*flora

*flora ist ein multimediales Gestaltkonzept, das medizinische, gesellschaftliche und emotionale Aspekte rund um Stillen, Beikost und Mutterschaft vereint. Herzstück ist eine Box mit drei informativen Booklets, einem Journal und einem Kartenset. Die Booklets liefern fundiertes Wissen ab der Schwangerschaft und unterstützen praktisch in der Stillzeit. Ziel ist eine kompakte, gezielte Wissensvermittlung zur emotionalen Vorbereitung und zum frühzeitigen Erkennen sowie Bewältigen möglicher Hürden. Das Journal dient als persönlicher Begleiter zum Festhalten von Gedanken und Meilensteinen. Das interaktive Kartenset und eine begleitende Social-Media-Kampagne fördern Aufklärung und gesellschaftlichen Austausch, entkräften Mythen und stärken ein realistisches Bild des Stillens. *flora bestärkt Mütter darin, ihren individuellen Stillweg selbstbewusst, informiert und bedürfnisorientiert zu gestalten.

Bürostuhl

Das Spiel „Bürostuhl“ greift den Generationenkonflikt am Arbeitsplatz auf und vereint Unterhaltung mit gesellschaftlicher Reflexion. Es will zu einem Dialog und Perspektivwechsel anregen, um zu zeigen, dass sich die Generationen ähnlicher sind, als Medien und Menschen glauben. Denn unsere Masterthesis untersuchte, wie virale Inhalte (Memes) stereotype Denkmuster und Erwartungshaltungen beeinflussen. Das Resultat: Sie verzerren die Wahrnehmung und fördern ideologische Konflikte. Ein Beispiel ist der Generationenkonflikt, dessen Existenz faktisch nicht belegt werden kann, jedoch von vielen empfunden wird. Eben jene Inhalte waren es, die den derben Humor und die im Spiel aufgegriffenen Klischees inspirierten.

Ziel ist es, die identischen Bedürfnisse der vier Spielcharaktere (Baby Boomer, Gen X, Y & Z) zu decken. Bürostuhls Besonderheit besteht darin, dass zwar jede:r für sich allein gewinnt, jedoch alle zusammen verlieren – ein Konflikt zwischen Eigeninteresse und Gemeinwohl.

Supa Sauna

Die Supa Sauna ist ein mobiler, öffentlicher Rückzugsort im urbanen Raum, der Erholung, Gemeinschaft und sozialen Austausch fördert. Sie entstand im Rahmen eines Wettbewerbs der Bundesstiftung Baukultur zur autofreien Stadt der Zukunft und stellt die Frage: Was tun mit Parkplätzen? An wechselnden Standorten in Berlin lädt die Supa Sauna dazu ein, öffentliche Räume neu zu denken. Öffentliche Bäder spielten historisch wie heute eine zentrale Rolle in Städten – als Orte der Hygiene, des sozialen Austauschs und der Teilhabe. An diese Tradition knüpft die Supa Sauna an und schafft eine niedrigschwellige, inklusive Plattform für verschiedene Bevölkerungsgruppen. Das Projekt verbindet Forschung zu öffentlichem Raum, Eigentum und sozialer Interaktion mit einem konkreten, sinnlichen Erlebnis von Gemeinschaft und Stadtraum.

Voice Select

Hörbeeinträchtigungen betreffen Millionen Menschen und schränken weit mehr ein als nur das Hören. Sie erschweren soziale Teilhabe, besonders in Gruppengesprächen mit vielen Stimmen und schnellen Sprecherwechseln. Bestehende Hörsysteme überfordern durch Verstärkung aller Stimmen oder setzen auf automatische Filterung, entziehen Nutzer:innen dabei aber die Kontrolle darüber, welche Stimmen sie hören – ein Verlust an Selbstbestimmung und Zugehörigkeit.
Voice Select geht einen anderen Weg. Die App erlaubt es Menschen mit Hörhilfen, gezielt auszuwählen, welche Stimmen sie hören möchten: individuell, unauffällig und ohne zusätzliche Hilfsmittel. Zwei zentrale Screens unterstützen die Nutzer:innen: ein Selection Screen für die Vorauswahl und ein Conversation Screen zur situativen Anpassung. So passt sich die Technik den Menschen an und nicht umgekehrt. Statt technische Defizite zu kaschieren, schafft der Entwurf Handlungsspielräume und zeigt, wie inklusive Kommunikation künftig aussehen kann.

Hi:Stories – next door

Wie kann die NS-Zeit für Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren zugänglich und nachhaltig vermittelt werden?

Die Masterthesis Hi:Stories untersucht gestalterische und didaktische Strategien zur Entwicklung einer zeitgemäßen Erinnerungskultur im deutschsprachigen Raum. Im Fokus steht die Frage, wie digitale und hybride Formate genutzt werden können, um junge Menschen in ihrer Lebenswelt anzusprechen, ihr historisches Bewusstsein zu schärfen und demokratische Werte zu fördern.

Zentrales Element der Arbeit ist die Konzeption einer digitalen Anwendung als didaktisches Hilfsmittel, das Jugendlichen hilft, die NS-Zeit über persönliche Narrative von NS-Opfern und deren Verbindungen untereinander besser zu verstehen. Zudem veranschaulicht die Darstellung von Kontinuitäten zu aktuellen Themen die Relevanz des Erinnerns. Die Verbindung von theoretischer Fundierung und praxisnaher Umsetzung ermöglicht einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Erinnerungskultur in einem digitalen Zeitalter.

Maglis

Maglis – Schmuck, der wirkt

Maglis ist eine Schmuckkollektion für neurodiverse* und neurotypische Menschen, die Design mit Funktion verbindet. Unsere Stücke unterstützen im Alltag durch Bewegung, Akupressur und Sensorik – unauffällig, ästhetisch und wirksam.

Die Gestaltung basiert auf fundierter Recherche, Usertests und Expertengesprächen. Therapeutische Ansätze wie Ergotherapie, Reflexzonen-Stimulation und Gewichtseinsatz flossen in das Design ein. So fördern unsere Produkte Konzentration, reduzieren Unruhe und bieten stressabbauende Alternativen.

Die Kollektion umfasst Puzzle-, Druck-, Akupressur- und Bewegungsringe, ein variables Armband sowie einen modernen, gewichteten Kragen.

Maglis zeigt: therapeutische Funktion kann stilvoll sein.

neurodivers: umfasst z. B. AD(H)S, Autismus, LRS, Dyskalkulie – ein „anderes Normal“.

KI positiv nutzen

Als dieses Projekt letzten Frühling startete, hatten wir kaum Wissen im Bereich künstlicher Intelligenz. Uns war unklar, wie wir als Designer KI sinnvoll einsetzen und suchten einen Ansatz, der uns hilft, durch dieses Feld zu navigieren.

Mit einem explorativen, gestalterischen Vorgehen näherten wir uns dem Thema. Wir beobachteten, wie KI-Programme den Designprozess vereinfachten. Doch uns stellte sich die Frage: Wie kann KI so eingesetzt werden, dass sie Gesellschaft und Umwelt zugutekommt?
Unsere Erfahrungen fassten wir in einer Designmethode zusammen, die den Umgang mit neuen Technologien beschreibt und uns hilft, realistische Potenziale zu erkennen. Zur Validierung haben wir die Methode angewandt und entwickelten Amber: ein KI-unterstütztes Monitoring-Device, das Förster beim frühzeitigen Erkennen von Borkenkäferbefall hilft. Am Baum befestigt, erkennt Amber mithilfe von Mikrofonen und einer Auswertung der KI Käfer noch bevor es äußerlich sichtbar wird und schützt so unsere Wälder.

YOM

YOM ist ein spekulatives Designprojekt, das sich kritisch mit dem Einfluss von Individualisierung auf die zukünftige Esskultur auseinandersetzt. Im Zentrum steht der personalisierende Automat „YOM“, der mithilfe gesammelter Daten individuelle Nährstoffkombinationen erstellt. Dabei hinterfragt das Projekt, ob die zunehmende Tendenz zur Personalisierung die soziale und kulturelle Bedeutung des gemeinsamen Essens verdrängt. Der Automat arbeitet nach dem Motto „Du isst, was du bist“ und veranschaulicht die Verschmelzung von Technologie und menschlichen Bedürfnissen. Visuell unterstützt wird dies durch ein Typo-Tool, das die Personalisierung durch individuell angepasste Schriftbilder verdeutlicht. Die Verpackungsgestaltung spiegelt die Vielfalt der Bedürfnisse wider. Durch das futuristische Food-Design hinterfragt YOM die Grenzen zwischen Natürlichkeit und Technologie und regt zur Reflexion über die gesellschaftlichen Auswirkungen von Individualisierung im Ernährungsalltag an.

DECAYED

DECAYED – „Was entsteht, wenn was zergeht?“ ist ein spekulatives, ganzheitliches Konzept für einen alternativen Gestaltungsweg. Aus einer postkapitalistischen Perspektive betrachten wir, wie zukünftig eine gemeinschaftlichere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Spezies aussehen könnte.

Am beispielhaften Objekt Schuh wird ein biologischer Zersetzungsprozess durch Myzel angewendet, der nicht nur zum Kompostieren des verwendeten Materials dient, sondern auch die Gestaltung und Produktion aktiv mitbestimmt.
So wird in diesem Versuchsaufbau spekuliert, wie Mikroorganismen als Mitwirkende des Gestaltungsprozesses verstanden werden können.

In dem von uns gestalteten „Schuhgeschäft der Zukunft“ wird dieser gemeinschaftliche Prozess verortet, visualisiert und wertgeschätzt.
Dieses Zukunftsbild zeichnet die Schnittstelle zwischen Mensch und Mikroorganismus mit dem gemeinsamen Ziel einer postkapitalistischen Entwicklung.

Archivisk

Archivisk ist ein System zum Coworking für Designschaffende.

Im Produkt- und Industriedesign entstehen viele Objekte in Zwischenschritten. Für Coworking im digitalen Design gibt es Tools wie Miro oder GitHub. Für physische Arbeit fehlt Vergleichbares: Dokumentation, Archivierung und das Teilen sind oft auf viele einzelne Programme oder Orte verteilt und nicht mit Digitalem kombinierbar.

Archivisk ist Open Source und kombiniert ein modulares Schranksystem mit einem Plugin für die Notiz-App Obsidian. Das physische Archiv basiert auf dem Zettelkastenprinzip, ist erweiterbar und funktioniert auch alleinstehend. Das Plugin ermöglicht digitale Dokumentation, Verlinkung und eine reduzierte Oberfläche für Designprozesse. Beide Komponenten lassen sich unabhängig oder zusammen nutzen. Jeder Gegenstand, jedes Material oder jede Idee erhält eine eindeutige Nummer, die analog wie digital zugeordnet wird. So entsteht ein vernetztes, durchsuchbares Archiv, das auf Github geteilt werden kann.