LYRA – Wearable zur Wahrnehmung von Bruxismus

LYRA ist ein Wearable zur Unterstützung der Wahrnehmung von Bruxismus – dem unbewussten Pressen und Knirschen der Zähne. Viele Betroffene bemerken die Anspannung erst, wenn bereits Beschwerden auftreten. Bestehende Lösungen konzentrieren sich häufig auf die Behandlung der Folgen.

Das Projekt verfolgt einen präventiven Ansatz und übersetzt Biofeedback in ein unauffälliges, schmuckinspiriertes Produkt für den Alltag. Eine sensorische In-Ear-Komponente erfasst Veränderungen im Ohrkanal, die durch Kieferbewegungen entstehen, und gibt ein dezentes akustisches Feedback.

LYRA versteht Design nicht als Therapie, sondern als leise Unterstützung für mehr Körperwahrnehmung und einen bewussteren Umgang mit Stress.

Schön war’s – und jetzt?

Viele Elektrokleingeräte lagern ungenutzt in Kellern o.ä. und geraten in Vergessenheit, während das Müllaufkommen wächst und sich Produktlebenszeiten verkürzen. Die Masterarbeit „Schön war’s – und jetzt?“ untersucht Alternativen zur Nicht-Nutzung anhand eines Raclettegerätes. Obwohl das gesellige Miteinander beim Raclette-Event mit Freunden und Familie emotional wertgeschätzt wird, gilt der Wert des Gerätes selbst als gering. Braucht es also eine emotionale Bindung oder sollte das Produkt in den Hintergrund treten? Beeinflussen alternative Optionen nachhaltig das Kauf- und Nutzungsverhalten?

Die Entwürfe Reduclette und Multiclette machen diese Bandbreite auf. Das Reduclette fungiert als Kurzzeit-Produkt direkt aus dem Supermarktregal: Die Verpackung von Kerze und Käse bietet bis zu drei Nutzungen und wird danach im Hausmüll entsorgt. Das Multiclette hingegen ist ein langlebiges, robustes Einrichtungsobjekt für flexible, dauerhafte Nutzung, das für Wärme und gemütlches Essen sorgt.

SHARDS glas waste potential

„SHARDS“ untersucht das gestalterische Potenzial von Glasabfällen aus dem handwerklichen Glasstudio. Während industrielles Glasrecycling etabliert ist, bleiben Studioglasreste aufgrund geringer Mengen, inhomogener Zusammensetzung und möglicher Verunreinigungen meist ungenutzt. Das Projekt versteht diese Scherben nicht als Abfall, sondern als wertvolle Ressource und erforscht neue Wege ihrer Wiederverwendung.

Durch Recherchen, Exkursionen und Gespräche mit Glashütten, Recyclingunternehmen und Glasstudios wurden Materialströme identifiziert, die bislang aus bestehenden Kreisläufen herausfallen. Darauf aufbauend entstanden experimentelle Materialstudien mit Recycling- und Studioglas. Mittels Glass Casting wurde untersucht, wie Scherbengröße, Farbe und Zusammensetzung Schmelzverhalten und Ästhetik beeinflussen.

Das Ergebnis sind Konzepte für ein zirkuläres Farbzapfen-System sowie ein ressourcenschonendes Studio, das Glasabfälle in individuelle Objekte transformiert.

Redesign einer Waschmaschine

Elektroschrott ist einer der am schnellsten wachsenden Abfallströme weltweit. Jährlich werden Millionen Tonnen Elektrogeräte entsorgt. Dabei verbraucht besonders die Neuproduktion großer Haushaltsgeräte zu viel Energie und Ressourcen, weshalb eine längere Nutzungsdauer von Elektrogeräten ein entscheidender Faktor ist.

Die Arbeit zeigt am Beispiel einer Waschmaschine, wie durch Circular Design, einem modularen Aufbau und einer verständlichen Gestaltung die Nutzungsdauer verlängert und ein bewussterer und ressourcenschonender Umgang mit technischen Alltagsprodukten gefördert werden kann.

Die Gestaltung sieht eine klare Strukturierung und modulare Zugänglichkeit der einzelnen Komponenten vor, um Reparatur, Pflege und Austausch zu erleichtern. Das anonyme, technische Innere der Maschine wird zudem durch Prägungen, Signalfarben und Beschriftungen nach außen getragen, um dadurch für die Nutzer*innen sichtbarer und verständlicher zu sein und das Bewusstsein für die Maschine zu verbessern.

Zwischen Wahrnehmung und Imagination: Spiegelphänomene in der ästhetischen Erfahrung

Diese Masterarbeit untersucht Spiegelphänomene aus ästhetischer, kulturtheoretischer und gestalterischer Perspektive. Der Spiegel wird dabei nicht nur als optisches Objekt, sondern als Medium verstanden, das zwischen Realität und Imagination vermittelt. Im Fokus steht das Spannungsverhältnis von Wahrnehmung und Vorstellungskraft, von Sichtbarem und Symbolischem. Spiegelbilder erscheinen nicht als neutrale Reflexionen, sondern als Projektionsflächen subjektiver Deutungen, geprägt von Erinnerung, Erfahrung und Erwartung. Die Arbeit stützt sich theoretisch auf kultur- und kunsthistorische, philosophische sowie psychologische Ansätze.

Im gestalterischen Teil werden die Erkenntnisse in den Entwurf einer Stehleuchte übertragen. Durch spiegelnde und durchlässige Elemente entstehen visuelle Zwischenzustände, die Wahrnehmungsmuster auflösen und neue Raumerfahrungen ermöglichen.

Ziel ist es, einen Möglichkeitsraum zu schaffen, in dem Wahrnehmung, Raum und Imagination neu erfahrbar werden.

Der Blau_Kasten

Wie lässt sich ein bedrohtes Kunsthandwerk bewahren? Anstatt auf museale Konservierung zu setzen, beschäftigt sich die Arbeit mit der Überführung des immateriellen Kulturerbes Blaudruck in die Moderne und rückt dabei aktives Praktizieren in den Vordergrund. Da die traditionell verwendeten Druckstöcke (Model) kaum noch hergestellt oder repariert werden können, setzt die Arbeit dort an und dekonstruiert ihre starre Form, um das traditionelle Verfahren für die Gegenwart zu erschließen.

Der Blau_Kasten ist ein modulares Werkzeugsystem aus Druckmodulen, die mit unterschiedlichen Steckelementen versehen werden können. Zu immer neuen Motiven kombiniert, können so individuelle Textildrucke entstehen. Eingesetzt in Workshops macht das System Kulturerbe erlebbar.

Die intuitive Verwendung erfordert keine Vorkenntnisse und gibt den Teilnehmenden die Möglichkeit, kreativ zu werden und eigene Motive zu gestalten. So wird durch die aktive Partizipation ein Bewusstsein für das Kulturerbe geweckt.

SHELTER KIT

SHELTER KIT – Schlafkabine als Rückzugsort für Bewohner:innen von Notunterkünften

Mangelnde Privatsphäre, dauerhafte Lärmbelastung und fehlende Rückzugsmöglichkeiten prägen den Alltag vieler Menschen in Flüchtlings- und Notunterkünften. Besonders in großen Sammelunterkünften erschweren enge Wohnverhältnisse und offene Raumstrukturen Erholung, Schlaf und persönliche Rückzugsmomente.

Die Bachelorarbeit untersucht die Möglichkeiten des Ready-made-Designs im sozialen Kontext. Entstanden ist das „Shelter Kit“ – ein modulares Schlaf- und Rückzugssystem aus standardisierten, kostengünstigen Materialien.

Holzplatten, HT-Rohre und flammenhemmende textile Elemente werden zu einer Schlafkabine kombiniert, die Privatsphäre schafft und Licht- sowie Lärmeinflüsse reduziert. Das Projekt zeigt, wie durch die Neukombination vorhandener Komponenten mit einfachen Mitteln konkrete Verbesserungen innerhalb bestehender Notunterkünfte möglich sind.

Blaumann

Der Hocker „Blaumann“ ist ein multifunktionales Designprojekt für Bauarbeiter auf deutschen Baustellen. Der Blaumann Tool Stool ist als Sitz für Mikropausen konzipiert und unterstützt kurze, ergonomische Pausen im Arbeitsalltag. Gleichzeitig bildet er eine verschließbare Aufbewahrungseinheit für Werkzeuge und persönliche Gegenstände, die vor Staub, Schmutz und Wasser schützt.

Forschung und Beobachtungen zeigen, dass mangelnde Pausen zu sinkender Konzentration, erhöhtem Stress und dadurch zu mehr Unfällen auf Baustellen beitragen. Ergänzt wird das physische Produkt durch einen NFC‑Chip als digitale Ebene für Tracking, Organisation und Rückgabe.

Das Design ist für Rotationsguss optimiert und besteht aus 100% post‑industriellem PP. Durch die Verbindung von Komfort, Funktion und einem zirkulären Materialansatz entsteht eine einfache, direkte und robuste Lösung, die das Wohl der Arbeiter in den Mittelpunkt stellt und eine menschenzentrierte Baukultur fördert.

Companion

Viele von uns sind mit Krankheiten und/oder Behinderungen konfrontiert. Sie begleiten uns Tag für Tag. Diese Serie von Objekten mit dem Titel „Companion“ ist das Ergebnis eines Dialogs zwischen mir und den Expert*innen/Nutzer*innen, die mit Hörverlust, Epilepsie und Migräne leben.

Die Expert*innen/Nutzer*innen teilten mir ihre täglichen Erfahrungen mit ihrer Krankheit und/oder Behinderung mit und mithilfe eines inklusiven Designansatzes entwickelten wir eine Reihe von Kapseln, die individuell auf die Bedürfnisse jedes Anwenders zugeschnitten sind.

created by contrast

In meiner Bachelorarbeit habe ich mich intensiv mit der Wirkung und dem gestalterischen Potenzial von Kontrasten im Produktdesign auseinandergesetzt.

Neben der theoretischen Auseinandersetzung habe ich mich zusätzlich mit traditionellen und digitalen Fertigungstechniken beschäftigt, darunter die Bugholztechnik, Shou-Sugi-Ban und CAD.

Die gewonnenen Erkenntnisse habe ich in die Umsetzung von vier exemplarischen Produkten einfließen lassen.

Der Hocker aus Holz zeigt einen Farbkontrast, ohne das Hinzufügen von Farbe. Der Hocker aus Beton zeigt, wie Formschluss eine nachhaltige Verbindungstechnik darstellt. Die Tischleuchte und die Bogenleuchte werden ebenfalls ausschließlich über den Formschluss zusammengehalten und beinhalten dampfgebogene Elemente.

Diese Produkte zeigen, wie Kontrast nicht nur ästhetische Spannung erzeugt, sondern auch die Lesbarkeit und die spätere Materialtrennung eines Produkts verbessern kann.