Colts & Catacombs

Colts & Catacombs ist das Abschlussprojekt meines Studiums und dokumentiert das fiktionale Spiel „Colts & Catacombs“.
Wir leben in einer Welt mit vielen Wahrheiten. Internet-Communities fördern das Entstehen von alternativen Narrativen und Erklärungen, einer Welt von eigenen Wahrheiten und Perspektiven, die innerhalb der abgekapselten Gruppen Gültigkeit besitzen.

Colts & Catacombs, das Spiel, welches ich in meiner Arbeit simuliere, lebt in dieser Grauzone. Im Moment des Erfahrens und Interagierens mit meinem Projekt erwacht es zum Leben.
Solange sich der/die Betrachter:In in dem „magischen Kreis“ befindet, sich also der Illusion des Gezeigten hingibt, existiert Colts & Catacombs, das bruchstückhafte Überbleibsel einer anderen Zeit.
Sobald man jedoch einen Schritt zurücknimmt, zerfällt die Fiktion und verwandelt sich, wie viele der selbstbestätigenden Wahrheiten und großen Geschichten, in Staub und leere Worte.

Ornament und Massenproduktion

Das Ornament galt lange als Gegensatz zur industriellen Fertigung – als überflüssig, irrational, nicht normierbar. Doch diese Trennung ist ein Dogma. Ornament ist mehr als Zierde: Es strukturiert, gliedert, verweist, trägt. Diese Arbeit hinterfragt die Idee des Ornaments im industriellen Kontext und sucht nach einer gestalterischen Synthese: Wie kann Ornament nicht aufgesetzt, sondern integraler Bestandteil der Massenproduktion werden?
Das standardisierte Aluminiumprofil steht hier als Sinnbild funktionaler Reduktion. Durch den gezielten Eingriff wird es manipuliert, um eine zweite Ordnung sichtbar zu machen: eine ornamentale Struktur, die nicht gegen das Material arbeitet, sondern aus dessen industrieller Logik heraus entwickelt wird. Daraus entstehen drei Möbel: Hocker, Tisch und Leuchte mit Ornament. Sie untersuchen, wie Ornament in einfachen Alltagsobjekten wirkt.

Path Tiles

Unsere Bewegungen können wie eine Performance begriffen werden, wie etwas Flüchtiges, das nur im Moment existiert und nach der Vollendung weder sichtbar noch fassbar ist. Nur die Erinnerungen an das Erlebte bleiben als Spuren der Bewegung in unserem Geist erhalten. „Path Tiles“ nutzt GPS-Daten, um diese besonderen Momente individueller Erfahrung einzufangen und in Form von Mustern in die physische Welt des sicht- und tastbaren Textils zu übertragen. Es entsteht eine tiefe Bindung zwischen Mensch und Objekt.

Die Path Tiles Website ist ein Werkzeug, das Reisen in Form von GPS-Daten in strickbare Muster verwandelt. Die Ästhetik des Musters kann durch zusätzliche Verschiebung, Verzerrung und Spiegelung individualisiert werden. Das entstandene Muster wird dann in Form eines gestrickten Objekts zum Leben erweckt und wird zur materialisierten persönlichen Erfahrung.

Schein Allein

Das Trompe-L’œil ist eine wichtige Stilrichtung der bildenden Kunst, die die menschliche Faszination mit Illusionen verbildlicht. Aus der Bedeutungsschwere, die die Darstellung von Materialien in dieser Technik erzeugt, können Möglichkeiten für die Anwendung in der Produktgestaltung entstehen. Diese Möglichkeiten soll Schein Allein untersuchen und in Gestalt bringen.

unheimlich schön

In der digitalen Welt verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen dem Realen und dem Künstlichen. Mit der fortschreitenden Entwicklung von Deepfakes und KI-generierten Inhalten wird es immer schwieriger, zwischen authentischen und manipulierten Medien zu unterscheiden. Dies wirft tiefgreifende Fragen auf: In welchem Maße beeinflusst diese neue visuelle Kultur unser Verständnis von Wahrheit und Authentizität? Wie verändern Social Media und KI unseren Blick auf Mode, politischen Aktivismus und soziale Bewegungen?

Im Rahmen meiner Kollektion habe ich untersucht, wie sich politische-symbolische Kleidung im digitalen Zeitalter neu denken lässt. Wenn Mode ein Medium ist, das den kulturell-politischen Zeitgeist einfängt und Menschen in sozialen Bewegungen verbindet, stellt sich die Frage, wie sie politisch sein kann, ohne plakativ zu wirken. Im Zentrum meiner Auseinandersetzung steht, wie der digitale Konsum sozialer Medien die Modewahrnehmung verändert.

Fungiture

Fungiture setzt sich kritisch mit den Verarbeitungseigenschaften myzelbasierter Materialien auseinander und stellt das innovative Verfahren des thermischen Pressens in den Fokus. Aus den gepressten Materialien entstehen drei Hocker, die die Vorteile nachhaltiger Materialien und Fertigungsprozesse aufzeigen.

Aus vorgelagerten Forschungsprozessen resultierende Material-Kompositionen werden in einem thermischen Druckprozess weiterverarbeitet. Während des Pressvorgangs verschmilzt das Material durch die zugeführte Hitze und transformiert zu homogenen und stabilen Platten.

Diversität erlangen die gepressten Platten durch Farbgebung und Aufbau. Es entstehen drei verschiedene Varianten: eine bunte Pilzplatte, gefärbt durch natürliche Pigmente, eine Schichtplatte, hergestellt aus verschiedenen Substraten, und eine Furnierplatte, bei der Pilze als Furnier eingesetzt werden.

Die Fungiture-Hocker zeigen, wie innovative Verfahren nachhaltige Materialien ästhetisch und funktional nutzbar machen.

A Gift or a Theft

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den fortwährenden Nachklängen kolonialer Macht und untersucht, wie Museen weiterhin Narrative über Indien durch die Präsentation von Artefakten formen, die während der Zeit imperialer Eroberung erworben wurden. Sie hinterfragt, ob Museen „fortbestehende koloniale Vermächtnisse“ aufrechterhalten, und analysiert die komplexe Beziehung zwischen kultureller Repräsentation, historischer Interpretation und den anhaltenden Auswirkungen kolonialer Praktiken. Der Fokus liegt auf Objekten, die sowohl von Gewalt als auch von Aneignung geprägt sind und in solchen Räumen gezeigt werden. Dabei wird gefragt, ob die Narrative um diese Artefakte koloniale Vergangenheiten verherrlichen und vorurteilsbehaftete Sichtweisen auf Indien verstärken — und so letztlich „den Stift halten“, um die Geschichte zu kontrollieren.

GENCONNECT

Das Ziel war es, älteren Menschen den Zugang zur digitalen Welt auch ohne technische Vorkenntnisse zu erleichtern sowie die Generationen wieder zu verbinden.

Das Enkelkind ist auf Reisen und Oma hat keine Möglichkeit, daran teilzunehmen? Mit GENCONNECT soll das möglich sein! Wir möchten digitale Barrieren entfernen und Rentnerinnen VR-tauglich machen.
GENCONNECT ist ein Rentner-Digital-Paket, buchbar per Telefon, Webseite oder Bürgeramt. Es beinhaltet Lernstrategien, die mithilfe von Buddies das fehlende Enkelkind in Technikfragen ersetzen. Das Technikpaket wird Rentnerinnen durch Lernspiele, Video-Tutorials oder Lern-Buddies vermittelt.

Das Projekt umfasst einen humorvollen Werbefilm, eine Social-Media-Kampagne, eine benutzerfreundliche Webseite, unterstützende Musik, Illustrationen sowie Interviews mit Rentner*innen.
GENCONNECT steht für Inklusion und den Dialog zwischen den Generationen.

Lasst uns Generationen verbinden und Barrieren abbauen. Mach auch deine Oma zur CyberOma!

TypoTease

Die Arbeit TypoTease widmet sich Pole Dance als Beispiel sexualisierter Ausdrucksformen. Dabei wurde mittels Künstlicher Intelligenz eine typografische Übersetzung des Themas entwickelt. Sie konfrontiert mit den eigenen normativen Vorstellungen von Körper, Sexualität und Schönheit. Die entstandenen visuellen Anreize werden in einer Neuinterpretation des althergebrachten Lexikons zusammengefasst und darin an alle Begriffe geknüpft, die mit dem Tanz an der Stange in Verbindung stehen. Das zunächst als marginal wahrgenommene Thema ermöglicht so einen anschaulichen Zugang zu übergeordneten Begriffen, die Themen wie Moral, Machtverhältnisse und Freizügigkeit aufgreifen und determinierende Bereiche wie die Tanztheorie, feministische Positionen oder Sexarbeit mit einbeziehen. Entstanden ist ein Medium, das dem Thema in seiner Sensibilität und unverstellten Direktheit gerecht werden kann. Wir finden einen Mix aus konstruierten ästhetischen Entscheidungen und vermeintlichen Zufällen.

Tee Time Transport

„Tee Time Transport“ ist ein innovatives Golfcart-Konzept für Porsche, das die Prinzipien von Automobil- und Industriedesign verbindet. Ziel des Projekts war es, ein neuartiges Fahrzeug für den Golfplatz zu gestalten, das Ergonomie, Nachhaltigkeit und die Designphilosophie von Porsche vereint. Das Konzept zeichnet sich durch eine kompakte, sportliche Formensprache, hochwertige Materialien und eine auf die Nutzerbedürfnisse abgestimmte Gestaltung aus. Der Entwicklungsprozess basierte auf umfangreicher Recherche, Nutzerinterviews und der Übertragung charakteristischer Porsche-Designelemente auf ein neues Mobilitätskonzept. „Tee Time Transport“ schafft so ein emotionales und funktionales Fahrerlebnis, das den exklusiven Anspruch der Marke auf dem Golfplatz erlebbar macht.