Metaphorische Gestaltung / Metaphorical Design

Joshua Seckerdieck

Januar / January - 2020

Bauhaus Universität Weimar

Was ist es?

Die drei Objekte, die als Ergebnis meiner Arbeit „Metaphorische Gestaltung“ entstanden sind, sind allesamt Dinge, die Bilder in sich tragen.

Was ist das Thema?

Es geht um das Phänomen von Bildern in Alltagsgegenständen. Wenn die Karaffe aussieht wie ein Pinguin oder der Stuhl wie eine Ameise. Dinge also, die über ihre eigentliche Funktion hinaus Träger von Bildern sind. In einer phänomenologischen Untersuchung wurde sich an dieses Phänomen herangetastet: Was sind überhaupt Bilder und welche Wirkung haben sie auf uns wahrnehmende Menschen? Welche Arten von Ähnlichkeiten spielen eine Rolle, wenn wir Bilder erkennen und wie lassen sich diese auf Alltagsgegenstände übertragen? Metaphorische Gestaltung ist ein Versuch den Dingen über Bildlichkeit Charakter zu verleihen.

Warum sieht es so aus?

Alle drei Objekte (Dampfbügeleisen, Handmixer, Fusselrolle) sind der Produkttypologie der "versteckten Dinge" entnommen. Es sind also Produkte, die außerhalb ihres sehr bestimmten Gebrauchsmoments wieder in der Schublade oder Besenkammer verschwinden. Durch die Integration eines Bildes in die formale Gestaltung sollen sie vor diesem Schicksal bewahrt und so aus dem Versteck hervorgeholt werden. Schließlich ist es doch paradox, dass wir uns mit Gegenständen umgeben, die rein skulpturalen Charakter haben aber wir die Dinge, die wir tatsächlich brauchen schnellstmöglich wieder verstauen. Der jeweilige Charakter der drei Objekte ist immer das Ergebnis einer bildhaften Übertragung, die jeweilige Form eine Synthese aus Bild und Funktion. So wird aus dem Bügeleisen eine Dampflok, aus dem Handmixer ein Roboter und aus der Fusselrolle ein Ampelmännlein.

Was ist das Besondere?

Im besten Fall handelt sich um Dinge mit Charakter und Persönlichkeit. Alle drei Objekte gewinnen durch das Bild einen Ausdruck, den andere Vertreter der selben Produkttypologie nicht haben.

Was ist neu?

Ein emotionaler Gestaltungsansatz, der den Ausdruck des Bildes in den Vordergrund stellt. Das ist bei weitem kein neuer Gedanke, aber womöglich ist es ein bereichernder Beitrag auf dem Weg zu mehr Spaß an den Dingen, mit denen wir uns umgeben. Gerade im gewählten Bereich der "versteckten Dinge" ist dieser schließlich sehr vernachlässigt worden.