CALM IN CRISIS

Der Klimawandel betrifft den gesamten Globus und ist die zentrale Krise unserer Zeit. Weltweit wird mit aktivistischen Methoden versucht, die Politik zum Handeln zu bewegen. Die Thematik kann zu Aktionen führen, motivierend wirken, aber auch zu Belastungen führen und vor allem bei jüngeren Generationen Zukunftsängste auslösen. Emotionen, wie Trauer und Wut können einerseits lähmen, andererseits aber auch Energien freisetzen, die in Proteste transformiert werden. 

„Calm in Crisis“ soll einen Raum eröffnen, um sich mit Klimagefühlen auseinanderzusetzen. In fünf Objekten werden verschiedene Ebenen von Aktivismus kommuniziert. Je nach Kontext können die Objekte als Erholungstools, als Protestmittel oder zur Aufklärung über die Thematik von Klimagefühlen in Form eines Workshops genutzt werden. 

Die Wichtigkeit eines Klima-Aktivismus sichtbar zu machen, ist ein essenzieller Bestandteil von „Calm in Crisis“, das darauf abzielt zu handeln und der eigenen Ohnmacht entgegenzuwirken.

Hi Home

„Hi Home“ interpretiert die Windglocke (koreanisch 풍경) neu. Es ist das Ziel des Projekts, Ankommen und Geborgenheit zu symbolisieren. Viele Menschen leben heute weit weg von ihren Familien und Geburtsorten. Für diese Menschen wird die Wohnung zum Zuhause in der Fremde. Der Klang der Windglocke ist ein Klang des Ankommens. Er erinnert an Herkunft und Heimat. Das Projekt betont, wie wichtig und zugleich wie schwierig es heute für sehr viele Menschen ist, anzukommen.

COMMUNITY living – COLLECTIVE design

Auf der Suche nach den Designansprüchen an ein Wohnen von morgen, habe ich mit der Genossenschaft „WohnUnion“ zusammengearbeitet, die sich dafür einsetzt, sozial gerechtes Wohnen nach Halle zu bringen. Zu diesem Zweck werden aktuell mehrere Häuser im Neumarktviertel saniert; zudem realisiert ein in die WohnUnion integrierter Verein kulturelle Angebote im Quartier. Im Rahmen der Arbeit habe ich mit Hilfe von drei partizipativen Methodenbausteinen gemeinsam mit der WohnUnion einen Begegnungsort für den Hinterhof entworfen: die Hof-Oase. Der Platz eignet sich für Feste, kulturelle Veranstaltungen und Versammlungen.

Damit Bewohner*innen beim Bau der Hof-Oase beteiligt werden können, gibt es ein Montagetool. Das Tool ermöglicht es, dass komplexe digitale Formen, wie sie bei Methodenbaustein III mit Hilfe von Platzhaltermöbeln entstanden sind, aus recycelten Ziegelsteinen gemauert werden.

BOOB TALK

„BOOB TALK“ ist ein modulares und bügelloses BH-Design für große Brüste, das Komfort, Ästhetik und Halt in einem Produkt vereint. Das Konzept wurde für die speziellen Anforderungen großer Brüste entwickelt und basiert auf den Erkenntnissen einer mehrmonatigen Nutzerinnenstudie. 

Durch die Integration von Stützstrukturen in das Textil des BHs mittels Stricktechnologie und 3D-Druck, kann der herkömmliche Metallbügel ersetzt werden und der BH auch so großen Brüsten Halt und Tragekomfort bieten. Der BH verfügt über einen modularen Schnitt und neuartige Verschlüsse, die eine individuelle Größenanpassung ermöglichen. Dadurch ist er für ein breites Spektrum unterschiedlicher Brustgrößen und -formen geeignet. 

Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Smart-Textiles-Hub und dem Textile-Prototyping-Lab umgesetzt und vom Frauenförderfonds der FH Potsdam unterstützt. Im Rahmen des „Designer in Lab 2023“ wird das Projekt derzeit zusammen mit dem Fraunhofer Institut ISC zu einem funktionsfähigen Prototyp weiterentwickelt.

Hip Exo

Basis meiner Arbeit war der „Exosuit Hip Exo“ des Aries Lab an der Universität Heidelberg. Das Gerät besitzt zwei Motoren, mit denen über einen Bowdenzug die Oberschenkel in ihrer Bewegung unterstützt werden können. 

Für einen angepassten Prototyp habe ich im Austausch mit Physiotherapeut*innen häufig auftretende Beschwerden in Zusammenhang mit der Oberschenkelmuskulatur untersucht sowie bestehende Exo-Skelette und Exo-Suits hinsichtlich ihres Einsatzszenarios und ihrer Benutzerfreundlichkeit analysiert. Anschließend wurden die Ergebnisse mit den vorhandenen Funktionen des „Hip Exo“ abgeglichen, woraus sich final die Anwendung des Exo-Suits als Trainingsgerät für die Generation 70plus ergab. 

In einem begleitenden Prozess untersuchte ich den aktuellen Stand des Hip Exo auf Schwachstellen und entwickelte einen funktionalen Prototyp weiter. Die entstandenen Erkenntnisse hinsichtlich der technischen Umsetzbarkeit wurden in ein digitales Modell des Hip Exo übertragen und an das definierte Anwendungsszenario angepasst.

Expedition Emailleguss

Die Expedition „Emailleguss“ ist eine Reise zu den Materialien Messing und Emaille. Über umfangreiche Versuche im Metallguss war es möglich, in ihre Welt einzutauchen und ihr Zusammenspiel zu erforschen. 

Im Dialog mit dem Material ergab sich aus jedem Versuch eine Frage; jedes Ergebnis lieferte Antworten und war ein Wegweiser. Neue Umgangsformen mit Material und Werktechnik entstanden. 

Die Exponate sind auf dem Weg entdeckte Stücke, die in ihrer Anmutung mit dem Spannungsfeld zwischen Artefakt und Geofakt, zwischen neu und alt spielen und die Betrachtenden herausfordern.

urbane Gemeinschafts(t)räume

„Apollo“ ist ein holistisches Konzept, das Gemeinschaftsräume und Gemeinschaftsträume im öffentlichen Raum untersucht und bildet. Das Konzept bietet primär einen Rahmen, um Stadtgestaltung gemeinsam mit Anwohner*innen und Nutzer*innen lokal zu ermöglichen. 

Es besteht aus einem modularen Rahmen, der bedarfsorientiert im öffentlichen urbanen Raum aufgebaut wird. Die Stahlrohrkonstruktion, in ihrer Anmutung metaphorisch angelehnt an eine Mondlandefähre, bietet Möglichkeiten für verschiedene Nutzungsvarianten – als Bühne, Workshop-Space oder Stadtmöbel. Der Rahmen wird von lokalen gemeinnützigen Vereinen oder von der Stadtplanung aufgebaut und dient als Ankerpunkt für die partizipative Gestaltung und Untersuchung. 

Apollo ist ein Ort für Wünsche und Ideen, aber auch für Kritik an der Gestaltung des lokalen städtischen Umfelds. Das Konzept entstand in einem partizipativen Designprozess im Rahmen meiner Bachelorthesis. Mit dem partizipativen Aspekt leistet die Arbeit einen Beitrag zu einer zukunftsweisenden Stadtgestaltung.

SOMA

SOMA thematisiert den Einsatz des Körpers als gestaltendes Werkzeug und untersucht welche Formen, durch das Wirken des Körpers zum Material entstehen können. Die Arbeit besteht daraus, den Körper wahrzunehmen und ein Verständnis für Raum, Zeit und Bewegung, im Bezug zum Körper zu entwickeln. Durch Experimentelle Ansätze, werden Bewegungen und Formen des Körpers in verschiedenen Materialitäten transformiert. Im Zuge dieser experimentellen Ansätze entstand eine facettenreiche Objektreihe, bestehend aus Tonobjekten, 3D-gedrucktem Schmuck sowie einem dokumentarischen Video der Performance und einem Fotobuch.

Designed to Die

Immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft bevorzugen heutzutage eine Feuerbestattung, wodurch Urnen einen bedeutenden Platz in unserer Bestattungskultur einnehmen. Dennoch werden die gestalterischen Möglichkeiten von Urnen bei weitem nicht ausgeschöpft; sie erscheinen bei einer Beerdigung oft als nebensächlich. 

Die Urnen aus der Arbeit „Designed to die“ greifen die Bedeutung einer Urnenbestattung für Angehörige sowie für die verstorbene Person auf. Die Urne besteht aus reinem, abbaubarem Sojawachs und ist in zwei Teile aufgeteilt. Der innere Teil enthält die Asche und steht in der Mitte des mit Blumen geschmückten äußeren Teils, der auf einem Ring über dem Urnengrab platziert wird. Die außen angebrachten Kerzen werden über dem Grab angezündet und brennen während der Trauerfeier innerhalb von 45 Minuten soweit herunter, dass die Urne den Halt auf dem Ring verliert und ins Grab fällt. So wird das Ritual der Trauerfeier maßgeblich umstrukturiert und mitgestaltet.

mimo

„mimo“ ist ein multimediales Konzept, das die Stottertherapie bei Kindern begleitet. Ziel ist es, dem Therapieansatz des „Fluency Shaping“ folgend, ein weich klingendes Sprechmuster zu vermitteln und dieses in den Alltag des Kindes zu integrieren. Ein kleines Mikrofon in Form eines Monsters kann das weiche Sprechen über eine KI auswerten und in Echtzeit ein Feedback geben, um den Transfer des Sprechmusters jederzeit und überall zu ermöglichen. 

Begleitend dazu beinhaltet das Konzept eine Software, die Sprechübungen digital unterstützt und durch die Anwendung spielerischer Elemente (Gamification) die Motivation zum regelmäßigen Üben fördert. 

Durch die Schnittstelle zwischen Analogem und Digitalem kann das erlernte Wissen nahtlos in den Alltag transferiert werden. Klar strukturierte Übungen und Zielsetzungen fördern die intrinsische Motivation und ein selbstbewusster Umgang mit dem eigenen Sprechen wird unterstützt. Das Konzept wurde in Kooperation mit der Kasseler Stottertherapie entwickelt.