Abtreibung bleibt ein sensibles und oft tabuisiertes Thema, selbst dort, wo sie seit Jahrzehnten legal ist. B/A (before/after) Abortion unterstützt und verbindet Menschen in Deutschland, die eine Abtreibung wollen, brauchen oder bereits erlebt haben. Die Webseite bietet klare und prägnante Informationen zum Zugang und stellt einen Live-Chat/-Anruf-Service mit Menschen bereit, die sich in ähnlichen Situationen befunden haben, und gewährleistet so einen menschlichen und peer-basierten Austausch. Für diejenigen, die bereits eine Abtreibung hinter sich haben und das Bedürfnis verspüren, über ihre Erfahrung zu sprechen, vermittelt B/A Abortion auch peer-geführte Selbsthilfegruppen über seine App und schafft so einen sicheren Raum, um Erfahrungen zu teilen und den Umgang mit den Folgen zu erleichtern.
Autor: Jean Claude Granval
beat the heat
Zunehmende Hitzewellen verlangen nach neuen Antworten. Beat the Heat ist ein modulares, körpernahes Kühlset, das speziell für den urbanen Alltag und körperlich fordernde Situationen bei Hitzeperioden entwickelt wurde. Es umfasst Cap, Weste sowie Arm- und Fußelemente und funktioniert passiv, ganz ohne Strom, nur durch Verdunstungskühlung.
Feuchte Pads und offenporige Keramikelemente geben Wasser langsam ab und kühlen den Körper durch natürliche Verdunstung. Ein kleines Feld mit thermochromer Farbe signalisiert, wann die Elemente erneut befeuchtet werden müssen.
Die Prototypen wurden im Sense Lab der TU München unter Hitzebedingungen getestet und mit Infrarotkameras ausgewertet. Das Ergebnis: ein nachhaltiges, energieunabhängiges System für eine resiliente Zukunft im Zeichen des Klimawandels.
Wake up, the war has started
Am 24. Februar 2022 begann der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Bis heute hält der Krieg an, mit tiefgreifenden Folgen für Millionen Menschen. Im Fokus dieser Arbeit steht die Frage, wie sich Krieg aus individueller Perspektive anfühlt, insbesondere am Tag der Invasion und während der Flucht.
Persönliche Erzählungen ukrainischer Geflüchteter dokumentieren Entscheidungen, Verluste und Gegenstände, die auf dem Weg ins Ungewisse mitgeführt wurden: ein Parfum, ein Ausweis, ein Foto. Diese Objekte fungieren als Träger von Erinnerung, Identität und Hoffnung.
Gestalterisch umgesetzt als dokumentarisch-journalistische Zeitung, verbindet das Format emotionale Narrative mit infografischen und kartografischen Elementen wie Fluchtrouten und Fluchtgründen.
Entstanden ist ein visuelles Plädoyer für Empathie und Differenzierung im gesellschaftlichen Diskurs über Flucht, bewusst zurückhaltend gestaltet, um Raum für Nähe, Reflexion und Resonanz zu schaffen.
Ula
Die Arbeit entspringt der Auseinandersetzung mit dem Hormon Dopamin und seinen Wechselwirkungen im Design und untersucht, inwiefern das Motivationshormon den kreativen Gestaltungsprozess beeinflussen kann.
Der Fokus liegt dabei auf dem narrativen Entwurfsprozess: Wie können Motivation und Freude die Gestaltung prägen?
Die Objektserie „Ula“ ist das Ergebnis eines intuitiven Gestaltungsprozesses. Charakteristisch für die aus Aluminium gefertigten Kistenobjekte sind ihre Griffe. Sie resultieren aus einer gezielten Verformung der Frontseiten in entgegengesetzte Richtungen und überführen eine Fläche in eine dreidimensionale Form.
Die Kisten lassen sich flexibel stapeln, schaffen Stauraum und Ablageflächen. Ergänzt durch ein Tablett bewegt sich die Serie mühelos zwischen funktionalen Aufbewahrungsobjekten und skulpturalem Akzent im Wohnraum.
Als formgebendes Konzept bietet die Objektserie über den aktuellen Ergebnisstand hinaus Potenzial für weitere gestalterische Erkundungen.
Ka’lema – Expedition ins Ungewisse
Klimakrise, Artensterben, Ressourcenknappheit – die ökologischen Herausforderungen unserer Zeit wirken oft abstrakt und überwältigend. Umso wichtiger ist es, diese Themen intuitiv erfahrbar zu machen und emotionale Zugänge zu schaffen.
Das von mir entwickelte Brettspiel „Ka‘lema – Expedition ins Ungewisse“ macht erlebbar, was passiert, wenn wir weiterhin ausbeuten statt zu bewahren: Der Planet selbst wird zur aktiven Spielfigur – er reagiert auf das Verhalten der Spielenden und wehrt sich gegen zerstörerisches Handeln. Ziel ist es, im Einklang mit der Umwelt zu überleben, statt sie zu dominieren.
Das Spiel vereint narrative Tiefe mit einem durchdachten Spielsystem und einem besonderen Designkonzept: Das Spielfeld ist als großformatiges Notizbuch gestaltet, das sich vollständig aufklappen lässt und gleichzeitig als Verpackung dient. So entsteht ein immersives Spielerlebnis, das komplexe Themen zugänglich macht – und dabei Spaß macht, berührt und zum Nachdenken anregt.
Tool zur gemeinschaftlichen Raumerfahrung
Das Tool setzt in der ersten Phase eines Projekts an, in dem es um die gemeinschaftliche Gestaltung eines neuen kollektiven Orts geht.
Es ermöglicht unterschiedlichen Gruppen, Räume und Vorstellungen erfahrbar zu machen und Gegebenheiten zu erforschen. Dabei schließt es Menschen mit ein, denen eine räumliche Vorstellung schwerfällt.
Unter Anleitung wird in einer gemeinsamen Aktion das Tool von einem Teil der Partizipierenden wie ein Kleidungsstück getragen. Durch deren Bewegung im Raum bilden sich neue Räume, werden Bereiche umschlossen oder die Strukturen verändert. Die gesamte Gruppe steht im ständigen Austausch, wo sich das Tool platziert. Beide Teile der Gruppe machen ihre jeweils eigene Raumerfahrung, dabei tauschen sie ständig ihre Rollen.
Nur durch die Kommunikation und das Zusammenwirken der Gruppe wird das Tool nutzbar. Alle sind aufeinander angewiesen und keine Person kann alleine Entscheidungen treffen, da jede Bewegung den Austausch miteinander erfordert.
Applikation von Fengshui im Produktdesign
Mit der Applikation der traditionellen chinesischen Harmonielehre Fengshui im Produktdesign wird auf innovative Weise Raumqualität verbessert und ein Produktmehrwert erschaffen. Durch die Gestaltung des gezeigten Haushalts-Luftfilters ist eine Personalisierung des Produkts möglich, und es kann an die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden – so werden im persönlichen Umfeld Harmonie und Ausgleich erzielt, was zu einer besseren Raum- und Lebensqualität führt. Diese Anpassungsfähigkeit wird durch eine reduzierte, jedoch modulare Gestaltung des Produkts ermöglicht. Dabei dient der Korpus als Leinwand, um die ausgewählten Materialien (Fünf-Elemente-Lehre) hervorzuheben, sodass sie sich in der Umgebung entfalten können. Die Anpassungsfähigkeit ist durch den Einsatz verschiedener Filtermaterialien auch im Inneren vorhanden. Das Ziel dieser Arbeit ist es, neue Wege in der Gestaltung von Alltagsprodukten aufzuzeigen – mit Fokus auf der Wirkung des Produkts auf den Menschen und dessen Umfeld.
Volatil
„Volatil“ ist eine Schmuckkollektion verschiedener Elemente, gefertigt aus 925/°°° Silber. In den Objekten visualisiere ich den Impuls als Ursprung von Bewegung. Um den Impuls abzubilden, nutze ich die Schwingungslinien eines Doppelpendels. Auf Grundlage des mathematischen Phänomens der Chaostheorie ist in dem Versuch jede Kurve individuell und nicht reproduzierbar, lediglich ausgelöst durch eine geringfügige Veränderung des Initialimpulses. Daher ist es mir möglich, mit den Bewegungskurven den Impuls als ausschlaggebenden Kern einzufangen. Aus diesen Kurvenbewegungen sind die Objekte gefaltet. Jedes Schmuckstück ist dabei aus einem Stück gebogen, einschließlich der Ringschiene und Mechanik. In ihrer Formsprache verbinden sie durch die gespannten Oberflächen, durchbrochen mit den klaren Kanten, eine zarte Leichtigkeit und Dynamik.
Die Arbeit wurde in Kooperation mit der Niessing Manufaktur GmbH & Co KG gefertigt.
smal
Ein Hocker für nachbarschaftliche Begegnungen.
Städtische Räume sind zunehmend von Anonymität geprägt – Smal setzt dem ein Möbelstück entgegen, das zu spontanen Interaktionen unter Nachbar*innen einlädt.
Im Flur hängend, ist der klappbare Hocker stets griffbereit und kann leicht nach draußen getragen werden, um Schwellenräume zu beleben und Momente des Zusammenseins zu schaffen.
Dank seiner leichten Bauweise ist er vielseitig einsetzbar – als Sitzgelegenheit oder kleine Ablagefläche. Er ermutigt dazu, den öffentlichen Raum wieder als sozialen Treffpunkt zu entdecken.
Woven Self
In meiner Arbeit wird persönlicher Bruch zu einer Quelle von Stärke, Schönheit und Transformation. Inspiriert von Carl Jungs Konzept des Schattens und dem Weg der Individuation wende ich mich den verborgenen, verletzten und oft abgelehnten Teilen des Selbst zu. Meine Arbeiten werden zu einem Medium für diese innere Reise. Zerbrochene Steine und verflochtene Haarsträhnen dienen als Metaphern für Resilienz, Erinnerung und Heilung. Haare sind, obwohl zart, unglaublich stark – ein Symbol für den Widerspruch zwischen Verletzlichkeit und Stärke. In gebrochene Materialien eingeflochten, werden sie zu einem Kontinuitätsfaden, ähnlich der DNA, der Geschichten, Traumata und Identitäten miteinander verbindet. Jeder Knoten und jede Verbindung erzählt eine Geschichte, nicht nur von Heilung, sondern von Werden. Mein Schmuck spricht von Momenten der Zerbrechlichkeit und der stillen Wandlung und lädt die Träger:innen ein, Brüche nicht als Ende, sondern als Anfang zu begreifen. Wenn wir uns wieder zusammensetzen, kehren wir nicht zu dem zurück, was wir waren. Wir tragen die Schönheit des Bruchs in uns und werden zu etwas völlig Neuem.