teils tiles

Der Entwurf „teils tiles“ behandelt das Thema der Fassadengestaltung in Form eines reversiblen Materialverbunds. Schall- und Wärmedämmung sowie eine potentielle vertikale Begründung werden durch die Kombination aus Kork und mineralischen Fliesen ermöglicht. Der lösbare Materialverbund kann mithilfe eines eigens entwickelten Adapterstück auf das etablierte Agraffensystem der Firma Fischer angebracht werden. Durch die erzeugte Modularität in Verbindung mit den hervorragenden Eigenschaften des expandierten Korks eignet sich die Fassadenstruktur besonders für dicht bebaute, urbane Räume. Die Verortung im städtischen Raum eröffnet den vermehrten Drang nach vertikaler Begrünung. Moose, als natürlich an Bauwerken auftretende Pflanzengattung, benötigen nicht nur weniger Bewässerung, sie mindern auch das Risiko für Bauschäden im Gegensatz zu den üblichen Rankpfanzen. Das Fliesenelement bietet die Basis für eine Bepflanzen und vernäht die die Korkplatten zu einer hinterlüfteten Vorhangfassade.

Break-up Lab

Das Break-up Lab widmet sich dem Ende einer emotionalen Beziehung: der zwischen dem Textil und seinen vorherigen BesitzerInnen. In Kooperation mit Forschungsinstituten und Textilrecyclingakteur*innen entstehen zukunftsfähige Recyclingprozesse für Alttextilien mit Polyesterfaseranteil. Mithilfe des Enzyms PHL7 können Fasern aus PET in einem biotechnologischen Prozess binnen Minuten aufgespalten werden. Anschließend werden die zurückgewonnenen Bausteine des Polymers von Bakterien zu einem biologisch abbaubaren Kunststoff (PHA) verstoffwechselt. Garne und Add-ons aus PHA erleichtern die Trennung von Störstoffen und ermöglichen Faser-zu-Faser-Recyclingprozesse. Zwei kreislauffähige Kleidungsstücke zeigen die ästhetischen und funktionalen Potenziale auf und vermitteln, wie sich durch biotechnologische Prozesse regionale Materialkreisläufe von Alttextilien schließen lassen. Zudem initiiert das Lab auf Grundlage von EU-Richtlinien eine transparentere Infrastruktur zur Sammlung von Alttextilien.

DUC 20

Wie sieht die individuelle Mobilität von morgen aus? Eine Frage, die nach vielen Antworten verlangt! Unser Daily Utility Cycle (DUC) soll einer dieser Lösungsansätze sein.

DUC ist ein multifunktionales 20-Zoll-Lastenrad, das eine vielseitige Plattform für verschiedene Anwendungsbereiche bietet. Die Nutzer*innen können sich diese flexibel, durch verschiedene Module auf ihre Bedürfnisse anpassen.

Durch die Anpassung lassen sich alle gängigen Alltagssituationen bewerkstelligen, wie zum Beispiel die Kinder in die Schule bringen oder auf dem Arbeitsweg die Einkäufe transportieren. Aber auch eine gewerbliche Nutzung von DUC ist möglich, wie zum Beispiel in der Parkpflege, bei Hausmeisterdiensten oder im Handwerk. Durch seine Unisex Geometrie und niedrigen Herstellungskosten soll das DUC für möglichst viele Menschen eine attraktive Alternative zum Auto bieten. Somit kann es einen wertvollen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors leisten.

humus

Das „klassische“ zentralisierte Biomüllsystem ist teuer in der Anschaffung und weite Transportwege machen es ökologisch problematisch. Dennoch ist eine getrennte Biomüllverwertung fundamental für eine nachhaltige Zukunft. „humus“ denkt deshalb die Biomüllverwertung neu, als dezentrales und begrüntes System an Kompostern im öffentlichen Raum. Es rückt die Thematik wortwörtlich ins Licht der Öffentlichkeit und inszeniert den Biomüll nicht als Problem, sondern als wertvolle Ressource mit Potenzial.

POSAMENT

Für uns ist „POSAMENT“ die Chance, dieses sehr persönliche Thema gemeinsam zu erarbeiten. Inspiriert von alter Textiltradition aus unserem Heimatdorf, ist ein kollaborativer, interdisziplinärer Austausch zwischen Mode und Textil entstanden.

Die Auseinandersetzung findet einerseits flächig in neu interpretierten Bändern statt und andererseits dreidimensional durch die entstandenen Silhouetten. Diese gehen auf unterschiedliche Arten und Weisen auf die Inspiration der Posamenten ein. Die beiden Ansätze von Mode und Textil verschmelzen dann zu den finalen Outfits, indem die gewebten Bänder entweder direkt ins Teil integriert sind oder als Accessoire im Styling verwendet werden können. Diese funktionieren am Körper dann genau wie Posamenten im Innenraum; sie dekorieren das Ausgangsobjekt, welches in diesem Fall ein Kleidungsstück ist, in verschiedenen Arten und Weisen. „POSAMENT“ vereint die Themen von traditionellem Handwerk, Freundschaft, Herkunft und Zusammenarbeit.

Bela

“Bela” sind treue Begleiter für sportliche Abenteuer. So können die zirkulären Laufschuhe im Rahmen eines Abonnements bestellt und nach Bedarf erneuert werden.  Kund*innen können ganz einfach ihre Fußmaße mit dem Smartphone scannen und erhalten dann ein maßgeschneidertes Paar. Die Schuhe bestehen aus einem Monomaterial-Kunststoff, der mittels 3D-Druck gefertigt wird und höchsten Komfort bietet. Die verschiedenen Bereiche des Schuhs erfüllen alle Anforderungen, sei es Dämpfung, Stabilität oder Atmungsaktivität.

Nach intensivem Gebrauch können die Schuhe eingeschickt werden. Das alte Paar wird dazu vollständig recycelt und zu einem hochwertigen neuen Paar verarbeitet, was eine Neuheit im Bereich Sportschuhe darstellt. Der 3D Druck ermöglicht nicht nur ein optimales Recycling, sondern verkürzt auch die Lieferketten drastisch durch weniger Arbeitsschritte. Dadurch wird der CO2-Fußabdruck des Sportschuhs in einer Branche, die sich schnell verändert, erheblich reduziert.

The Stripe Chair

„The Stripe Chair“ rückt Bezugsstoffe für Möbel in den Vordergrund und gibt ihnen eine neue Bedeutung. Im interdisziplinären Austausch zwischen Industrie- & Textildesign ist eine neue Herangehensweise des aktiven Gestaltens mit Textilien im Interior Bereich entstanden. Dabei wird das Textil nicht nur für das Möbel ausgesucht, sondern bildet den Ausgangspunkt für seine Gestaltung.
Somit findet sich das Thema des Streifens in der Musterung und Bindung des entwickelten Stoffes wieder und ist Grundlage für das aus wiederum Steifen bestehende Polstersystem. Ein simples Gestell aus Metallrohr funktioniert als Playground für die bezogenen Schaumstoffstreifen, welche dreidimensional eingewebt werden können und den Stuhl zum Sessel umfunktionieren.
Da die Materialien nicht permanent miteinander verbunden sind, gestaltet sich die Trennung dieser und somit auch das Recycling des Produktes sehr simpel. Textile Konstruktionen waren die maßgebliche Inspiration für dieses reversible Polstersystem.

Steps to Stay

In Zeiten des Klimawandels steht auch die Hotelbranche unter wachsendem Druck, nachhaltige Maßnahmen umzusetzen. Dies erfordert nicht nur einen erheblichen Zeitaufwand, sondern hängt auch stark vom Mitwirken der Hotelgäste und des Personals ab.

Als Antwort auf diese Herausforderungen wurde das digitale Tool Steps to Stay entwickelt, um Hotelbetriebe ganzheitlich bei der Umsetzung nachhaltiger Praktiken zu unterstützen. Mit der mobilen Anwendung haben Hotelmanager:innen nicht nur jederzeit Zugriff auf alle relevanten Kennzahlen, sondern können auch passende Maßnahmen entsprechend ihrer individuellen Gegebenheiten und Ressourcen auswählen. Dabei berücksichtigt Steps to Stay nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und soziale Aspekte wie die Senkung von Betriebskosten oder die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus fördert Steps to Stay aktiv die Beteiligung von Hotelgästen und -personal, indem es gezielt informiert und zu nachhaltigem Verhalten motiviert.

Cable Mania

Kabel sind viel mehr als nur Stromleiter, Unruhestifter und Salat. Trotz des zunehmenden Einsatzes kabelloser Geräte bleiben sie unverzichtbarer Teil der Infrastruktur. Im Designprozess werden sie oft vernachlässigt und ihr Potential als Gestaltungsmittel übersehen.

Cable Mania nimmt daher das Produktelement Kabel in den Fokus. Anhand des Versuchsgegenstands entstehen durch Ausprobieren vielfältige Konzepte. Bekannte Vorstellungen über Kabel werden spielerisch hinterfragt, um neue Sichtweisen zu entdecken und zu kommunizieren. Das Experiment mit Material, Farbe, Form und Funktion führt so zu einer sechsteiligen Produktkollektion. Es entsteht unter anderem ein Lampenschirm mit integriertem Stecker, ein Fliesenset zur organisierten Kabelführung an der Wand, der Mehrfachstecker-Blumenstrauß  oder ein in Ringschlaufen gestaltetes Kabel, das sich überall aufhängen lässt. Cable Mania zeigt so neue Perspektiven und kommunikative Möglichkeiten wie Kabel beim Gestalten mitgedacht werden können.

Nedi

„Nedi“ ist ein Möbel welches speziell für Erwachsene mit ADHS gestaltet wurde.

Obwohl mehr als 5% der Weltbevölkerung von der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung betroffen sind, ist das Verständnis von ADHS innerhalb der Gesellschaft noch immer von Stigmatisierung und Missverständnissen geprägt. Nedi wurde zusammen mit Betroffenen gestaltet und geht bis ins Detail auf ihre individuellen Bedürfnisse ein.

Erwachsene mit ADHS leiden besonders an Konzentrationsproblemen am Arbeitsplatz und versuchen durch Bewegungsdrang den Mangel an Dopamin in ihrem Gehirn auszugleichen. „Nedi“ fängt das Bedürfnis nach Bewegung durch die Möglichkeiten des einfachen Positionswechsels am Arbeitsplatz selbst ab. Darüber hinaus bietet „Nedi“ Möglichkeiten zur äußeren Stimulation, welche das Reizgrundniveau erhöhen und ermöglicht Betroffenen dadurch ihre Konzentrationsfähigkeit länger aufrecht zu erhalten.