Boost

Kai Dreyer

April / April - 2019

Hochschule für Gestaltung Offenbach

Was ist es?

Ein austauschbarer Fahrrad Akku, der an dafür gestalteten Wechselstationen frei und je nach Bedarf gegen einen vollgeladenen getauscht werden kann. Hierzu bedarf es einer flächendeckenden Infrastruktur und einem Abonnement-Services, durch den der Benutzer mit einer monatlichen Zahlung endlosen Zugriff auf Enerie erhält.

Was ist das Thema?

Ausgangspunkt war das Thema der Mobiliät im ländlichen Raum. Dort sind im Gegensatz zum städtischen Raum, andere Vorteile und auch Nachteile zu finden. Es steht mehr Platz zur Verfügung, jedoch sind die Wege umständlich und die Frequenzen des ÖPNV‘s sehr niedrig. Dadurch wird in sehr vielen Fällen auf das Auto zurückgegriffen. Jedoch kam in genauerer Betrachtung die Idee der besseren Kombination von ÖPNV und flexiblen Individualverkehrsmitteln auf. Um zu ermöglichen, dass Fahrräder auch im ländlichen Raum mehr genutzt und bspw. mit Schnellbussen kombiniert werden, bedarf es einer Reihe von gestalterischen Anpassungen. Der austauschbare Akku ist eine davon.

Warum sieht es so aus?

Die Form ist abgeleitet von der 0. Dadurch symbolisiert der Akku Kontinuität und Benutzbarkeit. Lichtelemente an den Seiten kommunizieren den Status und die Öffnung in der Mitte ermöglicht optimales Greifen. Die Station ist ein flaches Modul, wodurch es vielfach aneinandergereiht werden kann und auch ohne ladende Akkus ästhetisch im öffentlichen Raum funktioniert. Zusätzlich zum Akku ermöglicht ein Interface für den Lenker die Interaktion mit der Batterie während des Fahrens, wie Modi auswählen, Tachometer oder die Verknüpfung mit dem Smartphone. Dieses Display besteht aus einem Lochraster mit Touchfunktion, wodurch Digitalität ohne ablenkendes Smartphone am Lenker erreicht wird.

Was ist das Besondere?

Durch die Verbreitung öffentlich zugänglicher Akkus kann die Energie ausgiebiger genutzt werden. Allein eine eingesparte Autofahrt erzeugt einen enormen Überschuss an Energie, die auch mit verschwenderischer Nutzung mit einem Fahrrad nicht annähernd erreicht werden kann. Somit ergibt sich ein Energiereichtum, der ruhigen Gewissens ausgekostet werden kann. Das alles funktioniert durch monatliche Zahlungen, wodurch die hohen Anschaffungskosten und lange Ladezeiten vermieden werden. Zudem stellt das Konzept den Menschen wieder in den Vordergrund und ermöglicht freie Multimodalität, da je nach Situation entschieden werden kann, ob der bevorstehende Weg bspw. nur mit Rad oder auch in Kombination mit Bus oder Bahn bewältigt werden soll. Als letztes kann damit jedes Fahrrad zu einem E-Bike umgerüstet werden. Dazu bedarf es lediglich eines Nabenmotors, eines Ankerpunktes für den Akku und der richtigen Verkabelung.

Was ist neu?

Die Energie offen zugänglich zu machen und den Menschen somit eine einfache Grundlage der Entscheidung zu geben in vielen Situationen doch auf eine gesündere und ökologische Alternative umzusteigen. Außerdem kann die Kombination von kleinen Individualverkehrsmitteln, wie dem Fahrrad, mit Massentransportmitteln, wie einem Schnellbus, zu einer extrem erhöhten Effizienz führen. Hier weitere Möglichkeiten aufzuzeigen und die Perspektive auszuloten war einer der hauptsächlichen Aspekte dieser Arbeit.