Restructuring Order

Elisabed Zautashvili

September / September - 2019

Fachhochschule Potsdam

Was ist es?

Mein Masterarbeit ist eine Möbelkollektion inspiriert von der
spät-sowjetischen Architektur.

Was ist das Thema?

Bis heute wurden in den ehemaligen sowjetischen Ländern viele Gebäude aus der sowjetischen Zeit abgerissen, weil sie ihren Zweck erfüllt hatten, kein wirtschaftlicher Anspruch mehr an sie gestellt wurde oder wegen eines ideologischen Kampfes gegen ein sogenanntes sowjetisches Denken. Während meines Lebens in Georgien hatte ich oft das Gefühl, dass mein Protest und meine Worte nichts zählten, als diese Artefakte vernichtet wurden. So bleiben heute oft nur Fotografien die einzigen visuellen Zeugnisse dieser surrealen Strukturen. Aus diesem Grund verfolgte ich das Anliegen, meine eigene Methode zu entwickeln um diese verlorenen Formen in kleinere, nutzbare Objekte umzuwandeln, damit sie in ihnen weiterleben können.

Warum sieht es so aus?

In meinem Heimatland Georgien spielt das gemeinsame Essen eine große Rolle. Es gibt sogar ein eigenes Wort dafür: “Supra” was im Wortsinn soviel bedeutet wie Tischdecke, man nutzt es jedoch auch im übertragenen Sinn als Begriff für eine gesellige Zusammenkunft bei Tisch. Dass ich eine Gruppe von Esstisch, Hocker und Tischobjekten entworfen habe, ist auf diese besondere Esskultur zurückzuführen. Für jedes Stück der Kollektion wurde ein spezifisches Gebäude ausgewählt und versucht, den Charakter des jeweiligen Gebäudes einzufangen und nutzbar zu machen. Die Besonderheiten der Architektur finden sich in den Objekten wieder. Als Material habe ich nachhaltige Materialien wie Holz und Ton benutzt, die für meine Heimatland sehr üblich sind.

Was ist das Besondere?

Anhand der Vorbilder aus der spät-sowjetischer Architektur wurde eine uralte georgische Tradition unter Anwendung traditionellen Handwerks in eine zeitgenössisch, nutzbare Variante übertragen. Meine Skizzen der einzelnen Gebäude nahmen im Laufe des Schaffensprozesse immer mehr die Form der folgenden Ausstellungsstücke an. So wurde unter anderem unter Beibehaltung der architektonischen Stilformen aus einer Bushaltestelle ein Hocker oder aus einem Monument eine Präsentierschale. Die so entstandene Kollektion beinhaltet architektonische Erinnerungen an mein Heimatland, zu denen ich mich emotional verbunden fühle. Die Gebäude, die mich seit meiner Kindheit begleiten und interessieren, finden sich in diesen Objekten wieder. Die aus dieser Fusion entstandenen Möbel erfüllen ihre Funktion und stehen miteinander in einer harmonischen Verbindung.

Was ist neu?

Neu an meiner Arbeit ist die Methode, Architektur in kleine nutzbare Objekte zu übertragen.