Offen—bach

Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Offenlegung des Hainbachs, eines Bachs, der vertunnelt unter Offenbach verläuft. Es zeigt dabei beispielhaft, wie vertunnelte Bäche in Städten wieder erlebbar gemacht werden können. Im Rahmen dieses Projekts wurde außerdem ein allgemeingültiger Gestaltungskatalog für urbane Bachoffenlegungen erarbeitet. Das Konzept steigert die Lebensqualität, fördert die Ökologie und reduziert die Hochwassergefahr.
Emotional berührt der Entwurf, weil er etwas Unsichtbares wieder sichtbar macht. Er erzählt von der Geschichte des Ortes und verbindet Menschen über das Wasser miteinander. Er schafft Freiräume, in denen Menschen sich begegnen, Natur erleben und sich mit ihrer Stadt identifizieren können.
Der Hainbach steht dabei exemplarisch für zahlreiche unsichtbare Stadtbäche, die noch heute unter unseren Füßen verlaufen — ein verborgenes Potenzial für lebenswertere Städte.

»Undurchsichtige Architektur«

Die Arbeit ist ein fotografischer Blick auf Industrieanlagen und wurde vollständig mit einer analogen Großformatkamera im Negativformat 4×5 Inch umgesetzt. Die entstandenen Architekturaufnahmen erfolgten auf Schwarzweiß-Filmmaterial zur stringenten Reduktion auf Formgebung, Textur und Oberfläche.
Für die Erzeugnisse wurde Farbfilm-Material gewählt, um die fein nuancierten Details der jeweiligen Produkte hervorheben zu können. Damit soll ein visueller Gegensatz zum archivierend en Blick auf die industriellen Fassaden hergestellt werden.
Eine klare Zuordnung zwischen Produkt und den fotografierten Industrieanlagen soll nicht geschehen. Die Arbeit verfolgt nicht den Zweck einer Produktionsdokumentation und konzentriert sich vollumfänglich auf die ästhetische Seite von industriellen Anlagen. Durch diesen fehlenden ›Fingerzeig‹ soll dem Betrachter das Spiel der Zuordnung freigestellt sein.

MINI Project U

Mobilität bedeutet Freiheit – doch viele Menschen sind vom Zugang zu persönlichem Transport ausgeschlossen. Schon der ursprüngliche MINI stellte sich dieser Herausforderung: Sein effizientes Design ermöglichte breite gesellschaftliche Teilhabe.
Durch demographische Veränderungen wird in Zukunft besonders eine Gruppe unter Mobilitätsverlust leiden – ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Meine Thesis untersucht, wie Gestaltung sowohl physische als auch gesellschaftliche Barrieren abbauen und mehr Lebensqualität unabhängig von Alter oder Gesundheit ermöglichen kann.
In Zusammenarbeit mit der BMW AG wurde ein Konzept entwickelt und als physisches Modell umgesetzt. Die Arbeit macht bestehende Hürden sichtbar und zeigt mit der markentypisch freundlichen Gestaltung einen eigenen, positiv besetzten Lösungsansatz auf. Die Thesis stellt dar, wie wir in Zukunft durch einen empathischen und inklusiven Designansatz persönliche Mobilität für alle Wirklichkeit werden lassen können.

Mehrwert durch Produktgestaltung für den Menschen im medizinischen Umfeld

Mit ausführlichen Recherchen und Interviews wurden die Herausforderungen in der Gesundheitsbranche beleuchtet und ein Fokus auf die demographische Alterung und den Fachkräftemangel gelegt. Das Problem des unangenehmen Geruchs in der Pflege und die Verknüpfung mit dem Thema Fäkalien wurde dabei herausgegriffen.

Das entwickelte Produkt AYO ist ein transportabler Luftreiniger, welcher von ambulanten Pflegekräften mit in die Wohnungen der Patienten genommen wird. Die leichte und handliche Gestaltung sowie die einfache Benutzung sind perfekt an die Situation der Pflegekräfte angepasst. Zusätzlich zur Luftreinigung gibt AYO die Möglichkeit, ein ätherisches Öl im Raum zu verteilen.

AYO sorgt für eine Verbesserung der Luftqualität und des Geruchs in den Wohnungen der Patienten, was zu einem höheren Wohlbefinden von Pflegekraft und Pflegebedürftigem gleichermaßen beiträgt. Dadurch werden das Image und die Attraktivität des Berufs und der Dienstleistung der ambulanten Pflege gesteigert.

Path Tiles

Unsere Bewegungen können wie eine Performance begriffen werden, wie etwas Flüchtiges, das nur im Moment existiert und nach der Vollendung weder sichtbar noch fassbar ist. Nur die Erinnerungen an das Erlebte bleiben als Spuren der Bewegung in unserem Geist erhalten. „Path Tiles“ nutzt GPS-Daten, um diese besonderen Momente individueller Erfahrung einzufangen und in Form von Mustern in die physische Welt des sicht- und tastbaren Textils zu übertragen. Es entsteht eine tiefe Bindung zwischen Mensch und Objekt.

Die Path Tiles Website ist ein Werkzeug, das Reisen in Form von GPS-Daten in strickbare Muster verwandelt. Die Ästhetik des Musters kann durch zusätzliche Verschiebung, Verzerrung und Spiegelung individualisiert werden. Das entstandene Muster wird dann in Form eines gestrickten Objekts zum Leben erweckt und wird zur materialisierten persönlichen Erfahrung.

Colts & Catacombs

Colts & Catacombs ist das Abschlussprojekt meines Studiums und dokumentiert das fiktionale Spiel „Colts & Catacombs“.
Wir leben in einer Welt mit vielen Wahrheiten. Internet-Communities fördern das Entstehen von alternativen Narrativen und Erklärungen, einer Welt von eigenen Wahrheiten und Perspektiven, die innerhalb der abgekapselten Gruppen Gültigkeit besitzen.

Colts & Catacombs, das Spiel, welches ich in meiner Arbeit simuliere, lebt in dieser Grauzone. Im Moment des Erfahrens und Interagierens mit meinem Projekt erwacht es zum Leben.
Solange sich der/die Betrachter:In in dem „magischen Kreis“ befindet, sich also der Illusion des Gezeigten hingibt, existiert Colts & Catacombs, das bruchstückhafte Überbleibsel einer anderen Zeit.
Sobald man jedoch einen Schritt zurücknimmt, zerfällt die Fiktion und verwandelt sich, wie viele der selbstbestätigenden Wahrheiten und großen Geschichten, in Staub und leere Worte.

Second Hang

Second Hang ist ein Modul für halböffentliche Räume in urbanen Mietshäusern, das Nachbarschaften verbindet und alten Gegenständen eine zweite Chance gibt. Durch vielseitige Aufbewahrungsmöglichkeiten bietet Second Hang Raum für zu verschenkende Objekte. Der Akt des Verschenkens fördert zwischenmenschliche Beziehungen und das Gemeinschaftsgefühl. Mit seiner einfachen und vielseitigen Zusammensetzung ermöglicht Second Hang viele Modulvarianten und erleichtert den nachbarschaftlichen Dialog und die gegenseitige Unterstützung.
Second Hang besteht aus einer Gitterstruktur aus quadratischen Aluminiumrohren, die durch standardisierte Verbindungselemente zu verschiedenen Modulen arrangiert werden können. Um größere Gegenstände zu verstauen, gibt es Körbe, die an verstellbaren Haken befestigt werden. Textilien werden mithilfe von Kleiderbügeln an die Gitterstruktur gehängt. Durch den Einsatz von Schichtholzplatten werden Sitzmöglichkeiten oder zusätzlicher Stauraum kreiert.

A Gift or a Theft

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den fortwährenden Nachklängen kolonialer Macht und untersucht, wie Museen weiterhin Narrative über Indien durch die Präsentation von Artefakten formen, die während der Zeit imperialer Eroberung erworben wurden. Sie hinterfragt, ob Museen „fortbestehende koloniale Vermächtnisse“ aufrechterhalten, und analysiert die komplexe Beziehung zwischen kultureller Repräsentation, historischer Interpretation und den anhaltenden Auswirkungen kolonialer Praktiken. Der Fokus liegt auf Objekten, die sowohl von Gewalt als auch von Aneignung geprägt sind und in solchen Räumen gezeigt werden. Dabei wird gefragt, ob die Narrative um diese Artefakte koloniale Vergangenheiten verherrlichen und vorurteilsbehaftete Sichtweisen auf Indien verstärken — und so letztlich „den Stift halten“, um die Geschichte zu kontrollieren.

KI und Stop-Motion entfesseln den Horror der Zukunft

Da die Stop-Motion-Produktion aufgrund des hohen Zeitaufwands ausstirbt, habe ich mich in meiner Diplomarbeit mit einer Lösung beschäftigt, die diese Technik am Leben erhält.
Ich habe eine fiktive Produktionsfirma namens Pixel and Clay Productions entwickelt, die klassische Stop-Motion mit modernen Technologien kombiniert. Figuren aus Clay werden modelliert und fotografiert, und eine KI übernimmt anschließend die Animation, sodass der typische Stop-Motion-Stil viel schneller zum Leben erweckt werden kann.

Das Projekt ist ein Horrorfilm, in dem ein Mädchen aus ihrem bedrückenden Alltag flieht und in den Wald geht. Dort entdeckt sie einen alten Spiegel, der sie in eine albtraumhafte Welt führt. Sie muss sich ihren tiefsten Ängsten stellen und einer verdrängten Vergangenheit, die eine dunkle Wahrheit offenbart.
Mit dieser Kombination aus analoger Kunst und digitaler Effizienz kann die Magie der Stop-Motion bewahrt und gleichzeitig die Produktion beschleunigt werden.

How to press a button

Welcome to S.ALT!
Ein adaptiver Controller – klein, aber unverzichtbar, wie Salz.
Das Älterwerden soll dich nicht aufhalten. Mit diesem modularen System findest du deinen Weg, deine Spielerfahrung schmerzfrei zu genießen – game without pain.

„Press a button to start.“ – ein Satz, der einfach klingt, aber für viele eine Hürde darstellt, etwa durch Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen.
Diese Arbeit entwirft ein spekulatives Interface: ein adaptiver Gamecontroller für ältere Menschen. Ziel ist es, die Bedürfnisse im Alter mitzudenken, über aktuelle Lösungen hinauszugehen und Design neu zu denken – inklusiv, kritisch und zukunftsorientiert.