Bilder suchen, finden und sortieren

Seit jeher versucht der Mensch die Welt um sich herum in Bildern festzuhalten. Diese Fülle an Bildern will sortiert werden, und genau das stellt Menschen fragen der Kategorisierung. Was gehört schließlich zusammen? Was sind alles Früchte? Wer gehört zu den Helden? Wer gehört zu den bösen? Fragen wie diese haben nicht nur die Sprache und das Bild seit jeher begleitet – sie dominieren bis heute unsere politischen Diskussionen und unsere Kaufentscheidungen.

Diese Arbeit bildet einen Versuch ab, die gesamte Welt und Menschheitsgeschichte abzubilden oder in Zeichen zu fassen. Da diese Arbeit in der doch sehr kurzen Spanne von einem Semester erarbeitet wurde, ist dies als sehr begrenzter Versuch zu werten.

Dennoch regt dieser Versuch Fragen und Erkenntnisse an, die alle Bildschaffenden beschäftigen sollten: Basieren alle Bilder auf bestehenden Bildern? Bedeutet das, dass wir damit auch immer Grenzen und Klischees festigen? Vergessen wir Bilder/Zeichen? Und warum verlernen wir Sie ständig?

Design Klasse – Ein praktischer Einblick in Erfahrungen, Herausforderungen und Ausdrucksformen von Erstakdemiker*innen im Design

Wer als erste Person in der Familie studiert, betritt Neuland. Entscheidungen, die für andere selbstverständlich wirken – welcher Studiengang passt, wie eine Bewerbung funktioniert oder was eine „gute Mappe” bedeutet – können für Erstakademiker*innen im Designstudium zu Hürden werden. Denn auch Designstudiengänge setzen implizites Wissen, Selbstvertrauen und Zugang zu Ressourcen voraus.

Design Klasse möchte diese Erfahrungen sichtbar machen. Neben Gesprächen mit Erstakademiker*innen, die Design studieren oder studiert haben, umfasst es Initiativen für mehr Gerechtigkeit im Designberuf, Gestalterische Beiträge von Erstakademiker*innen sowie Ressourcen wie Stipendien und Netzwerke und ein Glossar.

Ziel ist es, Bewusstsein dafür zu schaffen, wie stark soziale Herkunft den Weg ins Designstudium prägt, und vor allem Mut zu machen. Niemand sollte allein durch ein Designstudium navigieren müssen, das für manche selbstverständlich und für Erstakademiker*innen Neuland ist.

All women are cyborgs and should rightly be feared

„All women are cyborgs and should rightly be feared“ ist ein Magazin, das die Potenziale und Grenzen cyberfeministischer Strategien in digitalen Räumen aus theoretischer und künstlerischer Perspektive untersucht und das Themenspektrum des Cyberfeminismus näherbringt. Dabei werden historische Positionen des Cyberfeminismus mit zeitgenössischen feministischen Ansätzen verknüpft und in Beziehung zur eigenen gestalterischen Praxis gesetzt.

Das Magazin ist im A4-Format, misst aufgeklappt 70 cm in der Breite und besitzt zwei Umschläge. Einen für den Thesis-Inhalt und einen für den Magazin-Inhalt, die zusammen den gesamten Inhalt des Magazins verbinden.

Zwischen Leere und Bedeutung – Eine Interpretation japanischer Ästhetikprinzipien

„Zwischen Leere und Bedeutung – Eine Interpretation japanischer Ästhetikprinzipien“ untersucht, wie Ästhetik Wahrnehmung beeinflusst und Gestaltung über das Sichtbare hinaus wirken kann. Im Mittelpunkt steht das japanische Prinzip Ma, das den bewussten Zwischenraum beschreibt. Leere wird dabei nicht als Abwesenheit, sondern als aktiver Bestandteil von Bedeutung verstanden.

Auf Basis dieser theoretischen Auseinandersetzung entstand ein Workshop für Gestaltungsstudierende, der japanische Ästhetik erfahrbar macht. Durch Beobachtung, Kompositionsübungen und Reflexion lernen die Teilnehmenden, Leere als Gestaltungsmittel einzusetzen.

Die Umsetzung erfolgt über ein modulares Workshop-Toolkit mit Boxensystem und Anwendungsheft. Hochwertiges Gmund-Papier und durchgängige Gravuren betonen Materialität, Haptik und Reduktion. Das Projekt verbindet Theorie, Gestaltung und Didaktik und macht Ästhetik unmittelbar erlebbar.

100 Jahre Surrealismus und das, was vergessen wurde: Erscheinungsbild und Printpublikation für ein Ausstellungskonzept

2024 feiert der Surrealismus sein 100-jähriges Jubiläum. Dennoch wird die Bewegung bis heute vor allem mit männlichen Künstlern verbunden. Das Erscheinungsbild für die Ausstellung „100 Jahre Surrealismus und das, was vergessen wurde“ macht die oft übersehenen Künstlerinnen sichtbar und zeigt sie als aktiven Teil der Bewegung.

Da die Ausstellung als Wanderausstellung konzipiert ist, funktioniert das Erscheinungsbild mehrsprachig und flexibel. Je nach Standort verändert sich der Schwerpunkt, was sich auch im Logosystem zeigt: Unterschiedliche Teile der „100“ werden hervorgehoben.

Im Mittelpunkt steht die Printpublikation. Sie verbindet einen historischen Text von Maurice Nadeau mit Whitney Chadwicks Forschungen zu surrealistischen Künstlerinnen. Die Schrift „Oneira“, entwickelt aus deren Handschriften, gibt ihnen durch Randnotizen eine eigene Stimme. Das dreigeteilte Buch greift surrealistische Techniken wie Collage und Cadavre Exquis auf.

Ich Holz, also bin ich. Materialästhetische Potenziale entlang der Holzkaskade

Die nachhaltige Nutzung von Holz gewinnt im Kontext der Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Die Kaskadennutzung verfolgt das Ziel, Holz über mehrere Nutzungsphasen hinweg möglichst lange stofflich zu verwenden, bevor es energetisch verwertet wird. Dabei entstehen entlang der Wertschöpfungskette zahlreiche Rest- und Nebenprodukte, deren Potenziale häufig ungenutzt bleiben.

Diese Arbeit untersucht die Holzkaskade aus gestalterischer Perspektive und fragt, welche Qualitäten in den Materialien der einzelnen Zwischenstufen verborgen liegen. Dazu wurden verschiedene Materialströme sowie deren Bearbeitungs- und Fertigungsverfahren analysiert.

Im Fokus steht die Verbindung von Material und Verfahren: Ausgehend von charakteristischen Reststoffen werden geeignete Verarbeitungsstrategien entwickelt, um neue Anwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die Ergebnisse werden in Form von fünf Hockern präsentiert. Jeder Hocker repräsentiert eine Zwischenstufe und macht die Transformation sichtbar.

Knock Three Times

Knock Three Times untersucht, wie sich Aberglaube und alltägliche Rituale in eine visuelle Sprache übersetzen lassen. Ausgangspunkt des Projekts ist die Frage, wie immaterielle Vorstellungen sichtbar gemacht und gestaltet werden können. Daraus entstanden zwei komplementäre Bildwelten: schwarz-weiße fotografische Collagen, die als „Anleitungen“ die Logik und Regeln einzelner Bräuche vermitteln, sowie farbige atmosphärische Fotografien, die deren emotionale und magische Dimension erfahrbar machen.

Das Projekt umfasst neben der fotografischen Arbeit auch die Gestaltung eines Ausstellungsraums, eines Faltplakats als Katalog sowie eines Fragebogens zur aktiven Einbindung des Publikums. Die seriell gehängten Schwarz-Weiß-Arbeiten betonen den regelhaften Charakter der Rituale, während unterschiedlich formatierte Farbfotografien den Raum verdichten. So entsteht ein Gestaltungssystem, das kulturelle Praktiken, räumliche Inszenierung und Publikumsinteraktion miteinander verbindet.

ZERO Design

ZERO ist eine der bedeutendsten Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts. Sie gründet auf die Düsseldorfer Künstlergruppe von Otto Piene, Heinz Mack und Günther Uecker, die von 1957 bis 1966 bestand.

Die kunstgeschichtliche Bedeutung von ZERO ist universell anerkannt und umfassend erforscht. Das reiche grafische und gestalterische ZERO-Werk wurde hingegen nie systematisch untersucht.

»ZERO Design« ist die erste designwissenschaftliche Aufarbeitung des ZERO-foundation-Archives. Mit einer eigens entwickelten Methode zur Quantifizierung der Merkmale gestalterischer Werke analysiert sie, wie die (typo)grafischen Arbeiten der Bewegung einem erfolgreichem Kunst-Marketing zugrunde liegen.

Die gewonnenen Einsichten inspirierten die Gestaltung der HUIS SANS, einer neuen Schriftsippe mit 36 Schnitten, die Charakteristika des ZERO Design aufgreift und auf diese Weise die designgeschichtliche Entwicklung in der ZERO-Zeit typografisch nachempfindet.

Wenn viel zu viel zu viel ist

“Wenn viel zu viel zu viel ist” entstand aus der Beobachtung unserer Gegenwart, in der alles gleichzeitig passiert. Das Projekt setzt sich mit dem Gefühl auseinander, dass die Welt dichter wird, als wir sie verarbeiten können, und fragt, wie Gestaltung einen Zustand sichtbar machen kann, der oft eher gefühlt als benannt wird.

Entstanden ist ein experimentelles Buch, das sich dem „Zuviel“ aus emotionaler, gesellschaftlicher, politischer und körperlicher Perspektive nähert. Mithilfe von Typografie, Hochdruck und materieller Gestaltung werden verschiedene Formen der Überfülle erforscht und zwischen Verdichtung und Leere, Reiz und Ruhe sowie Festhalten und Loslassen übersetzt.

So wird das „Zuviel“ nicht nur beschrieben, sondern physisch und visuell erlebbar gemacht.

Kühle Köpfe

Jugendliche stehen heute vor wachsenden emotionalen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Gleichzeitig nehmen analoge Erfahrungen ab, während Stress, Reizüberflutung und impulsive Reaktionen zunehmen. Da psychische Belastungen bei jungen Menschen stark ansteigen und Suizid zu den häufigsten Todesursachen der 10- bis 25-Jährigen zählt, haben wir das Kartenset „Kühle Köpfe“ entwickelt. Im Austausch mit der Psychologin Chantal Abt entstanden Übungskarten zur Förderung emotionaler Selbstregulation auf Grundlage der DBT-Skills.

Das Spiel unterstützt Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene dabei, Gefühle einzuordnen, Stress zu bewältigen und Konflikte konstruktiv zu lösen. Es eignet sich sowohl für den therapeutischen Einsatz unter Anleitung, als auch für Familien und Freundeskreise. Klare Übungen fördern Konzentration, Reflexion und Austausch.

Eine begleitende App erweitert das analoge Konzept durch Barrierefreiheit, Übersetzungen und Fortschrittsdokumentation.