Urban Ranger

Magdalene Neynaber & Laura Klingele

Juli / July - 2019

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Was ist es?

Unsere wünschenswerte Version der Zukunft ist eine Stadt, in der alle Bewohner*innen an der Stadtplanung teilhaben können. Ein Szenario, in dem alle Menschen ihre Visionen und Wünsche einbringen können und Gemeinschaft durch Diskurs entsteht.

Daraus entstand das Konzept Urban Ranger App. Die App ist ein Raum, in den man Wünsche und Bedürfnisse soziokultureller Art artikulieren oder konstruktiv Veränderung anstoßen kann. Die App ist kartenbasiert, so kann man am aktuellen Standort Vorschläge in Form eines Icons platzieren.
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Für die Bewohner*innen dient sie als Sprachrohr, für die Stadt als Tool um Stimmungsbilder zu bekommen und Bedürfnisse zu erkennen. Es fängt bei einem Mülleimer im Park an, kann aber auch Spielraum für fantastische Visionen sein. Die App zielt darauf ab, ein Bewusstsein für den eigenen Lebensraum zu entwickeln und Mut zu Veränderung sowie Selbstwirksamkeit zu unterstützen.

Was ist das Thema?

Der Wunsch hinter dem Urban Ranger Konzept ist eine partizipative Stadtplanung, die die Bedürfnisse der Bürger*innen mit den Interessen der Stadtpolitik zusammenbringt. Als großes Thema hinter dem Projekt steht die Hilfe zur Selbstwirksamkeit der Bürger*innen im Bezug auf den umgebenden Lebensraum. Die App soll Gedanken anregen die Stadt nicht als fest vorgegebenes Konstrukt zu begreifen, sondern mit eigener Aufmerksamkeit und Ideen Teil des stetigen Transformationsprozesses zu werden. Das Ziel ist spielerisch zum Akteur zu werden seinen Wünschen und Bedürfnissen Gehör zu verschaffen und in direkten Austausch zu kommen.

Warum sieht es so aus?

Der Fokus in der Gestaltung der App liegt auf intuitiver Benutzerfreundlichkeit und orientiert sich so in der Funktionsweise an gängigen social media Plattformen wie Facebook, Instagram, Jodel und Google maps. Die Form- und Farbgebung ist schlicht gehalten, um eine einfache Bedienbarkeit zu gewährleisten. Klarlinige Pictogrammen stellen verschiedene Wünsche und Bedürfnisse da. So entsteht eine visuellen Unterstützung der Ideen. Das Narrativ der App ist das des "Urban Rangers", der als Hüter des Stadtraumes zu verstehen ist. Begriffe wie "Mein Revier", über das sich zum Beispiel die Beisträge zu den eigenen Projektideen aufrufen lassen, sorgen für eine eine verstärkte Identifikation mit dem eigenen Viertel. Dies schlägt einen Querverweis die Stadt als lebendiges Habitat zu begreifen.

Was ist das Besondere?

Die Plattform bringt Stadtentwicklung und Partizipation ins digitale Zeitalter. Dadurch werden Informationswege verkürzt. Der digitale Raum fängt auch Menschen auf, die sonst vielleicht hinten runter fallen oder aus diversen Gründen kein Gehör finden. Über ähnliche Ideen und Bedürfnisse können sich auch unabhängig von realisierbaren politischen Anliegen Interessensgemeinschaften finden. So entsteht das Potential für eine konstruktive Gemeinschaft abseits der Meckerkultur.

Was ist neu?

Die App möchte sich spielerisch am politischen Diskurs beteiligen. Sich einzubringen und Ideen zu entwickeln soll Spaß machen.