Eroticism Beyond Human

„Eroticism Beyond Human“ untersucht posthumanistische Formen von Erotik. Posthumanismus ist ein philosophisches Konzept, das traditionelle Dualismen wie Natur vs. Kultur oder Mensch vs. Maschine infrage stellt. In diesem Projekt dient Erotik als Mittel, um diese Grenzen aufzulösen.

Es geht nicht darum, eine Verbindung zur Natur zu finden. Wir sind Natur. Ebenso wenig geht es darum, eine Verbindung zum Künstlichen zu finden. Wir sind künstlich. Solche binären Unterscheidungen greifen nicht. Stattdessen zeigt „Eroticism Beyond Human“, wie diese scheinbar gegensätzlichen Konzepte koexistieren – nicht im Widerspruch, sondern in ständiger Gleichzeitigkeit.

Denn Erotik selbst existiert in einem inhärenten Zustand des Dazwischen: Obwohl nicht „unnatürlich“, geht sie darüber hinaus, indem sie das Sexuelle von der Fortpflanzung entkoppelt. Erotik ist gewissermaßen die kulturelle Sublimierung überschüssiger sexueller Energie – sie schlägt eine Brücke zwischen dem, was als „natürlich“ und dem, was als „künstlich“ gilt.

Diese Erzählung wird verkörpert durch The Other, einen pneumatisch betriebenen Soft-Roboter mit erotischen Merkmalen.

rausgeschrieben umgeschrieben zugeschrieben

Diese Arbeit widmet sich der systematischen Unsichtbarmachung von Frauen in der Geschichtsschreibung und fragt, wie sich unsere Sicht auf die Vergangenheit verändert, wenn wir den Blick auf die bedeutende Rolle von Frauen richten. Über Jahrhunderte hinweg wurden Frauen aus der historischen Erzählung ausgeschlossen, obwohl sie entscheidenden Einfluss auf die Weltgeschichte hatten. In diesem Buch werden diese Geschichten zurückgeholt, die Frauen gewürdigt und das System untersucht, das zu ihrer Streichung führte.
Das Buch verbindet historische Analyse mit biografischem Erzählen: Lebensgeschichten von Frauen strukturieren den Text, ihre Illustrationen stehen, gedreht, rot und mit separaten Infotexten versehen, jeweils am Anfang der Kapitel. Diese Trennung betont ihre Präsenz, verlangsamt den Lesefluss und fordert eine bewusste Auseinandersetzung. Es ist mehr als eine Sammlung vergessener Namen. Es ist ein Schritt zur Rückeroberung dessen, was unterdrückt, ausgelassen und gelöscht wurde.

MY-CO

Was wäre, wenn Räume wachsen könnten, statt gebaut zu werden?

Die Abschlussarbeit „MY-CO“ untersucht das transformative Potenzial von Myzelkompositen als lebendige, kreislauffähige Materialien für die Innenarchitektur. Am Beispiel der bischöflichen Weingüter Trier entsteht ein ortsspezifisches Gestaltungskonzept, das theoretische Ansätze mit experimenteller Materialforschung verbindet.

Im Zentrum steht ein innovativer, 3D-druckbarer Biomasse-Pilz-Verbundwerkstoff auf Basis von Treber, einem Nebenprodukt der regionalen Bierproduktion. Die Zusammensetzung ermöglicht ein hohes Maß an Formstabilität, auch nach der Dehydrierung, und eröffnet neue Spielräume für die gestalterische Praxis.

Basierend auf umfangreichen Materialtests wird ein Anwendungsspektrum entwickelt, das die Qualitäten und Grenzen des Werkstoffs einbezieht: modulare Elemente für den Retailbereich, akustisch wirksame Oberflächen sowie objekthafte Installationen im Ausstellungsdesign.

Nerea Skin

Diese Thesis präsentiert Nerea Skin, eine biologisch abbaubare Verpackung für flüssige und halbfeste Kosmetikprodukte. Sie wurde entwickelt, um Plastikmüll in der Schönheitsindustrie zu reduzieren, indem regenerative Materialien wie Algen verwendet werden. Diese Materialien sind flexibel und kompostierbar und bieten gleichzeitig Schutz und antibakterielle Vorteile für das Produkt.

Die Verpackung besteht aus Einwegkapseln, die Funktionalität mit Ästhetik verbinden. Ihre natürlichen Texturen, das matte Finish und organische Formen schaffen ein taktiles und emotionales Erlebnis. Inspiriert von minimalistischem und naturbasiertem Design helfen sie den Nutzer*innen, sich stärker mit dem Produkt und seinem Zweck zu verbinden.

Das Projekt folgte der Double-Diamond-Methode und kombinierte Recherche, Materialtests und Prototyping. Nach zahlreichen Experimenten entstand die finale Rezeptur aus Alginat, Chitosan und einem Weichmacher zur Verbesserung der Eigenschaften. Das Ergebnis ist eine funktionale und nachhaltige Verpackung, die eine verantwortungsvollere Zukunft für Kosmetikprodukte unterstützt.

Ich bin jeden Tag am Strand, schwimme und spiele Gameboy. Es ist ein Traum.

Ein Quilt, gefertigt aus alten, mit Erinnerung aufgeladenen Textilien, erzählt und verknüpft Geschichten von Erlebnissen in der Ferne und von der Leichtigkeit des Reisens. In dem textilen Objekt werden banale touristische Erlebnisse rekontextualisiert, indem sie die für Souvenirs typische Aufwertung im heimischen Kontext erfahren und hierbei die intime Gestalt einer Decke annehmen. Die Erzählstruktur der bereits verblassenden Erinnerungen entfaltet sich durch verschiedene Techniken wie beispielsweise dem Einsticken von Zeichnungen, verborgener Objekte sowie Fragmenten aus Postkarten und Fotos.

HANDGEMACHT

Der Verlust der Verbindung zur Natur ist heute allgegenwärtig, die Wertschätzung für Nahrung und vor allem Lebewesen immer realitätsferner. Gleichzeitig scheint es so, als würden sich immer mehr Menschen wieder nach einem Umbruch sehnen. Das Buch beschäftigt sich daher mit jungen Menschen, die diese Entwicklung hinterfragen, wieder achtsamer und naturverbunden leben möchten. In neun Kurzreportagen werden verschiedenste Menschen und deren Geschichten dokumentiert, um der Frage nachzugehen, woher der wieder zunehmende Wunsch nach mehr Naturverbundenheit rührt. Ebenso wird Wissen über Natur und die jeweilige Arbeit vermittelt. Jedes Kapitel enthält Rezepte, die individuell auf die jeweiligen Naturgüter abgestimmt sind. So soll das Buch mit ehrlichen, ungeschönten Fotografien ein Empfinden und Gespür für Natur und Lebensmittel geben. Das Konzept des Buches basiert auf meiner eigenen Verbindung zur Natur, die schon früh durch meine Großeltern geprägt wurde. Beiden ist dieses Buch gewidmet.

Beyond borders

„Beyond Borders: Das Verständnis der Dynamik von Migration, Identität und Empathie“ ist ein sozial orientiertes Designforschungsprojekt, das untersucht, wie Design Empathie und interkulturelles Verständnis bei Jugendlichen mit transnationalem Hintergrund fördern kann. Mithilfe partizipativer Methoden und Interviews werden persönliche Geschichten von Migration, Identität und Zugehörigkeit aufgedeckt. Das Endergebnis ist ein gemeinsam entwickeltes Kartenspiel, das bedeutungsvolle Gespräche anregt, kulturelle Distanzen verringert und emotionale Verbindungen fördert. Auf den Prinzipien des Social Design basierend zeigt das Projekt, wie Design den Dialog und die Inklusion über Grenzen hinweg ermöglichen kann.

SunDrops | collecting solar energy

Für Privatpersonen in städtischen Gebieten ist der Zugang zu erneuerbaren Energien oft beschränkt. Während Eigenheimbesitzer oft schon Zugang zu Photovoltaiklösungen auf ihren Dächern haben, wird Mietern der Zugang zu solchen Technologien häufig verwehrt. Bestehende Solarmodule für Balkone sind im Wesentlichen die gleichen wie die für Dächer.
SunDrops ermöglicht den Zugang zu dezentraler Energieerzeugung für Mieter, indem es den Balkon nutzt, und bietet eine werkzeuglose Installation, wodurch die Hemmschwelle, mit der eigenen Stromerzeugung zu beginnen, gesenkt wird.
Die kompakte Bauweise und das Design sollen eine breite Akzeptanz fördern und machen erneuerbare Energien auch für Mieter zugänglich.
Durch die Nutzung vorhandener Flächen im städtischen Raum trägt SunDrops zur Demokratisierung der Energieversorgung und zur aktiven Beteiligung an der Energiewende bei. SunDrops gestaltet Materialien und Oberflächen für Photovoltaik so um, dass sie in bestehende Außenanlagen passen.

How’s your weather?

Das Projekt „How’s your weather?“ nutzt das häufigste Small-Talk-Thema – das Wetter – als Mittel, um Gespräche über Emotionen zu initiieren.
Das Wetter dient häufig als unverbindliches Gesprächsthema, wohingegen es vielen Menschen schwerfällt, sich zu ihren Emotionen zu äußern. Das Projekt zielt darauf ab, Emotionen in Form von Wetter zu visualisieren und somit Konversationen und Diskussionen zu initiieren.
Diese metaphorische Herangehensweise erleichtert den Gesprächseinstieg und fördert ein offeneres und ehrlicheres Miteinander.

C808

Connecting.808 ist ein Diplomprojekt, das die Komplexität klassischer elektronischer Musikproduktion reduziert und eine intuitive, immersive Benutzererfahrung ermöglicht. Im Zentrum steht ein modulares System, das Nutzer befähigt, einzelne Klangbausteine wie Basslines, Synths und Percussion-Elemente separat zu speichern, zu bearbeiten und live miteinander zu kombinieren.
Eine innovative Gestensteuerung erlaubt es, die Dynamik der Bausteine durch die räumliche Anordnung der Devices in Echtzeit zu modulieren. Ergänzend ermöglichen berührungssensitive Oberflächen mit LED-Matrix die Steuerung von Effekten wie Reverb und Delay sowie die gezielte Auswahl von Samples.
Connecting.808 integriert Hard- und Software in einem nutzerfreundlichen Interface, das kreative Freiheit fördert und technische Barrieren minimiert. Ziel ist es, Musikproduktion zu demokratisieren und eine neue, physisch erfahrbare Form der Klanggestaltung zu etablieren.