viriditas

Entwicklung regionaler Teekulturprodukte: Das Tee-Ensemble viriditas vereint regionale Heilkräuter, sinnlich erfahrbare Gefäße aus gegossenem Porzellan & bewusstes Genießen. Die Zange (Messing, feuerverzinnt) bildet dabei das gestalterische Plus: Sie ermöglicht das behutsame Einfüllen der Kräuter und unterstützt dabei, den Moment achtsam wahrzunehmen.

Mit jedem Gebrauch wird das Anrichten der Kräuter zum Kreieren eines kleinen, immer neuen Arrangements. So wird aus der Teezubereitung eine wertvolle Pause, die dazu anregt, innezuhalten und dem Alltäglichen Wertschätzung entgegenzubringen.

Coffee for a Cause

Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit aktuellen Problemen der Kaffeeindustrie und verfolgt das Ziel, Konsument:innen in konsumierenden Ländern für die Herausforderungen von Kaffeebauern und -arbeiter:innen zu sensibilisieren.

Zu diesem Zweck werden Informationen in Form von Geschirr visualisiert, das in Cafés eingesetzt wird. Auf Grundlage einer Umfrage, theoretischer Arbeiten zur ästhetischen Wahrnehmung sowie des Buches „Envisioning Information“ von Edward R. Tufte werden zweidimensional gestaltete Informationen in dreidimensionale Objekte überführt. Dadurch kommen Konsument:innen beim Kaffeekonsum unmittelbar mit den Inhalten in Kontakt. Das Design ist dabei provokativ, zugleich jedoch subtil und visuell ansprechend angelegt.

Entstanden ist eine Kollektion von Geschirr, die Funktion, Ästhetik und Informationsvisualisierung vereint. Das Projekt ist spekulativ konzipiert und zeigt das gestalterische Potenzial von Form, Farbe, Typografie sowie Keramik als Informationsträger.

Zirkuläres Porzellan

„Zirkuläres Porzellan – vom Material zur Form“ untersucht, was, wenn Bruch nicht das Ende, sondern der Anfang ist. Zirkuläres Porzellan versteht sich als ergänzender Ansatz zur konventionellen Porzellanherstellung und hinterfragt das vertraute Erscheinungsbild des Materials – strahlend weiß, makellos glatt. Es begreift aussortierte Fragmente als wertvolle Ressource und formt daraus materialbasierte, funktionale Objekte.

Geprägt von der Eigenständigkeit des Materials und seiner Geschichte entstehen neue Erfahrungen – von sanft, rau und fragil bis hin zu körnig und markant. Jedes Stück überzeugt mit einer individuellen Ästhetik des Unperfekten.

Der oder die Löffel

Diese Arbeit untersucht den Löffel durch handwerkliche Praxis als kulturell und symbolisch aufgeladenen Alltagsgegenstand. Ausgangspunkt ist das experimentelle Arbeiten in unterschiedlichen Materialien und Werkstätten. Entwurf und Herstellung sind dabei untrennbar miteinander verschränkt; Erkenntnisse entstehen im direkten Umgang mit Material, Werkzeug und Prozess.

Im Verlauf der Arbeit entsteht eine Sammlung handgefertigter Löffel, die nicht als Produktserie, sondern als offenes Forschungsensemble verstanden wird. Erst durch begleitende Recherche verdichtet sich die Sammlung zu einem kuratorischen Konzept: Sprachliche Redewendungen und metaphorische Ausdrücke rund um den Löffel werden zum ordnenden Prinzip der Arbeit. Jeder Löffel steht in Beziehung zu einer Redewendung und übersetzt deren immaterielle Bedeutung in Material, Form und handwerkliche Geste.

Die Arbeit mündet in einem Ausstellungskonzept, in dem Objekt, Sprache und Handlung zusammengeführt werden.

Controlled Collapse: Gestaltung hybrider Materialien

Das Projekt erforscht neue Möglichkeiten nachhaltiger und materialbewusster Fertigung, indem biobasierte Materialien und keramischer 3D-Druck kombiniert werden. Dabei entsteht ein experimenteller Herstellungsprozess, der gezielt mit dem Einfluss der Schwerkraft auf das Material arbeitet.

Im Zuge der Verlagerung des Fachbereichs Materialdesign in die Räumlichkeiten der Höchster Porzellanmanufaktur wurde die dort verwendete Schlickergussmasse für den 3D-Druck angepasst und weiterentwickelt. Dabei wird das Material im Prozess nicht nur verarbeitet, sondern auch in seinem Verhalten untersucht.

Schwerkraft, Feuchtigkeit und Zeit beeinflussen dabei die entstehenden Formen. Stützstrukturen aus biologisch abbaubarem Schaum stabilisieren die Porzellanmasse, sind in Wasser löslich oder verbrennen rückstandslos im Ofen.

OБLIK

OБLIK ist ein prozessorientiertes Designprojekt über Migration, Identität und Transformation. Ausgangspunkt ist meine eigene Migrationserfahrung seit 2019. Innere Zustände werden dabei nicht direkt erzählt, sondern über Material, Form und Prozess sichtbar gemacht. Im Mittelpunkt steht keramischer 3D-Druck mit dem LUTUM 4.6. Ton wird als aktiver Dialogpartner verstanden: Er reagiert auf Druck, Kälte, Bewegung, Rhythmus, Mischung und manuelle Eingriffe. Risse, Verformungen, Fehler und Kontrollverlust werden bewusst zugelassen und als gestalterische Qualität genutzt.

Eine wiederkehrende Grundform dient als Träger verschiedener Kapitel. Durch Experimente mit Keramik, Papiermaché, Projektion, Sounddaten und Mehrmaterialdruck entstehen Objekte, die Zustände wie Übergang, Instabilität, Warten, Resonanz und Neuordnung verkörpern.

Ziel ist es, Migration nicht erklärend, sondern atmosphärisch und materiell erfahrbar zu machen.

Damda

Ein neues Erscheinungsbild für Hannover Airport

Meine Bachelorarbeit umfasst die strategische Neugestaltung des Corporate Designs für den Hannover Airport, mit besonderem Fokus auf die Bereiche Markenzeichen und Orientierungssystem. Durch die Überarbeitung der visuellen Kernelemente – Logo, Typografie, Farbe und Signaletik – zielt das Rebranding darauf ab, eine klare Identität und ein optimiertes Markenerlebnis zu schaffen. Ziel der Neupositionierung ist die Stärkung des Flughafens als internationaler Knotenpunkt in Norddeutschland.

Ziegel_#3 _648

Ziegel #3_648 ist eine dreischichtige skulpturale Serie, bestehend aus insgesamt 648 Bausteinen. Die Arbeit geht von einer grundlegenden Fragestellung zum repetitiven Stapeln aus und richtet den Fokus auf die ursprüngliche Rolle dieser Handlung im Prozess der Zivilisationsbildung und -entwicklung. Durch malerische Ordnung, die Wiederholung und Differenz einzelner Einheiten sowie den Akt des Stapelns selbst untersucht diese Serie das gestalterische Erweiterungspotenzial zwischen Malerei und Architektur.

Matter of Connectedness – An Embodied Design Research Through Collecting and Making

Diese Arbeit versteht Design als relationale Praxis – als Raum, in dem Verbundenheit zu uns selbst, zu anderen Menschen & zur Welt erfahrbar werden kann. Ausgangspunkt ist ein explorativer Designprozess mit gesammelten Materialien. Die Arbeit mit unbekannter Materie verlangsamt den Gestaltungsprozess & verschiebt den Fokus von Effizienz hin zu Beziehung. Aufbauend auf Hartmut Rosas Resonanztheorie wird Entschleunigung dabei als Voraussetzung für Verbundenheit verstanden.

Die Recherche mündet in ein Workshop-Format, in dem Teilnehmende Erdmaterialien von für sie bedeutsamen Orten mitbringen. Diese werden zu Engoben & Glasuren für Porzellandosen verarbeitet.

Das Gestalten öffnet Raum, um über Verbundenheit in Austausch zu treten & sich der Bedeutung der Materialien bewusst zu werden, die als Träger von Erinnerungen & Beziehungen dienen. Das Objekt ist nicht das Ziel, sondern ein Werkzeug.

Carboniferous

Eine installative Auseinandersetzung mit Steinkohle als Brennstoff, als Fossil, als Sehnsuchtsobjekt, als zerstörerische Realität.

Energiequellen sind keine neutralen Materialien. Jede bringt ihre eigenen Praktiken und ihre eigene Ästhetik mit sich. Nur wenige Materialien haben unsere Lebensweise so stark geprägt wie fossile Brennstoffe.

An einem Kachelofen ordnen sich Motive an, die unterschiedliche Aspekte der Steinkohle zeigen. Von Fossilien aus der Zeit der Karbonwälder über Symbole der Industriekultur bis hin zu den Bohrköpfen und Schaufelradbaggern, die heute ganze Landstriche abtragen. Vor dem Hintergrund des stetig wachsenden Konsums von Steinkohle stellt sich die Frage, welche Assoziationen und Emotionen wir mit ihr verbinden.

Der Kachelofen fungiert als Objekt, das die Nostalgie gegenüber einer idealisierten Vergangenheit mit dem Verbrauch von Brennstoffen verbindet. Er ist typisch für Berlin und erinnert, im Kontrast zu den industriellen Motiven, an ein gemütliches Zuhause.