Repetition – Material in Motion

Repetition – Material in Motion untersucht das Spannungsfeld zwischen Körper, Material und Wiederholung. Latex wird zu einer performativen Oberfläche: Es dehnt sich, reagiert, leistet Widerstand. In der Reibung zwischen Bewegung und Rückstoß entsteht eine ganz eigene Choreografie. Der Körper aktiviert das Material – und das Material formt die Bewegung. Wiederholung erscheint hier nicht als die Wiederholung desselben, sondern als ein Prozess der Veränderung, Verschiebung und Intensivierung.

Im Kern steht eine Materialforschung zu Elastizität, Widerstand und Materialverhalten. Durch Experimente mit industriellem und selbstgegossenem Latex, Gießverfahren, Oberflächenentwicklung, Verstärkungstechniken und Bewegungsstudien wurde untersucht, wie Materialeigenschaften physische Spannung, Einschränkung und Interaktion erzeugen.

Die mit der Bestnote (1,0) bewertete Abschlussarbeit wurde für den PBSA Award nominiert und im Rahmen von New Design from Düsseldorf (2026) im NRW Forum Düsseldorf ausgestellt, begleitet von zwei Live-Performances und einer Publikation von Slanted.

Knitwave

In der Arbeit Knitwave wird untersucht, wie aus zweidimensionalen gestrickten Oberflächen selbstfaltende, dreidimensionale Textilien entstehen können. Die Dreidimensionalität des Gestricks entsteht allein durch die Spannungsunterschiede zwischen den beiden Grundmaschen, rechts und links. Je nach Anordnung der Maschen entstehen wellenförmige Falten im Gestrick, die in ihrer Höhe variieren und ein polsterndes Textil ergeben. Ziel ist es, durch das Zusammenspiel von Konstruktion und Faltung ein Volumentextil zu entwickeln, das in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden kann.

Der Ansatz der Arbeit konzentriert sich dabei auf zwei Aspekte: die systematische Entwicklung eines Textilarchivs und die praktische Anwendung für ein Polstertextil zum Sitzen, das ohne Füllmaterialien auskommt und Komfort bietet.

Startpunkt. Einführungsformate für Bildzeichensysteme im Gestaltungsstudium.

Ausgehend von einer intensiven Auseinandersetzung mit Piktogrammen, Typografie und Schriftgestaltung entstand die Idee, Piktogrammsysteme als Zugang zu grundlegenden Gestaltungsprinzipien wie Reduktion, Konsistenz und formaler Kohärenz zu nutzen. Ziel war es, Design-Studierenden einen strukturierten und zugleich offenen Zugang zur Bildzeichengestaltung zu bieten.

Ausgangspunkt des Projekts ist das kleinstmögliche Gestaltungselement: der Punkt. Über sogenannte „Punktogramme“ (Punkt + Piktogramm) wird der Blick auf grundlegende Fragen der Gestaltung gelenkt, etwa Erkennbarkeit und die Entwicklung formaler Kohärenz innerhalb eines Systems.

Das Buch bündelt gestalterische Grundlagen, Begriffsklärungen und eigene Experimente und zeigt, wie sich schrittweise konsistente Bildzeichensysteme entwickeln lassen. Ergänzt wird es durch einen Inspirationsteil, der zum Ausprobieren eigener Ideen anregt. Das digitale Gestaltungstool macht die im Buch gezeigten Methoden (Punktogramme) direkt anwendbar.

Building Multitopia – koexistierende Utopien

Die Fragestellung meines Projektes war, ob die Utopie in unserer Welt langsam schwindet und wir zunehmend pessimistisch in die Zukunft blicken. Meine Arbeit dient als Inspiration, wieder Utopien zu entwickeln und eventuell ein neue Sicht auf das Thema Utopie zu verschaffen.

Eine Welt für Alle, die sich eine bessere Zukunft wünschen – Das ist Multitopia, nicht ein fertiges Konzept, sondern eine Sammlung von Utopien an einem Ort, welche sich verändern und erweitern.

Ein Raum der Mut schafft neue Ideen zu entwickeln, egal ob groß oder klein, innovativ oder kreativ. Es geht darum seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Multitopia verdeutlicht: Utopien gilt es in einen Kontext zu setzen der zeigt, dass unsere Ideen miteinander koexistieren sollten! Diesen Raum habe ich angefangen in meinem Projekt zu entwickeln, indem ich Menschen nach ihren Utopien gefragt habe, sie gesammelt habe und sie dann in einem dreidimensionalen Raum übersetzt habe, um sie greifbarer zu machen.

SHIFT

SHIFT entstand aus der Beobachtung der Arbeitsräume an der Kunsthochschule. In diesen kreativen Arbeitsräumen finden Arbeit, Gespräche, Recherche und Pausen gleichzeitig statt. Organisationen, Anforderungen und Arbeitszustände existieren nebeneinander und gehen kontinuierlich ineinander über. Die Grenzen zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit werden dadurch zunehmend unscharf. Kreative Prozesse entstehen nicht nur in Phasen hoher Konzentration, sondern ebenso in offenen Situationen.

Das Projekt untersucht, wie Licht auf diese Dynamik reagieren kann und wie unterschiedliche Arbeitsweisen in kreativen, gemeinsam genutzten Arbeitsräumen unterstützt werden können.

Das Ergebnis ist eine offen konzipierte Arbeitsleuchte für geteilte Arbeitsplätze. Sie ermöglicht einen flexiblen Wechsel zwischen direktem und diffusem Licht und passt sich unterschiedlichen Tätigkeiten an. SHIFT versteht Licht als Werkzeug, das Übergänge unterstützt und kreative Arbeit in gemeinsamen Räumen begleitet.

Navigating futures with data visualization

„Navigating futures with data visualization“ untersucht die Rolle von Unsicherheiten in der Datenvisualisierung. Während Daten oft als absolute Wahrheit wahrgenommen werden, sind sie in der Realität von Unwägbarkeiten geprägt. Die Arbeit identifiziert diese Faktoren und organisiert sie in einer visuellen Pipeline, um zu zeigen, wie Unsicherheiten auf jeder Stufe der Visualisierung eingewoben sind.

Es wird argumentiert, dass Gestalter diese Unsicherheit als produktives Element nutzen können, um über Zukünfte zu spekulieren und Visualisierungen in ein Medium für Diskussion und Interpretation zu verwandeln. Dies wurde beispielhaft in einer Designstudie für einen Waldbesitzer erprobt: Eine digitale Plattform kommuniziert mögliche Zukunftsszenarien des Waldes an die betroffene Gemeinschaft, um die kritische Daten- und Zukunftskompetenz in einer datengetriebenen Welt zu stärken.

Digitales Dopamin – Ein konzeptioneller Entwurf zur digitalen Verhaltensintervention

Unsere Mobiltelefone haben sich von einfachen Kommunikationsmitteln zu multifunktionalen Geräten entwickelt, die zahlreiche Anwendungen und Dienste vereinen (von Sydow & Börner, 2018). Mit der fortschreitenden Digitalisierung steigen die Erwartungen an Effizienz und Funktionalität. Gleichzeitig weisen immer mehr Studien auf Herausforderungen hin, die mit intensiver Smartphonenutzung verbunden sind. Daher fordern Forschende Interventionsansätze, die diesen Entwicklungen entgegenwirken.

Diese Bachelorarbeit greift das Thema aus gestalterischer Perspektive auf. Auf Basis einer Literaturrecherche, der Analyse gestalterischer Prinzipien und der Untersuchung von Nutzungsmustern wird ein Konzept für ein digitales Interventionssystem entwickelt. Ziel ist es, eine methodische Grundlage zu schaffen, die nicht nur Symptome reduziert, sondern die gestalterischen und strukturellen Mechanismen adressiert, die das Verhalten im digitalen Raum beeinflussen.

Wrapping Waste

Dieses Projekt verwandelt Lederreste aus Polsterfabriken in Möbel mithilfe von Algorithmen. Digitale Tools scannen, analysieren und sortieren unregelmäßige Materialien, um jedes einzelne Lederstück effizient in das Design zu integrieren.

Dabei löst der zentrale Algorithmus komplexe Aufgaben, um flache digitalisierte Lederstücke optimal und gleichmäßig auf der Oberfläche eines Objekts zu verteilen. Ausgehend von einer ausgewählten Designvorgabe wird die Anordnung iterativ verfeinert und schrittweise verbessert. Aktuell können durchschnittlich 86 % jedes Lederstücks genutzt werden, manche Stücke, die nicht von anderen geschnitten werden, sogar bis zu 98 %.

Das Ergebnis ist eine Patchwork-Oberfläche mit minimalem Materialverlust – und Leder ist dabei nur ein Beispiel! Der Wechsel von standardisierten Ressourcen hin zu materialgesteuerten, generativen Prozessen macht die Wiederverwertung von Restmaterial nicht nur nachhaltig, sondern auch skalierbar.

Werte und Kitsch

Kitsch wird oft als geschmacklos, sentimental oder oberflächlich abgewertet – obwohl er Emotionen, Teilhabe und Zugänglichkeit ermöglichen kann. Die Bachelorarbeit „Werte und Kitsch“ untersucht diese Diskrepanz und legt offen, inwiefern gesellschaftliche Normen und Machtverhältnisse zu dieser Abwertung beitragen. Dazu werden die tatsächliche Wirkung sowie die Inhalte und Qualitäten von Kitsch analysiert. Auf dieser Grundlage entsteht eine Sammlung aus fünf kommunikativen Objekten und ein Manifest, das Kitsch als politischen Ausdruck neu verhandelt. Die Arbeit versteht Design als gesellschaftliches Werkzeug: nicht nur zur Problemlösung, sondern als Mittel zur Reflexion, zum Infragestellen und Sichtbarmachen. Sie zeigt, dass Gestaltung dann wirksam ist, wenn sie Emotionalität zulässt, Vielfalt fördert – und veraltete Denkstrukturen aktiv hinterfragt, statt sie weiterzutragen.

Fluid Landscape Conditions

Das Projekt »Fluid Landscape Conditions« beschäftigt sich mit der Dekonstruktion, dem Unlearning und der Dekolonisierung traditioneller Designnormen, insbesondere im Web. Es reflektiert, wer Zugang zur Gestaltung und zum Coding hat und welche visuellen Konventionen im Web reproduziert werden. Ziel ist es, Perspektiven zu eröffnen, die Subjektivität in der Gestaltung betonen und den konservativ etablierten Regeln des Grafikdesigns und der digitalen Ästhetik einen differenzierten Vorschlag entgegensetzen.

Es gibt zwei Designs für eine Website.

Darauf aufbauend verbindet das Projekt geopolitische Fragestellungen mit der Reflexion über sich verändernde Landschaften und Designkonventionen. Es stellt Fragen nach der Bewahrung und dem Umgang mit Vergänglichkeit sowie der Akzeptanz von Veränderung und Nicht-Wissen.