Mikroaggressionen sind oft beiläufige, nicht böse gemeinte Kommentare – doch ihre Wirkung ist nicht harmlos. Sie verletzen, grenzen aus und verstärken unbewusst diskriminierende Strukturen. Viele Menschen glauben, bereits für Diversität und Diskriminierung sensibilisiert zu sein, ohne subtile Formen wie Mikroaggressionen zu erkennen. Ziel unserer Kampagne war es, genau hier anzusetzen: Wir wollten Unsichtbares sichtbar machen, aufklären und für sensible Sprache im Alltag sensibilisieren. Mit interaktiven Formaten wie Mikroaggressions-Bingo, Reels und Karussell-Posts auf Instagram und TikTok haben wir einen niedrigschwelligen Zugang geschaffen, Diskussionen angeregt und eine diverse Community erreicht. Wir setzen auf Empowerment, Aha-Momente und die Einladung zur Reflexion – für mehr Bewusstsein im digitalen Raum und darüber hinaus.
Autor: Jean Claude Granval
Denkt. Einfach mal
Denkt. Einfach mal
„Denkt. Einfach mal“ unterstützt Lehrkräfte, Schüler*innen Medienkompetenz und kritisches Denken zu vermitteln. Der Workshop befähigt sie, Social-Media-Inhalte zu hinterfragen und eine eigene politische Meinung zu entwickeln.
TESSI
TESSI ist eine rauchfreie, kostengünstige Lösung, die Indiens starke Abhängigkeit von festen Brennstoffen zum Kochen und zur Wassererwärmung adressiert – eine Praxis, die 2019 zu 1,6 Millionen durch Umweltverschmutzung verursachten Todesfällen beitrug. Mithilfe von Heizelementen erwärmt es 55 kg Sand auf 300 °C und speichert 2,6 kW erneuerbare Energie, um pro Ladung 30 Liter Wasser zu erhitzen. Die Vakuumisolierung hält die Wärme über Nacht, sodass auch bei Stromausfällen sauberes Kochen und dezentrale Energiespeicherung möglich bleiben.
TESSI unterstützt das nationale Stromnetz, indem es überschüssige erneuerbare Energie während der Spitzenproduktion speichert und bei Bedarf wieder abgibt, wodurch Energieverschwendung reduziert und die Versorgung stabilisiert wird.
Es wurde so konzipiert, dass es besonders erschwinglich, umweltfreundlich, langlebig und leicht reparierbar ist. TESSI hilft, die Abhängigkeit von Feuerholz zu beseitigen, schafft Zeit für Bildung und fördert wirtschaftliches Wachstum.
BERGBÜNDL
Die Zahl der Bergunfälle steigt kontinuierlich. Häufige Ursachen sind eine mangelnde Bereitschaft zur Tourenvorbereitung und das fehlende Wissen über die speziellen Bedingungen in den Alpen.
Die Printmedien BERGBUCH, BERGBLATT und BERGBIERDECKL vermitteln Wander:innen kompaktes Wissen zu Eigenverantwortung und Sicherheit am Berg. Die Materialien sind an den Orten platziert, an denen sich Wander:innen ohnehin aufhalten.
Das BERGBUCH dient als kompaktes Nachschlagewerk und bietet fundiertes Hintergrundwissen zur alpinen Umgebung, erklärt wichtige Naturzeichen und liefert nützliche Tipps zur Tourenvorbereitung.
Das BERGBLATT ist der praktische Begleiter für unterwegs: Es fasst essentielle Handlungsschritte für kritische Situationen zusammen und zeigt, wie Gefahren frühzeitig erkannt und richtig darauf reagiert werden kann.
Die BERGBIERDECKL regen bei einem kühlen Getränk spielerisch zum Austausch über alpine Risiken an und fördern gleichzeitig verantwortungsbewusstes Handeln.
SAFER RAVE
Die Bachelorarbeit SAFER RAVE vermittelt Veranstaltenden illegaler Raves Wissen über Rave-Kultur und Sicherheit. Sie besteht aus zwei Büchern und einer Materialsammlung und bietet praxisnahe Unterstützung für eine sichere Eventgestaltung. Rave & Awareness erklärt kulturelle Hintergründe und Awareness-Konzepte, während das Situation Book Handlungshilfen bei Notfällen und Problemen bietet. Die Materialsammlung enthält u. a. einen Poster Builder mit gestaltbaren Textbausteinen.
Ziel ist es, durch offene Kommunikation und kreative Tools zu einer verantwortungsvolleren Organisation beizutragen. Eine begleitende Website stellt Inhalte zusätzlich digital bereit. Die Arbeit soll nicht zur Veranstaltung illegaler Raves ermutigen, sondern das Bewusstsein für Risiken schärfen und Schutzmaßnahmen fördern.
zebra
Zebra verfolgt das Ziel, die Erstellung von Audiodeskriptionen für Theateraufführungen durch eine strukturierte, kollaborative Arbeitsumgebung zu vereinfachen. Die Anwendung adressiert zentrale Herausforderungen wie den hohen Produktionsaufwand und die mangelnde Einbindung blinder Perspektiven in den Entstehungsprozess. Kern der Konzeptidee ist eine plattformbasierte Lösung, die sehende Autor*innen, blinde Redakteur*innen und Sprecher*innen in einem digitalen Raum zusammenführt. Durch die Synchronisation von Skript, Videoaufnahmen und Audiodeskriptionstexten entsteht ein zentraler Arbeitsbereich, der alle benötigten Werkzeuge und Informationen integriert.
Zebra fördert die Zusammenarbeit zwischen blinden und sehenden Nutzer*innen durch rollenspezifische Ansichten und für Screenreader optimierte Oberflächen.
Die Integration von KI-Tools und die asynchrone Zusammenarbeit zwischen Autor*innen und Redakteur*innen verkürzen die Erstellungszeit, während gleichzeitig die Textqualität steigt.
avio – touch and go
avio – touch and go ist ein User Interface Konzept für den Towerlotsenarbeitsplatz. Es führt zentrale Funktionen in einer einheitlichen Systemlösung zusammen, um die Planung und Koordination von Starts und Landungen effizienter und sicherer zu gestalten. Die bisher einzelnen Systeme – Sequenzierung, Lagedarstellung Luft, Lagedarstellung Boden, Wetter und Kameras – werden auf einem Touchscreen zusammengeführt. Ergänzt wird dieser durch einen Eingabestift mit taktilem Feedback, welches eine intuitive Steuerung und die direkte Verknüpfung mit dem mentalen Modell der Lotsen ermöglicht.
Das System stärkt das Situationsbewusstsein, verringert die kognitive Belastung und erleichtert Multitasking unter Zeitdruck. Durch die Reduktion redundanter Interaktionen sowie eine klare visuelle Struktur wird die Arbeitsbelastung spürbar reduziert. Ziel ist es, in einer sicherheitskritischen Umgebung eine gezielte Entlastung der Lotsen zu ermöglichen, ohne etablierte Abläufe zu unterbrechen.
[Drei Mal] Deutsch
Kaum ein Thema prägt den Diskurs derzeit so sehr wie [die Ausländer]. Unsere Initiative setzt ein Zeichen gegen Rechtsextremismus – gerade jetzt, wo Hass zunehmend offen geäußert wird. Im Zentrum steht eine Booklet-Trilogie im A6-Format mit provokanten Titeln. [Teil 1] zeigt Parallelen zur NS-Zeit, [Teil 2] beleuchtet Vielfalt und die Gefahr von Deportationsplänen, [Teil 3] erklärt rechte Sprache und stärkt Empathie. Ergänzt wird das Projekt durch eine Container-Ausstellung auf Tour: Zitate von Rechten liegen am Boden – buchstäblich zum Drauftreten.
Die Ausstellung vereint Inhalte aller drei Booklets und lässt auch Menschen mit Migrationsgeschichte zu Wort kommen. Ihre Erfahrungen mit Ausgrenzung und Zugehörigkeit machen deutlich, worum es geht. Ein Faltflyer informiert über die Ausstellung, dessen Rückseite als Poster mit arabischer Botschaft gegen Vorurteile wirkt. Ziel ist, Aufklärung niedrigschwellig zugänglich zu machen – online, offline und auf unseren Straßen und Plätzen.
Conversations with strangers
In einer Welt, die von digitalen Interaktionen geprägt ist, werden echte Begegnungen immer seltener. Conversations with Strangers zeigt, wie leerstehende Räume in lebendige Third Places verwandelt werden können – Orte, die Kreativität, Austausch und Dialog unter jungen Erwachsenen fördern.
Mit How to: Third Place entstand ein praxisnaher Leitfaden zur Belebung ungenutzter Räume in kleinen und mittleren Städten – mit konkreten Werkzeugen zur Förderung von Gemeinschaft.
Als Start-up Kontakt Kiosk haben wir diese Ideen in zwei Pilotprojekten in Stuttgart und Schwäbisch Gmünd getestet. Interaktive Ausstellungsevents mit partizipativen Installationen und einladenden Begegnungsorten machten das Konzept erlebbar.
Durch die Verbindung von Forschung und Praxis steht Conversations with Strangers für Offenheit, Zugänglichkeit und bedeutsame Begegnungen im ländlichen Raum.
Hillgruber Areal – Spaldingstraße 1A
Die Umnutzung der letzten großen innerstädtischen Brachfläche unterhalb des Hamburger Hauptbahnhofs wird als gemeinschaftlicher Aushandlungsprozess für Wohnen, kleinteilige Unternehmen, Kultur und soziale Infrastruktur errungen. Unsere Gestaltung wird hier zum Werkzeug für Teilhabe in der Stadt, sie verankert die lokalen Akteur*innen in den Planungsprozess, jenseits eingeübter professioneller oder finanzieller Rollen. Beginn der Gestaltung war eine Bedarfserhebung für zukünftige Nutzer*innen, in der beispielsweise Raumgrößen, Finanzierungsmodelle und Nutzungsformen abgefragt wurden. Unsere Gestaltung diente dabei nicht dem Entwurf des fertigen Gebäudes, sondern der Strukturierung des Planungsprozesses und seiner Zugänglichkeit. Eine großformatige Bautafel kommuniziert öffentlich und wandelbar den Stand der Diskussion. Ein physisches Modell stellt räumliche Relationen, Spannungen und Allianzen sichtbar her.