Sensitive

„Sensitive“ beantwortet die aktuellen sozialen und materiellen Ressourcenfragen nicht rückblickend, sondern bricht etablierte Konventionen und trägt so zu einer lebenswerten Zukunft bei. Der Entwurf beschreibt eine neue, sensible Handlungsform: Die tägliche Körperhygiene wird zur sensitiven Erfahrung für Körper und Geist. 

Grüner Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Bei der Verbrennung entsteht ausschließlich Wasser, welches aufgrund der hohen Betriebstemperaturen in Form von Dampf als Abfallprodukt zur Verfügung steht. Sensitive nutzt diesen als Medium für die tägliche Körperpflege. Der wohltemperierte Dampf steigt langsam auf und benetzt dabei unseren Körper. Dabei werden weniger als 200 Milliliter Wasser pro Minute verbraucht. 

Das System schafft es, den Wasserverbrauch der täglichen Hygiene auf ein Minimum zu reduzieren, spart dabei Energie und ist barrierefrei. Sensitive ist weniger wartungsintensiv und weitaus schonender für unsere Haut als die konventionelle Dusche.

Cari

Zuwendung und Nähe sind grundlegende Bedürfnisse eines Menschen. Wenn es an diesen mangelt, können Gefühle wie Einsamkeit und Scham ausgelöst werden. Besonders in Pflegesituationen kann es an sozialen Kontakten und körperlicher Nähe fehlen. Sowohl für Pfleger*innen, pflegende Angehörige, als auch für die pflegebedürftige Person kann der Umgang damit schwierig sein und zu Distanz und Abgrenzung führen. 

Das Fürsorge-Set „Cari“ bietet eine Möglichkeit, um über die Pflege hinaus eine Beziehung aufzubauen und Nähe zu fördern. Das Set besteht aus fünf Einzelteilen, die durch ihre Form und Greifbarkeit auch für Menschen mit unterschiedlichen Mobilitätsniveaus geeignet sind. Durch den physischen Umgang mit den Objekten wird ein sicherer Raum für Berührungen und Gefühle geschaffen. Das gemeinsame Pflegeritual, das durch die Verwendung des Sets entsteht, kann Bindungen vertiefen und das Miteinander angenehmer gestalten. Darüber hinaus tragen die wiederholten Bewegungen zur Selbstständigkeit der zu pflegenden Personen bei.

NEO-SHIBORI

Grenzen sind überall zu finden – vom Zellkern bis zur Atmosphäre; sie existieren zwischen Ländern, Kulturen und Menschen. In meiner Auseinandersetzung mit dem Begriff der Grenze erarbeitete ich Aspekte, die diesem Konzept innewohnen. Grenzen sind nie absolut, sondern wandelbar und fluide, da sie von Menschen gemacht und stets eine Frage der Perspektive sind. Dies manifestiert sich in meiner Stoffkollektion „NEO-SHIBORI“, die die traditionelle japanische Shibori-Technik auf neue Weise interpretiert. Mein Appell ist es, eigene Grenzen zu hinterfragen und zu überschreiten.

MotoFuelCell_VR

Planung und gestalterische Umsetzung eines prototypischen Brennstoffzellenantriebs in einem E-Großroller, der mit Wasserstoff betankt wird. Visualisierung und Inszenierung des Prototyps in einer interaktiven Virtual-Reality-Umgebung, die dazu einlädt, Aufbau und Funktion des Brennstoffzellenantriebs zu entdecken. Aufgezeigt werden soll die Existenz und die Relevanz von wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen und deren Antriebstechnologie, um ein stärkeres Bewusstsein für das Thema Wasserstoffmobilität und umweltfreundliche Motorräder zu schaffen.

Mycopress

Die Diplomarbeit „Mycopress“ behandelt die industrielle Verarbeitung von auf Pilzmyzelien basierende Verbundstoffen als nachhaltige Alternative zu Kunststoffen. Durch den innovativen Ansatz des partiellen Heißpressens werden die Materialeigenschaften neu kombiniert und die Leistungsfähigkeit sowie die Anwendungsfelder des Biomaterials erweitert. Das Potenzial des Verfahrens liegt auch in der Standardisierung der Werkstücke und wird anhand eines modularen Systems aus Wänden, Paneelen und Leuchten demonstriert. Mehrere der identischen Teile können zu individuellen Trennwänden, Wand- oder Deckenpaneelen in zahlreichen Mustern verbunden werden, je nach räumlicher Anforderung und gewünschtem Abschirmungsgrad. Die akustische Wirkung des Materials wird obendrein durch die schallbrechende Gestaltung der Form verstärkt. Darüber hinaus lassen sich aus dem Baukastensystem Wand-, Pendel- und Spotleuchten mit einer einheitlichen Lichttechnik und Installation realisieren, was zu Nachhaltigkeit und Benutzerfreundlichkeit beiträgt.

Lana

Bergschafwolle ist eine Ressource, die in Europa in den letzten Jahrzehnten an Wert verloren hat. Vor allem in Bergregionen wie Südtirol, wo die Schafhaltung stark in lokalen Traditionen verwurzelt ist, fallen große Mengen an Wolle an, die zu schwer zu entsorgendem Abfall werden und die Kosten der Landwirte erhöhen. 

Das Projekt „Lana“ untersucht experimentell die Möglichkeiten einer innovativen Verwendung von Wollabfällen aus der Vorproduktion für die Fabrikation von Verbundwerkstoffen auf Myzel-Basis, die für Anwendungen in der Architektur geeignet sind.

Ergebnisse der material-basierten Designforschung sind Materialprototypen, ein experimentelles Material- und Technologie-Set-Up sowie Demonstrationen der Anwendungsmöglichkeiten. Darüber hinaus wurde die Machbarkeit durch die Konzeption eines Synergienetzwerks zwischen lokalen Unternehmen veranschaulicht, das auf einer sicheren und effizienten Kreislaufnutzung lokaler Ressourcen basiert.

Multi.Luce

Multi.Luce ist ein modulares Leuchtensystem, das verschiedene Anwendungsbereiche in einem Objekt vereint. Die Lichtsituation kann durch simple Handgriffe verändert werden; im Handumdrehen wird aus einer Stehleuchte eine Pendel- oder Wandleuchte. 

Als Leuchtmittel dient eine handelsübliche LED-Röhre mit einer Länge von 120 Zentimeter, die von einem eloxierten Aluminiumblech und einer Plexiglasröhre umfasst wird. Multi.Luce verändert zudem die Ästhetik der LED-Röhre: Von der funktionalen Kellerbeleuchtung hin zu einer gemütlichen Beleuchtung des Wohnbereichs. 

Die Leuchte überzeugt durch ihre benutzerfreundliche Anwendungsmechanik, die mittels einfacher Verbindungen durch Magnete und Steckverbindungen eine schnelle Transformation möglich macht. 

Durch ihre Multifunktionalität wirkt Multi.Luce erhöhtem Konsumverhalten entgegen. Statt drei verschiedene Leuchten, muss nur eine gekauft werden.

WAAW

Das Projekt „WAAW“ ([ˈwaʊ] bedeutet Ja in Wolof, der lokalen Sprache im Senegal) bietet einen skalierbaren Lösungsansatz für zwei wesentliche Probleme im Senegal: Umweltverschmutzung durch Plastikabfall und das Aussterben des einheimischen Handwerks. Beides ist auf ein globales Ungleichgewicht zurückzuführen, für das auch Deutschland eine Mitverantwortung trägt. 

Die Grundidee für WAAW basiert auf der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit senegalesischen Handwerker*innen, bei der wir verschiedene Möbel aus Plastikabfällen und anderen Materialien herstellen. WAAW sind Möbel in Kleinserien, die hochwertiges senegalesisches Handwerk mit lokalem Recycling von Plastikabfällen verbinden und durch ihren modularen Aufbau individuell an Kundenbedürfnisse angepasst werden können. Der innovative Designansatz bietet die Grundlage dafür, dass die Möbel von WAAW zukünftig auf dem lokalen und internationalen Designmarkt mithalten können.

KONSTELLATION EXPO:EU_REKA ENGLELS MARX

52º 31’ 06”N 13º 24’ 16” E 

location: marx-engels-forum, berlin: der ort in der historischen mitte berlins stellt eine besonderheit dar – er wirkt wie eine heterotopie im stadtraum: ein wald, losgelöst von der umliegenden urbanen bebauung. in der mitte ein denkmal wie eine konserve aus einer anderen zeit.

in der spätphase der DDR entstanden, lassen sich an diesem monumentalen denkmal-ensemble und seiner vorgeschichte verschiedene phasen ostdeutscher erinnerungskultur ablesen. 

mittels narrativen digitaler augmentierung als gestalterischer strategie soll durch experimentelle aneignung dieser ort prototypisch umgedeutet und somit konstruierte erinnerung und deutungshoheit aufgelöst werden. im kern handelt es sich um eine subversive gestalterisch-künstlerische praxis, die deutungsoffen fragestellungen formuliert und einen diskussionsbeitrag schafft, der zum nachdenken über die vormals eingenommen perspektiven und konditionierungen der eigenen (politischen) wahrnehmung veranlassen soll.

Grüne Box

Ein Produkt und ein Services-System für Urban Farming. Mit dem Wachstum der Weltbevölkerung und der Urbanisierung wird der Nahrungsmittelbedarf weiter steigen, während die Landwirtschaft und der Transport von Lebensmitteln immer mehr Ressourcen verbrauchen werden. 

Die Schwerpunkte der Arbeit liegen auf Urban Farming und auf lokalen Lebensmitteln. Das Konzept zielt darauf ab, durch ein modulares Aeroponik-Bepflanzungssystem einen neuen Weg zur Versorgung städtischer Gebiete mit lokalen Lebensmitteln zu finden.