CAM

Wie lässt sich ein Elektronikgerät so gestalten, dass es kreislauffähig und nachhaltig ist? CAM ist eine Kamera, die für die Nutzung im und um das eigene Zuhause konzipiert wurde. Dank ihres modularen Aufbaus lassen sich der Kamera alle nötigen Funktionen hinzufügen, um eine Vielzahl von Einsatzgebieten abzudecken: mögliche Beispiele sind Babyphone, Türklingel oder Webcam. Die Daten werden von einem Endgerät empfangen und mithilfe einer zugehörigen App verarbeitet. Bei der Gestaltung wurde der gesamte Produktlebenszyklus mit Aspekten wie der Zweitnutzung, der Reparatur und dem Einsatz nachhaltiger Rohstoffe berücksichtigt.

Reviving Traditional Crafts in the Digital Age

Dieses Projekt untersucht, wie das traditionelle Schuhmacherhandwerk durch digitale Technologien neu belebt werden kann. Mithilfe von 3D-Scans, virtuellem Prototyping und Augmented Reality entsteht ein hybrider Arbeitsablauf, der Handwerkskunst nahtlos mit modernen Werkzeugen verbindet. In Zusammenarbeit mit dem Schuhmachermeister Korbinian Ludwig Hess zeigt die Forschung, wie digitale Methoden traditionelle Techniken unterstützen, statt sie zu ersetzen — und so eine Zukunft gestalten, in der Handwerk und Innovation harmonisch koexistieren.

Im Zentrum dieses Workflows steht eine digitale Plattform, die Echtzeit-Designvisualisierung, Materialscans und AR-gestützte Überprüfungen ermöglicht und so eine nahtlose Verbindung zwischen digitaler Kreation und handwerklicher Fertigung schafft. Ziel ist es, die Kunst des Schuhmacherhandwerks zu bewahren und gleichzeitig die Effizienz und das kreative Potenzial neuer Technologien zu nutzen.

Dieses Projekt geht über das reine Schuhdesign hinaus — es geht darum, neu zu denken, wie wir gestalten, zusammenarbeiten und sicherstellen, dass jahrhundertealte Fertigkeiten auch in Zukunft inspirierend bleiben.

KALÓN / ecstasy

Die Darstellung von Schönheitsidealen, insbesondere von weiblichen Schönheitsidealen, im Marketing ist ein Thema von zunehmender Bedeutung und Diskussion in der heutigen Gesellschaft. Durch die Verbreitung von Social Media wird oft der Eindruck erweckt, dass es für jede Person möglich ist, ein perfektes Schönheitsideal zu erreichen – sei es durch den Einsatz von Kosmetik, kosmetischen oder chirurgischen Eingriffen oder durch die Verwendung von Filtern.
Daher ist es wichtig zu untersuchen, welche Faktoren diese Schönheitsideale geprägt haben, wo ihre Ursprünge liegen, warum sie für viele erstrebenswert sind und wie sie sich im Laufe der Zeit entwickelt haben.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, zu analysieren, welche historischen und gegenwärtigen Faktoren das Schönheitsideal der Frau im Marketing beeinflusst haben und es weiterhin beeinflussen.
Es soll ein tieferes Verständnis für das komplexe Thema der Schönheitsideale von Frauen im Marketing in der heutigen Gesellschaft entwickelt werden.

FORM(EN) OHNE FUNKTION

Das Projekt versteht sich als Protest gegen normierte Gestaltung, als Hommage an das Ornament und als Einladung, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen. Ausgehend von der Frage, ob Prinzipien wie „form follows function“ die kreative Freiheit zu sehr einschränken, beleuchtet die Arbeit verschiedene Positionen zum Funktionalismus und den etablierten Regeln des Grafikdesigns. Das Ergebnis ist ein Buch, das einen spielerischen Cadavre-Exquis-Ansatz nutzt, mit dem sich aus 50 Schriftzeichen 6,25 Millionen funktionslose Formen analog generieren lassen. Über ihren jeweiligen Zahlencode sind diese auf einer zugehörigen Website (https://fohnef.xyz/) herunterladbar, auf der auch digital gespielt werden kann. Das Buch stellt das klassische Designprinzip auf den Kopf und lässt bewusst der Form den Vorrang vor der Funktion. Ein Plädoyer für ein Design, das Raum für Experimente, Vielfalt und ästhetischen Ausdruck lässt – um Gestaltung neu zu denken.

Genießbar

Lebensmittelverschwendung stellt eine große Herausforderung dar und ist in unserer heutigen Gesellschaft eher negativ konnotiert. Vor allem Privathaushalte tragen einen wesentlichen Teil zu dem Problem bei.
„Genießbar“ soll die Nutzer auf motivierende Weise für einen bewussteren Lebensmittelumgang im Alltag sensibilisieren und aktivieren. Die App vereint Informationsvermittlung wie Lagerungstipps und Rezeptvorschläge mit sozialem Austausch. Durch gemeinsame Kochevents und den Tausch nicht mehr benötigter Lebensmittel untereinander lernt man neue Menschen kennen und kann Freundschaften schließen.
Die Verwendung einer App bietet sich im Kontext junger Erwachsener, die bisher wenig Erfahrung mit Kochen und Haushaltsführung haben, an, da das Smartphone bei dieser Altersgruppe als beliebtes Medium zur Informationsgewinnung genutzt wird. Gleichzeitig bedeutet es wenig Aufwand. Eine App ist bequem von zuhause aus jederzeit nutzbar und von finanziellen und räumlichen Faktoren unabhängig.

Liminal Transition Method

Pubertät, digitaler Wandel oder Change Management – das Leben verläuft in Übergängen, in Zeiten, in denen das Vertraute endet und das Neue noch nicht sichtbar ist. Liminalität beschreibt diesen Schwebezustand zwischen zwei Welten: Durch das Trennen vom Alten (Trennungsphase) öffnet sich ein Raum der Unsicherheiten (Schwellenphase / Liminale Phase), in dem Neues entstehen kann (Angliederungsphase). Die Liminal Transition Method ist ein kreatives Werkzeug, das hilft, diese Übergänge bewusst zu gestalten. Sie verbindet existenzielle Ressourcen mit kreativen Techniken und schafft einen sicheren Rahmen, um Wandel aktiv zu nutzen. In sieben Schritten ermöglicht die Methode, Grundsätzliches zu reflektieren, eigene Ressourcen zu entdecken und bewusst neue Wege einzuschlagen. Sie stärkt die Fähigkeit, liminale Phasen zu erkennen, zu verstehen, zu akzeptieren und für eine langfristige personale Entwicklung zu nutzen. Ein Future-Skill in der sich wandelnden Welt.

Wurzelbrunft

Warum fällt es uns so schwer, vom Fleisch zu lassen?

Obwohl der Fleischkonsum in Deutschland seit einigen Jahren rückläufig ist, essen wir nach wie vor zu viel davon – und das, obwohl die ökologischen und ethischen Konsequenzen in der Öffentlichkeit häufig diskutiert werden.

Ziel dieser Arbeit ist es, den Menschen in den ländlichen Regionen Bayerns fleischlose Gerichte schmackhaft zu machen, ohne ihr bisheriges Verhalten zu verurteilen. Durch diesen Ansatz werden pflanzliche Lebensmittel stärker in die Ernährung und die kulturelle Wahrnehmung der Region integriert, wodurch der Fleischverbrauch abnehmen kann.

Bei der „Wurzelbrunft“ steht ein gemeinschaftliches Ritual rund um einen Knödel im Mittelpunkt. Die Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit, den Ablauf der Feier aktiv mitzugestalten und so zusammen einen neuen Brauch zu erschaffen. Die genussvolle und gesellige Festivität zeigt so, dass eine vegane Küche viel mehr zu bieten hat als nur „Verzicht“.

Let’s talk about Sorgearbeit und Altersarmut!

Unbezahlte Sorgearbeit, Alterssicherung und das Risiko von Altersarmut stehen in einem engen Zusammenhang, der im deutschen Rentensystem jedoch kaum berücksichtigt wird. Mithilfe der interaktiven Workshop-Materialien rückt diese unsichtbare Sorgearbeit in den Fokus. Die Teilnehmenden setzen sich mit ihren eigenen Biografien in Bezug auf Sorgearbeit auseinander, erleben in einem „Lebensspiel“ die Auswirkungen von Beruf, Familie und unbezahlter Sorgearbeit auf die Altersvorsorge und diskutieren gemeinsam gerechtere Zukunftsmodelle. Das Toolkit vereint Bewusstseinsbildung, spielerische Wissensvermittlung und kritische Auseinandersetzung. Es schafft einen emotionalen Zugang zu dem komplexen Thema Rente. Ziel ist es, aufzuklären und individuelle wie kollektive Handlungsspielräume sichtbar zu machen – für eine faire Alterssicherung, echte Gleichstellung und eine breite gesellschaftliche Debatte über den Wert unbezahlter Sorgearbeit.

Green Facades

Green Facades ist ein modulares Fassadensystem zur urbanen Begrünung, das aus einer Mischung von recyceltem Ziegelmehl und natürlichem Ton im keramischen 3D-Druck gefertigt wird. Ziel ist es, ökologische, funktionale und gestalterische Qualitäten in einem System zu vereinen. Die poröse Struktur der Module speichert Regenwasser und verteilt es passiv, wodurch keine externe Technik benötigt wird. Die Fassadenelemente fördern Biodiversität, kühlen das Stadtklima, binden Feinstaub und verbessern das Mikroklima. Ihr parametrisches Design erzeugt ein lebendiges Erscheinungsbild und ermöglicht eine flexible Kombination. Durch die modulare Bauweise können einzelne Teile leicht ausgetauscht oder wiederverwendet werden. Das System ist sowohl für Neubauten als auch für die Nachrüstung im Bestand geeignet. Green Facades schafft einen nachhaltigen Mehrwert für Architektur und Stadt und leistet einen Beitrag zur klimafreundlichen Transformation urbaner Räume.

MindCo: Supporting Stroke Survivors and Families – Connecting, Cooperating, Collaborating

MindCo ist eine Plattform, die durch Stärkung familiärer Unterstützung und Zusammenarbeit von Patient*innen, Angehörigen und medizinischem Fachpersonal Schlaganfallbetroffene und ihre Familien bei Post-Stroke-Depression und der Rehabilitation unterstützt. Durch emotionale Interaktion, besseres Krankheitsverständnis und Austausch medizinischer Informationen entsteht ein Netzwerk.

Patient*innen verfolgen ihren Genesungsverlauf, verstehen ihre Erkrankung besser und nehmen aktiv an der Rehabilitation teil. Das stärkt ihr Selbstwirksamkeitserleben und senkt das Risiko einer Post-Stroke-Depression. Angehörige werden darin unterstützt, emotionale Begleitung zu leisten, medizinische Informationen zu erhalten und sich an Entscheidungen zu beteiligen – so werden sie verlässliche Unterstützer*innen.

Durch die gestärkten emotionalen Bindungen und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten entsteht ein Netzwerk, das die psychische Gesundheit fördert und die Rehabilitation effektiv unterstützt.