem nachhaltig zu entlasten. be patient steht für eine Zukunft, in der Früherkennung intuitiv, mobil und Teil des Alltags wird.

Áo Dài Xanh

Die Arbeit verbindet die filigrane Eleganz des vietnamesischen Áo Dài mit der strapazierfähigen Funktionalität von Denim – einem Material, das ursprünglich für Arbeitsbekleidung entwickelt wurde. Ausgangspunkt war die Frage, ob ein Kleidungsstück entstehen kann, das scheinbare Gegensätze wie Tradition und Moderne vereint. Ziel ist ein respektvoller Umgang mit kulturellen Symbolen und deren zeitgemäße Interpretation – ein Beitrag zu einem interkulturellen Designverständnis.
Das Konzept der Kollektion zielt auf die Entwicklung von Unisex-tauglichen Kleidungsstücken ab, die eine flexible Anpassung an individuelle Körperformen ermöglichen. Jeans-inspirierte Details wie Nieten, Knöpfe oder Schieberiemen ermöglichen variable Größenanpassungen. Ein zentrales Merkmal des Áo Dài ist der Mandarinkragen, der in jedem Entwurf erhalten bleibt. Beide Themen dieser Arbeit stehen exemplarisch für die Verbindung vietnamesischer und westlicher Einflüsse, die auch die eigene kulturelle Identität prägen.

Kremple Light – aus Krempel werde Licht

Ich wollte eine langfristige Produkt-Nutzer-Beziehung mit Storytelling erzeugen. Dabei sollte das Produkt die Geschichte seines Nutzers erzählen. Viele Menschen besitzen Dinge, die sie nicht mehr benutzen, aber auch nicht wegschmeißen, weil sie emotional an diesen Gegenständen hängen.
Das können zum Beispiel alte CDs sein, ein kaputter Rucksack oder Erinnerungen an die Kindheit. Ich wollte diese Dinge so umwandeln, dass sie einen neuen Nutzen bekommen, aber ihren emotionalen Wert behalten und weiterhin ihre Geschichte erzählen.
So schaute ich, wie ich aus der CD-Hülle etwas Neues schaffe. Durch einen speziellen Mechanismus entstanden geschlossene, in sich bewegbare Formen. Diese Formen lassen sich gut als Lampenschirm verwenden. So entstand Kremple Light. Denn aus Krempel wurde Licht.
Der Gegenstand CD-Hülle wurde zu neuem Leben erweckt und auch die Erinnerung hat nun eine Präsenz bekommen und strahlt wortwörtlich in neuem Licht.

Beyond

„Nimm sie beim ersten Date mit ins Schwimmbad …“ – dieser Satz aus einem Meme zeigt, wie tief gesellschaftlicher Druck rund um Make-up sitzt. Die Bachelorarbeit untersucht Make-up als Ausdrucksmittel jenseits oberflächlicher Schönheitsideale. Im Fokus steht eine kritische Auseinandersetzung mit normativen Erwartungen, sozialem Druck und der ambivalenten Rolle von Kosmetik im Alltag. Warum wird Make-up oft mit Oberflächlichkeit, Täuschung oder Unsicherheit verbunden?

Basierend auf theoretischen Analysen, Umfragen und Workshops wurde ein interaktives Spiel entwickelt, das Make-up als Mittel des Empowerments nutzt. Für 2–8 Spieler*innen fördert es durch kreative Aufgaben, Fragen und Austausch Reflexion und neue Perspektiven. „Beyond“ steht dabei für das Denken über das Sichtbare hinaus – eine gestalterische Einladung zur Auseinandersetzung mit Identität, Diversität und gesellschaftlichen Normen.

The Majlis

Ein modulares Sitzsystem, inspiriert vom traditionellen arabischen Majlis, das flexibel an verschiedene Veranstaltungsarten und Teilnehmerzahlen angepasst werden kann – sei es im öffentlichen Raum oder bei temporären Events. Das System besteht aus einfachen Elementen wie Sitzflächen, Kissen, Beistelltischen und Rückenlehnen, die leicht montier- und variierbar sind. Seine modulare Struktur ermöglicht zahlreiche Szenarien und schafft eine offene, einladende Atmosphäre. Verwendet wurden wetterbeständiges Kiefernholz und feuchtigkeitsabweisende Stoffe, wodurch der Einsatz sowohl im Innen- als auch im Außenbereich möglich ist. Die einfache Handhabung sowie der unkomplizierte Auf- und Abbau machen es besonders nutzerfreundlich. Zusätzlich ist die gesamte Struktur platzsparend und leicht zu lagern. Dieses Konzept vereint traditionelle Werte mit zeitgenössischem Design und fördert soziale Interaktion durch Flexibilität und Mobilität.

finding traces and placing connections

„finding traces and placing connections“ ist eine interaktive Kunstinstallation und ein persönlicher Liebesbrief an das Material Kupfer. Die Arbeit zelebriert die Funktionalität, Vielseitigkeit und Schönheit des Kupfers.

Besucher*innen können die in den Teppich eingelassenen Kupferflächen durch fünf verkupferte Steine verbinden und kontrollieren dadurch Klang und Licht des Raumes.
Die Komposition für das Werk wurde aus Aufnahmen generiert, die durch Interaktion mit Kupferobjekten entstanden sind.
Jede aktivierte Fläche leuchtet auf und fügt eine Audiospur zur Komposition hinzu.
Dadurch entsteht nicht nur eine Interaktion mit der Arbeit, sondern auch eine Interaktion zwischen den Besucher*innen. Durch das Zusammenspiel entstehen individuelle Kompositionen und Kombinationen der Audiospuren und immer neue Abwandlungen des Klanges.

„finding traces and placing connections“ lädt ein, zu entdecken, zu hören.

CIRCULAR SPEAKER

Circular Speaker ist ein Gegenentwurf zu vielen aktuellen mobilen Lautsprechern, die durch Verklebungen und Materialverbunde kaum reparierbar und schwer recycelbar sind. Dabei wird das Potenzial vieler Geräte kaum ausgeschöpft – ihre oft kurze Lebensdauer steht im Widerspruch zur Aktualität und Beständigkeit der zugrunde liegenden technischen Basis. Ziel des Projekts ist es, durch ein reparaturfreundliches, transparentes Gehäusedesign die Nutzungsdauer deutlich zu verlängern. Dieses ist modular aufgebaut und lässt sich mit nur zwei Inbusschlüsseln vollständig zerlegen. Alle elektronischen Komponenten sind übersichtlich auf einem Mainboard angeordnet – nach dem Prinzip: Verschrauben statt Verkleben. Der Entwurf basiert auf einer Analyse aktueller Lautsprechermodelle, mehreren Nutzer:innen-Testings und gibt einen Ausblick darauf, wie ein verändertes Produktdesign zur nachhaltigeren Nutzung elektronischer Geräte und in weiterer Folge zur Reduktion von Elektroschrott beitragen kann.

Ich gegen mich

Autoaggression, auch bekannt als Selbstverletzung oder selbstverletzendes Verhalten, beschreibt die absichtliche Schädigung des eigenen Körpers und ist ein komplexes und in der heutigen Gesellschaft häufig missverstandenes Phänomen. Diese Bachelorthesis verfolgt das Ziel, Selbstverletzung aus dem Schatten der Gesellschaft zu holen und zu entstigmatisieren. Hauptmedium des Projektes ist ein Film mit dem Namen “un;spoken”, der sich an Nicht-Betroffene richtet und einen tiefen Einblick in die emotionale Ebene der Thematik gewährt, indem er die Gefühle und Gedanken betroffener Menschen sichtbar macht. Das Printmedium “un;written” besteht aus vier Leporellos und einer zugehörigen Aufbewahrungsbox und richtet sich direkt an Betroffene. Für sie wird ein Schutzraum geschaffen, in dem sie lernen können, ihr Handeln zu akzeptieren und aus einer schambefreiten Perspektive zu betrachten. Als zentrale gestalterische Elemente dienen abstrakte Materialität und die Handschriften echter Betroffener.

What Goes Around Comes Around

In einer alternativen Realität, die von zwei Sonnen geprägt ist, untersucht Sophie Stanitzeks Projekt eine Welt, die von klimatischen Anomalien und menschengemachtem Umweltkollaps bestimmt wird. Unter unerbittlicher Hitze und chaotischem Wetter werden traditionelle Überlebensstrategien obsolet. Durch spekulative Low-Tech-Objekte wie schwimmende Flut-Liegen oder parabolische Bräunungsgeräte inszeniert sie die Absurdität apokalyptischer Freude und legt die Ungleichheiten zukünftiger Freizeitgestaltung offen. Diese Entwürfe reflektieren kritisch unser Verhältnis zu Naturgewalten und frei verfügbaren Ressourcen und machen Widersprüche sichtbar. Anstatt Lösungen vorzuschlagen, verstärkt die Arbeit Symptome des Zusammenbruchs, die sich bereits abzeichnen. Sie geht über die Vorstellung hinaus, dass Techno-Solutionismus der einzige Weg in die Zukunft ist, und zeigt auf, wie Komfort, Vergnügen und Resilienz zunehmend zu Privilegien der Reichen werden. So eröffnet das Projekt Raum für einen bewussteren und ehrlicheren Umgang mit den Kräften, die das Leben auf der Erde prägen.

When You Back Home?

„When you back home?“ (Taiwanese Mandarin:你什麼時候回家, Nǐ Shén Me Shíhòu Huí Jiā) untersucht den Einfluss von Eltern auf ihre Kinder sowie den Kommunikations- und Versöhnungsprozess zwischen Familienmitgliedern. Die Geschichte dreht sich um eine fünfköpfige Familie, die nach dem Tod des Vaters die einst gefürchtete Mutter wieder neu konfrontieren muss. Durch offene Gespräche reflektieren sie über ihre Vergangenheit mit körperlichen Strafen und versuchen, die Beweggründe ihrer Mutter zu verstehen, um die durch Zeit und Missverständnisse zerbrochenen familiären Beziehungen zu heilen.