Webfrei

Digitale Barrierefreiheit ist für viele Designer:innen und Web-Professionals ein komplexes Thema: Richtlinien sind umfangreich, Auswirkungen oft unsichtbar. Webfrei macht diese Zusammenhänge greifbar. Die interaktive Webanwendung, die in Webflow umgesetzt wurde, übersetzt die Anforderungen der WCAG 2.1 in verständliche Lernmodule, praxisnahe Übungen und Simulationen, die zeigen, wie Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen digitale Inhalte erleben.

Nutzer:innen bearbeiten Lektionen zu Themen wie Typografie, Farbkontrasten oder Alternativtexten, lösen interaktive Aufgaben und erhalten direktes Feedback zu ihren Entscheidungen. Durch spielerische Elemente wie Fortschrittsanzeigen, Punkte und Auszeichnungen werden abstrakte Standards in konkrete Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten verwandelt.

Webfrei ordnet komplexes Wissen, macht unsichtbare Barrieren sichtbar und schafft Verständnis für unterschiedliche Perspektiven, mit dem Ziel, das Web für alle zugänglicher zu gestalten.

nothing reminds me of you

Eine visuelle Übersetzung von Trauer

Emotionale Intelligenz bezieht sich auf die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und bewusst mit ihnen umzugehen.

Der experimentelle Kurzfilm „nothing reminds me of you“ setzt sich mit der Emotion der Trauer auseinander und versucht, diese in eine visuelle und atmosphärische Form zu übertragen. Ohne Dialoge, aber mit einer offenen und ästhetischen Bildsprache lädt er das Publikum ein, das Gesehene auf eigene Weise zu interpretieren und sich persönlich darauf einzulassen.

seatless

In der Arbeit seatless wird das Gefühl des Dazwischenseins im Kontext von Zugehörigkeit und Ortswechsel filmisch dargestellt. Im Zentrum steht ein Loop-Kurzfilm, der die innere Zerrissenheit und die Suche nach Stabilität mithilfe der Metapher eines wackelnden Stuhls darstellt. Die Protagonistin versucht, sich einen stabilen Sitz einzurichten und passt sich dafür räumlich und körperlich an. Filmische Mittel wie Schnitt und Sound unterstützen die Darstellung des inneren Konflikts.

Durch die Kombination aus non-linearer Erzählstruktur, abstrakten Körperhaltungen und dem Monolog der Protagonistin als Voiceover sollen Zuschauer:innen zur Identifikation und Reflexion angeregt werden. Ziel des Projekts ist es, die Vielschichtigkeit des Dazwischenseins visuell und emotional erfahrbar zu machen.

,,Ich bin…ein Gefühl!” – Ein multisensorisches Lern-Set für emotionale Entwicklung, Wahrnehmung und Regulation

Kinder erleben Gefühle, lange bevor sie sie verstehen oder benennen können. „Ich bin…ein Gefühl!“ setzt genau dort an und macht Emotionen für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren sichtbar, greifbar und verständlich.

Das multisensorische Lern-Set übersetzt abstrakte emotionale Erfahrungen in konkrete Erlebnisse: Ein Buch, ein Kartenset, ein Spiel mit Texturen und Düften sowie digitale Inhalte laden dazu ein, Gefühle mit allen Sinnen zu entdecken. Statt vorgegebener Lösungen stehen individuelle Wahrnehmung, Austausch und Selbstreflexion im Mittelpunkt: ohne Leistungsdruck und ohne „richtige“ oder „falsche“ Antworten.

Besonders berücksichtigt werden die Bedürfnisse von Kindern mit ADHS und im Autismus-Spektrum durch klare Gestaltung, reduzierte Reize und unterschiedliche Zugänge zum Lernen. Das Projekt verbindet Kommunikationsdesign, Spiel und Pädagogik und macht emotionale Bildung zu einer gemeinsamen Erfahrung für Kinder und ihre Bezugspersonen: ganz im Sinne von „Make it Make Sense“.

AMPHI-RUSH

Die Arbeit entwickelt mit „Amphi-Rush“ ein amphibisches Rettungs- und Evakuierungsfahrzeug für Hochwasser, sumpfige Gebiete, seichte Gewässer und schwer zugängliches Gelände. Ausgangspunkt ist die Lücke zwischen Radfahrzeugen, die in weichem Untergrund Traktion verlieren, und Booten, die eine Mindestwassertiefe benötigen.

Auf Basis einer Recherche zu Amphibienfahrzeugen, Einsatzszenarien, Zielgruppen und Extremwetterereignissen wird ein elektrisch betriebenes Fahrzeug mit verstellbarem Doppelschraubenantrieb konzipiert. Dieser soll den Übergang zwischen verschiedenen Untergründen ermöglichen. Ergänzend werden Rettungsfunktionen wie begehbares Dach, Heckeinstieg, Seilwinde, Beleuchtung, Wechselakkus und modulare Innenraumnutzung ausgearbeitet.

Das in Rhino erstellte CAD-Modell dient der visuellen Darstellung des Konzepts und ist nicht als fertigungsgerechte technische Konstruktion zu verstehen. Material- und Auftriebsberechnungen zeigen die theoretische Schwimmfähigkeit des Entwurfs.

EXERA – A Data-Driven Collection

EXERA ist eine konzeptionelle Modekollektion, die Überkonsum in der Modeindustrie durch datenbasierte Gestaltung sichtbar macht. Reale Statistiken zu Wasserverbrauch, Produktionsmengen und Retourenquoten werden in tragbare Datenvisualisierungen übersetzt und machen komplexe Zusammenhänge emotional erfahrbar.

Das Projekt verbindet Mode-, Informations- und Kommunikationsdesign und zeigt, wie Kleidung als Medium kritischer Wissensvermittlung eingesetzt werden kann.

Ein begleitendes Lookbook vereint Modefotografie, technische Datenblätter und Infografiken zu einer visuellen Auseinandersetzung mit den Folgen unseres Konsumverhaltens.

Revalio Color – Farbe im Wandel der Wärme

„Revalio Color“ untersucht das gestalterische Potenzial thermochromer Farben in der Tapetengestaltung. Ziel ist die Entwicklung von Oberflächen, die auf Wärme reagieren und dadurch eine aktive Interaktion zwischen Material, Raum und Mensch ermöglichen. Durch die Kombination thermochromer Pigmente mit Digitaldruck, Siebdruck und haptischen Effektmaterialien werden neue gestalterische und funktionale Anwendungsmöglichkeiten von Tapeten erforscht.

Daraus entstanden sind zwei Kollektionen interaktiver Tapetenmuster. Die Kindertapete „Peek a Bug“ macht verborgene Motive durch Berührung sichtbar und schafft spielerische Entdeckungsmomente. Die Designtapetenkollektion „Silent Motion“ setzt auf subtile Farbveränderungen innerhalb organischer Muster.

Beide Konzepte basieren auf Pigmenten, die ab einer definierten Temperaturschwelle aktiviert werden und ihre Farbigkeit verlieren oder verändern. So wird Farbe zu einem dynamischen Gestaltungselement, das auf seine Umgebung reagiert.

Chromatic Narratives

„Chromatic Narratives“ erforscht die Tie-Dye-Färbetechnik als eine Fusion aus Farbpsychologie und künstlerischem Ausdruck. Jeder Farbton und jedes Muster erzählt eine Geschichte ohne Worte und fängt innere Emotionen ein: Warme Farben strahlen Energie aus, während kühle Töne Ruhe vermitteln.

Das Projekt schlägt eine Brücke zwischen Generationen und Kulturen, indem es traditionelle Techniken wie das japanische Shibori bewahrt und gleichzeitig moderne, umweltfreundliche Mode einbezieht. Durch die Untersuchung der Geschichte von Shibori und der psychologischen Wirkung von Farbe auf das Stoffdesign setzt sich diese Studie für umwelt- und sozialbewusste Stilalternativen ein.

Der Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Testen traditioneller Falt-, Dreh- und Bindemethoden auf natürlichen Stoffen wie Baumwolle, Leinen und Seide. Zudem werden Grenzen überschritten, indem mit synthetischen und gemischten Textilien experimentiert wird, um neue visuelle Möglichkeiten im nachhaltigen Design zu erschließen.

nurVÉ – Bioactive knitwear that cares.

Was, wenn deine Kleidung deine Haut pflegt, während du sie trägst? nurVÉ ist eine bioaktive Strickkollektion, die Hautpflege und Mode zusammendenkt – vom funktionalisierten Garn bis zum fertigen Kleidungsstück. Das Cellulosegarn Cell Solution® SKIN CARE der Firma smartpolymer GmbH enthält dauerhaft in die Polymermatrix eingebettetes Vitamin E, das durch Körperwärme, Reibung und Feuchtigkeit direkt an die Haut abgegeben wird. Antioxidativ, waschbeständig, hautfreundlich.

Die Kollektion umfasst sechs Modelle mit skulpturalen Silhouetten, Drapierungen und Layering-Konzepten – entwickelt für Frauen ab 40, um den veränderten physiologischen, thermoregulatorischen und ästhetischen Bedürfnissen gerecht zu werden und eine moderne, elegante Formensprache zu entwickeln, die weder verjüngend noch konventionell wirkt. nurVÉ zeigt, dass funktionalisierte Textilien nicht trotz, sondern wegen ihrer Wirkung zu gutem Design werden.

In(ter)section

„In(ter)section — Visuelle Auseinandersetzung mit Insekten zur Anregung neuer Perspektiven“

Insekten sind in der westlichen Gesellschaft primär als „Ungezieler” verankert. Darüber hinaus engagieren sich Menschen primär für den Erhalt von Arten die sie als ansprechend empfinden. „In(ter)section” zielt darauf ab, die persönliche Haltung gegenüber Insekten zu reflektieren und auf die Relevanz und Artenvielfalt aufmerksam zu machen.

Durch den Einsatz spezifisch entwickelter, insektenbasierter “Wearables” wird den Besucher*innen die Gelegenheit geboten, sich in distanzierter und eindrücklicher Weise mit Insekten auseinander zu setzen und neue Perspektiven auf diese zu entwickeln.