ISSO

Lea Huch

Oktober / October - 2018

Universität der Künste Berlin

Was ist es?

ISSO ist eine Reihe an essbaren Schalen, Gläsern und Utensilien aus getrocknetem Obst- und Gemüsemus, sie werden in Gips-Formen mit Hilfe eines Dörrofens getrocknet. Dabei werden die Zutaten konserviert und haltbar gemacht. Es entsteht ein in Form getrocknetes Fruchtleder, das direkt mit der Speise gegessen wird.

Was ist das Thema?

ISSO regt den Verbraucher dazu an sich mit gesunder und nachhaltiger Ernährung auseinanderzusetzen, ohne ihn dabei zu ermahnen. Es bietet eine neue, spielerische Art und Weise sich mit seinem Essen und seiner Esskultur zu befassen. Es gibt kaum eine nachhaltigere Weise, unterwegs essen zu genießen. Durch das Anfassen, Ausprobieren und Probieren kann man jeden Skeptiker überzeugen. Klassisches Plastikgeschirr steht in überhaupt keinem Verhältnis zu seinem Nutzen. Beispielsweise eine Gabel aus Polystyrol ist nur kurze Zeit in Gebrauch und verweilt dann aber viele Jahre auf dieser Erde, bis sie sich zersetzt hat, denn nur ein Bruchteil des hergestellten Plastik wird recycelt.

Warum sieht es so aus?

Durch die vorhergegangenen Formstudien wurde deutlich, dass eine, an Löffel erinnernde, Form der Utensilien von Vorteil ist. Der Löffel diente als Inspiration, da dieses Utensil in fast allen Kulturen zu finden ist, außerdem kann er die vielseitigsten Speisen gut transportieren. So entstand eine Produktfamilie, die auf Grundlage von Kugelabschnitten entstanden ist. Teil der Produktfamilie sind Schalen, die aus mehreren Kugelabschnitten bestehen, die miteinander verschnitten sind und ebenso welche, die aus einer Kombination eines Kugelabschnitts und eines Zylinders bestehen, sowie weitere Varianten. Die verschiedenen Größen der Teller sind auf verschiedene Portionsgrößen zurückzuführen.

Was ist das Besondere?

ISSO gibt es in verschiedenen Ausführungen und Größen. Dabei ist die geschmackliche Komponente der Schalen ebenso wichtig wie ihre Form. ISSO ist physischer Träger der Speisen und geschmacklicher Teil der Komposition zugleich. So könnte die Currywurst, anstatt auf Wegwerfgeschirr, in einer Schale aus getrocknetem Curryketchup serviert werden. Gegessen wird mit der Hand, die Oberfläche der Schale ist durch die Gipsform gepudert und klebt nicht. Man beißt die Wurst einfach Stück für Stück zusammen mit der Ketchupform ab. Ein weiteres Beispiel sind die Papiermuffinförmchen, die im Privaten oder auch Bäckereien benutzt werden. Sie würden mit Obstmuffinförmchen ersetzt. Diese würden genauso wie die Papier-Vorgänger gefüllt und mit gebacken. Statt sie vor dem Verzehr zu entfernen, isst man sie einfach mit. Das beste dabei – es entsteht kein Abfall. Das Obst und Gemüse könnte man aus Überproduktionen beziehen, sodass auch in der Produktion Abfall vermieden wird und Ressourcen geschont werden.

Was ist neu?

Mit Essen essen, also quasi mit den Händen essen, ohne mit den Händen zu essen. Das bedeutet, man macht die Schalen zu einem Teil der Zeremonie und isst sie mit der Speise mit – nach der Mahlzeit bleibt also nichts zurück. Es ist eine Alternative zum so beliebten Wegwerfgeschirr, ebenso aber eine leckere Alternative zu bereits vorhandenen essbaren Alternativen, die leider oftmals trotzdem in der Tonne landen, weil sie nicht schmackhaft sind. Dadurch, dass ISSO eine geschmackliche Komponente des Essen ist, kann man es gar nicht getrennt voneinander essen und kommt so gar nicht erst in Versuchung es zu entsorgen.