Die zunehmende soziale Spaltung und die Zunahme rechtsextremistischer Gewalt führen zu einer verstärkten Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund. Besonders bei Menschen mit gemischter Herkunft wächst die Unsicherheit über Identität und Zugehörigkeit. Die Videoinstallation Luk Kreung nutzt ein Wimmelbild, um Alltagsrassismus in kleinen Szenen erfahrbar zu machen. Es zeigt die Auseinandersetzung der Künstlerin mit ihrer Identität und die Konfrontation mit Stereotypen in beiden Kulturen. Die Videoinstallation lädt ein, genauer hinzuschauen, Details zu entdecken und eigene Vorurteile zu hinterfragen. Die Kombination aus visueller Naivität und inhaltlicher Tiefe ermöglicht es, die Komplexität des Themas auf eine symbolische und abstrakte Weise darzustellen, die über die reine Illustration hinausgeht und die emotionalen und psychologischen Dimensionen von Identitätskonflikten tiefer vermittelt. Zusätzliche Tonaufnahmen und ein Begleitheft sorgen für ein besseres Verständnis.
Autor: Jean Claude Granval
Felt the Future – walking with wool
Durch die Entwicklung von Prototypen für Schuhe aus 100 % Wolle zeige ich einen praktikablen Monomaterial-Ansatz, der die regionale Schafzucht stärken, den Erhalt von Heidelandschaften unterstützen und traditionelle Schuhmacherhandwerkskunst neu beleben kann.
Anstatt auf globale Lieferketten zu setzen, untersuche ich dezentralisierte Produktionsmodelle wie lokale Werkstätten oder CNC-Fräsen, um Abfall zu minimieren und lokale Gemeinschaften zu stärken.
Meine Arbeit legt zudem den Grundstein für zukünftige Forschung zur biologischen Abbaubarkeit von Wollsohlen und zum luftreinigenden Potenzial abgeriebener Wollfasern.
Auch wenn noch nicht alle Konzepte vollständig umgesetzt sind, zeigen diese Erkenntnisse, wie zirkuläres Design mit erneuerbaren Materialien die Schuhindustrie neu denken und umfassende sozial-ökologische Veränderungen anstoßen kann.
SAARBRÜCKEN MITTE IN FÜNF FACETTEN / SAARBRÜCKEN MITTE IN FIVE FACETS
Eine promenadologische und gestalterische Auseinandersetzung mit den Stadtteilen Saarbrückens Mitte, die Architektur, soziale Bewegungen, vergessenes Handwerk und kulturelle Vielfalt durch Porzellandesign und Souvenirgestaltung in den Fokus rückt.
Mit der erlernten Methodik kann ich den Forschungsprozess im Bereich Research Design auch auf andere Städte, Regionen oder Länder anwenden.
Zudem entwickelte ich eine Praktik zur Verbesserung der Souvenirgestaltung im Porzellandesign. Dabei analysierte und überarbeitete ich die klassische und wenig nachhaltige Herstellungsmethode der Gipssprengform, um eine kontrolliertere Herstellung von hinterschnittenen Objekten zu ermöglichen. Ein weiteres Merkmal der Gipsformen ist die einfache Austauschbarkeit der Gipssegmente, was zu einer nachhaltigeren Verwendung führt.
Im Bereich der Dienstleistung können verschiedene Gestaltungselemente kombiniert werden, um im Bausatzverfahren individuelle Unikate zu schaffen.
Raum-Klima-Wandel
Raum-Klima-Wandel ist ein modulares Gestaltungskonzept zur energieeffizienten Klimatisierung von Innenräumen. Das kombinierte Verdunstungskühlsystem basiert auf dem physikalischen Prinzip der adiabaten Kühlung und benötigt keine elektrische Energie oder umweltschädlichen Kältemittel.
Das skalierbare System ist raumtypologisch als Wandpaneel, Trennwand oder freistehendes Objekt einsetzbar und lässt sich in verschiedenen Pattern kombinieren. Die Elemente werden im Gussverfahren aus Steinzeug gefertigt und bei niedrigen Temperaturen gebrannt, um die Porosität zu erhalten. Ihr zweischaliger Aufbau erzeugt einen kontinuierlichen Kühleffekt bei geringem Wasserverbrauch und ermöglicht die Kombination verschiedener Tonfarben. Die Konstruktion erlaubt den Austausch einzelner Komponenten und eine sortenreine Rückführung in den Kreislauf.
Raum-Klima-Wandel bietet eine ressourcenschonende Alternative zu herkömmlichen Klimaanlagen, mit Fokus auf Ästhetik, Materialität und Konfigurierbarkeit.
STILL TIME TO PLAY
Erwachsen sein heißt heute vor allem: angepasst, nützlich, funktional zu sein. Alles, was getan wird, hat Ziel und Zweck. Verspielt zu wirken gilt schnell als naiv, als Ablenkung vom Wesentlichen. Doch vielleicht liegt genau darin ein Irrtum. Vielleicht geht im ständigen Tun etwas verloren, das Effizienz nicht ersetzen kann. Ein Schritt zurück in die Kindheit, zu zweckfreiem Handeln, könnte ein Schritt nach vorn sein: hin zu einem Erwachsensein, das nicht nur funktioniert, sondern sich selbst näherkommt.
STILL TIME TO PLAY ist ein Spielplatzkonzept für Erwachsene aus drei skulpturalen Objekten, die zum Spielen einladen. Die entstehende Spielsphäre bietet Erwachsenen ein von der Nützlichkeit des Alltags abgestecktes Spielfeld, in dem nur das gegenwärtige Erleben zählt, nicht Leistung oder Produktivität. Dieses freie Spielen stärkt mentales, körperliches und soziales Wohlbefinden.
Die Spielobjekte sind durch Spielen als Designmethode entstanden und fangen so das Spielerische formal ein.
Sittago
Sittago ist ein multifunktionales Sitzkissen, das speziell für Kinder in Waldkindergärten entwickelt wurde. Es vereint Sitzunterlage, Tasche, Schaukel und Liegefläche in einem einzigen Produkt und fördert so das freie, kreative Spiel in der Natur.
Ziel war es, ein kindgerechtes, robustes und nachhaltiges Outdoor-Produkt zu gestalten, das den hohen Anforderungen des Alltags im Freien gerecht wird.
Das Design basiert auf intensiver Feldrecherche, Nutzerinterviews mit Erzieher*innen und einer Umfrage mehrerer Waldkindergärten. Die Gestaltung orientiert sich an kindlicher Neugier, Bewegung und Selbstständigkeit. Die Materialwahl folgt Prinzipien der Kreislaufwirtschaft.
Sittago lässt sich leicht transportieren, ist langlebig, sichtbar und reparierbar – ein Produkt, das mitwächst und das freie Spielen fördert, von Generation zu Generation.
KI und Stop-Motion entfesseln den Horror der Zukunft
Da die Stop-Motion-Produktion aufgrund des hohen Zeitaufwands ausstirbt, habe ich mich in meiner Diplomarbeit mit einer Lösung beschäftigt, die diese Technik am Leben erhält.
Ich habe eine fiktive Produktionsfirma namens Pixel and Clay Productions entwickelt, die klassische Stop-Motion mit modernen Technologien kombiniert. Figuren aus Clay werden modelliert und fotografiert, und eine KI übernimmt anschließend die Animation, sodass der typische Stop-Motion-Stil viel schneller zum Leben erweckt werden kann.
Das Projekt ist ein Horrorfilm, in dem ein Mädchen aus ihrem bedrückenden Alltag flieht und in den Wald geht. Dort entdeckt sie einen alten Spiegel, der sie in eine albtraumhafte Welt führt. Sie muss sich ihren tiefsten Ängsten stellen und einer verdrängten Vergangenheit, die eine dunkle Wahrheit offenbart.
Mit dieser Kombination aus analoger Kunst und digitaler Effizienz kann die Magie der Stop-Motion bewahrt und gleichzeitig die Produktion beschleunigt werden.
Spatial Bodies
Menschen existieren nicht nur in architektonischen Räumen, sie gestalten ihren Lebensraum auch mit Hilfe der Kleidungsstücke, die sie tragen. Maßgebend sind in beiden Fällen der Körper und dessen individuelle Merkmale. Die „Spatial Bodies“ verbinden die unterschiedlichen Räumlichkeitsbegriffe von Architektur und Mode zu Trennelementen, die es den Nutzer*innen ermöglichen, ihre Umgebung auf ähnliche Weise wie ihren Kleidungsstil zu beeinflussen. Die Formsprache der Objekte leitet sich aus abstrahierten Schnittmustern ab. Sie können individuell oder als Ensemble genutzt werden und sollen den Raum um sie herum mit ihrer verspielten Formsprache und Materialität positiv beeinflussen.
S.H.I.T
Ein mobiles Toilettensystem, das sowohl im urbanen Raum als auch auf Veranstaltungen flexibel eingesetzt werden kann. Damit soll der Mangel an öffentlichen Toiletten gelöst und die Benutzer*innenfreundlichkeit verbessert werden.
Das technische Herzstück des Systems ist ein innovativer Elektrolyse-Kreislauf, der das Abwasser effizient zu Frischwasser filtert. Die Module basieren auf der Euro-Paletten-Norm, was den Transport erleichtert und eine hohe Flexibilität bei der Nutzung ermöglicht.
Durch die modularen Abmessungen der Kabinen bestehen vielfältige Möglichkeiten, diese nach Bedarf zu kombinieren und auszustatten. Die größte Kabine bietet ausreichend Platz, um barrierefrei zu sein, und fungiert als universelle Toilette.
S.H.I.T kann durch ein effizientes Sharing-Konzept alle bestehenden Toiletten im öffentlichen Raum ersetzen und bietet dabei flexible, nachhaltige und leicht zugängliche Sanitärlösungen, die einen Raum schaffen, der den Bedürfnissen aller Nutzer*innen gerecht wird.
mykra ≠ fast furniture
Mykra ist ein Möbelstück, das Design und Nachhaltigkeit vereint! Durch den innovativen Materialansatz, Myzel als Plattenwerkstoff zu nutzen, anstelle von Spanplatten, entsteht ein ganzheitlich neu gedachter Produktions- und Lebenszyklus. Angefangen bei der ressourcenschonenden Werkstoffherstellung, übergehend in neue Bauweisen, entsteht so am Ende ein durchdachter Lebenszyklus des Möbels von der Entstehung bis zur Kompostierung, der einen umweltfreundlicheren Ansatz in der Möbelindustrie bietet.
Hauptbestandteil sind Myzelplatten, die künftig mit regionalen Restströmen produziert werden. Sie halten im Innenraum bis zu 30 Jahre, sind biologisch abbaubar und können bei Verschleiß leicht ausgetauscht oder kompostiert werden. Der Bambus aus Gartenabfällen zur Stabilisierung wird zukünftig nicht mehr benötigt. Weitere Bestandteile des Möbels sind Stahl für Schrauben sowie das Untergestell, das bei Umnutzung wiederverwendet wird. Die Winkel sind derzeit aus Aluminium, welches ersetzt wird.