Anthroporosities

Das Projekt „Anthroporosities“ beschäftigt sich mit der Rückkehr zu archaischen Materialien und Herstellungsprozessen, mit Nachhaltigkeit und der Verbindung zur Natur. Die Fliesen für dieses Projekt werden aus wild gewonnenem Ton gefertigt, in einem holzbefeuerten Ofen gebrannt und ausschließlich mit lokalen und natürlichen Ressourcen hergestellt.

Die porösen Fliesen tragen nicht nur durch die Ästhetik der lokalen Böden zur optischen Aufwertung des Raumes bei, sondern wirken sich auch aktiv auf das Raumklima aus. Dank ihrer Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben, helfen sie, die Luftfeuchtigkeit im Innenraum zu regulieren. Zusätzlich erhöhen integrierte Pflanztöpfe den Sauerstoffgehalt der Luft und schaffen Lebensräume für nützliche Mikroorganismen.

„Anthroporosities“ hat zum Ziel, den Kontakt mit der Natur und natürlichen Materialien wieder in unsere modernen, oft sterilen Wohnräume zurückzubringen. Der Einsatz von Fliesen aus poröser Keramik ermöglicht es, die Vorteile natürlicher Materialien einfach und modular in den urbanen Alltag zu integrieren.

Standard, Non-Standard

Beim Spazierengehen in Berlin sieht man häufig weggeworfene Möbel, meist billige Massenware. Kein Wunder also, dass in der EU jedes Jahr 10 Millionen Tonnen Möbel auf Deponien landen. Mein Projekt untersucht Kreislaufwirtschaft, indem Holzabfälle in Möbelstücke verwandelt werden. Dabei werden ausrangierte Materialien wiederverwendet, anstatt auf neue Ressourcen zurückzugreifen. Jeder Hocker spiegelt die Vielfalt des in Containern gefundenen Holzes wider und folgt dennoch vorab entworfenen Schablonen. So entsteht Möbel, das sich zwischen Massenproduktion und Einzelstück bewegt und ein standardisiertes System nutzt, das sich an unregelmäßige Materialien anpasst. Ich habe Keilstifte verwendet, die durch Druck funktionieren, sodass sich die Möbel ohne Schrauben oder Klebstoff leicht zerlegen und reparieren lassen. Bricht ein Teil, kann es anhand digital gespeicherter Vorlagen ersetzt werden. Mit dem Shaper Tool (tragbare CNC) und einem von mir entwickelten Grasshopper-Skript wurden die Verbindungen in die unregelmäßigen Holzstücke gefräst. Dieses Werkzeug reduzierte außerdem den Bedarf an zusätzlicher Werkstattausrüstung und vereinfachte den Prozess.

our kitchen tomorrow

Gemeinschaftliches Wohnen ist nicht nur effizient, sondern fördert die soziale Interaktion.
Doch gerade dort, wo Nähe und Austausch entstehen sollten – in der Küche – bleibt dieses Potenzial oft ungenutzt. Viele Gemeinschaftsküchen sind auf einfache, kostengünstige Produktion ausgelegt und daher eher für das Kochen allein geeignet: funktional, aber nicht gemeinschaftsfördernd.

Um die Küche nicht nur funktional, sondern auch als sozialen Treffpunkt zu gestalten, entstand das Konzept der Koch- und Esswerkbank „COOKiN“. Ihre Form und Größe schaffen Raum für gemeinsames Arbeiten ebenso wie für eine individuelle Nutzung. Nutzer*innen stehen sich gegenüber und der Kochprozess wird zum sozialen Geschehen, das spontane Gespräche und Zusammenarbeit fördert. COOKiN bildet das Zentrum der Küche – stärkt die alltägliche Interaktion und etabliert sie als lebendigen Ort der Gemeinschaft.

Tränen

„Tränen“ ist eine fotografische Arbeit, die die Bedeutung und den Grund von Tränen behandelt. Dieses Werk sensibilisiert den Blick auf das Thema.
Neben verschiedenen Ursachen für Tränen wird vor allem der Ausdruck weinender Menschen gezeigt. Jeder Porträtierte hatte die Möglichkeit, über Situationen zu sprechen, die ihn emotional berührten oder belasteten. Ihre Tränen teilten sie in dieser intimen Sitzung, unabhängig davon, ob sie künstlich oder durch die eigene emotionale Last erzeugt wurden. Dabei gab es einige, denen das Weinen leichtfiel, und anderen gelang es nur schwer.
Der Grund des Weinens ist in den Bildern jedoch nicht ersichtlich – vielmehr erzählen die abgebildeten Tränen und die Mimik ihre Geschichten.
Der typografische Teil des Buches zeigt Antworten weinender Menschen, nicht aber deren Gesichter. Zu diesem Zweck wurde eine Umfrage durchgeführt. Einige Antworten sind in dem Buch enthalten und liefern eine kleine Differenzierung des Themas: Wie und warum Menschen weinen.

Trink_Wasser

Wasser fließt aus dem Hahn und verschwindet im Ausguss, aber wie viel ist das eigentlich und wo bestehen weitere Berührungspunkte mit Wasser im Haushalt?
Trink_Wasser ist eine interaktive Informationsgrafik, die ein Bild über die Wasserthematik gibt, indem ein fiktiver und in Deutschland befindlicher Privathaushalt als Metapher den Sachverhalt abbildet.
Themenbereiche wie etwa die Wasserverwendung, Wasserspeicherung oder die Förderung von Wasser werden mittels Piktogrammen, Objekten und Daten visualisiert. Es ergibt sich eine Informationsumgebung, die vom Betrachter erkundet werden kann.
Grundlage der Infografik ist ein 3D-Modell, das mithilfe von Renderings und UI-Elementen zum interaktiven Prototypen für eine digitale Anwendung aufgearbeitet ist.
Zielgruppe der Anwendung sind Privatpersonen, Stadtverwaltungen oder Wasserwerke, wobei letzteren die Grafik dazu dienen soll, erstere auf einen bewussten und sparsamen Umgang mit der lebenswichtigen Ressource aufmerksam zu machen.

HYBRIDECHO

Ultraschall ist das weltweit meistgenutzte Bildgebungsverfahren in der Medizin. Dennoch zeigen Studien, dass die bisherige Gestaltung von Ultraschallsonden ergonomischen Anforderungen nicht gerecht wird und bei vielen Ärztinnen und Ärzten zu Krämpfen und Muskelbeschwerden führt.
HybridEcho soll durch die neuartige Formgebung komfortables Arbeiten ermöglichen und Muskelbeschwerden verhindern. Die Modularität ermöglicht ein breites Einsatzspektrum von stationärer bis mobiler Diagnostik und erhöht die Reparaturfähigkeit.
Das entwickelte Design steht durch seine Asymmetrie und Modularität in starkem Kontrast zu herkömmlichen Ultraschallsonden und bietet hinsichtlich der Sustainable Development Goals 3 und 12 der Vereinten Nationen ein hohes Innovationspotenzial für eine nachhaltige, zuverlässige Gesundheitsversorgung. Denn eine ergonomischere Sondenform erleichtert medizinischem Personal die Arbeit und sichert so Patient:innen eine gute medizinische Versorgung.

eindeutig deutsch

Jedes Semester kommen rund 370.000 junge Menschen aus aller Welt zum Studium nach Deutschland. Vielen von ihnen fällt es schwer, Kontakte zu Einheimischen zu knüpfen, da Deutsche oft als distanziert und unnahbar wahrgenommen werden. Das crossmediale Projekt „Eindeutig Deutsch“ erleichtert internationalen Studierenden den Einstieg in die deutsche Alltagskultur. Ein Print-Guide gibt unterhaltsame Einblicke in kulturelle Besonderheiten, regionale Unterschiede und soziale Umgangsweisen. Ergänzend bietet eine App Möglichkeiten zur Vernetzung mit deutschen Studierenden, Veranstaltungen und Freizeitangeboten. Ziel ist es, Integration zu fördern, Vorurteile abzubauen und interkulturelle Begegnungen zu erleichtern. Durch ein bewusst spielerisches Design wird ein niedrigschwelliger Zugang geschaffen, der sich von typisch deutschen Designstereotypen abhebt. Das Projekt verfolgt eine soziale Nachhaltigkeit und stärkt langfristig die interkulturelle Kompetenz beider Zielgruppen.

Space Sport – Alioth

Im Zustand der Schwerelosigkeit und Mikrogravitation stehen Astronauten vor Herausforderungen wie Muskelatrophie und Knochendichteverlust. Aktuelle Geräte wie Laufbänder oder Krafttrainingsmaschinen reichen für langfristige Raumfahrtmissionen nicht aus. Dynamische-adaptive Trainingsmethoden, die durch gezielte Instabilität die Kernmuskulatur aktivieren und die Koordinationsfähigkeit fördern, bieten eine vielversprechende Lösung.

Ich habe eine Plattform namens „Alioth“ entwickelt, die dynamische Bewegungen simuliert und Astronauten effektivere Trainingsmöglichkeiten bietet. Sie zeichnet sich durch ein modulares Design, anpassbare Trainingsmodi und Echtzeit-Feedback aus. Experimentelle Studien, die im Bewegungsanalyseslab des Uni Kassel Sportinstituts durchgeführt wurden, zeigen, dass Alioth die Muskelaktivierung und Bewegungseffizienz verbessern kann.

WASTED BEAUTY

WASTED BEAUTY ist ein visuelles Editorial-Projekt, welches sich mit Nachhaltigkeit, Konsumkritik und gesellschaftlicher Verantwortung in der Modebranche auseinandersetzt. In aussagekräftigen Bildstrecken wie Plastic Couture oder Re:NEW Nature wird Mode aus Abfall, recycelten Materialien und Biodesign neu gedacht – als künstlerischer und kritischer Ausdruck zugleich. Das Magazin verbindet Fotografie, Editorial Design und Storytelling zu einer ästhetischen Plattform, die aktuelle Themen wie Diversität, Gender Equality und Feminismus integriert. Dabei steht nicht nur die Frage im Raum, was wir tragen, sondern auch: Warum, wie und auf wessen Kosten? WASTED BEAUTY ist ein Appell, Mode als Medium des Wandels zu verstehen – kreativ, bewusst und mutig.

Mein Körper, die Körper der Anderen

„Mein Körper, die Körper der Anderen“ hinterfragt Schönheitsnormen, körperliche Tabus und die Kontrolle weiblich gelesener Körper. In meinen Arbeiten thematisiere ich Fettfeindlichkeit und die damit verbundene Scham, den gesellschaftlichen Zwang zur Selbstoptimierung und persönliche Körpergeschichten. Das Zeigen „unperfekter“ Körper und nackter Haut nutze ich dabei nicht als Provokation, sondern als Akt der Sichtbarmachung. Ich arbeite mit Shapewear und Unterwäsche, die ich mit Hilfe von Stickereien, Perlen und Edelsteinen verforme, um das Intime, das Verhältnis zum eigenen Körper, ins Öffentliche zu tragen und dadurch identitätsstiftende Momente zu schaffen. Jede Naht, jede Perle ist ein stiller Widerstand gegen die Vorstellung, wie ein „richtiger“ Körper auszusehen hat. Textile Techniken dienen mir als Werkzeug feministischer Erzählung, um verdrängte Körperrealitäten zu würdigen und neue Narrative sowie Wege zur Selbstakzeptanz zu eröffnen.