our kitchen tomorrow

Gemeinschaftliches Wohnen ist nicht nur effizient, sondern fördert die soziale Interaktion.
Doch gerade dort, wo Nähe und Austausch entstehen sollten – in der Küche – bleibt dieses Potenzial oft ungenutzt. Viele Gemeinschaftsküchen sind auf einfache, kostengünstige Produktion ausgelegt und daher eher für das Kochen allein geeignet: funktional, aber nicht gemeinschaftsfördernd.

Um die Küche nicht nur funktional, sondern auch als sozialen Treffpunkt zu gestalten, entstand das Konzept der Koch- und Esswerkbank „COOKiN“. Ihre Form und Größe schaffen Raum für gemeinsames Arbeiten ebenso wie für eine individuelle Nutzung. Nutzer*innen stehen sich gegenüber und der Kochprozess wird zum sozialen Geschehen, das spontane Gespräche und Zusammenarbeit fördert. COOKiN bildet das Zentrum der Küche – stärkt die alltägliche Interaktion und etabliert sie als lebendigen Ort der Gemeinschaft.

eindeutig deutsch

Jedes Semester kommen rund 370.000 junge Menschen aus aller Welt zum Studium nach Deutschland. Vielen von ihnen fällt es schwer, Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen, da Deutsche oft als distanziert und unnahbar wahrgenommen werden. Das crossmediale Projekt „Eindeutig Deutsch“ erleichtert internationalen Studierenden den Einstieg in die deutsche Alltagskultur. Ein Print-Guide gibt unterhaltsame Einblicke in kulturelle Besonderheiten, regionale Unterschiede und soziale Umgangsweisen. Ergänzend bietet eine App Möglichkeiten zur Vernetzung mit deutschen Studierenden, Veranstaltungen und Freizeitangeboten. Ziel ist es, Integration zu fördern, Vorurteile abzubauen und interkulturelle Begegnungen zu erleichtern. Durch ein bewusst spielerisches Design wird ein niedrigschwelliger Zugang geschaffen, der sich von typisch deutschen Designstereotypen abhebt. Das Projekt verfolgt eine soziale Nachhaltigkeit und stärkt langfristig die interkulturelle Kompetenz beider Zielgruppen.

Space Sport – Alioth

Im Zustand der Schwerelosigkeit und Mikrogravitation stehen Astronauten vor Herausforderungen wie Muskelatrophie und Knochendichteverlust. Aktuelle Geräte wie Laufbänder oder Krafttrainingsmaschinen reichen für langfristige Raumfahrtmissionen nicht aus. Dynamische-adaptive Trainingsmethoden, die durch gezielte Instabilität die Kernmuskulatur aktivieren und die Koordinationsfähigkeit fördern, bieten eine vielversprechende Lösung.

Ich habe eine Plattform namens „Alioth“ entwickelt, die dynamische Bewegungen simuliert und Astronauten effektivere Trainingsmöglichkeiten bietet. Sie zeichnet sich durch ein modulares Design, anpassbare Trainingsmodi und Echtzeit-Feedback aus. Experimentelle Studien, die im Bewegungsanalyseslab des Uni Kassel Sportinstituts durchgeführt wurden, zeigen, dass Alioth die Muskelaktivierung und Bewegungseffizienz verbessern kann.

WASTED BEAUTY

WASTED BEAUTY ist ein visuelles Editorial-Projekt, welches sich mit Nachhaltigkeit, Konsumkritik und gesellschaftlicher Verantwortung in der Modebranche auseinandersetzt. In aussagekräftigen Bildstrecken wie Plastic Couture oder Re:NEW Nature wird Mode aus Abfall, recycelten Materialien und Biodesign neu gedacht – als künstlerischer und kritischer Ausdruck zugleich. Das Magazin verbindet Fotografie, Editorial Design und Storytelling zu einer ästhetischen Plattform, die aktuelle Themen wie Diversität, Gender Equality und Feminismus integriert. Dabei steht nicht nur die Frage im Raum, was wir tragen, sondern auch: Warum, wie und auf wessen Kosten? WASTED BEAUTY ist ein Appell, Mode als Medium des Wandels zu verstehen – kreativ, bewusst und mutig.

Mein Körper, die Körper der Anderen

„Mein Körper, die Körper der Anderen“ hinterfragt Schönheitsnormen, körperliche Tabus und die Kontrolle weiblich gelesener Körper. In meinen Arbeiten thematisiere ich Fettfeindlichkeit und die damit verbundene Scham, den gesellschaftlichen Zwang zur Selbstoptimierung und persönliche Körpergeschichten. Das Zeigen „unperfekter“ Körper und nackter Haut nutze ich dabei nicht als Provokation, sondern als Akt der Sichtbarmachung. Ich arbeite mit Shapewear und Unterwäsche, die ich mit Hilfe von Stickereien, Perlen und Edelsteinen verforme, um das Intime, das Verhältnis zum eigenen Körper, ins Öffentliche zu tragen und dadurch identitätsstiftende Momente zu schaffen. Jede Naht, jede Perle ist ein stiller Widerstand gegen die Vorstellung, wie ein „richtiger“ Körper auszusehen hat. Textile Techniken dienen mir als Werkzeug feministischer Erzählung, um verdrängte Körperrealitäten zu würdigen und neue Narrative sowie Wege zur Selbstakzeptanz zu eröffnen.

Alle Kühe Ducken Sich

ALLE KÜHE DUCKEN SICH ist eine Übersetzung von Träumen in Muster und physische Objekte. Anhand der Dokumentation zahlreicher Träume wurde eine Auswahl visualisiert und abstrahiert. Dabei entstand eine Sammlung aus Collagen, die als Grundlage für die weitere Entwicklung ins Materielle dient. Aus unterschiedlichen Materialien wie Wachs, Stoff und Aluminiumblech wurden drei finale Objekte realisiert: Wachsfiguren, transparente Vorhänge mit hellgrauen Drucken und ein kleiner Alu-Schrank mit Prägungen. Der Prozess nimmt die Fragmentierung des Träumens auf, die sich in Abstraktion, fehlender Erinnerung und der Materialwahl während der Umsetzung zeigt. Dabei wird untersucht, wie das Unbewusste in eine greifbare, körperliche Form übersetzt werden kann.

Depot for Waste Deenactment

Ein materieller Gegenstand ist nicht von sich aus „Müll“, sondern wird erst durch seinen räumlichen und sozialen Kontext als solcher definiert. Die Symbolik von Gesten wie dem Wegwerfen oder dem Verstauen in Tüten und Mülleimern entwertet Materialien, indem sie unkenntlich, unsichtbar und zu einer undifferenzierbaren Masse aufgehäuft werden.

Das Depot for Waste Deenactment (DfWD) kehrt diese Gesten und ihre sozialen Zuschreibungen um und verarbeitet entsorgtes Material zu spezifischen Objekten zurück. Alle Objekte durchlaufen hierzu ein Protokoll materieller Fürsorge: inspizieren, sortieren, reinigen, dokumentieren, katalogisieren und lagern. Diese Schritte fungieren als produktive Rituale, die den Zustand der einzelnen Objekte als Abfall auflösen und ihre Potenziale wieder sichtbar und zugänglich machen – ohne sie dabei selbst zu verändern.

Was sehen wir also, wenn wir versuchen, „Müll“ als Kategorie zu verlernen und den Dingen, aus denen er besteht, noch einmal neu zu begegnen?

Personal Fit Socket

Personal Fit Socket ist ein neuartiges Schaftsystem für Oberarmprothesen, das erstmals Komfort, Funktion und Eigenständigkeit in einem anpassbaren Design vereint. Ein integriertes BOA-Drehverschlusssystem ermöglicht es Anwender:innen, den Schaft flexibel und in Echtzeit an Volumenschwankungen des Stumpfes anzupassen – einfach, selbstständig und ohne fremde Hilfe. Strategisch platzierte Auflageflächen und gezielte Freiräume verbessern die Luftzirkulation, reduzieren Schwitzen und fördern Hygiene. Durch generativ gestaltete Strukturen und modulare Bauweise entsteht ein funktionales, leichtes und ästhetisches Produkt. Additive Fertigungsverfahren ermöglichen eine präzise, individuell angepasste Herstellung für jede:n Nutzer:in. Das Projekt setzt neue Maßstäbe in der Prothetik – für mehr Lebensqualität, Selbstbestimmung und Akzeptanz im Alltag.

Oneless

Junge Erwachsene erleben beim Übergang in ein selbstständiges Leben eine euphorische, aber herausfordernde Phase. Viele entfernen sich von ihrem bisherigen Umfeld und haben Schwierigkeiten, neue Beziehungen aufzubauen. Damit einher geht oft das Gefühl von Einsamkeit. Hier setzt „Oneless“ an: ein modulares Produktsystem, das sich flexibel an verschiedene Alltagssituationen junger Erwachsener anpassen lässt.

Im Hochschulkontext begegnet Studierenden „Oneless“ subtil im Alltag, durch bedruckte Servietten, Teebeutel mit Impulsen zur Selbstreflexion oder Glückskekse mit Botschaften. Ein Booklet in der Campustüte spricht aktiv an und informiert. Ziel ist es, Einsamkeit zu entstigmatisieren und niedrigschwellige Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten – ohne dabei medizinische Maßnahmen zu ersetzen. Die Bedürfnisse der Zielgruppe wurden durch Experteninterviews, Gespräche, User-Testings und designethnographische Methoden erfasst. Diese wurden in Konzeptentwicklung und Gestaltung integriert.

Wave Talk

„Wave Talk“ ist eine interaktive Installation aus drei Objekten, die sich mit Selbsterkenntnis und der Beziehung zwischen Individuum und Umwelt beschäftigt. Sie hinterfragt, wie Identität entsteht und durch äußere Einflüsse verändert wird.
Mithilfe von Kymatik – der Sichtbarmachung von Klang – werden Schwingungen im Material erlebbar. Inspiriert vom Kymatik-Begründer Hans Jenny und seinem Zitat „Everything owes its existence solely and completely to sound“ zeigt die Arbeit, wie Klang als formgebende Kraft Materie strukturiert.
Durch Vibration werden innere und äußere Resonanzen sichtbar, die das Selbstbild beeinflussen. Die Installation lädt zum Staunen und Reflektieren ein und vermittelt, dass das Selbst kein fester Zustand ist, sondern ein dynamischer Prozess – geformt durch eine stille, nicht-verbale Kommunikation mit der Umwelt.