„What the Flax“ ist ein Materialforschungsprojekt, das das Potenzial untersucht, Flachsverbundstoffe mithilfe von nachhaltig produzierten Naturmaterialien und Bindemitteln in Form aufzublasen.
Traditionelle Verbundstoffe erfordern teure Formen und Werkzeuge sowie nicht recycelbare Duroplast-Bindemittel. Durch die Entwicklung eines biobasierten Verbundstoffs, der genäht, aufgehängt und aufgeblasen werden kann, werden maßgeschneiderte Lösungen möglich, die diese Probleme umgehen. Diese bieten Festigkeit und Stabilität, die von Form und Querschnitten abhängen, und nutzen die natürlichen Eigenschaften des Flachs.
Inspiriert durch die Erinnerung an einen älteren Bergbauern, der einst fast alles aus Flachs herstellte, hinterfragt das Projekt konventionelle textile Normen und strebt eine neue Ästhetik an, die von Irritation und Innovation geprägt ist.
Darüber hinaus soll das Projekt das Material wieder mit dem Boden und den Menschen verbinden, die es anbauen, und eine neue Möglichkeit für den Flachsanbau in der Alpenregion aufzeigen, wo die Pflanze seit vielen Jahren keine wirtschaftliche Rolle mehr spielt.
Kategorie: German Design Graduates
Remindful
Ziel des Projekts war die Entwicklung einer intuitiven und barrierearmen App, die Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen sowie älteren Personen im Alltag unterstützt – insbesondere bei der Organisation und Erinnerung an wichtige Aufgaben wie die Medikamenteneinnahme.
Durch ein multisensorisches Nutzer*innenerlebnis soll die Anwendung nicht nur leicht verständlich und navigierbar sein, sondern sich auch nahtlos in bestehende Geräte-Ökosysteme wie Smartphones, Smartwatches oder Fernseher integrieren lassen.
Individuell abgestimmte Erinnerungen – etwa durch vertraute Stimmen oder sanfte Benachrichtigungen – helfen dabei, die kognitive Belastung zu minimieren und gleichzeitig das Gefühl von Selbstständigkeit und Lebensqualität zu fördern.AB199
artgerächt
artgerächt ist eine satirische Aufklärungskampagne über die Problematik der Qualzucht bei Hunden. Während extreme Zuchtmerkmale bei bestimmten Rassen schwerwiegende gesundheitliche Schäden verursachen, gelten sie in der Gesellschaft weiterhin als „süß“ oder prestigeträchtig. Die Arbeit setzt genau hier an: Sie nutzt die Sprache des Luxusmarketings, um Menschen zu erreichen, die Hunde nach äußeren Merkmalen auswählen – und konfrontiert sie mit den Folgen.
Ein vermeintlich exklusiver Hundekonfigurator führt Nutzer:innen durch ihre Wunschvorstellungen, zeigt anschließend die gesundheitlichen Defekte dieser Hunde auf und verweist auf passende Tierschutzhunde. Ziel ist es, Statusdenken aufzubrechen, Empathie zu fördern und die Akzeptanz für Qualzuchten infrage zu stellen – mit Design, das zum Umdenken bewegt.
Building Teenage Resilience
Psychische Gesundheit von Jugendlichen verschlechtert sich zunehmend – allein 2021 zeigte fast ein Drittel der Kinder in Deutschland Auffälligkeiten, 2022 äußerte die Hälfte der Jugendlichen Zukunftsängste. Präventive Maßnahmen fehlen oft im Alltag. Genau hier setzt Building Teenage Resilience an: Die digitale Plattform vermittelt in interaktiven Schulformaten Kompetenzen wie Emotionsregulation, Kommunikation und Problemlösung. Ergänzt wird dies durch Achtsamkeitsübungen, Pausenroutinen und kontinuierliches Emotionstracking. So wird mentales Wissen im Alltag verankert. Ein persönliches Schülerprofil sowie der Chatbot Ehm bieten niederschwelligen Zugang zu individuell passenden Ressourcen. Intelligente Monitoringfragen helfen, Belastungen frühzeitig zu erkennen und passende Unterstützung bereitzustellen – datenbasiert, wirksam und alltagsnah.
Birds and Boxes
Die Skinnerbox ist ein Experimentierkäfig aus der Verhaltenspsychologie, in welchem untersucht wird, wie Tiere durch das Drücken eines Knopfes und die darauffolgende Belohnung mit Futter gezielt zu bestimmten Verhaltensweisen konditioniert werden können. Die Mechanismen der Skinnerbox finden sich im Smartphone wieder, und wir werden zum Scrollen und Nutzen des Gerätes konditioniert. Statt mit Nahrung wird der Nutzer mit Verbindung belohnt. Durch Likes, Kommentare, News oder neue Posts wird ein tief verwurzeltes Bedürfnis nach Gemeinschaft, Interaktion und Anerkennung angesprochen.
Die App Birds and Boxes ermutigt den Nutzer, den radikalen Schritt zu gehen, das Smartphone auszuschalten und sich so aus der Skinnerbox des Smartphones zu befreien. Die Zeit, welche das Smartphone ausgeschaltet bleibt, trackt der Nutzer mit der App. Durch häufiges Ausschalten und damit zunehmender getrackter Gesamtzeit werden metaphorische Vögel aus der Skinnerbox befreit.
Auf halber Treppe
„Auf halber Treppe“ setzt dort an, wo Menschen nah beieinander wohnen, aber meist wenig miteinander teilen – außer dem Treppenhaus. Ziel ist es, Gestaltungselemente zu schaffen, die nachbarschaftliche Gemeinschaft in Mehrparteienhäusern fördern. Drei Objekte im Treppenhaus eröffnen subtil Raum für Austausch, Vertrauen und Begegnung: Ein „schwarzes Brett“ erleichtert die hausinterne Kommunikation, ein „Schuppen“ regt dazu an, Gegenstände in der Hausgemeinschaft zu teilen, und ein „Türkranz“ mit Garderobenfunktion macht vor der Tür sichtbar, wer hinter der Tür wohnt. So kann aus anonymer Nachbar*innenschaft eine solidarische Hausgemeinschaft entstehen. Das Projekt berücksichtigt Brandschutz sowie bauliche Vorgaben und zeigt exemplarisch, wie durch Gestaltung gesellschaftliche Themen wie Vereinsamung, Hyperindividualismus und andere Folgen der Urbanisierung im Kleinen behandelt und im Großen verändert werden können – als Beitrag zu mehr Miteinander und Solidarität im urbanen Zusammenleben.
Anamnese Plus
Anamnese Plus ermöglicht medizinischem Fachpersonal die intuitive Erfassung von Ultraschalldaten – unterstützt durch KI-basiertes Echtzeit-Feedback und visuelle Projektion auf den Körper. Die Datenerhebung erfolgt ohne umfangreiche Spezialausbildung; ärztliche Auswertung und Durchführung sind klar getrennt. So entsteht ein niedrigschwelliges Diagnostikangebot, das die Primärversorgung stärkt und insbesondere ländliche Regionen entlastet. Angesichts des bevorstehenden Ruhestands von rund 68 % der Hausärzt*innen in den nächsten zehn Jahren leistet Anamnese Plus einen Beitrag zur Sicherung der medizinischen Grundversorgung. Durch Integration in öffentliche Räume wie Apotheken oder Schulen wird der Zugang zur Diagnostik erleichtert, Versorgungslücken werden reduziert. Anamnese Plus ersetzt keine ärztliche Expertise, sondern ergänzt bestehende Strukturen durch technologische Innovation – effizient, alltagsnah und ressourcenschonend.
wichtige triviale Fragen
Stehen die Wassergläser im Schrank mit der Öffnung nach oben oder unten? Geht man lieber bowlen oder kegeln? Solche zunächst trivial wirkenden Fragen entfalten bei näherer Betrachtung erstaunliches Gesprächspotenzial. Genau hier setzt das Kennenlernspiel „wtf – wichtige triviale Fragen“ an. Es stellt scheinbar unsinnige Fragen, die schnell zu unterhaltsamen Diskussionen führen. Denn oft zeigt sich, dass vermeintlich Selbstverständliches unterschiedlich wahrgenommen wird. Diese Unterschiede bringt wtf ans Licht und rückt sie ins Zentrum des Gesprächs.
Das Spiel schafft Raum für humorvolle, manchmal hitzige Gespräche über Alltägliches. Dabei lernt man sein Gegenüber auf eine neue, persönliche Weise kennen. Trotz kontroverser Meinungen steht der Spaß im Vordergrund, und man erkennt, dass verschiedene Sichtweisen bereichern können. Indem man seine Meinung begründet, versteht man andere besser – und überdenkt vielleicht selbst seine eigene Sicht.
Mut zur Ecke
Im Rahmen dieses Projekts entstand ein modulares Sideboard, das gezielt um ein innovatives Eckmodul erweitert wurde. Der Entwurf reagiert auf die Anforderungen moderner Wohnsituationen, in denen Raum oft knapp bemessen ist. Ziel war es, eine flexible und ästhetisch überzeugende Lösung für ungenutzte Ecken im Wohnbereich zu schaffen.
Das Systemmöbel passt sich dank seines modularen Aufbaus verschiedensten Raumsituationen an – sowohl in seiner Form als auch in der Fläche erweiterbar. Besonderes Augenmerk lag auf der effizienten Nutzung von Zimmerecken, die durch das integrierte Eckmodul funktional erschlossen und gestalterisch aufgewertet werden.
Klarheit in der Formensprache, zeitgemäßes Design und eine hohe Alltagstauglichkeit zeichnen das Möbel aus. Es verbindet Gestaltungsanspruch mit Funktionalität und ermöglicht eine individuelle Anpassung an sich wandelnde Lebensumstände – langlebig, wandelbar und raumoptimierend.
Organische Eleganz und natürliche Opulenz
In meiner Masterarbeit spielt die Natur eine zentrale Rolle. Durch meinen Ausflug in die Natur ist mir noch einmal bewusst geworden, wie komplex die Formen in der Natur wirklich sind. Sie ist ein „genialer Gestalter“ – nichts wird dem Zufall überlassen. In meiner Masterarbeit habe ich durch die Recherche erkannt, dass die Wellenform eine große Rolle in der Natur spielt. Durch diese Erkenntnis habe ich „die Welle“ zu meiner „Form der Masterarbeit“ ernannt.
Das Arbeiten mit natürlichen Materialien hat mir viele neue Ideen eröffnet und mich von den traditionellen Techniken des Goldschmiedehandwerks gelöst. Ziel meiner Masterarbeit war es, eigene Formen zu entwickeln, die von der Natur inspiriert sind und die Wertschätzung für die Natur dadurch hervorzuheben. Die entstandenen Schmuckstücke schmiegen sich durch ihre fließende Formsprache an den Körper an.