dementia is a losing game

„Wenn du alt bist, bist du nichts mehr wert“, sagte meine Großmutter, als ich sie in ihrem Altenheim besuchte. Meine Großmutter leidet an Demenz, die es ihr unmöglich macht, das zu tun, was sie ihr ganzes Leben lang getan und geliebt hat – sich um die Familie zu kümmern. Die durch die Krankheit vergessenen Praktiken und Handlungen meiner Großmutter verwandeln sich langsam in Verwirrung. Zu vergessen, was man sein ganzes Leben getan hat, ist eine schreckliche Vorstellung, kann aber zu völlig neuen Erkenntnissen führen. In unserer kapitalistischen Gesellschaft wird eine Person, die nicht mehr voll funktionsfähig ist, oft als Last gesehen – meine Großmutter, die ihr ganzes Leben lang Werkzeuge benutzt hat, die heute wahrscheinlich nicht mehr viel wert sind, fühlt genauso.

„Demenz ist ein verlorenes Spiel“ ist ein Versuch, die durch Demenz verursachten Umstände als wertvolle Ereignisse darzustellen. Das Projekt betont den sentimentalen Wert dieser vergessenen Praktiken und Relikte und zielt darauf ab, die Verbindung zu meiner Großmutter aufrechtzuerhalten.

WUNA

Die Wechseljahre bringen viele Veränderungen mit sich. Neben hormonellen Schwankungen treten auch körperliche Veränderungen auf. Zu den bekanntesten Symptomen gehören Hitzewallungen und Schlafstörungen, doch auch Gelenksteifigkeit und Muskelbeschwerden sind häufige Begleiterscheinungen der hormonellen Umstellung. Im Laufe der Jahre können diese Beschwerden das Risiko für Erkrankungen wie Arthrose oder Osteoporose erhöhen. Sport kann dabei helfen, diese Symptome zu lindern und Krankheiten vorzubeugen.

Hier kommt WUNA ins Spiel. Der WUNA-Hocker bietet eine einfache Möglichkeit, zu Hause gezielte Übungen durchzuführen. WUNA fällt ins Auge, ohne störend zu sein. So motiviert er dazu, den Körper täglich zu stärken und die Veränderungen aktiv wahrzunehmen.

HIP

Während Küchen im frühen 20. Jahrhundert vor allem auf Funktionalität ausgerichtet waren, dominieren heute minimalistische Ästhetik und reduzierte Nutzung. Je nahtloser die Kochbereiche werden, desto weniger wird tatsächlich gekocht — ein Wandel mit ökologischen, finanziellen und gesundheitlichen Folgen.
Aus dieser Erkenntnis entstand HIP: ein Regalsystem, das zeitgenössisches Küchendesign infrage stellt. HIP nutzt bislang ungenutzte Fliesenflächen und schafft durch sieben spezialisierte Regaldesigns zusätzlichen Arbeitsraum, während die Arbeitsflächen zum Kochen frei bleiben. Für die Montage ist kein Bohren erforderlich: Jedes Regal wird an zwei dafür vorgesehenen Löchern am speziell entwickelten HIP-Haken eingehängt. Dieser nutzt einen schraubenbasierten Saugnapf für eine stabile, aber jederzeit versetzbare Befestigung, sodass die Regale je nach Bedarf einfach montiert, verschoben oder entfernt werden können.
Die Serie lässt sich von früheren Designansätzen inspirieren, die die Küche als werkstattähnlichen Raum verstanden, kombiniert diese jedoch mit moderner Flexibilität — und lädt dazu ein, unser Verhältnis zum Kochen und den Einfluss von Gestaltung darauf neu zu überdenken.

Velowall

Was hält viele Menschen in Städten davon ab, das Fahrrad im Alltag zu nutzen?

Oft fehlt es an sicheren Abstellmöglichkeiten – besonders in alten Stadtstrukturen ohne integrierte Fahrradparkplätze. Die Velowall ist meine Antwort auf dieses Platzproblem. Sie lässt sich wie ein Parklet auf einem Straßenparkplatz installieren und bietet auf der Fläche eines PKWs Platz für acht überdachte Fahrräder – mit erhöhtem Diebstahlschutz. Optionale Dachbegrünung, Solarzellen für Beleuchtung sowie Anschlüsse für Ladegeräte können flexibel an örtliche Gegebenheiten und individuelle Wünsche angepasst werden. Dank vertikaler Stelltechnik und hydraulischer Wandhalterung können auch schwere E-Bikes mühelos geparkt werden. Die Abteile sind flexibel nutzbar: spontanes Parken oder dauerhaft vermietbar an Pendler:innen. So wissen Radfahrende, dass ihr Fahrrad sicher vor der Tür steht – und das tägliche Pendeln wird einfacher und attraktiver.

Wertigkeit des Stoffes

Bei meinem Projekt handelte es sich um eine Stoffkollektion, bei der ich den Schwerpunkt auf die Stickerei legte, mit der ich die Textur von einfachen Stoffen wie z. B. Polyester oder ungebleichter Baumwolle veränderte.
In der modernen Gesellschaft geht der Wert von Stoffen allmählich verloren. Dies geschah mit dem Aufkommen der Fast Fashion. Wir können Kleidung praktisch endlos kaufen und wegwerfen. Sie verschleißt schnell, die Menschen pflegen ihre Kleidung nicht immer gut, waschen und trocknen sie möglicherweise falsch.
Die Idee meiner Arbeit durch Stickerei ist es, den Stoff komplex und seine Textur reich zu machen. Mein Ziel ist es, durch Stickerei dem Stoff einen höheren Wert zu verleihen, nicht in Bezug auf seine Produktion, sondern durch das Gefühl, das der Mensch beim Betrachten und Berühren des Stoffes bekommt. Dadurch möchte ich zu einem sorgfältigeren Umgang mit den Dingen, die wir tragen, animieren.

BIN

Ein Mülleimer – alltäglich und bekannt – stellt sich den Fragen nach effizienter Produktion, Lagerung, Transport, individueller Konfiguration, autonomem Aufbau und Recyclingfähigkeit.

Aus transluzenter Polypropylenfolie wird in wenigen Handgriffen ein Volumenkörper – ein Mülleimer – in drei Größen, mit Varianten für Deckel und Anordnung.

Der Entwurf stellt ein System aus reißverschlussähnlichen Laschen in den Vordergrund, zur stabilen Verbindung der flexiblen Materialbögen. Alle Elemente werden im schnellen und skalierbaren Stanzverfahren hergestellt. Flach verpackt reduziert sich der Energie- und Platzverbrauch beim Transport.
Durch die bewusste und konsequente Reduzierung auf ein Material und die daraus hervorgebrachte Verbindung lässt sich der Mülleimer vollständig und „sauber“ recyceln.

Trude

„Trude“ ist eine innovative Zyklustracking- und Kalender-App, die Menstruierenden die Alltagsplanung mit dem Zyklus erleichtert, indem sie detaillierte Analysen des individuellen Zyklus in Kombination mit tiefgehendem Wissen zur Menstruation und deren Begleit- und Einflussfaktoren bietet.

Menstruierende durchlaufen im Zyklus zahlreiche individuelle Veränderungen, die sich physisch und psychisch auf sie auswirken. Die Anpassung an diesen Rhythmus kann vielen Menstruierenden im Alltag helfen, wird in vielen Tracking-Apps jedoch nur oberflächlich behandelt. Genau hier setzt „Trude“ an. Alleinstellungsmerkmal der App ist ein voll funktionaler Kalender zur Planung des Alltags mit prognostizierten Zyklusphasen und den damit einhergehenden Symptomen – diese werden im Vergleich zu anderen Apps umfangreich analysiert und nutzer*innenfreundlich aufbereitet sowie von Tipps begleitet. „Trude“ hilft, den eigenen Zyklus zu verstehen und zu leben.

SIMPLY WASTE

„Simply Waste“ setzt sich mit der kreativen Weiterverwertung von Lebensmittelabfällen auseinander. Aus unvermeidbaren Obst- und Gemüseschalen entstehen biobasierte Materialien, die nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch ästhetisch innovativ sind. Das Projekt fordert dazu auf, den Wert von Abfällen neu zu denken und zeigt, wie aus vermeintlich nutzlosen Reststoffen funktionale und inspirierende Objekte geschaffen werden, die die Atmosphäre von Räumen bereichern. „Simply Waste“ stärkt die Verbindung zwischen Mensch und Natur und bringt die Vision einer ressourcenschonenden, zukunftsfähigen Welt in die Gegenwart.

SLALOM

Das Workshopkonzept SLALOM dient dazu, Kinder frühzeitig in die Welt der Gefühle einzuführen und sich damit auseinanderzusetzen. SLALOM ermöglicht Kindern einen Raum, in dem sie lernen, durch unterschiedliche spielerische und künstlerische Formen ihre Gefühle zu benennen, zum Ausdruck zu bringen, schwierige Situationen durchzustehen und Wege zu finden, mit ihnen umzugehen.
Das frühzeitige Aufklären hilft dabei, dass mögliche Symptome frühzeitig erkannt werden, sich diese nicht so fest verankern und dadurch die Entwicklung des Kindes nicht negativ prägen. Ziel ist ein gemeinsamer Austausch, das Reflektieren und Fantasieren sowie die Anregung von Vorstellungskraft und Kreativität der Kinder, während gleichzeitig ihr Selbstvertrauen gestärkt wird.

wenn ich muss, dann muss ich halt.

wenn ich muss, dann muss ich halt untersucht, wie soziale Normen den weiblichen* Toilettengang erschweren. Der Körper soll nicht nur funktionieren, sondern sich im öffentlichen Raum angemessen präsentieren. Oft folgen Rituale beim Toilettengang weniger der Praktikabilität als gesellschaftlichen Konventionen. Im Versuch, den Problemen, mit denen sich Frauen* auf öffentlichen Toiletten konfrontiert sehen, zu begegnen, entstehen immer mehr Entwürfe für Unisex- oder Frauen*-Urinale, die darauf abzielen, die lange Wartezeit und die unzureichenden Hygienestandards der traditionellen Sitztoilette zu verringern. Dennoch scheinen sich diese Ansätze bisher nicht wirklich durchzusetzen.

Um die gesellschaftliche Akzeptanz zu fördern, setzen hierbei zwei Ansätze an:
Die Bessere Hose optimiert die Öffnung des Reißverschlusses für Steh- und Hockurinale, während Potty Training! Mädchen früh ans Stehpinkeln gewöhnt und dadurch ihr Selbstbewusstsein fördert, um bestehende Normen aufzubrechen.