SHARDS glas waste potential

„SHARDS“ untersucht das gestalterische Potenzial von Glasabfällen aus dem handwerklichen Glasstudio. Während industrielles Glasrecycling etabliert ist, bleiben Studioglasreste aufgrund geringer Mengen, inhomogener Zusammensetzung und möglicher Verunreinigungen meist ungenutzt. Das Projekt versteht diese Scherben nicht als Abfall, sondern als wertvolle Ressource und erforscht neue Wege ihrer Wiederverwendung.

Durch Recherchen, Exkursionen und Gespräche mit Glashütten, Recyclingunternehmen und Glasstudios wurden Materialströme identifiziert, die bislang aus bestehenden Kreisläufen herausfallen. Darauf aufbauend entstanden experimentelle Materialstudien mit Recycling- und Studioglas. Mittels Glass Casting wurde untersucht, wie Scherbengröße, Farbe und Zusammensetzung Schmelzverhalten und Ästhetik beeinflussen.

Das Ergebnis sind Konzepte für ein zirkuläres Farbzapfen-System sowie ein ressourcenschonendes Studio, das Glasabfälle in individuelle Objekte transformiert.

Der oder die Löffel

Diese Arbeit untersucht den Löffel durch handwerkliche Praxis als kulturell und symbolisch aufgeladenen Alltagsgegenstand. Ausgangspunkt ist das experimentelle Arbeiten in unterschiedlichen Materialien und Werkstätten. Entwurf und Herstellung sind dabei untrennbar miteinander verschränkt; Erkenntnisse entstehen im direkten Umgang mit Material, Werkzeug und Prozess.

Im Verlauf der Arbeit entsteht eine Sammlung handgefertigter Löffel, die nicht als Produktserie, sondern als offenes Forschungsensemble verstanden wird. Erst durch begleitende Recherche verdichtet sich die Sammlung zu einem kuratorischen Konzept: Sprachliche Redewendungen und metaphorische Ausdrücke rund um den Löffel werden zum ordnenden Prinzip der Arbeit. Jeder Löffel steht in Beziehung zu einer Redewendung und übersetzt deren immaterielle Bedeutung in Material, Form und handwerkliche Geste.

Die Arbeit mündet in einem Ausstellungskonzept, in dem Objekt, Sprache und Handlung zusammengeführt werden.

Die Natur in Dir – Nachhaltige Partizipation am Worringer Platz

„Die Natur in Dir“ beschäftigt sich mit Partizipation und wie diese die soziale als auch kulturelle Entwicklung öffentlicher Räume nachhaltig fördern kann. Am Beispiel des Worringer Platzes in Düsseldorf wurde untersucht, wie kulturelle Aufwertungsmaßnahmen zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen können und wie sich der Platz historisch entwickelt hat. Anhand von Interviews mit Akteur*innen aus Stadtverwaltung, Wohlfahrt, Kultur und Zivilgesellschaft wurden die Entwicklungen vor Ort untersucht und in Verbindung mit einer interaktiven Spiegel-Installation, die auf der Werkschau von den Besucher*innen mitgestaltet werden konnte, ausgestellt. Dabei wurden unterschiedliche Nutzungsansprüche lokalisiert, die in Form eines Buches festgehalten wurden. Die Arbeit verbindet Stadtforschung mit partizipativem Design und thematisiert die Teilhabe an Stadt, sowie deren nachhaltiger Entwicklung an der Schnittstelle von Stadtplanung, Kunst und Partizipation.

Vitrearii – Untersuchung und Transformation einer historischen Handwerkstechnik

Wie kann die Auseinandersetzung mit historischer Glasmalerei innovative Impulse für die zeitgenössische Designpraxis geben? Dieser Leitfrage folgend wurden historische Literatur, digitale Sammlungen und Gespräche mit Expert:innen ausgewertet sowie Gestaltungsprinzipien der Glasmalerei herausgearbeitet. Ein lebendiges Arbeitsarchiv und eine theoretische Arbeit halten diese Prozesse fest.

Zudem agiert eine Leuchte als Demonstrator. Ausgeschnittene Aluminiumprofile bilden den Korpus und spannen Glasplatten ein. Diese sind beidseitig mit industriellen Emailfarben bedruckt, Muster handwerklich in die Farbschicht geritzt. Bei natürlichem Licht ist nur die vordere Farbschicht sichtbar. Wird die interne LED eingeschaltet, überlagern sich Vorder- und Rückseite, und die Muster fügen sich zu einem Gesamtbild zusammen.

In der Kombination aus handwerklichen und industriellen Techniken eröffnen sich neue gestalterische Möglichkeiten, die keines der beiden Felder allein hervorbringen könnte.

Topo

Im Projekt stand die Exploration von Formbau im Mittelpunkt. Ziel war die Entwicklung eines schnell herstellbaren, robusten und vielseitig einsetzbaren Formsystems.

Die Grundidee basiert auf geschichteten Formen aus Stahlblech. Durch den stapelweisen Aufbau der Geometrie entstehen belastbare Werkzeuge, die mit geringem Zeit- und Kostenaufwand gefertigt werden können. Diese Bauweise erlaubt eine präzise Formdefinition ohne die Komplexität klassischer industrieller Werkzeuge.

Topo ist für Stückzahlen ab 20 bis 10.000 Einheiten ausgelegt und schließt damit die Lücke zwischen handwerklicher und industrieller Fertigung. Die Formen sind für unterschiedliche Verfahren wie Casting, Blow Moulding, Injection Moulding, Pressing und Stamping einsetzbar.

Im Vergleich zu industriellen Formen ist Topo deutlich kostengünstiger und ermöglicht eine reproduzierbare, semi-industrielle Fertigung. Dadurch greifen Gestaltung, Konstruktion und Produktion nahtlos ineinander über.

about us – zwischen kulturellen identitäten & der verbindung zu anderen

The Tale of Anh, Em & Chi: 1976 entwarf der vietnamesische designer le huy van ein glas, das heute aus den bierkneipen dort nicht wegzudenken ist und seither nahezu unverändert als kulturgut existiert. le huy van studierte (wie nun ich) industriedesign an der burg giebichenstein, bevor er nach vietnam zurückkehrte.

“anh, em und chi” bilden die geschwister dieses glases. sie greifen seine typologie und selbstverständlichkeit auf und führen sie weiter. benannt nach den anredeformen für geschwister, erzählen sie von nähe, fürsorge und sozialen beziehungen. sie ehren das allgegenwärtig beliebte glas und sind aus einem kulturellen austausch entstanden – zwischen vietnam und deutschland, zwischen zwei biografien, die sich an derselben hochschule spiegeln.

le huy vans in vietnam gelebte, in deutschland ausgebildete perspektive trifft auf meine in deutschland geprägte, nach vietnam zurückfragende identität. dieses projekt dient als träger von erinnerung, identität und kultureller kontinuität.

Nachhaltiges Industriedesign

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit führte ich Interviews mit regionalen Industrieunternehmen, darunter Reiling Glasrecycling. Das Unternehmen gewährte mir Einblicke in die Herausforderungen der Glasverarbeitung, insbesondere in Bezug auf den Reststoff, der im Recyclingprozess anfällt und mit seiner Korngröße von 1–2 mm wie Sand wirkt. Glas kann nicht von der Natur abgebaut werden, daher muss es neu gedacht werden, um eine nachhaltige Nutzung zu ermöglichen und die Entsorgung auf Deponien zu vermeiden.

Ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit sind Experimente zur Umwandlung von Glasabfällen in wertvolle Ressourcen. Mein Ziel ist es, eine neue Ressource zu schaffen, die einen weiteren Lebenszyklus erhält und einen nachhaltigen Kreislauf etabliert. Das Konzept des Cradle-to-Cradle-Systems begleitete mich dabei.

Innerhalb der zehn Wochen meiner Bachelorarbeit konnte ich erste Platten aus recyceltem Glas herstellen. Daher wird die Forschung an diesem Material gezielt fortgesetzt.

S.H.I.T

Ein mobiles Toilettensystem, das sowohl im urbanen Raum als auch auf Veranstaltungen flexibel eingesetzt werden kann. Damit soll der Mangel an öffentlichen Toiletten gelöst und die Benutzer*innenfreundlichkeit verbessert werden.
Das technische Herzstück des Systems ist ein innovativer Elektrolyse-Kreislauf, der das Abwasser effizient zu Frischwasser filtert. Die Module basieren auf der Euro-Paletten-Norm, was den Transport erleichtert und eine hohe Flexibilität bei der Nutzung ermöglicht.
Durch die modularen Abmessungen der Kabinen bestehen vielfältige Möglichkeiten, diese nach Bedarf zu kombinieren und auszustatten. Die größte Kabine bietet ausreichend Platz, um barrierefrei zu sein, und fungiert als universelle Toilette.
S.H.I.T kann durch ein effizientes Sharing-Konzept alle bestehenden Toiletten im öffentlichen Raum ersetzen und bietet dabei flexible, nachhaltige und leicht zugängliche Sanitärlösungen, die einen Raum schaffen, der den Bedürfnissen aller Nutzer*innen gerecht wird.

everybody kleckers

Zwischenmenschliche Beziehungen sind ein Dauerthema in unserer Gesellschaft. Es geht darum, Verhaltensweisen, Umgangsformen und Interaktionen neu zu überdenken und zu gestalten. Dabei wird unser zwischenmenschliches Verhalten von allen denkbaren Formen beeinflusst, die uns im Alltag begegnen, von der Parkbank bis zum Esstisch.

Diese Arbeit untersucht aktiv und diachronisch die Beziehung zwischen zwischenmenschlichem Verhalten und Objektdesign. Dabei wird untersucht, wie Formen die Beziehung zwischen Menschen beeinflussen können. n Zeiten der Digitalisierung nimmt die Unverbindlichkeit stetig zu und das Interesse an zwischenmenschlichen Beziehungen wird verlernt. Diese Erkenntnis bildet eine der Grundlagen meiner Motivation, mich mit einem physischen Objekt der Begegnung auseinanderzusetzen. Exemplarisch wird die zentrale Bedeutung eines Tisches als raumbildendes, dreidimensionales Objekt, das Orte und Räume schafft, thematisiert.

one GLASS many TECHNIQUES

Die manuelle Glasfertigung steht auf der Liste der UNESCO für immaterielles Kulturerbe. Gleichwohl droht das Wissen um die entsprechenden Techniken auf Grund mangelndem Interesse und zunehmend erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen in Vergessenheit zu geraten. Viele dieser Techniken sind nach wie vor bei der Bearbeitung des Materials Glas essenziell. Als besonders faszinierend erweist sich der physikalische Übergang vom flüssigen zum festen Zustand von Glas. Wird im Prozess der Formfindung mit diesen Eigenschaften des Materials experimentiert, entstehen unzählige Gestaltungsmöglichkeiten. „One GLASS many TECHNIQUES“ ist eine Sammlung von unterschiedlichen manuellen Glasfertigungstechniken und soll insbesondere Gestaltern einen direkteren Zugang zum Material zu ermöglichen.