Anamnese Plus ermöglicht medizinischem Fachpersonal die intuitive Erfassung von Ultraschalldaten – unterstützt durch KI-basiertes Echtzeit-Feedback und visuelle Projektion auf den Körper. Die Datenerhebung erfolgt ohne umfangreiche Spezialausbildung; ärztliche Auswertung und Durchführung sind klar getrennt. So entsteht ein niedrigschwelliges Diagnostikangebot, das die Primärversorgung stärkt und insbesondere ländliche Regionen entlastet. Angesichts des bevorstehenden Ruhestands von rund 68 % der Hausärzt*innen in den nächsten zehn Jahren leistet Anamnese Plus einen Beitrag zur Sicherung der medizinischen Grundversorgung. Durch Integration in öffentliche Räume wie Apotheken oder Schulen wird der Zugang zur Diagnostik erleichtert, Versorgungslücken werden reduziert. Anamnese Plus ersetzt keine ärztliche Expertise, sondern ergänzt bestehende Strukturen durch technologische Innovation – effizient, alltagsnah und ressourcenschonend.
Autor: Jean Claude Granval
Organische Eleganz und natürliche Opulenz
In meiner Masterarbeit spielt die Natur eine zentrale Rolle. Durch meinen Ausflug in die Natur ist mir noch einmal bewusst geworden, wie komplex die Formen in der Natur wirklich sind. Sie ist ein „genialer Gestalter“ – nichts wird dem Zufall überlassen. In meiner Masterarbeit habe ich durch die Recherche erkannt, dass die Wellenform eine große Rolle in der Natur spielt. Durch diese Erkenntnis habe ich „die Welle“ zu meiner „Form der Masterarbeit“ ernannt.
Das Arbeiten mit natürlichen Materialien hat mir viele neue Ideen eröffnet und mich von den traditionellen Techniken des Goldschmiedehandwerks gelöst. Ziel meiner Masterarbeit war es, eigene Formen zu entwickeln, die von der Natur inspiriert sind und die Wertschätzung für die Natur dadurch hervorzuheben. Die entstandenen Schmuckstücke schmiegen sich durch ihre fließende Formsprache an den Körper an.
Edition Düsentrieb
Edition Düsentrieb ist ein Buchverlag, über den Kommunikationsdesignstudierende ihre Studienprojekte verlegen lassen können. Er fungiert gleichzeitig als interaktive Ausstellungsplattform und als Designarchiv für den Studiengang, in dem die herausragenden Arbeiten aller Generationen von Studierenden eingesehen werden können. Das Leitmotiv der Historie ist daher sehr relevant, weswegen eine Zeitleiste häufig als grafisches Gestaltungselement genutzt wird. Die Brand hinter dem Verlag will den Unterschied zwischen studentischen und „professionellen“ Arbeiten unterstreichen und einen ungezwungenen, rebellischen und experimentierfreudigen Charakter an den Tag legen – jedoch ohne von den präsentierten Arbeiten abzulenken.
KippCart
Das KippCart ist eine modulare Transporthilfe, die den intermodalen Transport im urbanen Raum ermöglicht. Es ist für die Bedürfnisse von urbanen Kleingärtnern konzipiert und erleichtert stadtweite Transporte, unabhängig vom Auto, indem es im ÖPNV mitgeführt werden kann. Die universelle Handhabung und intuitive Bedienung in Kombination mit einer kompakten, robusten und krafteffizienten Bauweise sorgen für die nötige Akzeptanz und Sicherheit im ÖPNV. Die Anpassung an verschiedene Transportbedürfnisse wird durch austauschbare Module ermöglicht. Eine gemeinschaftliche Nutzung bietet zudem einen günstigen Zugang für umweltschonende Transporte.
Normativität und Aberration archetypischer Schmucktypologien
Diese Arbeit widmet sich der Frage, wie das Abweichende – das Fehlerhafte, das Ungewohnte – als gestalterisches Prinzip genutzt werden kann. Phänomene aus verschiedenen (natur-)wissenschaftlichen Disziplinen werden analysiert und deren Essenz auf Schmuck übertragen. Ausgangspunkt der Gestaltung sind vertraute oder ikonische Schmuckklassiker, die durch gezielte Eingriffe verfremdet und neu interpretiert werden. Dabei reicht das Spektrum der gestalterischen Veränderungen von subtilen, kaum wahrnehmbaren Modifikationen bis hin zur vollständigen Loslösung vom ursprünglichen Vorbild.
Als Grundlage dienen unter anderem biologische Mutationen, soziale Divergenz, physikalische Anomalien sowie digitale Störungen (Glitches). Durch diese Irritationen wird der Blick auf vertraute Formen gebrochen, um Normen sichtbar zu machen, zu hinterfragen und neue Perspektiven im Umgang mit Design zu eröffnen.
Der queere* Blick
Der queere* Blick spielt mit der Art, wie wir aus visuellen Impulsen Wahrheiten generieren. Er setzt sich kritisch mit Sichtbarmachung im Mainstream auseinander. Denn diese verfehlt oft zu reflektieren, inwiefern Machtstrukturen und Stereotypen durch die Repräsentation wiederholt werden können.
Das Projekt besteht aus einem mit Illustrationen bestickten Stoff- und Holzobjekt sowie einem Objektkatalog. Die handbestickte Installation charakterisiert mit persönlichen Gegenständen mehrerer queerer* Personen die Realität einer Person auf der Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion. Die Arbeit ist ein Aufruf zum genauen Hinschauen, zwischen den Zeilen lesen und dem Reflektieren des eigenen visuellen Repertoires. Denn Queerness bewegt sich immer auf einem Spektrum von Un/Sichtbarkeiten.
dreaimade – dreams are made to create
Während wir einschlafen, sind unsere Gedanken besonders kreativ und stellen oft eine kreative Verbindung zu dem her, was wir zuvor gedacht haben. Das Problem ist jedoch, dass wir diese Gedanken oft vergessen, sobald wir aufwachen. Dreaimade hilft dabei, sich an die Einschlafträume zu erinnern, sie zu visualisieren und als Inspiration für mögliche Ideen zu nutzen. Diese Ideen können anschließend ebenfalls mithilfe von Dreaimade entwickelt und eindrucksvoll visualisiert werden.
Dabei kommen Künstliche Intelligenz und Trauminkubation zum Einsatz. Schlafphasen werden erkannt und Nutzende gezielt in der sogenannten N1-Phase geweckt. Aus den berichteten Trauminhalten entstehen gemeinsam mit Dreaimade Bilder und Videos, die als kreative Grundlage für mögliche Ideen dienen.
So eröffnet Dreaimade eine neue Möglichkeit, wie generative KI als kreatives Werkzeug genutzt werden kann.
Leathercoding
Leathercoding bezeichnet eine neuartige Umgehensweise mit Leder. Mithilfe von modernen Technologien wie CAD, CNC und CAM bietet eine Testreihe den Vorreiter für künftige Lederprodukte und auch den zukünftigen Umgang mit Leder im industriellen Kontext.
Das Material, seine Wertschätzung, Verarbeitung und auch Geschichte sind Knotenpunkte für einen alternativen und moderneren Umgang in der Manufaktur, im Vertrieb oder auch für die Verbraucher*innen. Knotenpunkte wie Haptik, Patina und Nachhaltigkeit bestimmen ein geeignetes Verfahren für die gezielte Verarbeitung. Abschließend wird ein ausgewähltes Verfahren vorgestellt, ein Konzept für dieses entwickelt und das darauf entstehende Leathercode_Cushion exemplarisch als Botschafter vorgestellt. Leathercoding wird als geeignetes Mittel für die Lederverarbeitung nähergebracht. Es geht um die Verbreitung der Idee als solche und dem Umdenken von Produzent*innen, Käufer*innen und Nutzer*innen von Leder sowie Lederprodukten.
GrieZeil
Die Einkaufsmeile Zeil ist zu einer reinen Konsummeile verkommen – unattraktiv, versiegelt und ohne Aufenthaltsqualität. Der Mittelstreifen bleibt durch den Baumstand ungenutzt, während sich die Fußgängerströme nur an den Rändern der Geschäfte bewegen. Klassische Einkaufsstraßen sind nicht mehr zeitgemäß und erfüllen nicht mehr den Zweck eines Stadtzentrums.
Das Projekt GrieZeil will dies radikal ändern: Die Zeil soll zu einem lebendigen, inklusiven Stadtraum werden, der Natur, Begegnung und Entschleunigung in den Vordergrund stellt. Eine durchgehende Wiese mit individuell geführten Wegen ersetzt die Betonwüste. Erhöhte Sitz- und Liegeflächen, Wasser und Bepflanzung laden zum Verweilen ein.
Der Konsum tritt in den Hintergrund – stattdessen stehen Gemeinschaft, Interaktion und Vielfalt im Fokus. Die historische Idee der Zeil als Flaniermeile aus dem 17. Jahrhundert wird neu interpretiert: als grünes Herzstück Frankfurts, welches entschleunigt und die Vielfalt Frankfurts widerspiegelt.
contactile
Wären unsere Städte grüner, wenn wir öfter barfuß laufen würden? Es ist gefährlich, ohne Schuhe zu laufen, aber nur durch eine tiefere Verbindung zur Natur erkennen wir unsere Verantwortung für die Umwelt und ihre Ressourcen. Unsere Verbindung zum Untergrund spiegelt sich aufgrund der Schwerkraft in unseren Füßen wider. Eine 3D-gedruckte Schuhsohle aus kreislauffähigem Austernfilament mit einer gangunterstützenden Struktur könnte die Bodenwahrnehmung verbessern und das Umweltbewusstsein stärken. Das Konzept ist eine nachhaltige und visuell ansprechende Sohle, die den Fuß schützt und gleichzeitig ein natürliches taktiles Erlebnis bietet.