Jury 2020

© Henning Rogge

Tulga Beyerle

Tulga Beyerle ist Direktorin des Museum für Kunst und Gestaltung Hamburg. Von 2014 bis 2018 war sie Direktorin des Kunstgewerbemuseums, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, außerdem Mitglied der Geschäftsführung ebendort. 2006 gründete sie gemeinsam Thomas Geisler und Lilli Hollein die Vienna Design Week und war bis Ende 2013 eine ihrer Leiterinnen. Außerdem war sie in den Jahren 2000 bis 2013 als selbstständige Design Kuratorin tätig.

Nach ihrem Magister Abschluss im Bereich Industrial Design (1992) unterrichtete sie sieben Jahre Designgeschichte und Theorie an die Universität für angewandte Kunst in Wien.

Tulga Beyerle (geb. 1964) ist eine Europaweit anerkannte Designexpertin, Kuratorin einer Vielzahl von Ausstellungen, aktuell außerdem u.a. Beiratsmitglied für Architektur und Design des Bundeskanzleramts für Kunst und Kultur in Österreich, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Mudac in Lausanne und Mitglied des Programmbeirats der Bundeskunsthalle in Bonn.

Notiert

Welchen Wert hat das German Design Graduates Projekt für Sie? 
Die Initiative German Design Graduates ist eine wertvolle Plattform, um die Vielfalt der jungen Designszene, aber auch der Ausbildungsangebote in Deutschland sichtbar zu machen, eine längst überfällige Plattform.

Wo und wie kann Design wichtig sein in den nächsten Jahren?
Design war immer wichtig und wird immer wichtig sein. Der Unterschied zu gestern oder besser vorgestern ist vielleicht, dass Design als Disziplin komplexer, aber auch selbstkritischer geworden ist. So wäre zumindest mein Wunsch, dass Designer*innen sich vermehrt selbst kritisch fragen was, warum und für wen sie etwas entwerfen. Design wird die Welt nicht retten, aber ist auf dem Weg dahin eine der wertvollsten verschiedene Bereiche verknüpfende Disziplin um Lösungen zu entwickeln.

Wie schätzen Sie die Innovationskraft junger Absolventen und ihrer Projekte ein?
Wer wenn nicht die Absolventen? Den Mut zu Innovation zu fördern ist auch ein Ziel dieser Plattform.

Barbara Lersch

Barbara Lersch arbeitet für die Hans Sauer Stiftung in München. Dort beschäftigt sie sich schon seit mehreren Jahre mit sozialer Innovation und den gesellschaftlichen Wirkungen der dahinterliegenden Prozesse in verschiedenen Themenfeldern wie Stadtentwicklung, Architektur und Design. Nach ihrem Studium in Passau, Dublin und München gründete sie ein Start-Up und engagiert sich bis heute aktiv für eine vielfältige kulturelle Stadtentwicklung. 

Notiert

Welchen Wert hat das German Design Graduates Projekt für Sie? 
Das German Design Graduates Projekt verhilft dem Design als einer wichtigen gestaltenden Disziplin zu mehr Sichtbarkeit und hebt hervor, welche unserer Lebensbereiche von Design betroffen sind, nämlich alle. Die Arbeiten der Absolvent*innen zeigen auf, wie vielfältig Lösungen in den unterschiedlichsten Bereichen aussehen können und verdeutlichen, wie wichtig die Designausbildung und gute Gestaltungsprozesse für Designlösungen jeglicher Art sind. 

Wo und wie kann Design wichtig sein in den nächsten Jahren?
Design kann nicht wichtig sein – es ist wichtig. Nichtsdestotrotz sollten ökologische und gesellschaftliche Fragestellungen viel selbstverständlicher fester Bestandteil von Designprozessen werden und so zu zukunftsfähigeren, ganzheitlichen und nachhaltigeren Ergebnissen führen. 

Wie schätzen Sie die Innovationskraft junger Absolventen und ihrer Projekte ein?
Die Hans Sauer Stiftung fördert seit jeher Abschlussarbeiten von Studierenden und glaubt an deren Innovationskraft und ihr Verständnis und Feingefühl für die aktuellen und drängenden Herausforderungen unserer Zeit.

Nina Sieverding

Nina Sieverding ist Kommunikationsdesignerin, Texterin und Redakteurin. Sie studierte Kommunikationsdesign, Kunstwissenschaft und Integriertes Design in Braunschweig, Bremen und Valencia. Während des Studiums absolvierte sie unter anderem Praktika bei der Stiftung Bauhaus Dessau und in der Grafikabteilung des Magazins Zeit Campus. Seit 2019 ist sie Teil des Redaktionsteams der Zeitschrift form, bei der sie seit 2020 zusammen mit Anton Rahlwes die Chefredaktion verantwortet.

Das Designmagazin form wurde 1957 von Jupp Ernst, Willem Sandberg, Curt Schweicher und Wilhelm Wagenfeld gegründet und gehört damit zu den ältesten Designmagazinen Deutschlands. form berichtet über Entwicklungen und Persönlichkeiten aus allen Designdisziplinen.

Notiert

Welchen Wert hat das German Design Graduates Projekt für Sie? 
Es schafft mehr Sichtbarkeit für den Designnachwuchs und das ist großartig! Bei so vielen Abschlussarbeiten fällt es jedes Semester schwer, den Überblick zu behalten. Ein regional übergreifendes Projekt, das Vergleichbarkeit und Chancen schafft, hätte ich mir während meines Designstudiums auch gewünscht. 

Wo und wie kann Design wichtig sein in den nächsten Jahren?
Design ist jetzt schon wichtig. Es durchzieht – bewusst oder unbewusst – alle unsere Lebensbereiche. Als Impulsgeber und Vermittler zwischen verschiedenen Disziplinen wird es aber an Wichtigkeit gewinnen. Design hilft uns dabei, Strukturen zu hinterfragen und andere Perspektiven einzunehmen. Es ist also notwendige Bedingung für die Arbeit an einer zukunftsfähigen Gesellschaft.

Wie schätzen Sie die Innovationskraft junger Absolventen und ihrer Projekte ein?
Wenn nicht jetzt, wann dann? Als junge*r Designer*in hat man mit der Abschlussarbeit die einmalige Chance, so viel Zeit, Energie und Recherche wie möglich in ein Projekt zu stecken. Trotzdem sehe ich viele Arbeiten, die gefallen wollen oder vorhandene Denkmuster reproduzieren. Ich würde den jungen Designer*innen also mehr Mut wünschen, um die gewohnten Pfade und Arbeitsweisen zu verlassen. Im Design geht es darum, die eigenen Erwartungen an das Leben und die Gesellschaft zu formulieren und in neue Formate zu transformieren.

Stephan Dornhofer

Seit 1984 ist Stephan Dornhofer Geschäftsführer von MAGAZIN. Mit Leidenschaft fürs Produktdesign ist er unter anderem verantwortlich für die Zusammenstellung des Sortiments, das im Online-Shop und in den Läden in Stuttgart, München und Bonn erhältlich ist. MAGAZIN liefert eine qualitative Auswahl an Einrichtungsprodukten bekannter und neu entdeckter Marken und Produzenten. MAGAZIN ist Händler, aber auch Hersteller einer eigenen Produktlinie, den M-Produkten. In ihnen realisiert die Marke eigene Ideen und bringt sie in intensiver Zusammenarbeit mit Designern und meist regionalen Herstellern auf den Markt.

Notiert

Welchen Wert hat das German Design Graduates Projekt für Sie? 

Das Projekt ist bedeutend für die Wahrnehmbarkeit von Design und dessen Stellenwert in Gesellschaft und Markt. Hier wird Vielfalt, Bandbreite und Qualität für ein Publikum sichtbar aufbereitet.

Wo und wie kann Design wichtig sein in den nächsten Jahren?

Mehr denn je muss Design um seine Rolle als Inkubator für gesellschaftlich relevante Themen kämpfen. Design hat die Aufgabe, Innovation in Technik und Material sowie die Blickweise auf Bedürfnis und Markt zusammenzubringen. 

Wie schätzen Sie die Innovationskraft junger Absolventen und ihrer Projekte ein?

Was ich mir wünsche, sind Absolventen als Impulsgeber sowie auch deren Selbstbewusstsein, Mut und Begeisterung. Wer soll das liefern, wenn nicht eine Generation von Absolventen?

Dick Spierenburg

Dick Spierenburg (NL, 1953) studierte Architektur in Delft und Einrichtungs- und Produktdesign in Den Haag. Seit 1995 konzipiert und organisiert er Interior Design Centers, wovon eines auch in Köln entstand (Design Post). Als Berater (seit 2009) und Creative Director (seit 2011) der internationalen Einrichtungsmesse imm cologne ist er maßgeblich für die Weiterentwicklung ihres Profils durch neue Formate und Events verantwortlich. Zu seinen Erfolgsprojekten gehören dabei die Galerie-artige Themenwelt Pure Editions sowie die (bei Fach- und Publikumsbesuchern gleichermaßen) beliebte Installation „Das Haus – Interiors on Stage“, eine rund 180 qm große, von einem jährlich wechselnden Designer/Kreativ-Team gestaltete Wohnhaus-Simulation inmitten der Messe.

Notiert

Welchen Wert hat das German Design Graduates Projekt für Sie? 

Mit den German Design Graduates gibt es ein Plattform, die die Talente unter den deutschen Absolventen voranbringt und zeigt wieviel individuelle Qualität und Originalität die Design Hochschulen und Unis hervorbringen.

Wo und wie kann Design wichtig sein in den nächsten Jahren?

Die German Design Graduates Initiative bietet den deutschen Absolvent*Innen ein Plattform mit bedeutender Aufmerksamkeit. Die gebotenen Präsentationswelten bilden die individuelle Qualität und Originalität ab, die jährlich von die Design Hochschulen und Unis kommt.

Wie schätzen Sie die Innovationskraft junger Absolventen und ihrer Projekte ein?

Design kann neue Lösungen suchen für alte und neue soziale sowie wirtschafliche Themen. Wobei sowohl die lokale als auch die internationale Industrie im Fokus ist. Umfeld und Umwelt, Bedeutung und Gestaltung. Neu Denken ist der Kern von Design. Das fängt an bei Studenten und Absolventen!