SELF-EFFICACY WITHIN SAFETY Enabling Autonomy in Psychiatric Environments

Beobachtungszimmer in der Akutpsychiatrie sind stark auf Sicherheit ausgelegt und lassen wenig Raum für Selbstbestimmung. Gleichzeitig ist Autonomie zentral für die Stabilisierung. Dieses Projekt untersucht, wie Sicherheit und Selbstwirksamkeit verbunden werden können.

In einem co-partizipativen Prozess mit Patient:innen und Fachpersonal entstanden neue Handlungsspielräume innerhalb strenger Anforderungen.

Ergebnis sind drei Objekte: Das Licht, Der Haken und Die Sitzmöglichkeit, jeweils mit eigenen Einflussmöglichkeiten.

Kegel – Wo Luft zirkuliert

Ziel dieser Arbeit war es, das alte Handwerk Flechten neu zu interpretieren und wieder in den Innenraum zu bringen. Grundlage des Handwerks war es, Behälter zu schaffen, die für den Transport von Gegenständen genutzt werden konnten. Im Rahmen dieser Arbeit gelang die Re-Interpretation durch die Nutzung einer bekannten Form, dem Kegel.

Diese aus geflochtenem Material hergestellten Kegel wurden zu Behältern. Durch die Kombination mit anderen Materialien ergeben sich unterschiedliche Installationen. Die Kegel können zu kleinen Helfern für unterschiedliche Situationen im Innenraum werden. Die gesamte Installation bietet vielfältige Aufbewahrungsmöglichkeiten, teilt den Raum auf, schafft Privatsphäre und erfüllt eine akustische Funktion.

Das Gesamtdesign und die Flechtstruktur der Peddigrohr-Kegel soll ein Gefühl der Geborgenheit hervorrufen. Durch die Flechtung entsteht Struktur und durch die flexiblen Installationsmöglichkeiten kann wiederum der Raum strukturiert werden.

Schön war’s – und jetzt?

Viele Elektrokleingeräte lagern ungenutzt in Kellern o.ä. und geraten in Vergessenheit, während das Müllaufkommen wächst und sich Produktlebenszeiten verkürzen. Die Masterarbeit „Schön war’s – und jetzt?“ untersucht Alternativen zur Nicht-Nutzung anhand eines Raclettegerätes. Obwohl das gesellige Miteinander beim Raclette-Event mit Freunden und Familie emotional wertgeschätzt wird, gilt der Wert des Gerätes selbst als gering. Braucht es also eine emotionale Bindung oder sollte das Produkt in den Hintergrund treten? Beeinflussen alternative Optionen nachhaltig das Kauf- und Nutzungsverhalten?

Die Entwürfe Reduclette und Multiclette machen diese Bandbreite auf. Das Reduclette fungiert als Kurzzeit-Produkt direkt aus dem Supermarktregal: Die Verpackung von Kerze und Käse bietet bis zu drei Nutzungen und wird danach im Hausmüll entsorgt. Das Multiclette hingegen ist ein langlebiges, robustes Einrichtungsobjekt für flexible, dauerhafte Nutzung, das für Wärme und gemütlches Essen sorgt.

soft seating

Es geht um Sitzmöbel, die ohne den Einsatz von Schaumstoffen auskommen. Es gilt alternative Materialien und Techniken zu erkunden, die sowohl ästhetischen Mehrwert haben als auch funktional und innovativ sind.

Es geht um den Verzicht auf herkömmliche, synthetische Polstermaterialien, um die Vermeidung von Materialmix, die Reduzierung von Umweltbelastung und Recycling.

Ein Fahrradcamper für naturnahes und nachhaltiges Reisen

Der Fahrradcamper schafft einen Ansatz für ein nachhaltiges Tourismusangebot in der Natur. Er wird in der Urlaubsregion gemietet, setzt Ressourcen effizient ein und ermöglicht ein niedrigschwelliges Angebot für die Tourismusregion. Für die Endkund*innen entsteht ein preisgünstiger Urlaub und ein besonderes Naturerlebnis.

Als Basisfahrzeug dient ein VELOAD: Ein Lastenfahrrad mit zwei nebeneinander angebrachten Sitzen, großer Ladefläche und E-Antrieb. Die Kooperation mit VELOAD hat mir ermöglicht, eine maßgeschneiderte Lösung zu entwickeln, bei der die Zugänglichkeit zum Urlaubsmodus Radtour im Vordergrund steht.

Der Aufbau besteht aus einem Stahlrahmen, in den ein textiles Zelt eingespannt wird. Ein Bett für zwei Personen wird zur Seite ausgezogen. Während der Fahrt wird das Zelt komprimiert verpackt, ist dank des Hebelmechanismus jedoch ruckzuck wieder aufgebaut.

Eine Küche besteht aus zwei Modulen und ist flexibel einsetzbar. Der E-Antrieb wird durch ein Solarpanel unterstützt.

Ready to Repair

Das Projekt beschäftigt sich mit der Bedeutung und Ausstattung von Repair-Cafés. Repair-Cafés sind ehrenamtlich geführte Reparaturtreffen bei denen Gäste gemeinsam mit Reparaturexpert*innen defekte Gegenstände reparieren können. Mit ihrem kostenfreien Angebot leisten sie einen wichtigen Beitrag für Nachhaltigkeit und Wissensweitergabe, welchen diese Arbeit sichtbar macht.

Der Entwurf soll die Bedürfnisse von Repair-Cafés wie häufiges Auf- und Abbauen, Mangel an Lagerplatz und die geteilte Nutzung von Materialien berücksichtigen. Er beinhaltet eine gemeinsames Lager- und Sortiersystems für Werkzeuge und Materialien sowie Arbeitsmatten zum Schutz der Tische. Durch grafische Elemente wird der Reparaturgedanke über die Produkte hinaus kommuniziert.

Zwischen Wahrnehmung und Imagination: Spiegelphänomene in der ästhetischen Erfahrung

Diese Masterarbeit untersucht Spiegelphänomene aus ästhetischer, kulturtheoretischer und gestalterischer Perspektive. Der Spiegel wird dabei nicht nur als optisches Objekt, sondern als Medium verstanden, das zwischen Realität und Imagination vermittelt. Im Fokus steht das Spannungsverhältnis von Wahrnehmung und Vorstellungskraft, von Sichtbarem und Symbolischem. Spiegelbilder erscheinen nicht als neutrale Reflexionen, sondern als Projektionsflächen subjektiver Deutungen, geprägt von Erinnerung, Erfahrung und Erwartung. Die Arbeit stützt sich theoretisch auf kultur- und kunsthistorische, philosophische sowie psychologische Ansätze.

Im gestalterischen Teil werden die Erkenntnisse in den Entwurf einer Stehleuchte übertragen. Durch spiegelnde und durchlässige Elemente entstehen visuelle Zwischenzustände, die Wahrnehmungsmuster auflösen und neue Raumerfahrungen ermöglichen.

Ziel ist es, einen Möglichkeitsraum zu schaffen, in dem Wahrnehmung, Raum und Imagination neu erfahrbar werden.

MENSCH UND DING. Gestaltung im Dazwischen

Warum behalten wir Dinge, die keinen messbaren Nutzen haben? Weil Sinn oft jenseits von Funktion und Materialwert entsteht. Objekte, die uns langfristig begleiten, werden zu materiellen Speichern für Beziehungen, Erinnerungen und wiederkehrende Handlungen.

Auf Basis eines offenen Archivs unterschiedlicher Objektbiografien untersucht die Arbeit diese alltägliche Form der Sinnproduktion. In einem Prozess der schrittweisen Dekonstruktion werden die Ursprungsformen systematisch zerlegt und ihren funktionalen wie symbolischen Typologien entzogen. Diese gestalterische Transformation übersetzt unbewusste Alltagsgesten in neue, abstrakte Formangebote.

Das Ergebnis umfasst physische Objekte. Als liminale Artefakte entziehen sie sich jeder eindeutigen Zuschreibung – ihre Bedeutung erschließt sich erst im Dazwischen der Interaktion. Gestaltung wird hier zur Praxis des Sichtbarmachens: Sinn entsteht im Vollzug der Beziehung zwischen Mensch und Ding.

Dialog als Tool – Fragen an die Ausstellung und das Museum der Zukunft

„Dialog als Tool“ ist ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt zur Frage, wie Kunstmuseen und Ausstellungen zukünftig zugänglicher, relevanter und gesellschaftlich wirksamer gestaltet werden können. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Museen zu den wenigen öffentlichen Orten gehören, an denen Menschen unterschiedlichen Perspektiven, Lebensrealitäten und Sichtweisen begegnen.

Das Projekt versteht Ausstellungsgestaltung als Werkzeug, um Dialog, Empathie und Austausch zu fördern. Statt primär auf Wissensvermittlung zu setzen, untersucht es das Potenzial emotionaler Zugänge, gemeinsamer Erfahrungen und offener Prozesse, die Besucher*innen Anknüpfungspunkte zur eigenen Lebensrealität bieten.

Die Arbeit umfasst eine Buchpublikation mit Recherche, Interviews, interaktiven Fragen und einem Szenografie-Handbuch sowie eine raumgreifende Installation. Sie entwickelt neue Ansätze für Ausstellungen als Räume gesellschaftlicher Begegnung.

Arondeus Widerstand

„Arondeus Widerstand“ ist ein künstlerisch-forschendes Masterprojekt zur Frage: Wie kann künstlerische Forschung die Resilienz queerer Menschen angesichts Rechtsruck, Unsicherheit und Diskriminierung stärken?

Ausgangspunkt ist Willem Arondeus, offen homosexueller Künstler und Widerstandskämpfer, der sich dem Nationalsozialismus widersetzte. Seine Biografie dient als Referenz für queeren Widerstand über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Das Projekt verbindet Recherche, Fotografie, Interviews, Drag-Performance und Workshops. „Links vor Rechts“ porträtiert queere Aktivistinnen und untersucht Resilienz im Alltag. „Drag Resistance“ übersetzt Arondeus in eine Drag-Performance als verkörperte Widerstandspraxis. „Queere Zukünfte“ nutzt Design Futuring für kollektive Zukunftsszenarien.

Resilienz wird als soziale Praxis verstanden, die durch Community, Sichtbarkeit und Solidarität entsteht. Ziel ist es, künstlerische Formate als Werkzeuge für Widerstand und Zukunftsgestaltung zu erproben.