To Mark is to Mean

„To Mark is to Mean“ untersucht, wie typografische Hervorhebungen nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen, sondern auch Bedeutung, Tonalität und Interpretation der Texte mit gestalten. Die Publikation bringt historische Beispiele mit kontemporären Arbeiten von 35 internationalen Designer*innen, Foundries und Studios zusammen, auch jenseits des lateinischen Schriftsystems, und formt so ein Archiv, das die Bandbreite und das noch nicht ausgeschöpfte Potenzial typografischer Hervorhebung aufzeigt.

Bilder suchen, finden und sortieren

Seit jeher versucht der Mensch die Welt um sich herum in Bildern festzuhalten. Diese Fülle an Bildern will sortiert werden, und genau das stellt Menschen fragen der Kategorisierung. Was gehört schließlich zusammen? Was sind alles Früchte? Wer gehört zu den Helden? Wer gehört zu den bösen? Fragen wie diese haben nicht nur die Sprache und das Bild seit jeher begleitet – sie dominieren bis heute unsere politischen Diskussionen und unsere Kaufentscheidungen.

Diese Arbeit bildet einen Versuch ab, die gesamte Welt und Menschheitsgeschichte abzubilden oder in Zeichen zu fassen. Da diese Arbeit in der doch sehr kurzen Spanne von einem Semester erarbeitet wurde, ist dies als sehr begrenzter Versuch zu werten.

Dennoch regt dieser Versuch Fragen und Erkenntnisse an, die alle Bildschaffenden beschäftigen sollten: Basieren alle Bilder auf bestehenden Bildern? Bedeutet das, dass wir damit auch immer Grenzen und Klischees festigen? Vergessen wir Bilder/Zeichen? Und warum verlernen wir Sie ständig?

Design Klasse – Ein praktischer Einblick in Erfahrungen, Herausforderungen und Ausdrucksformen von Erstakdemiker*innen im Design

Wer als erste Person in der Familie studiert, betritt Neuland. Entscheidungen, die für andere selbstverständlich wirken – welcher Studiengang passt, wie eine Bewerbung funktioniert oder was eine „gute Mappe” bedeutet – können für Erstakademiker*innen im Designstudium zu Hürden werden. Denn auch Designstudiengänge setzen implizites Wissen, Selbstvertrauen und Zugang zu Ressourcen voraus.

Design Klasse möchte diese Erfahrungen sichtbar machen. Neben Gesprächen mit Erstakademiker*innen, die Design studieren oder studiert haben, umfasst es Initiativen für mehr Gerechtigkeit im Designberuf, Gestalterische Beiträge von Erstakademiker*innen sowie Ressourcen wie Stipendien und Netzwerke und ein Glossar.

Ziel ist es, Bewusstsein dafür zu schaffen, wie stark soziale Herkunft den Weg ins Designstudium prägt, und vor allem Mut zu machen. Niemand sollte allein durch ein Designstudium navigieren müssen, das für manche selbstverständlich und für Erstakademiker*innen Neuland ist.

All women are cyborgs and should rightly be feared

„All women are cyborgs and should rightly be feared“ ist ein Magazin, das die Potenziale und Grenzen cyberfeministischer Strategien in digitalen Räumen aus theoretischer und künstlerischer Perspektive untersucht und das Themenspektrum des Cyberfeminismus näherbringt. Dabei werden historische Positionen des Cyberfeminismus mit zeitgenössischen feministischen Ansätzen verknüpft und in Beziehung zur eigenen gestalterischen Praxis gesetzt.

Das Magazin ist im A4-Format, misst aufgeklappt 70 cm in der Breite und besitzt zwei Umschläge. Einen für den Thesis-Inhalt und einen für den Magazin-Inhalt, die zusammen den gesamten Inhalt des Magazins verbinden.

The Interval Organ

„The Interval Organ“ ist eine investigative Arbeit, die Schnittstelle zwischen Traum und Bewusstsein. Im gestalterischen Prozess entstand eine mediale Installation aus VR-Erfahrung und Bildschirmarbeiten, die das Phänomen der Schlafparalyse in eine abstrakte, räumlich erfahrbare Form überträgt.

Im Zentrum entfaltet sich mithilfe von VR, ein pulsierendes Konstrukt das auf medizinischen Parametern basiert und körperliche Vorgänge in eine eigenständige visuelle Sprache übersetzt.

Ziel der Arbeit ist es, eine unsichtbare Zwischenwelt sichtbar zu machen und einen emotionalen Zugang zu einem schwer greifbaren und oft missverstandenen Phänomen zu eröffnen.

heimatglyphen

In der freien Bachelorarbeit wurde sich auf typografischer Ebene dem Themenkomplex „Dialekt“ angenähert. Da Dialekte besonders in jüngeren Generationen an Bedeutung verlieren, sollte durch die Visualisierung der Klangvielfalt meines Heimat-Dialektes aus dem Ostallgäu der kulturelle und identitätsstiftende Wert von Mundart sichtbar gemacht werden.

Ausgehend von der Frage, wie sich Dialekt schriftlich darstellen lässt, wurden neue Glyphen aus charakteristischen Merkmalen entwickelt. Grundlage bildeten hierfür Analysen von Dialektliteratur sowie experimentelle Abstrahierungen lateinischer Glyphen durch Scanprozesse.

Das Ergebnis ist eine interaktive Webanwendung mit animierten Glyphen, Wörterbuch, Hörbeispielen und Interviews. Ergänzend entstand ein RISO-gedrucktes, handgebundenes Booklet als Type Specimen. Testings zeigten: Die Texte erzeugen bewusste Lesepausen und fördern das Hörverhalten, wodurch Dialekt digital wie analog erlebbar wird.

Neue Formen des Gedenkens – interaktive Produkte für den Trauerprozess

„INPW“ ist ein interaktiver Dienst zur Unterstützung bei Trauerfällen, der aus einem physischen Ring und einer digitalen App besteht. Die Teilnehmenden umfassen die Person vor ihrem Tod sowie ihre ausgewählten Empfängerinnen und Empfänger, wodurch die Angst vor dem Tod verringert und gleichzeitig ein herzlicher Abschied sowie dauerhafte Gefährtschaft hinterlassen werden.

Basierend auf der Theorie der fortlaufenden Bindungen und dem fünfstufigen Trauermodell nach Kübler-Ross sowie gestützt auf kulturübergreifende Forschung in Taiwan und Deutschland (User Journey Map, Photo Elicitation), entwickelte das Projekt einen kulturell anpassbaren Service.

Der Ring trägt die Erinnerung sowie die symbolische Präsenz der verstorbenen Person, aktiviert die App und verwandelt Emotionen in Begleitung. Das digitale System bietet eine nicht-lineare Kapitelstruktur, die es den Nutzenden ermöglicht, die Trauer im eigenen Tempo zu verarbeiten und die emotionale Bindung durch Inhalte aufrechtzuerhalten, die ihre Liebsten noch vor dem Tod vorbereitet haben.

Multicast – Robotic Rotocasting

Diese Arbeit exploriert die Nutzung eines industriellen Roboterarms für digitalen Rotationsguss im Design Kontext. In eine Gussform gefülltes Material wird von einem Roboterarm in vorprogrammierten Bewegungsmustern geschwenkt, bis dieses vollständig erstarrt. Dadurch können einzelne Bereiche der Gussform gezielt ausgegossen und verschiedene Objekte und Varianten mit selbiger produziert werden. Die atypischen Rotationen und Bewegungen und daraus resultierenden Unregelmäßigkeiten befördern die serielle Individualität.

Beispielhaft wird dies präsentiert mit einer aus Polymergips gegossenen Gefäßkollektion. Multicast zeigt das kreative Potential eines digital kontrollierten Prozesses mit nicht gänzlich vorhersehbarem Endergebnis.

Von fließenden Strukturen und reversiblen Verbindungen

Wie kann es sein, dass die Astgabel mit ihrer formoptimierten Geometrie die Konstruktion von Bauteilen inspiriert, selbst jedoch direkt nach dem Beschnitt gehäckselt wird?

Rohstoff dieser Arbeit sind Eichenäste von Berliner Straßenbäume, die bei der jährlichen Baumpflege anfallen. Verknüpft mit der Theorie der granularen Materie erlauben die Astgabeln eine Verarbeitungsmethode, die das materialeigene Potenzial der Äste aktiv nutzt: Durch ihre Y-Geometrie verschränken sich Astgabeln bei Verdichtung zu einer formbaren Masse. Die Verbindung bleibt dabei reversibel.

Eine interaktive Sitzinstallation macht die Tragfähigkeit der Astgabeln erfahrbar und vermittelt eine radikale Form von Kreislauffähigkeit: Die Äste, die sich an einer Stelle durch Nutzung nach und nach abtragen, können in der Verschalung erneut verdichtet und genutzt werden, um an anderer Stelle Neues entstehen zu lassen.

aura – journal pal

Eine KI-gestützte Tagebuch-App für mentale Gesundheit

aura unterstützt dich dabei, deine Gedanken zu ordnen und dich selbst besser kennenzulernen. Die KI-gestützte Tagebuch-App führt Nutzer*innen in dialogischer Form durch den Schreibprozess und senkt so die Einstiegshürde in eine regelmäßige Journaling-Routine. Der entwickelte iOS-Prototyp zeigt, wie KI als reflektierendes Gegenüber eingesetzt werden kann, um nachhaltig die mentale Gesundheit zu fördern.
Die App basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema Journaling und Mental Health und wurde nach Gesprächen mit führenden Experten auf den Gebieten Künstlicher Intelligenz und Psychologie, wie James W. Pennebaker (Universität Texas), Michael Inzlicht (Universität Toronto) und Stefan Lüttke (Universität Greifswald) entwickelt.