353

Die Videoinstallation 353 führt durch eine visuelle Dokumentation persönlicher Dinge zur Sensibilisierung und Reflexion des individuellen Konsumverhaltens. Die aus dem alltäglichen Gebrauch der Dinge abgeleiteten Inszenierungen offenbaren den skurrilen und ausufernden Konsum, der im Alltag oft ungesehen bleibt. Der Umgang mit den Dingen in ihrer Gesamtheit erlaubt eine humorvolle und zugleich ernsthafte Darstellung dieses Konsumverhaltens und dient als visuelle Zählung. Die Inszenierungen sind unerwartet und nicht belehrend, um die Auseinandersetzung mit dem Thema so zugänglich wie möglich zu machen. Die Kritik an unserem Konsum soll durch die Zurschaustellung der Dinge und der massenhaften Inszenierung deutlich werden und zu einer selbstständigen Einordnung durch die Betrachter:innen führen. Die Auswahl der dargestellten Dinge erfolgt mit der Intention, dass sich jede:r damit identifizieren, sich angesprochen fühlen, direkte Vergleiche ziehen und sich eine Meinung bilden kann.

Capturing Fluids

Capturing Fluids erforscht das Vergehen von Zeit durch fotografische Experimente mit schmelzendem Eis und sensorischen Verformungen. Die zentrale Frage lautet, ob und wie das Vergehen der Zeit sichtbar gemacht und in Form gebracht werden kann und wie es möglich ist, etwas so Ungreifbares wie die Zeit zu materialisieren. Durch analoge und digitale Übersetzungsprozesse entsteht eine Schmuckkollektion aus 925er Sterlingsilber, Acrylglas und Bergkristall, die eine Faszination für den ständigen Fluss und die Vielschichtigkeit der Zeit verkörpert. Inspiriert von den Formen schmelzenden Eises hält jedes Schmuckstück einen flüchtigen Moment fest.

Zeitgefühl

Kann Schmuck therapeutisch sein? Im Austausch mit einer an Rheuma erkrankten Person wurde diese Frage zum Ausgangspunkt eines gestalterischen Prozesses.
Entwickelt wurde eine ergonomische Uhr, die durch einen speziell konstruierten Verschluss und ein Band aus gewebtem Pferdehaar auf die individuellen Bedürfnisse der erkrankten Person eingeht.
Die Gestaltung berücksichtigt sowohl funktionale als auch emotionale Aspekte. Ziel ist nicht die Heilung, sondern die persönliche Unterstützung im Alltag. Das Objekt soll den Umgang mit Einschränkungen erleichtern und gleichzeitig als Zeichen der Wertschätzung verstanden werden. Es zeigt, wie Gestaltung zur alltäglichen Entlastung beitragen und dabei soziale Sichtbarkeit für Betroffene schaffen kann.

Wilde Wurzel

Die entwickelte Produktmarke „Wilde Wurzel“ bringt Menschen die regionale Flora und Fauna näher. Ziel ist es, Wildpflanzen durch eigene Anzucht, Konsum und Wiedererkennung im Alltag erlebbar zu machen und damit Bewusstsein für Biodiversität zu schaffen. Das Konzept umfasst drei Produktkategorien: Saatgutboxen mit Pflanzanleitung, Sammelsteckbrief und Pflanzschild; getrocknete Wildpflanzenteile wie Tees oder Gewürze; sowie fertige Produkte wie Chutney oder Pesto. Illustrierte Rezepte begleiten das Sortiment und regen zur eigenen Verarbeitung an. Die Gestaltung verbindet Naturästhetik mit edukativem Mehrwert. Durch Herkunftstransparenz, regionale Produktion und gestalterische Zugänglichkeit wird ein nachhaltiges, sozial faires und bewusstseinsschärfendes Konsumerlebnis geschaffen.

Dear My Memories

Als multidisziplinäres Projekt besteht „Dear My Memories“ aus einer recherchebasierten Publikation sowie einer Reihe konzeptueller künstlerischer Arbeiten. Im thematischen Fokus des Projektes liegt die Untersuchung der unzuverlässigen Natur des menschlichen Gedächtnissystems im Kontext des post-digitalen Zeitalters, sowohl auf Grundlage der vielfältigen funktionalen Einschränkungen des Gehirns im Vergleich zu digitalen Datenspeichern als auch im Zusammenhang mit den Auswirkungen zeitgenössischer Einflüsse der virtuellen Welt auf unsere internen Erinnerungen.
Dieses grundlegende Motiv wurde hierbei nicht nur inhaltlich innerhalb der verschiedenen Arbeiten behandelt, sondern auch metaphorisch durch die stetige visuell-technische, auf dem konzeptuellen Ansatz der Transmedialität basierende Symbiose analoger und digitaler Materialien umgesetzt.

dementia is a losing game

„Wenn du alt bist, bist du nichts mehr wert“, sagte meine Großmutter, als ich sie in ihrem Altenheim besuchte. Meine Großmutter leidet an Demenz, die es ihr unmöglich macht, das zu tun, was sie ihr ganzes Leben lang getan und geliebt hat – sich um die Familie zu kümmern. Die durch die Krankheit vergessenen Praktiken und Handlungen meiner Großmutter verwandeln sich langsam in Verwirrung. Zu vergessen, was man sein ganzes Leben getan hat, ist eine schreckliche Vorstellung, kann aber zu völlig neuen Erkenntnissen führen. In unserer kapitalistischen Gesellschaft wird eine Person, die nicht mehr voll funktionsfähig ist, oft als Last gesehen – meine Großmutter, die ihr ganzes Leben lang Werkzeuge benutzt hat, die heute wahrscheinlich nicht mehr viel wert sind, fühlt genauso.

„Demenz ist ein verlorenes Spiel“ ist ein Versuch, die durch Demenz verursachten Umstände als wertvolle Ereignisse darzustellen. Das Projekt betont den sentimentalen Wert dieser vergessenen Praktiken und Relikte und zielt darauf ab, die Verbindung zu meiner Großmutter aufrechtzuerhalten.

Supernaturalis

Warum ist magisches Denken trotz unserer scheinbar aufgeklärten Welt noch immer präsent?

Supernaturalis beleuchtet die faszinierende und oft irrationale Seite unseres Denkens, die uns alle prägt. Durch Rituale, Glücksbringer, Amulette aus verschiedenen Kulturen sowie ungewöhnlichen Archivfunden und Anekdoten wird diese menschliche Irrationalität inhaltlich als auch gestalterisch zum Ausdruck gebracht. Wie lassen sich diese irrationalen Denkweisen erklären? Ist magisches Denken sogar notwendig, und wie können wir es für uns nutzen?

Das kleine Kuriositätenbuch lädt dazu ein, sich von der Faszination des Unscheinbaren begeistern zu lassen. Begleitend zum Buch bietet das erweiterbare Archiv auf Instagram eine stetig wachsende Sammlung und Inszenierung von zeitgenössischen Glücksbringern, die es den Lesern ermöglicht, ihr eigenes magisches Denken zu hinterfragen und sich darüber auszutauschen.

Systemreise

Das Leben im Kleinen wie im Großen hat Folgen. Die jüngsten Beobachtungen des menschlichen Wirkens auf diesem Planeten, vor allem westlicher Industrienationen, drängen zu einem Umdenken im Umgang mit den Dingen des alltäglichen Lebens. Verpackungen gelangen direkt oder über Umwege in die Natur, Produkte gehen kaputt, weil sie minderwertig hergestellt werden oder schon mit einer geplanten Obsoleszenz auf den Markt kommen. Modische Normen machen funktionstüchtige Produkte obsolet.
Ziel des Projekts war es, Zusammenhänge und den Weg von systemischen Paradigmen zu konkreten und wirkungsvollen Designlösungen zu untersuchen. Mögliche Hebel für umweltbewusstes Produktdesign wurden erarbeitet, das gegenwärtig sowohl ökologisch sinnvoll ist als auch Nutzerakzeptanz findet. Die Erkenntnisse finden dann in einem praktischen Entwurf eines Koffers Anwendung, um zu erproben, wie sich umweltbewusste Designprinzipien auf die Gestaltung eines Produktes auswirken, wenn man sie konsequent anwendet.

Design for a World We Want to Live in

Design ist von Natur aus ein soziales Thema. Das untrennbare Zusammenspiel von Materiellem und Sozialem zeigt den tiefgreifenden Einfluss von Design auf die Systeme unserer Welt und entbindet keine Designer*in von der Verantwortung für die Auswirkungen ihrer Gestaltungen. Dies gilt sowohl für die komplexesten denkbaren Probleme als auch für die scheinbar einfachsten.
Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Komplexität unserer Welt und der Notwendigkeit, dass Design darin agiert.
Eine Möglichkeit, sich dieser Komplexität zu nähern, besteht darin, die Welt als ein weites, miteinander verbundenes System mit unzähligen Netzwerken und Abhängigkeiten zu betrachten. In dieser Sichtweise ist das Design und die Produktion jedes Produkts oder Konzepts Teil dieser Netzwerke und hat immer Auswirkungen auf sie – sei es materiell, sozial, natürlich, historisch oder politisch.
Durch die Untersuchung des scheinbar banalen Objekts Türgriff als symbolisches und charakteristisches Objekt werden diese Netzwerke offengelegt, analysiert, kritisch hinterfragt und in Kontext gesetzt, um neue Wege des Gestaltens für eine Welt zu finden, in der wir leben möchten.

WUNA

Die Wechseljahre bringen viele Veränderungen mit sich. Neben hormonellen Schwankungen treten auch körperliche Veränderungen auf. Zu den bekanntesten Symptomen gehören Hitzewallungen und Schlafstörungen, doch auch Gelenksteifigkeit und Muskelbeschwerden sind häufige Begleiterscheinungen der hormonellen Umstellung. Im Laufe der Jahre können diese Beschwerden das Risiko für Erkrankungen wie Arthrose oder Osteoporose erhöhen. Sport kann dabei helfen, diese Symptome zu lindern und Krankheiten vorzubeugen.

Hier kommt WUNA ins Spiel. Der WUNA-Hocker bietet eine einfache Möglichkeit, zu Hause gezielte Übungen durchzuführen. WUNA fällt ins Auge, ohne störend zu sein. So motiviert er dazu, den Körper täglich zu stärken und die Veränderungen aktiv wahrzunehmen.