clic

Wir sitzen zu viel, meist erhöht und statisch. clic setzt genau hier an: nicht als Trainingsgerät, sondern als stiller Begleiter im Alltag. Als bodennahes Sitzmöbel lädt es dazu ein, sich wieder näher am Boden zu bewegen. Die reduzierte Sitzhöhe fordert den Körper sanft heraus, aktiviert oft vernachlässigte Muskeln und regt zu ständigen Haltungswechseln an. Bewegung entsteht so beiläufig durch die reine Nutzung im Alltag und fördert dabei langfristig die Mobilität.

Die modulare Gestaltung eröffnet flexible Möglichkeiten zum Arbeiten, Entspannen und Zusammenkommen. Einzelne Polsterelemente lassen sich über Magnetverbindungen frei anordnen, kombinieren und erweitern. Eine bewegliche Rückenlehne unterstützt verschiedene Sitz- und Liegepositionen. Mit klaren Formen und wohnlichen Materialien fügt sich clic ästhetisch in moderne Räume ein und nimmt dem bodennahen Sitzen die Fremdheit. clic hinterfragt Gewohnheiten und macht Bewegung zu einem selbstverständlichen Teil des Wohnens.

GesprächsStoff für aktivisTischen Austausch und Aktionen

GesprächsStoff für aktivisTischen Austausch und Aktionen

Der GesprächsStoff ist ein vielseitiges Tool für politische Aktionskunst. Als Tischdecke, Halstuch, Fahne oder Rock lädt er, egal ob am WG-Tisch oder unterwegs, zum politischen Austausch und zu kollektiven Aktionen ein.

01 Austausch: Der transparente Stoff mit neun bestickten Themenbereichen dient als Gesprächseinstieg. Ergänzende Fragen auf der Webseite regen zum Austausch an und können fortlaufend erweitert werden. Die „Von Wut zu Mut“-Fragen unterstützen dabei, gemeinsame Aktionsideen zu entwickeln.

02 Aktion: Die entstandenen Ideen können auf dem Blanko-Stoff visualisiert und umgesetzt werden. Der GesprächsStoff wird so zum nonverbalen Statement politischer Aktionskunst. Mehrere GesprächsStoffe lassen sich über Bänder verbinden und ermöglichen kollektive Botschaften im öffentlichen Raum.

Faux Floral – Coding Hydraulic Tiles

Faux Florals ist ein interaktives Design-Tool, das eine Brücke schlägt zwischen dem Kunsthandwerk des Zementmosaikgusses und digitalem Design. Die Kombination dieser beiden Techniken schafft eine Ästhetik, die den digitalen Pixel-Look mit der Farbigkeit natürlicher Pigmente und den Materialeigenschaften des Zementgusses verbindet.

Die Herstellung von Zementfliesen unterscheidet sich grundlegend vom Design gängiger Keramikfliesen. Sie werden nicht nachträglich bedruckt oder bemalt, stattdessen wird das Motiv gegossen. Für jedes Motiv ist also eine eigene Guss-Schablone notwendig. Durch die Adaption der Pixel-Darstellungslogik des digitalen Designs als gitterförmige Schablone für die Motive, die für das Projekt entwickelt wurden, lassen sich statt nur eines Bildes eine Vielzahl von 15×15-Pixel-Bildern erzeugen. Mit dem Grafik-Tool lassen sich individuelle Motive auf Basis der Pixelmanipulation von Bildern generieren. Das Design kann anschließend nahtlos als Mosaik umgesetzt werden.

6min/11sek – Angepisst vom Warten? (Die Gestaltung eines mobilen Urinals für menstruierende FLINTA*- Personen)

Diese Bachelorarbeit untersucht die Gestaltung eines mobilen Urinals für menstruierende Personen und fragt, wie öffentliche Toiletten die Bedürfnisse von FLINTA*-Personen stärker berücksichtigen können. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass bestehende Sanitärsysteme vor allem auf männliche Körper ausgerichtet sind und viele Menschen ausschließen.

In Kooperation mit TOI TOI & DIXI Sanitärsysteme GmbH werden bestehende mobile Toilettensysteme analysiert und ein alternatives Nutzungsszenario entwickelt. Das Ergebnis ist ein Urinal im Stil einer klassischen TOI TOI-Kabine, das Sichtschutz bietet und zugleich gesellschaftliche Normen sichtbar hinterfragt.

Durch Interviews, Modellbau und Prototyping entsteht ein System, das reale Bedürfnisse aufgreift und Raum für Teilhabe schafft. Die Arbeit verbindet Analyse und Gestaltung und versteht Design als Werkzeug für Gleichberechtigung und weniger Scham im Alltag. Der Titel „6min/11sek“ verweist auf die ungleichen Wartezeiten von FLINTA*

Sanftheit und Stärke

Die Diplomarbeit „Sanftheit und Stärke“ schafft eine Verbindung zwischen den unterschiedlichen Materialien Metall und Textil. Dabei entsteht eine Auseinandersetzung mit den ästhetischen Eigenschaften der gewählten Materialien im Zusammenhang historischer und zeitgenössischer Textilien, Silhouetten und Strukturen.

Glanz, Farbe und Struktur von Metall bilden die Ausgangslage für den gestalterischen Prozess der Diplomarbeit. Die Rüstung, Korsage und Goldstickerei auf historischen Uniformen werden durch die verschiede textile Techniken – Stricken, Weben, Siebdrucken – in den zeitgenössischen Kontext übersetzt und auf neue Art und Weise interpretiert.

EVERYCHAIR

EVERYCHAIR ist ein inklusives Stuhlkonzept für öffentliche Erwachsenenbildungseinrichtungen wie Universitäten oder Berufsschulen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sitzmöbeln orientiert sich EVERYCHAIR nicht strikt an bestehenden Normmaßen, sondern interpretiert diese bewusst neu. Ziel ist es, ergonomischen Sitzkomfort für Menschen unterschiedlichster Körpergrößen zu schaffen und dabei auch Nutzer einzubeziehen, die außerhalb der üblichen 5.–95. Perzentile liegen.

Um den Stuhl einfach bedienbar, kosteneffizient und nachhaltig zu konstruieren, wurde auf unlösbare Verbindungen zwischen verschiedenen Materialien sowie komplexe Mechanismen verzichtet. Verstellbare Sitz- und Rückenlehnenhöhen ermöglichen eine individuelle Anpassung an die Körpermaße des Nutzers. Für Menschen mit kürzeren Beinen gibt es zudem eine ausklappbare Fußstütze. Die wichtigsten Bedienelemente sind orange hervorgehoben, damit sie auf den ersten Blick erkennbar sind.

KILL YOUR DARLINGS

„KILL YOUR DARLINGS“ ist ein hybrides Buch- und Ausstellungskonzept, das die Frage stellt, wie wir mit Menschen umgehen, die als Vorbilder gelten, deren Handlungen jedoch nicht mit unseren persönlichen oder gesellschaftlichen Werten vereinbar sind. Das Projekt fordert dazu auf, Bewunderung kritisch zu hinterfragen und die eigene Haltung gegenüber Personenkult, parasozialen Beziehungen und Machtstrukturen zu reflektieren.

In Essays, Interviews, Fallanalysen und visuellen Beiträgen werden unterschiedliche Perspektiven auf Verantwortung, Kritikfähigkeit und gesellschaftliche Reifung eröffnet.

Die ausklappbaren Buchseiten können als Ausstellungselemente genutzt werden und ermöglichen eine flexible, einfach umsetzbare Ausstellung an verschiedensten Orten. Inspiriert von der Bildsprache klassischer Märchen verbindet KILL YOUR DARLINGS vertraute Motive mit zeitgenössischer Gestaltung und schafft einen zugänglichen Einstieg in komplexe gesellschaftliche Fragestellungen.

Wesen des Lichts

Ausgangspunkt des Designs ist das Licht selbst, das durch abstrakte Fotografien unterschiedlichster Lichtquellen sowie durch grafische und typografische Mittel wie Schwarz-Weiß-Kontraste, Negativräume, invertierte Schrift und den bewussten Einsatz von Flächen und Leere sichtbar gemacht wird. Inspiriert vom japanischen Konzept „Ma” wird Leere als aktives Gestaltungselement eingesetzt, als Pause, Struktur und Rhythmus zwischen Licht und Dunkelheit, Bild und Text.

Entstanden ist ein experimentelles Buchobjekt an der Schnittstelle von Forschung und Gestaltung. Es untersucht, vermittelt und macht Licht als physisches, gestalterisches und kulturelles Phänomen durch Transparenz und Materialität unmittelbar erfahrbar. Die von japanischen Papierwänden inspirierte, transparente, geschliffene und gravierte Hülle spielt mit Licht und Durchlässigkeit. Sichtbare Verbindungselemente machen die Konstruktion nachvollziehbar. So verschmelzen Inhalt, Gestaltung und Material zu einer Einheit.

Dark Oxygen

„Dark Oxygen“ ist eine experimentelle Strickkollektion, die ich während meines Masterstudiums in Modedesign an der Universität der Künste Berlin entwickelt habe. Das Projekt ist inspiriert von der bahnbrechenden wissenschaftlichen Entdeckung von „Dark Oxygen“ – Sauerstoff, der ohne Photosynthese produziert wird.

Meine Kollektion ist in einem Videospiel angesiedelt, in dem Wissenschaftler und Taucher in die Tiefsee geschickt werden, um diesen Sauerstoff zu gewinnen und das Überleben der Menschheit zu sichern. Meine gestrickten Outfits rüsten die Spieler aus, indem sie Schutz, Tarnung und Anpassung an die rauen Bedingungen der Tiefsee bieten. Diese Handlung bildet den Rahmen für eine immersive Welt meiner Masterkollektion – ein sicherer Raum, in dem die Regeln der konventionellen Modeindustrie nicht gelten.

Mit meiner skulpturalen Strickmode hinterfrage ich Schönheitsstandards und Körperideale und verbinde gleichzeitig digitale Technologie mit traditioneller Handwerkskunst. Stricken wird zum Weltengenerator: Hier ist Mode mehr als nur Kleidung.

Soft Control

Soft Control befasst sich mit der Körperdysmorphen Störung und der Frage: Was bedeutet es, den Körper jenseits normativer Schönheitsideale zu denken? Die Arbeit versteht verzerrte Selbstwahrnehmung nicht als individuelles Phänomen, sondern als Ausdruck struktureller Körpernormierung, die sich aus gesellschaftlichen Schönheitsidealen speist. Zwischen Selbstbild und sozialem Blick entsteht ein dysmorpher Raum, der durch Entfremdung, Scham und Selbstkontrolle geprägt ist. Die gestalterische Praxis macht diesen Raum sichtbar.

Soft Control versteht Gestaltung als politische Praxis, die Normen reproduzieren oder herausfordern kann. Wie können wir Bilder schaffen, die nicht disziplinieren, sondern neue Räume der Sichtbarkeit und Akzeptanz eröffnen? Und was wäre, wenn wir endlich aufhören könnten, uns durch Bilder zu disziplinieren – und anfangen, durch sie zu verbinden? Wie real ist eine Wahrnehmung, wenn sie sich vom Sichtbaren radikal unterscheidet?