Beat and Beads

Beat and Beads ist eine Performance-orientierte Kollektion. Inspiriert von und geschaffen für die Ballroom-Szene. Bewegung steht im Zentrum jedes Entwurfs. Bunte Perlen und Applikationen werden gezielt mit Techniken des Textildesigns eingesetzt und verleihen den Looks eine zusätzliche, fast lebendige Ebene. Sie reagieren auf jede Bewegung, verstärken Gesten, erzeugen Dynamik und lassen den Körper im Raum wirken. Die Kollektion spielt mit dem Selbstbewusstsein des Trägers und zelebriert dessen Ausdruck, Präsenz und Kraft – ein visuelles Statement, das Ästhetik, Ausdruckskraft und Identität der Ballroom-Szene gestalterisch und performativ widergespiegelt.

Die Arbeit appelliert an die Dringlichkeit von Akzeptanz und Unterstützung der LGBTQ+ Community und zeigt, wie frei Personen sein können, wenn sie in einem Umfeld sind, das sie so akzeptiert wie sie sind. Sie soll Hoffnung bringen, dass wir überall so sein können und akzeptiert werden. Hoffen, sich nicht mehr verstecken zu müssen.

Xiangchou

Der Verlust eines Ortes wirft Fragen nach Erinnerung und Identität auf. Ausgehend von einer Kindheitswohnung in Shanghai untersucht „Xiangchou“, wie ein Gefühl von Heimat bewahrt werden kann, wenn der physische Ort verschwindet. Die Wohnung ist von zwei gegensätzlichen Epochen geprägt: den durch kolonialen Einfluss definierten 1920er und 1930er Jahren sowie der von ideologischer Kontrolle geprägten Zeit nach 1949. Diese Bedingungen sind in der materiellen Umgebung aus Polstermöbeln, Holz und Seide eingebettet.

Die Arbeit zielt nicht darauf ab, die visuelle Sprache dieser Zeiten zu reproduzieren, sondern sucht nach einer kulturellen Kontinuität, gemeinsamen Werten und materiellen Sensibilitäten in den Widersprüchen. So wird die Wohnung zu einem Ort, an dem sich Geschichten überschneiden und gezeigt wird, wie Kultur politische und soziale Bedingungen überdauert.

GesprächsStoff für aktivisTischen Austausch und Aktionen

GesprächsStoff für aktivisTischen Austausch und Aktionen

Der GesprächsStoff ist ein vielseitiges Tool für politische Aktionskunst. Als Tischdecke, Halstuch, Fahne oder Rock lädt er, egal ob am WG-Tisch oder unterwegs, zum politischen Austausch und zu kollektiven Aktionen ein.

01 Austausch: Der transparente Stoff mit neun bestickten Themenbereichen dient als Gesprächseinstieg. Ergänzende Fragen auf der Webseite regen zum Austausch an und können fortlaufend erweitert werden. Die „Von Wut zu Mut“-Fragen unterstützen dabei, gemeinsame Aktionsideen zu entwickeln.

02 Aktion: Die entstandenen Ideen können auf dem Blanko-Stoff visualisiert und umgesetzt werden. Der GesprächsStoff wird so zum nonverbalen Statement politischer Aktionskunst. Mehrere GesprächsStoffe lassen sich über Bänder verbinden und ermöglichen kollektive Botschaften im öffentlichen Raum.

SALVINIA

SALVINIA ist ein System zur Entfernung von Ölverschmutzungen aus Gewässern. Grundlage ist ein bionisches Textil, das von Dr.-Ing. Leonie Beek nach dem Vorbild der Wasserpflanze Salvinia molesta entwickelt wurde. Das Textil trennt Öl rein physikalisch vom Wasser und benötigt weder chemische Hilfsmittel noch externe Energie.

Im Rahmen des Projekts wurde diese wissenschaftliche Entwicklung erstmals in konkrete Produkte für die Ölbekämpfung übertragen. Entstanden sind drei aufeinander abgestimmte Systeme: eine Ölsperre, ein mobiler Skimmer und ein stationärer Skimmer. Sie ermöglichen die präventive und reaktive Entfernung von Öl in Häfen, Binnen- und Küstengewässern.

Alle Systeme sind wiederverwendbar, reparierbar und auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt. Das aufgenommene Öl wird gesammelt und kann zurückgewonnen werden. Durch die stromfreie Funktionsweise, den Verzicht auf Verbrauchsmaterialien und die mehrfache Nutzbarkeit werden Ressourcen geschont und Abfälle reduziert.

canoptree

Bäume sind unverzichtbare Akteure für die Abkühlung städtischer Hitzeinseln, da sie durch Verdunstungskühlung und Verschattung die Umgebungstemperatur senken. Neupflanzungen sind dabei eine wichtige Maßnahme zur langfristigen Verbesserung des Stadtklimas. Diese Effekte stellen sich jedoch erst nach Jahrzehnten ein, wenn sich eine dichte, ausladende Krone gebildet hat. Solange das Blätterdach junger Bäume noch licht ist, bleibt ihre kurzfristige Wirkung gering – ein Problem, da der Bedarf an wirksamer Hitzeminderung bereits heute groß ist.

canoptree überbrückt diese Phase, indem das junge Blätterdach durch eine textile Fläche am Kronenansatz ergänzt wird. So entsteht spürbare Verschattung dort, wo die natürliche Wirkung allein noch nicht ausreicht. Die Gestaltung stärkt den Baum als zentrales Klimaelement und begleitet seine Entwicklung über Jahre hinweg. Während der Baum wächst und zunehmend selbst zur Abkühlung beiträgt, wird das ergänzende Element schrittweise zurückgebaut.

Pneumatische Morphologien – Interaktion als Formgebung

Diese Masterarbeit untersucht die Formgenerierung pneumatischer Luftkissen unter externen Einschränkungen sowie deren Potenzial für interaktive Anwendungen. Das Zusammenspiel von Materialeigenschaften, innerem Luftdruck und einfachen Steuerstrukturen ermöglicht kontrollierbare, reversible und offene Formveränderungen.

Anhand systematischer Form- und Interaktionsexperimente wird untersucht, wie passive externe Einschränkungen aus Steuerleinen und Röhrchen das Formverhalten pneumatischer Strukturen beeinflussen und neue gestalterische Möglichkeiten eröffnen.

Die Forschung zeigt grundlegende Prinzipien der Formbildung sowie neue Aspekte der Material Agency, darunter Plastizität, Formstabilität und gelenkartige Bewegungen. Pneumatische Luftkissen werden dabei als generative und interaktive Struktursysteme verstanden, deren Potenzial für Produkt- und Interaktionsdesign erweitert wird.

Talking Textiles

„Talking Textiles“ untersucht Textilien als klangliche, multisensorische Materialien. Das E-Textil-Projekt integriert leitfähige Materialien und kapazitive Berührungssensoren, um interaktive Schnittstellen zu schaffen, die in Echtzeit auf Berührung mit Sound reagieren.

Basierend auf der ASMR-Forschung wird untersucht, wie das Verstärken subtiler Materialgeräusche – wie die Reibung von Fasern oder das Streichen von Fingern über die Oberfläche – die emotionale Regulierung unterstützen und einen sensorischen Ansatz in therapeutischen Kontexten bieten kann.

Die Kollektion besteht aus drei Stücken, die zu explorativen Berührungsgesten einladen und zum bewussten Zuhören anregen.

PAUSE. designing urban spaces for mental recovery

PAUSE. ist eine mikroarchitektonische Outdoorliege, die Orte für mentale Erholung im urbanen Raum schafft. Durch die horizontale Körperposition ermöglicht sie einen Perspektivwechsel, der Distanz zum städtischen Trubel schafft und zur Entschleunigung beiträgt. Gleichzeitig fungiert die Konstruktion als schattenspendendes Element und reagiert auf klimatische Herausforderungen.

In drei Varianten bietet das Objekt unterschiedliche Grade von Höhe, Zugänglichkeit und Wahrnehmung, als „dritter Ort“ für kurze Pausen im Alltag.

One must imagine Sisyphus happy

Die Arbeit untersucht das Zyklische als formale und existenzielle Struktur. Jeder Schritt nach vorn ist zugleich ein Rückschritt; Fortschritt und Wiederholung sind untrennbar verschränkt.

Durch Dekonstruktion und Rekontextualisierung konventioneller Schuhe wird der Schuh zur Metapher des Sisyphos-Mythos in der Lesart von Albert Camus. Zwischen der Auflehnung gegen das Absurde und der Stunde des Bewusstseins materialisiert der Schuh jenen Moment der Konfrontation, dessen permanente Wiederkehr das zentrale Motiv der Arbeit bildet.

unfolded – a self supporting textile

„Unfolded – a self supporting textile“ experimentiert mit textilen Konstruktionen und erforscht das Potenzial mehrlagiger Gewebe zur Bildung selbsttragender Strukturen, die ohne externe Trägermaterialien oder zusätzlicher Nähte auskommen.

Aus einem zweidimensionalen, mehrlagigen Jacquardgewebe entsteht durch gezieltes Aufschneiden, Wenden und Auffalten ein dreidimensionaler Körper. Die textile Form entfaltet sich allein durch die in das Gewebe integrierte Spannung in Kombination mit spezifischen Materialeigenschaften.

Verwebt werden Econyl, ein regeneriertes Polyamidgarn, und Nylon. Diese Kombination verbindet hohe Stabilität mit Flexibilität. Mithilfe dieser Technik entstehen textile Formen, die als architektonische Strukturen verstanden werden können – weich, organisch und gleichzeitig raumbildend.