There are tears at the heart of things.

Moritz Barral Jähde

Januar / January - 2018

Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Was ist es?

Vier Objekte, die wie Stühle aussehen, befinden sich in einem leeren Raum. Dort bewegen sie sich autonom und unvorhersehbar – allerdings nur solange sich kein Mensch in ihrer Umgebung befindet.

Was ist das Thema?

Das Wesen der Dinge.

Warum sieht es so aus?

Die Objekte stellen nicht vier Stühle dar, sondern die Vorstellung von vier Stühlen in einem Raum. Deshalb sehen sie auch so aus, wie man sich vier Stühle vorstellen würde. Die Objekte gerieren im wahrsten Sinne des Wortes zur Idee des Objekts selbst.

Was ist das Besondere?

Egal, wieviel (Design-) Arbeit in ein Produkt/Objekt fließt, es ist in jeder Hinsicht das schwächste Glied einer langen Kette. Es wird ge-dacht, ge-staltet, ge-macht - je detaillierter wir uns mit ihm und seinem Design beschäftigen, desto mehr verliert es die Deutungshoheit über sein Wesen. Selbst smarte oder gar mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Produkte schaffen es nicht, hier auszubrechen. Intelligent ist nicht das Objekt selbst, sondern die Technik, mit der es verknüpft ist. Die vorliegende Arbeit führt sowohl die zerrüttete Beziehung zwischen Ding und Mensch vor Augen, versucht sie aber auch gleichzeitig in einer exemplarischen Versuchsanordnung partikulär aufzulösen.

Was ist neu?

Die, der Arbeit zugrunde liegende Frage, was das Ding über seine physische Beschaffenheit hinaus zum Ding macht, beschäftigt Menschen seit mehreren Jahrtausenden und ist dementsprechend nicht neu. Dem zeitgenössischen Gestaltungsdiskurs fügt das Projekt insofern eine neue Facette hinzu, als dass das Zusammenleben von Mensch und Ding nicht aus der Gesellschaft heraus sondern vom Ding selbst ausgehend betrachtet wird.