waiting for the bus

„waiting for the bus“ verwandelt den Ort der Ersatzbushaltestelle, der durch Anonymität, provisorische Gestaltung und fehlende Aufenthaltsqualität geprägt ist, in ein charaktervolles Warteumfeld. Obwohl ständiges Warten ein fester Bestandteil unseres Alltags ist und das Umfeld unser Wohlbefinden stark beeinflusst, wird Warteorten im öffentlichen Raum kaum gestalterische Aufmerksamkeit geschenkt.

Die drei Stahlrohrelemente orientieren sich an Strukturen des öffentlichen Raums, an denen Menschen gerne verweilen, und funktionieren somit als Erweiterung der Haltestelle.
Je nach Platzbedarf lassen sich die Module flexibel anordnen. Die Stahlrohrstrukturen können einfach von den Bodenplatten getrennt werden, wodurch eine schnelle Montage und Demontage sowie ein platzsparender Transport ermöglicht werden. Die Arbeit verleiht dem temporär bestehenden Ort eine eigene Identität und schafft einen einladenden Raum, der zum Verweilen anregt.

Come to the Dark News-Site

Das freistehende Exponat vermittelt Besucher*innen Risiken, die künstliche Intelligenz für seriöse Informationsverbreitung im Internet und auf sozialen Medien birgt. Als zweiseitig konzipierte Installation entsteht eine Gut-Böse-Polarisierung. Von vorne an das Exponat herantretend, wird auf dem Display ein sich regelmäßig aktualisierender Nachrichten-Feed präsentiert. Die Herkunft der Nachrichten ist dabei nicht ersichtlich. Auf dem rückwärtigen Display werden die Quellen der angezeigten Nachrichten sichtbar. Mit den auf handliche Plättchen gedruckten Begriffen aus der Box können Begriffskombinationen ausgelegt und von einer Kamera ausgelesen werden. Durch KI wird daraus eine täuschend echte Nachrichtenmeldung aus Schlagzeile, kurzem Teaser und Foto generiert. Ist sie aus Sicht der Erstellenden gelungen, kann sie auf beide Feeds „veröffentlicht“ werden. Die Intention ist, den Nutzenden durch Rollenwechsel die Risiken KI-gestützter Manipulation zu demonstrieren.

FLOCK

Schafwolle wird in Deutschland tonnenweise entsorgt, da sie für Kleidung zu grob ist. FLOCK erforscht das funktionale und ästhetische Potenzial verschiedener europäischer Schafwollen, um neue Wertschöpfungen zu erschließen. Durch robotische Fertigung entstehen gezielt weiche bis feste Zonen innerhalb eines Filzes – beliebig programmierbar in Mustern. Die entwickelte Filzmaschine und der Prozess erzeugen stabile dreidimensionale Filze, wodurch monomaterielle Objekte mit heterogenen Eigenschaften entstehen. Der direkte Faser-zu-Textil-Prozess überspringt Spinnen, Weben und Nähen und verkürzt so die Herstellung maximal. Er geht über die industrielle Fertigung synthetischer Filzbahnen hinaus, indem digitale Präzision auf die Flexibilität traditioneller Filztechniken trifft. Die gezielte Steuerung der Eigenschaften minimiert die Materialkomplexität, sodass Produkte im Einklang mit ökologischen Imperativen stehen. Der monomaterielle Hocker zeigt exemplarisch das Potenzial von Material und Technik.

MY-CO

Was wäre, wenn Räume wachsen könnten, statt gebaut zu werden?

Die Abschlussarbeit „MY-CO“ untersucht das transformative Potenzial von Myzelkompositen als lebendige, kreislauffähige Materialien für die Innenarchitektur. Am Beispiel der bischöflichen Weingüter Trier entsteht ein ortsspezifisches Gestaltungskonzept, das theoretische Ansätze mit experimenteller Materialforschung verbindet.

Im Zentrum steht ein innovativer, 3D-druckbarer Biomasse-Pilz-Verbundwerkstoff auf Basis von Treber, einem Nebenprodukt der regionalen Bierproduktion. Die Zusammensetzung ermöglicht ein hohes Maß an Formstabilität, auch nach der Dehydrierung, und eröffnet neue Spielräume für die gestalterische Praxis.

Basierend auf umfangreichen Materialtests wird ein Anwendungsspektrum entwickelt, das die Qualitäten und Grenzen des Werkstoffs einbezieht: modulare Elemente für den Retailbereich, akustisch wirksame Oberflächen sowie objekthafte Installationen im Ausstellungsdesign.

Rugged Terrain

Mountainbike-Trails entstehen dort, wo Menschen Bewegung gestalten, Kultur vermitteln und Natur bewahren. Doch wie gelangen Werkzeuge, Materialien und Ausrüstung effizient an abgelegene Baustellen im Wald? Dort, wo verwurzelte Passagen, schlammige Pfade und dichtes Unterholz beginnen, endet die Reichweite klassischer Transportmittel.

Aus den Anforderungen dieser Praxis entstand ein Werkzeug, das die Mobilität eines MTB-Trailers mit der Vielseitigkeit einer Schubkarre vereint – modular, robust und leicht. Die verschraubte Konstruktion erlaubt Reparatur, Anpassung und sichert eine langlebige, ressourcenschonende Nutzung. Ein integrierter Dämpfer sorgt für Kontrolle im Gelände, zahlreiche Befestigungspunkte sichern auch sperrige Lasten.

Entwickelt im Dialog mit Trailbauer*innen, würdigt das Projekt ihre Arbeit – und zeigt, wie durch Gestaltung Verantwortung, Gemeinschaft und Naturverbundenheit gefördert werden können.

Piracema

Dieses Projekt wurde aus dem Wunsch heraus geboren, Kolumbien und Deutschland durch Design zu verbinden. In Zusammenarbeit mit der Firma Showroom 902 entwickelte ich für deren Marke QUINTA EDICIÓN ein neues Möbelprodukt, das nicht nur ästhetisch ansprechend ist, sondern auch das Potenzial beider Länder widerspiegelt.

Traditionell, zeitgenössisch und innovativ ist das Motto dieses Projektes. Kolumbianische und deutsche Einflüsse kombiniert in einem Design.

Migration fördert den kulturellen Austausch und eröffnet dadurch völlig neue Möglichkeiten. Dieser Stuhl schafft eine Brücke zwischen beiden Kulturen und verbindet das Gefühl von Heimat mit der Aussicht auf Integration im neuen Zuhause. Durch seine Gestaltung wird deutlich, wie Integration zu einem Erlebnis wird, das sowohl Traditionen als auch neue Wege eröffnet.

Ich bin jeden Tag am Strand, schwimme und spiele Gameboy. Es ist ein Traum.

Ein Quilt, gefertigt aus alten, mit Erinnerung aufgeladenen Textilien, erzählt und verknüpft Geschichten von Erlebnissen in der Ferne und von der Leichtigkeit des Reisens. In dem textilen Objekt werden banale touristische Erlebnisse rekontextualisiert, indem sie die für Souvenirs typische Aufwertung im heimischen Kontext erfahren und hierbei die intime Gestalt einer Decke annehmen. Die Erzählstruktur der bereits verblassenden Erinnerungen entfaltet sich durch verschiedene Techniken wie beispielsweise dem Einsticken von Zeichnungen, verborgener Objekte sowie Fragmenten aus Postkarten und Fotos.

Nerea Skin

Diese Thesis präsentiert Nerea Skin, eine biologisch abbaubare Verpackung für flüssige und halbfeste Kosmetikprodukte. Sie wurde entwickelt, um Plastikmüll in der Schönheitsindustrie zu reduzieren, indem regenerative Materialien wie Algen verwendet werden. Diese Materialien sind flexibel und kompostierbar und bieten gleichzeitig Schutz und antibakterielle Vorteile für das Produkt.

Die Verpackung besteht aus Einwegkapseln, die Funktionalität mit Ästhetik verbinden. Ihre natürlichen Texturen, das matte Finish und organische Formen schaffen ein taktiles und emotionales Erlebnis. Inspiriert von minimalistischem und naturbasiertem Design helfen sie den Nutzer*innen, sich stärker mit dem Produkt und seinem Zweck zu verbinden.

Das Projekt folgte der Double-Diamond-Methode und kombinierte Recherche, Materialtests und Prototyping. Nach zahlreichen Experimenten entstand die finale Rezeptur aus Alginat, Chitosan und einem Weichmacher zur Verbesserung der Eigenschaften. Das Ergebnis ist eine funktionale und nachhaltige Verpackung, die eine verantwortungsvollere Zukunft für Kosmetikprodukte unterstützt.

Between Animals

Tiere sprechen nicht – deshalb denken wir vielleicht nie darüber nach, wie eine Kakerlake ihre täglichen Aufgaben erlebt oder wie es für einen Wurm ist, von einem Haken durchbohrt zu werden.

Between Animals ist ein Comic ohne Worte. Er überschreitet die Grenzen der Sprache durch grafische Poesie und zeigt die wortlosen Realitäten anderer Arten. So eröffnet er einen visuellen Zugang zu den Alltagsrealitäten von 32 Arten – einschließlich des Menschen – die sich in einer Kette von Begegnungen treffen. Wir begleiten unsere Mitbewohner*innen in ihren natürlichen Lebensräumen und tauchen ein in eine mehr-als-menschliche Welt.

DIN 18400-4

Die meisten Objekte und Bilder, mit denen wir täglich interagieren, werden mit und durch Computer hergestellt. Die Integration von Computern beeinflusst nicht nur die Entstehung dieser Objekte und Bilder, sondern auch die Konstruktion von Realitäten.

Diese räumliche Installation zeigt gemischte Darstellungen (3D und 2D) der Türgriffe des Medienhauses. Obwohl für diese Griffe industrielle Standards gelten, machen Installationsabweichungen und Abnutzung jedes Exemplar einzigartig. Nicht einheitliche, aus Harz 3D-gedruckte Artefakte, die an der Struktur und den Griffen platziert sind, heben oft übersehene Alltagsgegenstände hervor. Die Installationsstruktur, gefertigt aus standardisierten Aluminiumprofilen und an die Architektur des Ausstellungsraums angedockt, umfasst Elemente, die mit CAD, 3D-Drucksoftware, prozeduralen 3D-Tools und Modellierungssoftware erstellt wurden.