GesprächsStoff für aktivisTischen Austausch und Aktionen

GesprächsStoff für aktivisTischen Austausch und Aktionen

Der GesprächsStoff ist ein vielseitiges Tool für politische Aktionskunst. Als Tischdecke, Halstuch, Fahne oder Rock lädt er, egal ob am WG-Tisch oder unterwegs, zum politischen Austausch und zu kollektiven Aktionen ein.

01 Austausch: Der transparente Stoff mit neun bestickten Themenbereichen dient als Gesprächseinstieg. Ergänzende Fragen auf der Webseite regen zum Austausch an und können fortlaufend erweitert werden. Die „Von Wut zu Mut“-Fragen unterstützen dabei, gemeinsame Aktionsideen zu entwickeln.

02 Aktion: Die entstandenen Ideen können auf dem Blanko-Stoff visualisiert und umgesetzt werden. Der GesprächsStoff wird so zum nonverbalen Statement politischer Aktionskunst. Mehrere GesprächsStoffe lassen sich über Bänder verbinden und ermöglichen kollektive Botschaften im öffentlichen Raum.

INFEE – Digitale Orientierung und Sicherheit in weitläufigen Komplexen

INFEE (Indoor Navigation For Everyone Everywhere) ist eine App, die darauf abzielt, Unsicherheiten, Stress und organisatorische Herausforderungen in komplexen Gebäuden zu reduzieren. Im Rahmen der prototypischen Umsetzung wurde das Klinikum Weiden in der Oberpfalz als Beispielumgebung gewählt. Im Mittelpunkt steht eine barrierefreie, intuitive Routenführung innerhalb des Gebäudes, die Besucher:innen, Patient:innen und Mitarbeitende im Klinikalltag unterstützt und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt.

Dafür bietet die App verschiedene Navigationsformen, darunter eine klassische 2D-Ansicht, eine minimalistische 3D-Darstellung sowie eine kameragestützte AR-Navigation. Ergänzend können Routen personalisiert und an unterschiedliche Nutzergruppen angepasst werden, um eine möglichst sichere und komfortable Orientierung zu gewährleisten.

Ergänzend zur App entstand ein analoges Leitsystem, das gemeinsam mit der digitalen Lösung ein ganzheitliches Orientierungssystem bildet.

PCOS – Hormonchaos verstehen

„PCOS – Hormonchaos verstehen“ ist eine visuelle Aufklärungskampagne zum Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS), einer der häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen. Obwohl etwa jede 10. betroffen ist, bleiben rund 70 % undiagnostiziert. Symptome wie Erschöpfung, Akne oder Zyklusstörungen werden gesellschaftlich wie medizinisch häufig nicht ernst genommen. Hier setzt das Projekt an: Es unterstützt Betroffene dabei, ihre Beschwerden einzuordnen, sich verstanden zu fühlen und Zugang zu verlässlichem medizinischem Fachpersonal zu erhalten. Herzstück der Kampagne ist die Chaosbande – sechs Charaktere, die zentrale PCOS-Symptome verkörpern und Unsichtbares sichtbar machen: DOT, NEP, OVA, IRA, CHUB und HARI. Sie schaffen Identifikation und vermitteln die Botschaft: „Deine Beschwerden sind real. Du bist nicht allein.“

Alle Maßnahmen führen auf eine interaktive Scrollytelling-Website, die verständliche Informationen, Wiedererkennung und direkten Zugang zu medizinischem Fachpersonal bietet.

Blütezeit – Erinnerungen wachsen lassen

„Blütezeit“ ist ein kooperatives Kommunikationsspiel für ältere Menschen, das Erinnerungen aktiviert und den sozialen Austausch stärkt. Durch Fragen, Erzählimpulse, einfache Bewegungsaufgaben und kleine Rätsel entstehen auf spielerische Weise Gesprächsanlässe, bei denen persönliche Lebensgeschichten geteilt und wertgeschätzt werden. Die zentrale Blütenmetapher symbolisiert das Sichtbarmachen besonderer Lebensmomente. Im Mittelpunkt steht nicht das Gewinnen, sondern das gemeinsame Erleben und Zuhören.

Das barrierearme, seniorengerechte Design mit klarer Gestaltung und gut greifbaren Materialien ermöglicht einen einfachen Zugang – sowohl in Pflegeeinrichtungen als auch im familiären Umfeld.

„Blütezeit“ unterstützt das geistige Wohlbefinden, stärkt das Selbstvertrauen und schafft verbindende, generationsübergreifende Begegnungen.

/DA UNTEN

Ein großformatiges Forschungsarchiv zur Vielfältigkeit von Scham.

Scham ist ein Gefühl. Es ist still und individuell. Es ist das ungute Empfinden, falsch zu sein. Ein Blick in die Extreme zeigt: Scham baut Systeme, schreibt Gesetze, formt Worte, erfindet Produkte, zensiert Bilder und krümmt Körper.

Neben dem eigenen narrativen Zugang wurden weitere Gestalter*innen eingeladen, ihre persönlichen Assoziationen mit dem Thema visuell zu übersetzen. In einem Archiv werden diese Perspektiven gesammelt, eingeordnet und neu betrachtet. Entstanden ist ein vielstimmiger, fragmentarischer Raum über die Instrumentalisierung einer Emotion.

Sprachlandschaften – Ein Atlas süddeutscher Stimmen.

In Süddeutschland spricht man nicht einfach nur – man babbelt, schwätzt, grantelt. Dialekte tragen Erinnerungen, prägen die Kindheit und begleiten den Alltag. Dieses Buch erzählt persönliche Geschichten über das Aufwachsen mit Dialekt, Momente des Dazugehörens, des Sich-Anpassens oder bewussten Festhaltens am Dialekt. Zwischen Alb, Alpen und Altmühl entsteht ein Atlas individueller Sprachlandschaften, der Dialekt als emotionales und lebendiges Kulturgut zeigt.

Eine AR-Anwendung erweitert das Buch um Kurzvideos und Sprachaufnahmen. Sie werden auf die Seiten projiziert, machen die Dialekte hörbar und ermöglichen eine direkte Interaktion mit den persönlichen Geschichten.

eMotion

Was passiert, wenn sich nicht die Welt verändert, sondern die Art, wie wir sie betrachten? „eMotion“ ist eine interaktive Ausstellung, die die Transformation von Unzufriedenheit und innerer Leere hin zu Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit erfahrbar macht. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele Menschen Phasen erleben, in denen Orientierung, Perspektive und innere Stabilität verloren gehen.

Im Zentrum steht eine abstrakte Skulptur, die zunächst chaotisch und unverständlich wirkt. Erst durch einen bewussten Perspektivwechsel offenbart sich ihre eigentliche Form. Begleitet von generativen Visualisierungen und emotionalem Sounddesign entsteht ein immersiver Erfahrungsraum, der zeigt, wie Wahrnehmung unsere Realität prägt und Veränderung neue Perspektiven eröffnen kann.

tbd – to be decided

Im Designprozess müssen zahlreiche Entscheidungen getroffen werden – oft unter Zeitdruck. Es gilt, Ideen zu bewerten, Optionen zu verwerfen und so die beste Lösung zu finden. Genau das macht Designer:innen anfällig für Choice Overload. Je mehr Möglichkeiten es gibt, desto höher ist der kognitive Aufwand, eine Entscheidung zu treffen – bis man schließlich erschöpft ist und sich gar nicht mehr entscheiden kann.

Das Toolkit »tbd« bietet mit 15 interdisziplinären Entscheidungsmethoden aus unterschiedlichen Bereichen wie Betriebswirtschaft, Philosophie und Psychologie einen Rettungsanker. Das humoristisch gestaltete Kartenset erleichtert Designer:innen dabei den Zugang zu diesem oft belastenden Thema. Ein ergänzendes Workbook schafft Raum für eine vertiefte Auseinandersetzung und Reflexion des eigenen Entscheidungsverhaltens. So verbindet »tbd« wissenschaftliche Methodik mit gestalterischer Leichtigkeit und hilft Designer:innen, in komplexen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Himmel, Himmel

Das Projekt „Himmel, Himmel“ beschäftigt sich mit der doppelten Bedeutung des Begriffs „Himmel“ im physischen und religiösen Kontext. Es untersucht das metaphysische Konzept des Himmels und stellt gleichzeitig Verbindungen zum physischen Himmel her, um zum Nachdenken über deren Beziehungen sowie zum verträumten Blick nach oben anzuregen.

Das Ergebnis ist eine Installation, in welcher der aktuelle Himmel analysiert und auf Knopfdruck auf eine Interpretationsebene übertragen wird, auf der assoziative Begriffe zum religiösen Himmel aus einer Datenbank der Beschaffenheit des Echtzeit-Himmels zugeordnet werden.

Begleitend dazu steht ein Heft, welches theoretische und technische Grundlagen, die Struktur der Installation, sowie weitere Beispiele für Himmel und ihre himmlischen Interpretationen, ähnlich einem Katalog, enthält.

Vitamin Z

Das achtlose Wegwerfen von Zigarettenstummeln wird in unserer Gesellschaft als selbstverständlich angesehen. „Vitamin Z“ macht auf dieses unsichtbare Umweltproblem aufmerksam: Das neue Produkt „Vitamin Z“ wird humorvoll als Supplement inszeniert, an relevanten Touchpoints von Rauchenden beworben und verspricht „gesundes Rauchen“. Die etablierte Marke Marlboro dient als Absender und glaubwürdiger Trigger, um Interesse und Neugier bei der Zielgruppe zu wecken.

Via Pop-up-Stand wird das fiktive Produkt ausgegeben und entpuppt sich als innovativer Taschenaschenbecher. Dieser ermöglicht eine einfache Entsorgung von Kippen und dient als analoges sowie digitales Aufklärungsmedium.

Am Ende geht es nicht um das körperlich gesunde Rauchen, sondern um gesundes Rauchen für die Umwelt. Die crossmediale Kampagne verbindet Aufmerksamkeit, Aufklärung und praktische Hilfestellung auf humorvolle Weise, ohne belehrend zu wirken, und soll so zu Verhaltensänderung und mehr Umweltbewusstsein motivieren.