Kalturm

Kalturm ist ein portables, aktives Kühlsystem für Getränkekisten, entwickelt für kleine bis mittelgroße Veranstaltungen. Egal ob Stadtläufe, Sportturniere, Studierendenpartys oder Open-Air-Events – überall dort, wo Kisten Getränke gekühlt werden müssen, aber keine passende Kühlinfrastruktur existiert, setzt Kalturm an. Das System nutzt die standardisierte deutsche Getränkekiste als tragende Struktur. Eine kompakte Kühleinheit mit Kompressor, Kondensator und Verdampfer sitzt oben auf dem Kistenstapel. Eine flexible, reflektierende Isolierhülle umschließt den Turm und passt sich der Höhe an, während leere Kisten von oben entfernt werden.

Kalturm läuft mit normalem 220V-Anschluss und kühlt aktiv über mehrere Stunden. Mehrere Einheiten lassen sich verbinden, um hochzuskalieren. Ein funktionsfähiger Prototyp wurde gebaut und getestet: Getränke kühlen von über 20°C auf stabile 9-10°C ab.

Die Konstruktion macht professionelle Kühlung für kleine Veranstalter erstmals zugänglich und bezahlbar.

Be Water

Ein physisch-digitales Desktop-Gerät für mentale Fitness, emotionale Regulierung und Produktivität. Viele Menschen erleben Angstzustände, Prokrastination und Konzentrationsverlust durch ständige Informationsüberlastung und selbstgemachten Druck.

„Be water“ ist sowohl eine Lebensphilosophie als auch ein Gestaltungsansatz, der zu Flexibilität und Anpassung in verschiedenen Situationen anregt. Verschiedene Aggregatzustände von Wasser werden in physische Formen übersetzt, um emotionale und verhaltensbezogene Übergänge während des Arbeitstages zu unterstützen.

Neue Formen des Gedenkens – interaktive Produkte für den Trauerprozess

„INPW“ ist ein interaktiver Dienst zur Unterstützung bei Trauerfällen, der aus einem physischen Ring und einer digitalen App besteht. Die Teilnehmenden umfassen die Person vor ihrem Tod sowie ihre ausgewählten Empfängerinnen und Empfänger, wodurch die Angst vor dem Tod verringert und gleichzeitig ein herzlicher Abschied sowie dauerhafte Gefährtschaft hinterlassen werden.

Basierend auf der Theorie der fortlaufenden Bindungen und dem fünfstufigen Trauermodell nach Kübler-Ross sowie gestützt auf kulturübergreifende Forschung in Taiwan und Deutschland (User Journey Map, Photo Elicitation), entwickelte das Projekt einen kulturell anpassbaren Service.

Der Ring trägt die Erinnerung sowie die symbolische Präsenz der verstorbenen Person, aktiviert die App und verwandelt Emotionen in Begleitung. Das digitale System bietet eine nicht-lineare Kapitelstruktur, die es den Nutzenden ermöglicht, die Trauer im eigenen Tempo zu verarbeiten und die emotionale Bindung durch Inhalte aufrechtzuerhalten, die ihre Liebsten noch vor dem Tod vorbereitet haben.

Growing Matter

„Growing Matter“ macht verborgene Naturkreisläufe greifbar und fungiert als didaktisches Werkzeug, das das materielle Potenzial von Pilzen aufzeigt. Das Kit bietet einen praktischen Ansatz für Myzel: Aus gesammeltem Alltagsabfall wie Getränkekartons und Toilettenpapierrollen werden Zuchtformen gebaut. Die Verpackung entfaltet sich dabei zu einem Arbeitsbereich mit Anleitung.

Durch das Züchten von drei verschiedenen Objekten – einem Vogelhaus (Isolation), Bausteinen (Struktur und Leichtigkeit) und Untersetzern (Hitzebeständigkeit) – werden die Materialeigenschaften physisch erlebbar.

Das gemeinsame Sammeln von Abfällen fördert zudem den sozialen Austausch und regt Dialoge über Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Produktion an.

Permeable Patterns

Grassblock ist ein modulares System aus acht Rasensteinen mit variabler Durchlässigkeit und Stabilität, abhängig davon, wie viel Fläche offen ist. Bei der Anordnung können die Rasensteine beliebig verschoben und rotiert werden, so dass sie Verläufe und Muster bilden und sich dabei an komplexe Flächen anpassen können.

Mit dem Planungstool Permeable Patterns werden die Rasensteine parametrisch angeordnet, wodurch sie mit geringem Planungsaufwand in den Stadtraum gebracht werden können. So kann eine weit verbreitete Umsetzung von wasserdurchlässiger Pflasterung ermöglicht werden, um der zunehmenden Versiegelung von Städten entgegenzuwirken.

Broadening the boundaries of online communication

In typischen Online-Meetings basiert die Kommunikation überwiegend auf zweidimensionalen Informationen. Sobald jedoch physische Objekte geteilt werden sollen, entstehen zahlreiche Herausforderungen, die eine reibungslose und effiziente Interaktion erschweren. Mit der zunehmenden Verbreitung von Remote-Arbeit treten diese Probleme insbesondere im beruflichen Kontext immer häufiger auf.

Auf Grundlage der Theorien zur Joint Attention und zur Embodied Cognition entwickelt dieses Projekt ein duales Interaktionssystem. Durch optimierte Darstellungsperspektiven, die Visualisierung von Blick- und Zeigegesten sowie eine intuitive Interaktionsgestaltung entsteht ein neues Arbeitsszenario, das eine klarere und effektivere Remote-Kollaboration ermöglicht.

Internet as Archive

Internet as Archive untersucht das Internet aus der Perspektive des Archivs und fragt, welche Mechanismen Wissen online sammeln, ordnen und zugänglich machen. Ausgehend von der Analyse archivarischer Systeme zeigt die Arbeit, dass Suchmaschinen, Plattformen und algorithmische Kuratierung den Zugang zu Informationen organisieren, ihre zugrunde liegenden Strukturen jedoch weitgehend unsichtbar bleiben. Wissen erscheint dadurch häufig als Trefferliste oder einzelne Antwort, während Abhängigkeiten und Zusammenhänge verloren gehen.

Als Gegenentwurf zu diesen linearen Wissensordnungen entstand ein digitales Archiv, in dem ein interaktiver Netzwerkgraph als primäre Wissensordnung dient. Er macht Begriffe, Kontexte und Beziehungen als zusammenhängendes System erfahrbar und ermöglicht eine explorative Navigation, die eigene Wege durch das Wissen eröffnet, ohne komplexe Zusammenhänge auf vereinfachte Antworten zu reduzieren.

internet-as-archive.netlify.app

Das Koffertheater

Das Koffertheater

Entdecke, erfinde und erschaffe Welten im Koffertheater.

Aus einem Holzkoffer wird mit wenigen Handgriffen eine Miniatur Bühne. Die Bühne kann für Aufführungen, freies Spiel alleine oder gemeinsam bespielt werden. Die Figuren und Kulissen, welche sich im Koffer befinden sind aus Papier und in Anlehnung an historisches Papiertheater mit Offset Lithografie gedruckt. Durch die Herstellung mit analogen Druckverfahren schaffen sie eine Verbindung zwischen alt und neu, und geben dem Spielmaterial eine Wertigkeit.

Die Unterwasserwelt „Nautronika“ ist im Koffer als Grundset vorhanden. Es sind Figuren, Kulissen und Requisiten, die spielende dazu auffordern und inspirieren sollen sich ihre eigene Geschichte zu der Welt auszudenken. Sie zeigen, was alles möglich ist und geben somit auch eine gute Grundlage um die Welt der eigenen Geschichte anzupassen und neu zu erfinden. Werde selbst kreativ, schreibe ein Stück und erfinde Welten im Koffertheater.

Beyond the Map

Beyond the Map ist ein individualisiertes Wayfinding-System für Museen, das Navigation an persönlichen Interessen und verfügbarer Zeit ausrichtet, ohne zusätzliche Aufmerksamkeit zu beanspruchen. Die Leitfrage lautet: Was wäre, wenn sich ein Museumsbesuch wie eine individuell kuratierte Erfahrung anfühlen würde? Statt vorab zu planen, wählen Besucher*innen Kategorien und Besuchsdauer und werden direkt zu passenden Exponaten geführt.

Beyond the Map stellt dabei nicht Informationsvermittlung, sondern die unmittelbare Wahrnehmung vor Ort in den Mittelpunkt. Der Ansatz verbindet Individualisierung mit intuitiver Führung: Navigation wird zu einem begleitenden Prozess, der sich der Ausstellung anpasst, nicht umgekehrt.

Das System aus Charging Station, Web-App und Wearable erstellt individuelle Routen, führt diskret per Vibration und ergänzt Inhalte nach dem Besuch. So erleichtert die individuelle Routenzusammenstellung unterschiedlichen Besucher*innenprofilen den Zugang zu Ausstellungen.

Mementum

„Mementum“ widmet sich der systemischen Bewältigung des digitalen Nachlasses durch ein plattformübergreifendes Service-Ökosystem. Angesichts der rasanten Digitalisierung wird die Verwaltung digitaler Hinterlassenschaften zu einer gesellschaftlichen Notwendigkeit, da technokratische Datenlöschungen den emotionalen Bedürfnissen im Trauerfall kaum gerecht werden. Das Projekt ordnet diese vielschichtige Komplexität an der Schnittstelle von Recht, Technologie und menschlicher Psychologie.

Das Designergebnis umfasst ein Desktop-Portal zur proaktiven Datenorganisation zu Lebzeiten sowie die mobile App Memorial Galaxy, die den Trauerprocess durch sensible KI-Vermittlung und visuelle Erinnerungs-Cluster in ein kollektives Erlebnis verwandelt.

Der wesentliche Wert liegt darin, die Lücke zwischen reiner Datenverwaltung und emotionalem Erbe zu schließen, indem abstrakte Datenstrukturen in ein greifbares, tröstliches Symbol menschlicher Verbundenheit überführt werden.