Caring Forestry

„Caring Forestry – Wald gestalten durch Fürsorge“

Caring Forestry versteht Forstwirtschaft als pflegerische Praxis und die Beziehung von Mensch und Wald als gestaltbaren Prozess. Zwei Interventionen zeigen, wie sorgsame Eingriffe neue Perspektiven eröffnen: Der Rubus Spinner verwandelt Brombeerzweige, die junge Bäume überwuchern, in Verbissschutz. So wird das Störende zum Schützenden und Pflege mit Transformation verbunden.

Die zweite Intervention, die Habitatbaum-Orthese, fragt nach nachhaltiger Holzentnahme. Eine Stahlkonstruktion verankert gefällte Baumkronen wieder auf dem Stumpf, sodass sie als stehendes Totholz Lebensraum für Vögel, Pilze und Insekten bleiben.

Beide Werkzeuge verknüpfen forstliche Arbeit mit Gestaltung und schlagen eine Praxis vor, die ökologische Verantwortung und Fürsorge miteinander vereint – als Ausdruck eines respektvollen Umgangs mit dem Wald als Natur- und Kulturraum.

Redesign einer Waschmaschine

Elektroschrott ist einer der am schnellsten wachsenden Abfallströme weltweit. Jährlich werden Millionen Tonnen Elektrogeräte entsorgt. Dabei verbraucht besonders die Neuproduktion großer Haushaltsgeräte zu viel Energie und Ressourcen, weshalb eine längere Nutzungsdauer von Elektrogeräten ein entscheidender Faktor ist.

Die Arbeit zeigt am Beispiel einer Waschmaschine, wie durch Circular Design, einem modularen Aufbau und einer verständlichen Gestaltung die Nutzungsdauer verlängert und ein bewussterer und ressourcenschonender Umgang mit technischen Alltagsprodukten gefördert werden kann.

Die Gestaltung sieht eine klare Strukturierung und modulare Zugänglichkeit der einzelnen Komponenten vor, um Reparatur, Pflege und Austausch zu erleichtern. Das anonyme, technische Innere der Maschine wird zudem durch Prägungen, Signalfarben und Beschriftungen nach außen getragen, um dadurch für die Nutzer*innen sichtbarer und verständlicher zu sein und das Bewusstsein für die Maschine zu verbessern.

Bioreaktoren: Modulare, zellbasierte Landwirtschaft im urbanen Raum

Gestaltet wurde ein Bioreaktor mit größerem Volumen zur Produktion von Pflanzenzellen als Nahrungsmittel. Integriert in einen 40‑Fuß‑ISO‑Container, bietet er ein maximales Produktionsvolumen und bleibt leicht transportierbar. Vor Ort kann er platzsparend gestapelt werden, sodass sich das Produktionsvolumen durch zusätzliche Module erweitern lässt. Um die Kosten niedrig zu halten, wird er zentral in Serie gefertigt. Dadurch ist die Vorbereitung des Produktionsortes weniger komplex und kann auch in alten Industriehallen erfolgen.

Der Vorteil liegt darin, dass nur die gewünschten Pflanzenzellen erzeugt werden, was Ressourcen schont und Abfälle reduziert. Zudem ist der Prozess klimaunabhängig, ermöglicht häufigere Ernten und funktioniert auch ohne fruchtbares Ackerland. Gesteuert wird der Bioreaktor über einen digitalen Zwilling, überwacht von bioprozesstechnisch geschultem Personal. Die Wartung übernehmen technische Fachkräfte. Der Einsatz erfolgt am Rand urbaner Bereiche.

denorm [ ]

denorm [ ] geht der Frage nach, welchen gesellschaftlichen Wert die Standardisierung vom Sprechen heute noch hat – und inwiefern sie die sprachliche Realität tatsächlich abbilden kann. Die zentrale These: Eine vermeintlich korrekte oder normierte Form des Sprechens setzt keinen realen Maßstab. Sprechweisen sind individuell, dynamisch und vielfältig.

Wir übersetzen sprachliche Eigenarten – ob Akzent, Dialekt oder Rhythmik – und machen sie mit anderen Sinnen erfahrbar. In einer immersiven, interaktiven Ausstellung transferiert ein datengeleitetes System phonetische Eigenschaften direkt in generative Animation. Das Resultat ist sinnorientiertes Design, das keine ästhetischen Gefälligkeiten anstrebt.

Im Mittelpunkt steht der Appell, Sprechen von Bewertungen wie richtig oder falsch zu lösen. Durch das Visualisieren entsteht eine Neuverknüpfung jenseits erlernter Kategorien – und Raum für persönliche, reflektierte Auseinandersetzung mit der eigenen Sprechweise.

Login_Sanctuary_

Data Centers werden von großen Tech-Konzernen weltweit in einer Geschwindigkeit eines Wettrennens gebaut, um massive Infrastrukturen für KI und Cloud-Computing zu schaffen. Dort laufen unsere alltäglichen Daten zusammen, um schließlich als reizvolle, auf unsere Interessen und unseren Geschmack zugeschnittene Inhalte zu uns zurückzukehren und wiederum eine KI zu füttern, die immer tiefer in unser Leben eindringt.

Login_Sanctuary_ stellt ein fiktives Szenario dar, in dem der Mensch als Datenproduzent existiert. Als die ihn konditionierende, in geregelten Portionen kommende ‚tägliche Nahrung‘ plötzlich unkontrolliert hereinbricht, verliert der Mensch zunehmend seine Autonomie und Selbstkontrolle. Dabei synchronisieren sich der reale Alltag und die Datenwelt so weit, dass ihre Grenzen unaufhaltsam verschwinden.

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen menschlicher Körperlichkeit und digitaler Abhängigkeit—und stellt die Frage: Wo befinde ich mich wirklich?

(NON)SENSE

(NON)SENSE ist eine Kritik der zeitgenössischen Informationskultur, die sich in endlosen, inhaltlosen Schriftzeichen äußert. Unser Umgang mit Medien und Informationen ist geprägt von einer endlosen Masse an Inhalten ohne Relevanz. (NON)SENSE übersetzt diese inhaltliche Leere in schriftähnliche Zeichen, die keine Aussagekraft innehalten. So werden die Grenzen der Typografie ausgereizt und ein Spannungsfeld entsteht zwischen Sinnhaftigkeit und Sinnlosigkeit.

Ein generatives Webtool formt diese „Schriftzeichen”, die dann durch einen Pen-Plotter kontinuierlich auf einer Papierrolle festgehalten werden.

Das Ergebnis wird als Kompendium in Form eines 400-seitigen Buchs dokumentiert, um die Fixierung völlig inhaltloser Zeichen greifbar zu machen.

Wisma – A mobility concept for young professionals in an urban context of 2045

Ein Konzeptfahrzeug für die urbane Welt des Jahres 2045, entwickelt für junge Berufstätige, die Karriere und Privatleben miteinander vereinbaren. Es ist ein teilautonomer, privater Raum auf Rädern, der sich an seine Umgebung anpasst – und so mobiles Arbeiten, Entspannung und Momente der Inspiration von unterwegs aus unterstützt.

Die Nutzer leben in gemeinschaftlichen Park-Hubs, die über geteilte Küchen, Badezimmer und Freizeiträume verfügen.

Die Fahrzeuge sind um diese Gemeinschaftsbereiche herum angeordnet und verbinden Flexibilität, Unabhängigkeit und soziale Nähe für die Arbeitskräfte der Zukunft.

HD18/600 TRANSFORM

Der HD18/600 TRANSFORM ist ein modularer, batteriebetriebener Schwerlaststapler, der bemannt, kooperativ oder vollständig autonom betrieben werden kann. Er ist als langfristige Investition konzipiert und ermöglicht einen schrittweisen Übergang vom bemannten zum autonomen Transport schwerer Güter bis zu 18 Tonnen.

Das Konzept lässt sich in verschiedene betriebliche Infrastrukturen integrieren, ohne dass umfangreiche Umrüstungen oder weitere Anschaffungen erforderlich sind. Zielgruppe sind lagerlogistische Betriebe, die sich im Wandel hin zur Automation befinden oder die Automatisierung als späteres Ziel haben.

Vertikale Säulen mittig der Fahrzeugseite dienen als wichtige Bezugspunkte für die Mensch-Maschine-Interaktion. Für den dauerhaften autonomen Betrieb kann die Kabine entfernt werden. Ein elektrischer Antrieb, der Wechsel zwischen manuellem und autonomem Betrieb sowie die Interaktion zwischen Mensch und autonomer Maschine sind in einem Designkonzept vereint.

AMPHI-RUSH

Die Arbeit entwickelt mit „Amphi-Rush“ ein amphibisches Rettungs- und Evakuierungsfahrzeug für Hochwasser, sumpfige Gebiete, seichte Gewässer und schwer zugängliches Gelände. Ausgangspunkt ist die Lücke zwischen Radfahrzeugen, die in weichem Untergrund Traktion verlieren, und Booten, die eine Mindestwassertiefe benötigen.

Auf Basis einer Recherche zu Amphibienfahrzeugen, Einsatzszenarien, Zielgruppen und Extremwetterereignissen wird ein elektrisch betriebenes Fahrzeug mit verstellbarem Doppelschraubenantrieb konzipiert. Dieser soll den Übergang zwischen verschiedenen Untergründen ermöglichen. Ergänzend werden Rettungsfunktionen wie begehbares Dach, Heckeinstieg, Seilwinde, Beleuchtung, Wechselakkus und modulare Innenraumnutzung ausgearbeitet.

Das in Rhino erstellte CAD-Modell dient der visuellen Darstellung des Konzepts und ist nicht als fertigungsgerechte technische Konstruktion zu verstehen. Material- und Auftriebsberechnungen zeigen die theoretische Schwimmfähigkeit des Entwurfs.

Modulares Fahrzeugkonzept für die Mobilität der Zukunft

Das Projekt untersucht ein modulares Fahrzeugkonzept für die Mobilität der Zukunft im Zeithorizont 2035. Im Mittelpunkt steht der Personentransport mit besonderem Fokus auf die barrierefreie Nutzung durch mobilitätseingeschränkte Menschen. Ziel ist es, durch ein eigenständig nutzbares Mobilitätsangebot ein Stück Bewegungsfreiheit, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe zurückzugeben.

Das als teil- oder vollautonomes Fahrzeug der Klasse M1 konzipierte Konzept versteht sich als Alternative zum privaten Nahverkehr und zugleich als Ergänzung bestehender öffentlicher Verkehrsangebote. Durch seinen modularen Aufbau kann das Fahrzeug flexibel auf unterschiedliche Nutzeranforderungen und Einsatzszenarien reagieren. Der Entwurf verbindet die Potenziale autonomer Fahrtechnologien mit einem nutzerzentrierten Gestaltungsansatz und zeigt auf, wie inklusive, flexible und bedarfsgerechte Mobilität künftig gestaltet werden kann.