Bilder suchen, finden und sortieren

Seit jeher versucht der Mensch die Welt um sich herum in Bildern festzuhalten. Diese Fülle an Bildern will sortiert werden, und genau das stellt Menschen fragen der Kategorisierung. Was gehört schließlich zusammen? Was sind alles Früchte? Wer gehört zu den Helden? Wer gehört zu den bösen? Fragen wie diese haben nicht nur die Sprache und das Bild seit jeher begleitet – sie dominieren bis heute unsere politischen Diskussionen und unsere Kaufentscheidungen.

Diese Arbeit bildet einen Versuch ab, die gesamte Welt und Menschheitsgeschichte abzubilden oder in Zeichen zu fassen. Da diese Arbeit in der doch sehr kurzen Spanne von einem Semester erarbeitet wurde, ist dies als sehr begrenzter Versuch zu werten.

Dennoch regt dieser Versuch Fragen und Erkenntnisse an, die alle Bildschaffenden beschäftigen sollten: Basieren alle Bilder auf bestehenden Bildern? Bedeutet das, dass wir damit auch immer Grenzen und Klischees festigen? Vergessen wir Bilder/Zeichen? Und warum verlernen wir Sie ständig?

All women are cyborgs and should rightly be feared

„All women are cyborgs and should rightly be feared“ ist ein Magazin, das die Potenziale und Grenzen cyberfeministischer Strategien in digitalen Räumen aus theoretischer und künstlerischer Perspektive untersucht und das Themenspektrum des Cyberfeminismus näherbringt. Dabei werden historische Positionen des Cyberfeminismus mit zeitgenössischen feministischen Ansätzen verknüpft und in Beziehung zur eigenen gestalterischen Praxis gesetzt.

Das Magazin ist im A4-Format, misst aufgeklappt 70 cm in der Breite und besitzt zwei Umschläge. Einen für den Thesis-Inhalt und einen für den Magazin-Inhalt, die zusammen den gesamten Inhalt des Magazins verbinden.

Spurensammler – Eine Materialgeschichte

Unsere Alltagsgegenstände sind heute meist auf Kurzlebigkeit ausgelegt: Sie werden kostengünstig produziert und ersetzt, sobald erste Gebrauchsspuren sichtbar werden. Kratzer, Dellen oder Abnutzung gelten häufig als Makel. Doch was wäre, wenn genau diese Spuren den Wert eines Objekts steigern und es durch seine Nutzung persönlicher und bedeutungsvoller machen?

Das Projekt untersucht diese Frage anhand von experimentellen Arbeiten mit Zinn-Guss in MDF-Formen. Als weiches und leicht verformbares Material reagiert Zinn unmittelbar auf Berührungen und Gebrauch. Die drei entstandenen Gebrauchsgegenstände Leuchte, Becher und Karaffe entwickeln sich mit jeder Nutzung weiter und werden zu persönlichen Begleitern, die Erinnerungen speichern, statt Perfektion vorauszusetzen. Ihr Design wird dabei nicht als fertiges Ergebnis verstanden, sondern als offener Prozess. Die NutzerInnen werden zu Mitgestaltenden, deren Spuren dauerhaft sichtbar bleiben und die Geschichte der Objekte fortschreiben.

Zeit in Form

Zunächst handelt es sich augenscheinlich um eine gewöhnliche Stabkerze. Doch sobald die Kerze angezündet wird, wird ein Zeitfenster geöffnet, in dem es zu einem bilanzierenden Ablauf kommt, wie man ihn auch von der Sanduhr kennt: es kommt zu einem Übergang der verbleibenden in vergangene Zeit. Das weiße Wachs der Kerze steht damit für die verbleibende Zeit, während ein schwarzer Kohlestab, der sich analog zur abbrennenden Kerze nach oben schiebt, die vergangene Zeit sichtbar macht. Die Flamme der Kerze bewegt sich somit nicht wie üblich immer weiter nach unten, sondern bleibt während der gesamten Brenndauer auf derselben Höhe.

So ergibt sich bei der Nutzung des Objekts immer wieder dieser unerwartete Moment, in dem die Kerze nicht wie üblich herunterbrennt, sondern die verstrichene Zeit wird sichtbar und es bleibt eine exakte Spur, eine exakte Umkehrung von Zukunft in Vergangenheit.

Das Objekt ist rein analog und basiert auf einfachen physikalischen Prinzipien.

IVIS – Intravenous infusion system

Herkömmliche Infusionsständer erschweren oft die Mobilität im Klinikalltag. Stolpergefahren durch Kabel, schwergängige Rollen und mangelnde Stabilität gefährden die Sicherheit. Gerade für ältere Patient*innen ist Bewegung jedoch essenziell für den Heilungsprozess.

IVIS ist ein Infusionsständer, der sichere und selbstbestimmte Mobilität ermöglicht. Zentrales Element nach den Prinzipien der Healing Architecture ist der Griff: ein ergonomisches Aluminiumprofil, das sicheren Halt und eine angenehme Haptik bietet. Das stabile Fahrgestell sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt, während große Rollen das Manövrieren erleichtern. Ein mobiles Notruf-Display garantiert Sicherheit auch außerhalb des Zimmers. Zudem entlastet IVIS das Pflegepersonal, da Infusionsbeutel, Pumpen und Leitungen mithilfe eines geordneten Befestigungssystems mit Clips und Adaptern fixiert werden. Die offene Struktur des Aluminiumprofils erleichtert außerdem die Reinigung und Desinfektion.

Kleine Veränderung, große Wirkung – Ein Halterungssystem für mehr Sicherheit und Übersicht bei der Medikamentenvorbereitung

Das Projekt untersucht, wie kleine gestalterische Eingriffe den anspruchsvollen Klinikalltag spürbar erleichtern können. Entstanden ist ein ergonomisches Halterungssystem für 50-ml-Perfusorspritzen, das Sicherheit, Übersicht und intuitive Handhabung vereint.

Basierend auf der Analyse realer Arbeitsabläufe unterstützt die Halterung das Ablegen, Aufnehmen und Bereitstellen von Spritzen während der Medikamentenvorbereitung. Als unauffällige Unterstützung im Hintergrund trägt sie dazu bei, Arbeitsprozesse sicherer und effizienter zu gestalten.

Hedda

„Hedda – ein Sitzmöbel, in welchem ich meine Bedürfnisse für ein inspirierendes Gespräch ergründe“ befasst sich damit, wie Klassismus unseren Werdegang und unsere beruflichen Entscheidungen mitbestimmt. Ich suche nach geteilten Erfahrungen und Orten des Empowerment. Oft können uns Vorbilder, Netzwerke oder Mentor*innen weiterhelfen, neue Wege für uns in Betracht zu ziehen. Dabei sind besonders die Begegnungen über Klassen hinaus für alle Seiten bereichernd.

So entstand Hedda, ein modulares, schaukelndes Sitzmöbel für den Außen- oder Innenbereich. Ein besonderer Fokus liegt auf der sensiblen Farbgestaltung und der Knüpftechnik der textilen Sitzfläche aus Paracord.

Den Bedürfnissen der Nutzer*innen entsprechend, kann ein individuelles Gesprächserlebnis geschaffen werden, in welchem man gemeinsam, in dieselbe oder entgegengesetzte Richtung schauend, schaukeln kann. Das Stahlgerüst kann mithilfe eines einfachen Knotens in verschiedenen Ausrichtungen verbunden werden.

viriditas

Entwicklung regionaler Teekulturprodukte: Das Tee-Ensemble viriditas vereint regionale Heilkräuter, sinnlich erfahrbare Gefäße aus gegossenem Porzellan & bewusstes Genießen. Die Zange (Messing, feuerverzinnt) bildet dabei das gestalterische Plus: Sie ermöglicht das behutsame Einfüllen der Kräuter und unterstützt dabei, den Moment achtsam wahrzunehmen.

Mit jedem Gebrauch wird das Anrichten der Kräuter zum Kreieren eines kleinen, immer neuen Arrangements. So wird aus der Teezubereitung eine wertvolle Pause, die dazu anregt, innezuhalten und dem Alltäglichen Wertschätzung entgegenzubringen.

KUMO

KUMO ist ein modulares Beleuchtungssystem, welches technische Präzision mit einer weichen, fließenden Erscheinung verbindet. Es bildet Kompositionen, die von kleinen zu größeren räumlichen Anordnungen wachsen und sich in verschiedene Winkel und Richtungen ausdehnen. Basierend auf zwei Grundmodulen – einem geraden und einem halbkreisförmigen Modul.

Ein Aluminiumrahmen aus Rundstäben und CNC-gefrästen Endplatten integriert Magnete und Pogo-Pins. Diese ermöglichen eine elektronische Verbindung zwischen den Modulen. LED-Streifen verlaufen durch das System und sorgen für ein durchgehendes 360-Grad-Licht. Ein maßgefertigter Silikondiffusor um die LED streut und reflektiert das Licht und eine eigens entwickelte, maschinell gestrickte Außenhülle aus dünnem Nähgarn erzeugt einen nostalgischen Effekt, der die Alukonstruktion hervorhebt.

KUMO bewegt sich zwischen Struktur und Atmosphäre. Es zeigt neue Wege, Licht und schmückenden Charakter in Räumen, und vor allem leblose Wandfläche zu nutzen.

Timeline

Wieso führen die vielen Möglichkeiten unserer Zeit zu so viel Kurzlebigkeit? „Timeline“ untersucht den Zeitgeist im Spannungsfeld von Konsumkultur und Design und formuliert eine bewusste Gegenposition.

Ausgehend von einer von Beschleunigung, Überforderung und ständigem Konsum geprägten Gegenwart versteht das Projekt Gestaltung als Werkzeug, um Qualität, Langlebigkeit und bewusstere Entscheidungen zu fördern. Gleichzeitig begreift es Design als kulturelle Praxis, die Zukunftsvorstellungen sichtbar machen, diskutieren und aktiv mitgestalten kann.

Diese Haltung manifestiert sich in einem Sessel, der nicht nur als handwerklich gefertigtes Objekt, sondern als symbolischer Träger einer Vision verstanden wird. Um ein Umdenken in der Beziehung zwischen Mensch, Objekt und Natur anzuregen und Gestaltung als Mittel zu begreifen, Gegenwart und Zukunft aktiv und positiv mitzugestalten und Visionen zu Visualisieren die ein Beständigeres Zukunftsbild tragen.