SimpleBoxes

„Das Projekt „simple boxes“ befasst sich mit der Reduzierung von Verpackungsmüll in der industriellen Kleinstserien- und Sonderbauteillogistik. Aufgrund hoher geometrischer Varianz dominieren in diesem B2B-Sektor nach wie vor ressourcenintensive Einweglösungen. Ziel der Arbeit ist die Entwicklung formflexibler, adaptiver Inlay-Systeme, die innerhalb des genormten Rahmen von VDA-Kleinladungsträgern (KLT) eine werkzeuglose und prozesssichere Anpassung an wechselnde Formen ermöglichen, um geschlossene Mehrwegkreisläufe zu fördern.

Methodisch kombiniert die Untersuchung die Analyse bestehender Logistikstandards mit einer experimentellen Material- und Konzeptstudie. Dabei werden sechs innovative Ansätze untersucht und prototypisch erprobt: ein Wachs-Blähton-Verbund, eine Vakuumfixierung, ein elastisches Gewebesystem aus Altschläuchen, Gelkissen, textiles Upcycling sowie parametrisch generierte 3D-Druck-Inlays.

Das Ergebnis stärkt nachhaltige Kreisläufe im Industriekontext.“

Urban Harvesting

Im Projekt Urban Harvesting setze ich mich mit den Materialien und Halbzeugen auseinander, die im urbanen Raum gefunden werden können. Materialien, die beispielsweise als Abfall aus den Haushalten und Einrichtungen der Stadt entspringen.

Die ganzen Zirkulären Produkte der Welt helfen uns leider nur bedingt weiter, weil jede art von Konsum Umweltschäden mit sich bringt. Besonders wenn zirkuläre Produkte immer schnellebiger werden haben wir nichts gewonnen.

Mit meinem Projekt dehne ich den Materialkreislauf aus. In diesem Thema spielt besonders die Dimension der Zeit eine Rolle. Auch herkömmliche nicht-recycelbare Produkte können Nachhaltig sein, wenn die Notwendigkeit des Recycelns gar nicht besteht. Und wenn diese Produkte immer weiter genutzt werden.

Mit dem Upcycling Ansatz gehe ich diesen Aspekt an und verlängere die Lebensdauer der bereits bestehenden Produkte in anderer Form. Dafür werden Fast keine Emissionen ausgestoßen. Weder in der Herstellung, noch im Transport.

Der Körper des Verbrechens

Der weibliche Körper – insbesondere jener von indigenen, armen und rassifizierten Frauen – ist zu einem Schlachtfeld geworden, auf dem sich Patriarchat, Staat und Kapital einschreiben. In Gewaltkontexten wird dieser Körper paradoxerweise selten als Opfer anerkannt. Stattdessen wird er kriminalisiert, beschuldigt, verdächtigt – er wird zum „Körper des Verbrechens” gemacht. Nicht der Täter, sondern der Körper der Frau steht unter Verdacht.

Diese Arbeit macht sichtbar, wie bestimmte Körper allein durch ihre Existenz historisch als schuldig gelesen werden – durch koloniale und patriarchale Strukturen, die bis heute wirken.

Aus dieser Überzeugung heraus wurde mein eigener Körper zum Ausgangspunkt. Durch meine Silhouette habe ich zwei Objekte erschaffen: Das erste – “Ni Una Mas, Ni Una Menos”; spricht über Gewalt und die Narben, die bleiben. Das zweite – “Mucho Amor”; handelt von Widerstand – Schmerz in Kraft zu verwandeln, um nicht nur zu überleben, sondern neu zu existieren.

Repetition – Material in Motion

Repetition – Material in Motion untersucht das Spannungsfeld zwischen Körper, Material und Wiederholung. Latex wird zu einer performativen Oberfläche: Es dehnt sich, reagiert, leistet Widerstand. In der Reibung zwischen Bewegung und Rückstoß entsteht eine ganz eigene Choreografie. Der Körper aktiviert das Material – und das Material formt die Bewegung. Wiederholung erscheint hier nicht als die Wiederholung desselben, sondern als ein Prozess der Veränderung, Verschiebung und Intensivierung.

Im Kern steht eine Materialforschung zu Elastizität, Widerstand und Materialverhalten. Durch Experimente mit industriellem und selbstgegossenem Latex, Gießverfahren, Oberflächenentwicklung, Verstärkungstechniken und Bewegungsstudien wurde untersucht, wie Materialeigenschaften physische Spannung, Einschränkung und Interaktion erzeugen.

Die mit der Bestnote (1,0) bewertete Abschlussarbeit wurde für den PBSA Award nominiert und im Rahmen von New Design from Düsseldorf (2026) im NRW Forum Düsseldorf ausgestellt, begleitet von zwei Live-Performances und einer Publikation von Slanted.

Ich kann dir nicht sagen wie sehr mein Herz brennt – Accessoires gegen die Auslöschung von trans* Identität im deutschen Faschismus

Unter dem Titel “Ich kann dir nicht sagen wie sehr mein Herz brennt” entstand ein dokumentarisches Theaterstück über den trans* Mann Gerd Katter (1910-1995), das sich mit seiner Transition am Institut für Sexualwissenschaft unter Magnus Hirschfeld 1926-29 beschäftigt.

Die Kollektion stattet das Theaterstück aus – Accessoires und Requisiten. Entstanden sind: Schuhe, Mütze, Krawatte, Koffer, Gürtel, Kissenbezug, Transvestitenschein, Skript, Bühnenhintergrund und Eintrittskarten.

Die Suche nach Gerd Katter führte ins Archiv der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, wo in einem Nachlass gesammelte Dokumente, Fotografien und Briefe hinterlegt sind.

Diese Sammlung stellt die Grundlage für die Drucke auf der Kollektion dar. Die 7 Materialien der Kollektion sind mit dem alternativen fotografischen Verfahren Van Dyke Braun bedruckt.

Die Vergangenheit verweist auf die Zukunft: “Ich schaue auf das was war, Auf das was jetzt wieder passiert, Und ich kann dir nicht sagen wie sehr mein Herz brennt”

HUMAN BEHAVIOUR

Mode wird häufig auf einen dekorativen oder konsumorientierten Sinn reduziert. Diese Sichtweise greift zu kurz, denn Mode ist für mich eine eigenständige Kunstform und zugleich ein transkulturelles Medium sozialer Kommunikation. Durch den Einsatz eines visuellen Vokabulars schafft sie Bedeutung, macht Identität sichtbar und eröffnet Räume für gesellschaftliche Reflexion.

Im Zentrum meiner Arbeit steht die Auseinandersetzung mit Gewalt und ihrer dehumanisierenden Wirkung auf den Menschen. Untersucht werden visuelle, psychische und physische Formen von Gewalt sowie deren Übersetzung in gestalterische Ausdrucksformen.

Materialität, Konstruktion und Silhouette dienen dabei als Träger von Bedeutung: Harte Strukturen, Schichtungen und Einschränkungen verweisen auf Macht, Kontrolle, Verletzlichkeit. Die Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Ästhetik, Ethik und sozialer Nachhaltigkeit. Mode wird dabei zum Medium der Reflexion und des Widerstands.

Netalique

Netalique. Experimentelle Verschmelzungen sind Gefäße und daraus entwickelte Schmuckstücke aus Edelstahlgeweben, transparentem Email und Silber treten in einen Dialog mit Licht und Farbe: Die Arbeit untersucht Email als Zeitgenössisches Material zwischen Schmuck und Objekt.

Klassische Techniken werden durch industrielle Träger und nachhaltigen bleifreien Farben erweitert neu kontextualisiert. Transparentes Email verbindet sich mit Edelestahlgitter zu lichtdurchlässigen Farbräumen, deren Farbe Transparenz und Wahrnehmung sich mit Lichteinfall verändert.

Das Gefäß bildet den statischen Ursprung der Schmuck setzt diese Idee fort- bewegliche Objekte, die mit dem Menschen interagieren und Material als Wahrnehmung erfahrbar machen.

Resonating Fabrics

Das Projekt untersucht Textil als Resonanzmedium im Spannungsfeld von Industrialisierung und Handwerk. Im Zentrum einer räumlichen Installation stehen die unterschiedlichen Logiken industrieller Produktion und handwerklicher Praxis. Ausgangspunkt sind aufgezeichnete Klänge industrieller Webmaschinen aus der Textilwerk Bocholt, deren Rhythmus, Wiederholung und Abweichung Arbeit und Wahrnehmung prägen.

Diese akustischen Strukturen werden in handgewebte Prozesse übertragen. Die Stoffbahnen machen Zeitlichkeit durch Struktur und Materialvariation sichtbar.

Das Video macht Bewegung und Klang erlebbar, während das Buch textile Rhythmen sequenziell erschließt. Zusammen formen die Elemente eine Installation, in der Textil als Träger von Rhythmus sinnlich erfahrbar wird.

Reinigen im Alltag

Händewaschen gehört zu den grundlegendsten Hygienegewohnheiten – doch obwohl jeder weiß, wie wichtig es ist, spült man sich oft nur kurz die Hände oder vergisst es ganz. Dazu kommen Gegenstände, an die wir beim Putzen kaum denken: Dinge wie Scheren oder Toiletten benutzen wir täglich, ohne zu merken, wie viele Bakterien sich dort ansammeln.

Diese Seifenreihe greift genau solche Alltagsgegenstände als Form auf – Stuhl, Toilette, Ring, Schere – und markiert die besonders keimanfälligen Stellen mit kräftigem Rot. Beim Waschen wird das Rot nach und nach abgerieben. Der sonst unsichtbare Schmutz wird plötzlich sichtbar, und das Händewaschen erhält eine greifbare Rückmeldung.

Am Ende geht es um mehr als nur saubere Hände: Die Seifen sollen daran erinnern, an welchen unscheinbaren Stellen wir im Alltag mit Bakterien in Kontakt kommen – und „Hygiene” konkreter und greifbarer machen.

PRCTAG Courts – ein temporärer Basketballplatz im urbanen Raum

Wir Menschen brauchen Dinge und haben Dinge, die wir nicht brauchen. In unserer Welt, die von Konsum, medialer Inszenierung und ständigem Wandel geprägt ist, stellt sich zunehmend die Frage, wodurch der Wert von Objekten bestimmt wird.

Die Art und Weise der Präsentation, der Verpackung, der Inszenierung in Zusammenhang mit einer Marke oder Person, das Konzept oder persönliche Geschichten bestimmen den Wert des Gegenstandes für den Betrachtenden ausschlaggebend mit. Was ist dann aber der Wert eines Objekts ohne einen Betrachter, der es bewertet? Hat der Gegenstand Gedanken oder Gefühle? Eher nicht… dann ist da nur noch Material? Der Wert des Materials wird von der Gesellschaft bestimmt…

Also macht das Sich-Spiegeln des Betrachtenden im Objekt doch den Wert des Gegenstandes aus. Diese These ist in dem Modell aus einem Zwieback übersetzt, der von hinten beleuchtet wird, wodurch das Innere, die “Seele”, zusehen ist. Im Spiegel drumherum ist die Kontur des Betrachteden zu sehen.