Feelflight

Natalie Peter

Juli / July - 2018

Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Kurzbeschreibung

Feelflight ist die Idee eines Sets aufeinander verweisender physischer und digitaler Produkte, die das bestehende Service-Angebot für Passagiere auf Langzeitflügen sinnvoll erweitern soll.
Der Fokus lag auf der Entwicklung einer formal und in ihren textilen Funktionen überarbeiteten Passagierdecke, die durch bewegungsstimulierende Slipper und zugeschnittene Angebote im Infotainmentsystem ergänzt wird.

Was ist das Thema?

“Feelflight” präsentiert ein Konzept, das sich der Steigerung des Wohlbefindens von Passagieren auf Langstreckenflügen widmet. Der Anwendungskontext von Passagier-Langstreckenflügen ist in doppelter Hinsicht gestalterisch anspruchsvoll: Zum einen ist die Umgebung, in der Produkte genutzt und platziert werden können, extrem reguliert und seitens der Fluggesellschaften auf Gewichtsreduktion, Sicherheit und Handhabbarkeit hin optimiert; zum anderen erfahren die Nutzer, die Passagiere, Langstreckenflüge in der Regel als körperlich und seelisch belastend.

Warum sieht es so aus?

Die herkömmlich als rechteckiger Schal ausgeführte Passagierdecke ist formal zu einem Cape ausdifferenziert worden, das der Passagier „tragen“ kann. Auf das Rückenteil wurde bewusst verzichtet, da es zum einen aufgrund der Sitzposition nicht notwendig ist und zum anderen dem Passagier das „Anziehen“ der Decke im Sitzen ermöglicht. Optional kann ein Nackenkissen stabil in den Kragen eingebettet werden. Zwei Schlitze auf der Vorderseite erlauben dem Passagier einerseits bei Bedarf die freie Manövrierfähigkeit mit den Händen, andererseits dienen sie dem außenliegenden Verlauf des Anschnallgurtes: Indem der Verschluss oberhalb der Decke für Flugbegleiter sichtbar bleibt, müssen schlafende Passagiere bei Turbulenzen nicht geweckt werden.

Was ist das Besondere?

Eine Besonderheit besteht neben der ergonomischeren Ausgestaltung einer Passagierdecke insbesondere in dem Szenario einer digitalen Anbindung von Bordaccessoires in einem ganzheitlich durchdachten System. Darin werden beide Produkte über das Infotainment System des Bordcomputers angesteuert und umgekehrt. Zum Beispiel kann der Passagier über das Bildschirminterface Wärmemodule aktivieren, die an gezielt platzierten Taschen des Passagiercapes eingelegt werden können. Sie ermöglichen dem Passagier eine „Wärmekonfektionierung“ seiner Decke - ganz unabhängig von dessen Sitzposition im Flugzeug. Ebenso können die Slipper, die während des Fluges nicht nur des Komforts wegen getragen werden, über das Infotainmentsystem aktiviert werden. Die Hausschuhe werden hier zum Controller und der Passagier direkt oder indirekt zur Bewegung der Füße animiert: Bspw. können einfache Spiele wie Tetris oder eine Menü-Navigation ausgeführt werden.

Was ist neu?

Grundlegend stellt Feelflight durch die Verbindung weniger Produkte eine ganzheitlich und neu durchdachte Passagierumgebung dar, die gestalterisch wertvoll ist und sich zugleich problemlos in den buchstäblich engen Spielraum einfügt. Der Airline werden damit neue Möglichkeiten an die Hand gegeben, das Wohlbefinden seiner Passagiere zu steigern und sich darüber selbst positiv zu differenzieren. Die dargestellten Funktionalitäten stehen nur stellvertretend für zukünftige den Bord-Accessoires einzuschreibende Interaktionsmöglichkeiten.