Spürbar verbunden – Haptisches Design für spontane soziale Resonanz

Avera ist ein Social Wearable, das Einsamkeit in Phasen des sozialen Wandels adressiert. Im Fokus stehen Mütter als Stellvertreterinnen einer Lebenssituation, die von Neuorientierung und dem Abbau sozialer Beziehungen geprägt ist. Ziel des Konzepts ist es, die Hemmschwelle für Begegnungen mit neuen Menschen zu senken und Resonanz auf Basis gemeinsamer Interessen entstehen zu lassen.

Drei Vibrationsaktuatoren begleiten diese Begegnungen durch eigens entwickelte haptische Impulse, die die Erfahrung positiv beeinflussen. Ohne Vergleichsmechanismen schafft Avera Raum für natürliche und ungezwungene Interaktionen. Die Entwicklung basiert auf Forschungen zu Einsamkeit, der Resonanztheorie nach H. Rosa und Erkenntnissen aus dem Bereich Affective Haptics.

Gestalterisch vereint der Kontrast aus weichem Silikon und hochwertigem Edelstahl Tragekomfort mit einer dezenten, hochwertigen Ästhetik und integriert das Wearable unauffällig in den Alltag.

All women are cyborgs and should rightly be feared

„All women are cyborgs and should rightly be feared“ ist ein Magazin, das die Potenziale und Grenzen cyberfeministischer Strategien in digitalen Räumen aus theoretischer und künstlerischer Perspektive untersucht und das Themenspektrum des Cyberfeminismus näherbringt. Dabei werden historische Positionen des Cyberfeminismus mit zeitgenössischen feministischen Ansätzen verknüpft und in Beziehung zur eigenen gestalterischen Praxis gesetzt.

Das Magazin ist im A4-Format, misst aufgeklappt 70 cm in der Breite und besitzt zwei Umschläge. Einen für den Thesis-Inhalt und einen für den Magazin-Inhalt, die zusammen den gesamten Inhalt des Magazins verbinden.

Daydreamer

Daydreamer: Luft als konstruktives Element

Kinderwagen sind ein zentrales Transportmittel vieler neuer Eltern. Trotz kontinuierlicher Weiterentwicklungen weisen bestehende Systeme hinsichtlich Transportierbarkeit Einschränkungen auf. Ursache sind die überwiegend verwendeten rahmenbasierten Unterbauten mit starren Rohrstrukturen, die ein großes Packmaß verursachen.

Inspiriert von aufblasbaren Strukturelementen aus dem Kitesport, wurden unterschiedliche Materialsysteme, Fertigungsverfahren und Konstruktionsprinzipien analysiert und hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf diesen Anwendungsbereits überprüft.

Im Entwicklungsprozesses entstanden diverse Funktions- und Versuchsmodelle, die zu neuen Erkenntnisse führten und Weiterentwicklungsmöglichkeiten boten. Das Ergebnis ist ein leichtes, kompaktes und schnell aufbaubares Mobilitätsprodukt, das die konstruktiven Eigenschaften von Luft gezielt nutzt und neue Perspektiven für Produktgestaltung aufzeigt.

Water from Air

Wassermangel ist eine der drängendsten globalen Herausforderungen. Das Bachelorprojekt „Water from Air“ setzt genau hier an: mit einem mobilen, dezentralen Wassererzeuger und -speicher. Das Ziel ist es, eine nachhaltige und alltagstaugliche Lösung zur lokalen Selbstversorgung mit Trinkwasser zu schaffen, unabhängig von geographischen und sozialen Gegebenheiten.

Inspiriert von der Permakultur nutzt das System die Luftfeuchtigkeit als Ressource. Mithilfe von Metal-Organic-Frameworks (MOFs) nimmt das Material in einem autarken, geschlossenen Kreislauf Feuchtigkeit auf und gibt sie durch Erwärmung und Kondensation als Trinkwasser ab – aktuell bis zu 6 Liter pro Tag.

Die Gestaltung überzeugt durch klare Funktionalität und Konsequenz. Durch den modularen Aufbau aus sortenreinem, recycelbarem Kunststofffilament ist das System langlebig, reparierbar und schont wertvolle Ressourcen entlang des gesamten Lebenszyklus.

Soft Shade

Der urbane Raum ist heute meist als reine Transitzone konzipiert – dominiert von Materialien wie Beton, Metall und Glas, die Aufenthaltsqualität vermissen lassen. Verstärkt wird dieses Defizit durch den Klimawandel, der Städte im Sommer so stark aufheizt, dass ein längeres Verweilen kaum noch möglich ist.

Soft Shade ist ein textiles Verschattungssystem, das vor Hitze schützt und zugleich aktiv kühlt. Inspiriert vom Aufbau eines Laubblattes nimmt es Wasser auf und gibt es als Verdunstungskühlung wieder ab.

So bringt Soft Shade nicht nur Schatten und Kühlung, sondern auch eine neue, taktile Materialität in den urbanen Raum.

Vagakey

Therapie wird alltagstauglich, wenn sie sich zuverlässig wiederholen lässt. Adipositas ist chronisch und rezidivierend; Therapieadhärenz bleibt noch herausfordernd. VagaKey überführt die Vagusnervstimulation am Ohr (taVNS) in ein tragbares, nichtinvasives, kopfhörerähnliches System mit Monitoring fürs Gewichtsmanagement.

Wie beim Drehen eines Schlüssels wird es eingesetzt und gedreht, bis es in der Endposition einrastet. Diese ermöglicht klarere Ausrichtung und stabileren Kontakt: für präzise Positionierung und verlässlichen Stimulationskontakt.

Stützbereiche und gehörgangsfreies Tragekonzept wurden aus Ohrdaten, 1:1-3D-Scans, Prototypen und Interviews entwickelt und in Nutzertests sowie ärztlich evaluiert. Haptische Bedienung ohne Sichtkontrolle und austauschbare Eartips erhöhen den Komfort. So entsteht eine verlässliche, alltagstaugliche Therapieroutine: VagaKey setzt nicht auf mehr Willenskraft, sondern auf Gestaltung, die eine korrekte und regelmäßige Anwendung erleichtert.

MAN LINQ. Ansatz zur Bewältigung des Nutzfahrzeug-Fahrermangels im europäischen Raum durch remote-unterstützte Langstreckentransporte.

LINQ ist eine Kooperation mit der MAN Truck & Bus SE, in welcher die Arbeitsbedingungen von Fernfahrern durch teilautonome Fahrzeuge und Teleoperation adressiert werden. Fahrzeuge können zeitweise aus einem lokalen Büro gesteuert werden, wodurch Fahrer nicht mehr an Rastplätze oder Kabinen gebunden sind und Zugang zu besserer Infrastruktur sowie familienfreundlicheren Arbeitszeiten erhalten.

Gleichzeitig ermöglichen fahrerlose Abschnitte auf Autobahnen schnellere Lieferungen und entlasten Rastanlagen.

Das Fahrzeugdesign fokussiert sich auf Aerodynamik: Eine optimierte Luftführung zwischen Zugmaschine und Trailer sowie ein verkleideter Unterboden reduzieren den Energieverbrauch nachhaltig.

geōgraphia – A Systemic Perspective on Memory, Urban Change, and Human Behavior

GEOGRAPHIA untersucht, wie geografische Veränderungen menschliches Verhalten beeinflussen – und wie unser Verhalten wiederum Städte formt. Ausgangspunkt ist die Frage, wie unterschiedliche emotionale Erinnerungen an Orte bewahrt werden können, obwohl sich urbane Räume ständig verändern. Dafür verbindet das Projekt systemisches Denken, Zukunftsforschung und spekulatives Design mit einem partizipativen Workshopformat. Die Teilnehmenden kartieren Berlin in den Zeitebenen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und machen Zusammenhänge zwischen Klima, Architektur, Mobilität und gesellschaftlichem Wandel sichtbar.

Aus diesen Erkenntnissen entsteht die spekulative Plattform „Future Feeling“, die emotionale Beziehungen zu Orten unabhängig von ihrer physischen Existenz archiviert und erfahrbar macht.

Das Projekt übersetzt komplexe urbane Wechselwirkungen in ein verständliches, interaktives Design und eröffnet neue Perspektiven für die Gestaltung lebenswerter Städte.

KAMBIO – Nicht-invasive interne Baumdiagnostik

Kambio ist ein Konzept für ein tragbares Baumradar zur schnellen, zerstörungsfreien Untersuchung des inneren Zustands von Bäumen. Bestehende Verfahren sind entweder invasiv und liefern nur punktuelle Daten oder nicht-invasiv, aber zeitaufwendig und fehleranfällig. Gleichzeitig steigt der Bedarf an effizienten Lösungen für die Pflege urbaner Baumbestände. Ziel des Projekts ist eine präzise, praxisnahe Diagnostik, die von einer Person einfach im Arbeitsalltag durchgeführt werden kann.

Kambio nutzt Ground-Penetrating Radar (GPR) in einem kompakten, handgeführten Gerät. Eine Laserlinie unterstützt die Führung entlang des Stammes und ermöglicht reproduzierbare Messungen. Die erfassten Daten werden visualisiert und erlauben eine fundierte Bewertung des Baumzustands.

Kambio verbessert die Entscheidungsgrundlage in der Baumpflege, ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Schäden und unterstützt durch digitale Dokumentation eine langfristige Planung zum Erhalt urbaner Grünstrukturen.

Vimoo – Seniorenmobil-Sharing für selbstbestimmte Mobilität im Alter

Vimoo ist ein elektrisches Seniorenmobil, das älteren Menschen mehr Selbstständigkeit im Alltag ermöglicht. Es kann als Sharing-Angebot an Seniorenresidenzen oder privat genutzt werden. An einer Vimoo Sharing Station stehen mehrere Fahrzeuge bereit, die sich einfach per Karte aktivieren lassen. So können kurze Wege zum Einkaufen, zur Apotheke oder zu Freunden und Familie unabhängig zurückgelegt werden.

Im Mittelpunkt steht die integrierte Sitz- und Aufstehhilfe. Beim Einsteigen fährt der Sitz in eine aufrechte Position und begleitet die Bewegung vom Stehen ins Sitzen. Sobald die Fahrposition erreicht ist, fahren die beiden Lenkradhälften von links und rechts aus und richten sich ergonomisch vor der fahrenden Person aus. Beim Aussteigen läuft der Vorgang umgekehrt ab. Ein Kofferraum bietet Platz für Einkäufe und persönliche Gegenstände. Nach der Fahrt wird Vimoo an der Station abgestellt und induktiv geladen – ohne Kabel oder Stecker.