DIN 18400-4

Die meisten Objekte und Bilder, mit denen wir täglich interagieren, werden mit und durch Computer hergestellt. Die Integration von Computern beeinflusst nicht nur die Entstehung dieser Objekte und Bilder, sondern auch die Konstruktion von Realitäten.

Diese räumliche Installation zeigt gemischte Darstellungen (3D und 2D) der Türgriffe des Medienhauses. Obwohl für diese Griffe industrielle Standards gelten, machen Installationsabweichungen und Abnutzung jedes Exemplar einzigartig. Nicht einheitliche, aus Harz 3D-gedruckte Artefakte, die an der Struktur und den Griffen platziert sind, heben oft übersehene Alltagsgegenstände hervor. Die Installationsstruktur, gefertigt aus standardisierten Aluminiumprofilen und an die Architektur des Ausstellungsraums angedockt, umfasst Elemente, die mit CAD, 3D-Drucksoftware, prozeduralen 3D-Tools und Modellierungssoftware erstellt wurden.

Fusion

Glas und Metall sind zwei sehr unterschiedliche Materialien, doch wie kann man diese gestalterisch miteinander verbinden?

Mit dieser Frage habe ich mich beschäftigt und den Fokus auf ihre Verformbarkeit durch Hitze gelegt, insbesondere auf das Verfahren des Gießens.
Dieses ermöglicht es, Glas und Metall in eine Vielzahl von Formen zu bringen. Auch scharfe Kanten sowie lebendige und transluzente Oberflächen lassen sich dadurch realisieren.

Diese Eigenschaften wurden gezielt in den Gestaltungsprozess einbezogen, um zu zeigen, wie sich die Materialien auf unüblich Weise formen lassen.

Aus diesen Überlegungen ist ein künstlerisches Objekt entstanden, das bewusst schlicht gestaltet ist. Es zeichnet sich durch klare Konturen und präzise Kanten aus. Diese verdeutlichen die gestalterischen Möglichkeiten der Materialien, bringen Ruhe und Klarheit in die strukturierte Oberfläche und bleiben dennoch spannend, da sie beide Werkstoffe ausgewogen miteinander verbinden.

Navigating Nature

Navigating Nature beschäftigt sich mit der Entfremdung des Menschen von der Natur, die uns daran hindert, unsere Existenz als Teil eines Beziehungsgeflechts mit anderen Lebewesen und der Umwelt zu erkennen.
Auf einem vernetzten Planeten sind Designer*innen dazu aufgerufen, die Grenzen ihres Fachgebiets zu erweitern. Das Projekt untersucht, wie ökologisches Bewusstsein durch Achtsamkeitsprinzipien in das Wayfinding Design (Orientierungs- und Leitsysteme) integriert werden kann. Der Ansatz ist, dass Leitsysteme sich über die reine effiziente Wegführung von A nach B hinaus entwickeln können, um das Bewusstsein für den Weg selbst zu schärfen. Die Reise soll nicht nur dem Erreichen eines Ortes dienen, sondern dem Erleben der Phänomene, die unterwegs stattfinden.

Mithilfe von Literaturrecherche, Research through Design und phänomenologischen Methoden wurde ein konzeptioneller Rahmen für achtsames Wayfinding entwickelt, der in der Gestaltung von Schildern Anwendung findet, welche sensorische Erlebnisse als Orientierungspunkte einbeziehen.
Diese Arbeit versteht Design als Schaffung von Bedeutung statt von Objekten — ein Design, das unsere grundlegende Verbundenheit mit der natürlichen Welt fördert.

Konzeption neuartiger Greifsysteme auf Basis von Gelenkstrukturen aus Multi-Matrix-Faser-Kunststoff-Verbundmaterial

Das Ziel dieser Arbeit ist die explorative Untersuchung der Einsatzmöglichkeiten von Multi-Matrix-Faser-Kunststoff-Verbunden im Bereich softrobotischer Greifersysteme sowie die Umsetzung eines geeigneten Konzepts.
Nach einer umfassenden Recherche und der Analyse von bestehenden Softrobotiksystemen wurde entschieden, dass der Greifer die Funktion haben soll, Menschen mit körperlichen Einschränkungen im Alltag zu unterstützen. Dazu wurden acht verschiedene Konzepte herausgearbeitet. Die umzusetzende Idee war ein Greifer, der sich mit einer Drehbewegung wie eine Blume schließen und öffnen kann. In mehreren Herstellungsversuchen wurden verschiedene Glasfaserformen getestet. Anschließend konnten damit Greiffinger hergestellt werden, die lokal biegeweiche Bereiche innerhalb einer sonst biegesteifen Struktur besitzen. Durch die Verbindung mit einem Motor und einer einfachen Ansteuerung ist ein Demonstrator entstanden, der unterschiedliche Objektgrößen sowie -formen greifen kann.

Farbe im Designstudium

Ausgangspunkt ist die Hypothese der Farbscheu in gestalterischen Feldern: Ein Vorbehalt gegen Farbe und eine Unsicherheit hinsichtlich der Verwendung von Farbe bewirken häufig eine Beschränkung auf das achromatische Spektrum. Ungeschickte Farbigkeit kann schnell alles verderben.

Die Arbeit untersucht im ersten Teil „Überblick“ die Situation der Farblehre in gestalterischen Studiengängen in Deutschland. 156 Design-Studiengänge im engeren Sinne wurden nach Schlagworten zu Farbe durchkämmt und ausgewertet.

Der zweite Teil „Rückblick“ wirft schlaglichtartig einen Blick auf historische Ursachen heutiger Farbscheu und der angeblichen Nachrangigkeit der Farbe hinter der Form.

Der dritte Teil „Farbgespräche“ umfasst Interviews mit Farblehrenden aus verschiedenen Disziplinen: Produktdesign, Mediendesign, Kommunikationsdesign, Innenarchitektur, Architektur, Restaurierung.

Im vierten und letzten Teil „Ausblick“ werden Ansätze zur Aktualisierung heutigen Farbunterrichts aufgezeigt.

SOLINA

SOLINA besteht aus flexiblen Solarmodulen für Balkonsolaranlagen auf Basis der organischen Photovoltaik (OPV). Durch die innovative Technologie und die skulpturale Ästhetik wird ein neuer Zugang zur Energiegewinnung durch Photovoltaik geschaffen. Die „wachsende“ und bifaziale, d. h. beidseitig aktive, Solarstruktur erzeugt auf einer relativ kleinen Grundfläche eine große Oberfläche für die Stromerzeugung. Doch nicht Effizienz und Ertrag stehen im Vordergrund, sondern Schönheit, Emotion und die positive Erzählung der Energiewende!

block to blob

Plastikobjekte umgeben uns täglich; ihre glänzenden Oberflächen verdecken dabei ihre natürlichen Ursprünge. In seinem Diplomprojekt an der HfG Karlsruhe untersucht Lukas Klein kritisch Plastik als allgegenwärtiges, doch anonymes Material. Mittels Text und Video verfolgt „block to blob“ die verborgenen Wege der Kunststoffe und macht die zur Produktion benötigten Industrielandschaften sichtbar. Karlsruhe, Endpunkt der Transalpinen Pipeline – einer der wichtigsten Ölpipelines Deutschlands – wird zum zentralen Ort des petro-industriellen Komplexes. Die Reise endet in einem elsässischen Wald, wo eine natürlich auftretende Erdölquelle die organische Ausgangssubstanz des Plastiks offenbart.

Affective touch in virtual spaces

Ist menschliche Berührung eine magische Verbindung, oder lässt sie sich auch in der virtuellen Realität simulieren? Einsamkeit ist ein wachsendes gesellschaftliches Problem, das sowohl die psychische als auch die körperliche Gesundheit beeinträchtigt. Die notwendigen zwischenmenschlichen Verbindungen fehlen in unserer digital vernetzten Welt. Affektive/emotionale Berührung, wie sanftes Streicheln, spielt eine zentrale Rolle bei der Bindung zwischen Menschen. Diese Form der Berührung aktiviert C-taktile Nervenfasern, die Signale an das Gehirn senden, um Oxytocin, das „Bindungshormon“, freizusetzen. Dies fördert soziale Nähe, senkt den Stresspegel und schafft ein Gefühl von Geborgenheit.
Bisher fehlten Technologien, die affektive Berührung authentisch simulieren können – die Lösung ist Affina, eine VR-haptische Jacke, die sanfte Berührung mit 128 taktilen Kontaktpunkten, Vibrationsmotoren, Heizspiralen und hautähnlichem Silikon simuliert. Die Technologie wird zwischen die Stofflagen eingenäht, ermöglicht eine einwandfreie Nutzung und erlaubt ein freies äußeres Design. Affina – ein Schritt in eine natürliche digitale Zukunft.

Piracema

Dieses Projekt wurde aus dem Wunsch heraus geboren, Kolumbien und Deutschland durch Design zu verbinden. In Zusammenarbeit mit der Firma Showroom 902 entwickelte ich für deren Marke QUINTA EDICIÓN ein neues Möbelprodukt, das nicht nur ästhetisch ansprechend ist, sondern auch das Potenzial beider Länder widerspiegelt.

Traditionell, zeitgenössisch und innovativ ist das Motto dieses Projektes. Kolumbianische und deutsche Einflüsse kombiniert in einem Design.

Migration fördert den kulturellen Austausch und eröffnet dadurch völlig neue Möglichkeiten. Dieser Stuhl schafft eine Brücke zwischen beiden Kulturen und verbindet das Gefühl von Heimat mit der Aussicht auf Integration im neuen Zuhause. Durch seine Gestaltung wird deutlich, wie Integration zu einem Erlebnis wird, das sowohl Traditionen als auch neue Wege eröffnet.

Heute gab es Fruchtjoghurt

Diese autobiographische Graphic Novel ist eine Sammlung von Kindheitserinnerungen.
Wie fühlt es sich an, in Armut aufzuwachsen, und inwiefern wirken sich die Erlebnisse auf das spätere Leben aus? In mehreren Kapiteln werden persönliche Erfahrungen erzählt, die unterschiedliche Aspekte von Armut im Alltag sichtbar machen.

Für eine bessere Verständlichkeit habe ich meine Zeichnungen mit kurzen, prägnanten Sätzen und einigen wenigen Sprechblasen ergänzt. Mir war es wichtig, keine Barrieren zu schaffen und die Geschichte für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen. Durch reduzierte Sprache soll die Geschichte unabhängig von Bildungshintergrund oder Vorerfahrungen für alle lesbar und nachvollziehbar sein.