TESSI

TESSI ist eine rauchfreie, kostengünstige Lösung, die Indiens starke Abhängigkeit von festen Brennstoffen zum Kochen und zur Wassererwärmung adressiert – eine Praxis, die 2019 zu 1,6 Millionen durch Umweltverschmutzung verursachten Todesfällen beitrug. Mithilfe von Heizelementen erwärmt es 55 kg Sand auf 300 °C und speichert 2,6 kW erneuerbare Energie, um pro Ladung 30 Liter Wasser zu erhitzen. Die Vakuumisolierung hält die Wärme über Nacht, sodass auch bei Stromausfällen sauberes Kochen und dezentrale Energiespeicherung möglich bleiben.
TESSI unterstützt das nationale Stromnetz, indem es überschüssige erneuerbare Energie während der Spitzenproduktion speichert und bei Bedarf wieder abgibt, wodurch Energieverschwendung reduziert und die Versorgung stabilisiert wird.
Es wurde so konzipiert, dass es besonders erschwinglich, umweltfreundlich, langlebig und leicht reparierbar ist. TESSI hilft, die Abhängigkeit von Feuerholz zu beseitigen, schafft Zeit für Bildung und fördert wirtschaftliches Wachstum.

zebra

Zebra verfolgt das Ziel, die Erstellung von Audiodeskriptionen für Theateraufführungen durch eine strukturierte, kollaborative Arbeitsumgebung zu vereinfachen. Die Anwendung adressiert zentrale Herausforderungen wie den hohen Produktionsaufwand und die mangelnde Einbindung blinder Perspektiven in den Entstehungsprozess. Kern der Konzeptidee ist eine plattformbasierte Lösung, die sehende Autor*innen, blinde Redakteur*innen und Sprecher*innen in einem digitalen Raum zusammenführt. Durch die Synchronisation von Skript, Videoaufnahmen und Audiodeskriptionstexten entsteht ein zentraler Arbeitsbereich, der alle benötigten Werkzeuge und Informationen integriert.
Zebra fördert die Zusammenarbeit zwischen blinden und sehenden Nutzer*innen durch rollenspezifische Ansichten und für Screenreader optimierte Oberflächen.
Die Integration von KI-Tools und die asynchrone Zusammenarbeit zwischen Autor*innen und Redakteur*innen verkürzen die Erstellungszeit, während gleichzeitig die Textqualität steigt.

Denkt. Einfach mal

Denkt. Einfach mal
„Denkt. Einfach mal“ unterstützt Lehrkräfte, Schüler*innen Medienkompetenz und kritisches Denken zu vermitteln. Der Workshop befähigt sie, Social-Media-Inhalte zu hinterfragen und eine eigene politische Meinung zu entwickeln.

Neue Form: Rinde

Dieses Projekt erforscht das Potenzial von Baumrinde als nachhaltigem Werkstoff. In Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut wird Rinde bindemittelfrei durch ein Heißpressverfahren verdichtet und anschließend mit CNC-Technik weiterbearbeitet. Computertomographische Scans helfen, die Materialstruktur zu analysieren und zu optimieren.

Ziel ist es, Rinde als wertvollen Rohstoff im Produktdesign zu etablieren und ihre ästhetischen sowie funktionalen Qualitäten zu demonstrieren. Ein Sitzmöbel dient als Demonstrator, um Stabilität, Modularität und Gestaltungsvielfalt aufzuzeigen. Durch den interdisziplinären Austausch zwischen Design und Wissenschaft entsteht ein innovativer, nachhaltiger Werkstoff, der alternative Nutzungskonzepte für das Restmaterial ermöglicht und einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leistet.

Das MEHRWERK

Das „Mehrwerk“ ist ein innovatives Konzept, das die Reparaturkultur stärken und eine lebendige Gemeinschaft fördern möchte. Anstatt ein weiteres Repair-Café zu schaffen, zielt das Konzept darauf ab, bestehende Initiativen zu vernetzen, einen zentralen Hub zu etablieren und eine Plattform für Kurse anzubieten. Ziel ist es, das Thema Reparatur und Langlebigkeit präsenter zu machen und den Zugang zu erleichtern.
Durch die Verbindung von Einzelpersonen, Vereinen, Schulen und Universitäten wird Wissen über Reparatur und Restaurierung vermittelt und praktische Hilfe bei individuellen Projekten angeboten. Das Projekt unterstützt den Ansatz des konsumbewussten Raums, indem es Menschen dazu ermutigt, den Wert ihrer bestehenden Produkte wiederzuerkennen und den Konsum zu reduzieren.
Die Idee könnte gut in die Halle integriert werden und leistet einen wertvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Gemeinschaft.

Bürostuhl

Das Spiel „Bürostuhl“ greift den Generationenkonflikt am Arbeitsplatz auf und vereint Unterhaltung mit gesellschaftlicher Reflexion. Es will zu einem Dialog und Perspektivwechsel anregen, um zu zeigen, dass sich die Generationen ähnlicher sind, als Medien und Menschen glauben. Denn unsere Masterthesis untersuchte, wie virale Inhalte (Memes) stereotype Denkmuster und Erwartungshaltungen beeinflussen. Das Resultat: Sie verzerren die Wahrnehmung und fördern ideologische Konflikte. Ein Beispiel ist der Generationenkonflikt, dessen Existenz faktisch nicht belegt werden kann, jedoch von vielen empfunden wird. Eben jene Inhalte waren es, die den derben Humor und die im Spiel aufgegriffenen Klischees inspirierten.

Ziel ist es, die identischen Bedürfnisse der vier Spielcharaktere (Baby Boomer, Gen X, Y & Z) zu decken. Bürostuhls Besonderheit besteht darin, dass zwar jede:r für sich allein gewinnt, jedoch alle zusammen verlieren – ein Konflikt zwischen Eigeninteresse und Gemeinwohl.

Voice Select

Hörbeeinträchtigungen betreffen Millionen Menschen und schränken weit mehr ein als nur das Hören. Sie erschweren soziale Teilhabe, besonders in Gruppengesprächen mit vielen Stimmen und schnellen Sprecherwechseln. Bestehende Hörsysteme überfordern durch Verstärkung aller Stimmen oder setzen auf automatische Filterung, entziehen Nutzer:innen dabei aber die Kontrolle darüber, welche Stimmen sie hören – ein Verlust an Selbstbestimmung und Zugehörigkeit.
Voice Select geht einen anderen Weg. Die App erlaubt es Menschen mit Hörhilfen, gezielt auszuwählen, welche Stimmen sie hören möchten: individuell, unauffällig und ohne zusätzliche Hilfsmittel. Zwei zentrale Screens unterstützen die Nutzer:innen: ein Selection Screen für die Vorauswahl und ein Conversation Screen zur situativen Anpassung. So passt sich die Technik den Menschen an und nicht umgekehrt. Statt technische Defizite zu kaschieren, schafft der Entwurf Handlungsspielräume und zeigt, wie inklusive Kommunikation künftig aussehen kann.

DECAYED

DECAYED – „Was entsteht, wenn was zergeht?“ ist ein spekulatives, ganzheitliches Konzept für einen alternativen Gestaltungsweg. Aus einer postkapitalistischen Perspektive betrachten wir, wie zukünftig eine gemeinschaftlichere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Spezies aussehen könnte.

Am beispielhaften Objekt Schuh wird ein biologischer Zersetzungsprozess durch Myzel angewendet, der nicht nur zum Kompostieren des verwendeten Materials dient, sondern auch die Gestaltung und Produktion aktiv mitbestimmt.
So wird in diesem Versuchsaufbau spekuliert, wie Mikroorganismen als Mitwirkende des Gestaltungsprozesses verstanden werden können.

In dem von uns gestalteten „Schuhgeschäft der Zukunft“ wird dieser gemeinschaftliche Prozess verortet, visualisiert und wertgeschätzt.
Dieses Zukunftsbild zeichnet die Schnittstelle zwischen Mensch und Mikroorganismus mit dem gemeinsamen Ziel einer postkapitalistischen Entwicklung.

SAFER RAVE

Die Bachelorarbeit SAFER RAVE vermittelt Veranstaltenden illegaler Raves Wissen über Rave-Kultur und Sicherheit. Sie besteht aus zwei Büchern und einer Materialsammlung und bietet praxisnahe Unterstützung für eine sichere Eventgestaltung. Rave & Awareness erklärt kulturelle Hintergründe und Awareness-Konzepte, während das Situation Book Handlungshilfen bei Notfällen und Problemen bietet. Die Materialsammlung enthält u. a. einen Poster Builder mit gestaltbaren Textbausteinen.

Ziel ist es, durch offene Kommunikation und kreative Tools zu einer verantwortungsvolleren Organisation beizutragen. Eine begleitende Website stellt Inhalte zusätzlich digital bereit. Die Arbeit soll nicht zur Veranstaltung illegaler Raves ermutigen, sondern das Bewusstsein für Risiken schärfen und Schutzmaßnahmen fördern.

Microaggressions

Mikroaggressionen sind oft beiläufige, nicht böse gemeinte Kommentare – doch ihre Wirkung ist nicht harmlos. Sie verletzen, grenzen aus und verstärken unbewusst diskriminierende Strukturen. Viele Menschen glauben, bereits für Diversität und Diskriminierung sensibilisiert zu sein, ohne subtile Formen wie Mikroaggressionen zu erkennen. Ziel unserer Kampagne war es, genau hier anzusetzen: Wir wollten Unsichtbares sichtbar machen, aufklären und für sensible Sprache im Alltag sensibilisieren. Mit interaktiven Formaten wie Mikroaggressions-Bingo, Reels und Karussell-Posts auf Instagram und TikTok haben wir einen niedrigschwelligen Zugang geschaffen, Diskussionen angeregt und eine diverse Community erreicht. Wir setzen auf Empowerment, Aha-Momente und die Einladung zur Reflexion – für mehr Bewusstsein im digitalen Raum und darüber hinaus.