TAG

Das Projekt „TAG – Tischwerkzeuge“ verfolgt das Ziel, die soziale Gemeinschaft beim gemeinsamen Essen durch seine Gestalt und ein kollektives Nutzen zu fördern. Das in Kooperation mit Mono entstandene Werkzeug strebt an, das gemeinsame Essen zu einer bewussten und bereichernden sozialen Erfahrung zu machen, bei der die Gemeinschaft und individuelle Bedürfnisse gleichermaßen im Fokus stehen.

Die partiell formal hervortretenden Bereiche der Werkzeuge erwecken Neugierde und zeigen zugleich zu entdeckende Funktionalitäten auf, wie die Möglichkeiten der individuellen Portionierung und die mit dem Werkzeug gestaltbare Form des Anrichtens der Speise. Es bietet Werkzeuge zur Förderung von Interaktion, Kommunikation und des Teilens von Speisen während des Essens. „TAG“ soll anregen die soziale Praxis des Essens zu revitalisieren und eine bewusstere und achtsamere Beziehung zu Nahrung und ihrer Gesellschaft zu schaffen. Es fordert Nutzer*innen auf gesellig und kreativ zu sein.

Su(n)spend

„Su(n)spend“ ist eine interaktive Leuchte, die das Sonnenlicht in den Innenraum bringt. Die zwischen Boden und Decke hängende Leuchte ist durch schmale Bänder miteinander verbunden. Zieht der Benutzer an diesen Bändern, ähnlich wie an einer Jalousieschnur, steigt das Licht von „Su(n)spend „vertikal zur Decke auf oder sinkt wieder ab. Während sich das Licht bewegt, durchläuft es ein Farbspektrum, das die Farben des Himmels widerspiegelt. Es wechselt allmählich von hellem Weiß am höchsten Punkt zu warmen, gedämpften Tönen am niedrigsten Punkt. „Su(n)spend“ wird strategisch vor einem Fenster platziert. Eine Solarzelle auf der Rückseite der Leuchte sorgt für eine autarke Stromversorgung und verstärkt die erlebbare Verbindung von Natur und Technik. Die Endlosschleife des Gürtels von „Su(n)spend“ ist eine symbolische Darstellung des ewigen Sonnenzyklus und bietet ein taktiles und emotionales Erlebnis durch die dynamische Reaktion auf die Reise der Sonne und die tiefe Verbindung von Licht und Raum.

Geplante Obsoleszenz, Problem oder Chance?

In der praktischen Untersuchung einer Waschmaschine führte der Defekt eines elektrischen Bauteils von 0,000839 kg zu einem kaum recycelbaren Berg Schrott von über 60 kg. Die praktische Recherche zeigte, dass dieser Defekt kein Einzelfall ist: Wurde hier die Lebensdauer absichtlich verkürzt oder der Alterungsprozess und Verschleiß gar nicht erst in die Gestaltung mit einbezogen? Zweites war hier der Fall. In der praktischen Arbeit wurden daher die Faktoren untersucht, die zum Verschleiß von Waschmaschinen beitragen und nach Lösungsansätzen gesucht. Wichtig war es dabei, ein Konzept und Design zu entwickeln, das von Firmen wirtschaftlich umsetzbar ist und einen realen Wandel vorantreiben kann. Das Ergebnis ist die Waschmaschine M_ALPHA, die für Miet- und Sharingsysteme konzipiert worden ist. Die wesentlichen Aspekte der gestalterischen Arbeit lagen auf der Reparierbarkeit der Maschine, dem Austausch von Elementen und Bauteilen, der Trennung von Materialien und der Recyclingfähigkeit.

Touching Stories

Die textile Installation „Touching Stories“ beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Textil, Haptik und Digitalität. Die entstandenen Textilien (vor allem Gestricke) erzählen von fünf weiblich gelesenen Charakteren – Ada Lovelace, Grace Hopper, Stacy Horn, Rosalind Picard und die Figur der Cyborg. Ihre Geschichten ergeben ein Abbild der komplexen Entstehungsgeschichte(n) digitaler Technologien. Die Textilien laden zum Anfassen ein – sitzend liegend stehend kann mit ihnen interagiert werden. Auf diese Weise entstehen Verknüpfungsmomente zwischen den Lebensgeschichten und unterschiedlichen haptischen und taktilen Erfahrungen. Eine VR Animation eines 3D gescannten Gestricks, die ich der Figur der Cyborg zugeordnet habe, öffnet den Raum ins Virtuelle und lässt Betrachter*innen am Übersetzungsmoment eines Textils zwischen analog und digital teilhaben.

Mittels Textil gelingt so eine historischen Kontextualisierung digitaler Technologien aus einer feministisch-kritischen Perspektive.

Material Hub

Der „Material Hub“ ist eine Ort, an dem Menschen gebrauchte Materialien abgeben und erwerben können. Der Hub soll in Kooperation mit dem Baumarkt in dessen unmittelbarer Nähe eingerichtet werden, um ein möglichst niedrigschwelliges und ergänzendes Angebot zu bieten. Dadurch soll das Ziel erreicht werden, die Wiederverwendung von gebrauchten Materialien sowie Kreislaufdenken und -handeln alltäglich zu machen.

Um dieses Ziel zu erreichen, informiert der Hub gleichzeitig über weitere nachhaltige Anlaufstellen oder Events von lokalen Akteur*innen wie etwa Upcycling Designer*innen. Gleichzeitig bietet der Hub diesen Akteur*innen die Möglichkeit, ein Ort für Veranstaltungen zu sein, um sich beispielsweise co-kreativ und gestalterisch mit Themen wie nachhaltigem Design oder Circular Economy auseinanderzusetzen. So schafft der „Material Hub“ einen allgegenwärtigen Raum für Kreislaufdenken und -handeln und motiviert Besucher*innen, dies in ihrem individuellen Nutzungsverhalten zu etablieren.

280+

Die Sonne als Zentrum unseres Sonnensystems ist Ausgangspunkt des „280+ THE SUNCARE PROJECT“. Es fängt die Faszination der Sonne ein, mit dem Wissen ihrer schädlichen Strahlung. UV-Strahlung ist für den Menschen gefährlich, allgegenwärtig, aber nicht sichtbar. Die modulare Tasche bietet durch eine spezielle Oberflächenbehandlung eine visuelle Indikation der aktuellen UV-Strahlung. Ein photochromer Textildruck wird durch die unsichtbaren Wellenlängen aktiviert und färbt die Tasche violett. Die Tasche agiert als Sensor, auch bei bewölktem Himmel. Sie ist ein Accessoire mit deutlicher Stellungnahme, ein Aufruf für einen bewussten Umgang mit der Sonne und ein erster Schritt, UV-Strahlung nachvollziehbar zu machen. Der integrierte QR-Code leitet die Träger*innen zum Deutschen Wetterdienst, dem UV-Index Check. Diese Funktion ermöglicht einfach tagesaktuelle UV-Werte zu prüfen und anhand der Skala auf der Innenseite des Taschengurtes geeignete Schutzmaßnahmen zu erfahren und anzuwenden.

About Slag

Circa sieben Millionen Tonnen Hochofenschlacke fallen als mineralisches Sekundärprodukt bei der Metallherstellung jährlich in Deutschland an. Bisher kommt der Großteil davon als Füllstoff in linearen Anwendungen der Bauindustrie zum Einsatz.

About Slag präsentiert verschiedene Objekte, die alternative und zirkuläre Nutzungsmöglichkeiten von Schlacke zeigen, indem das komplexe Material zur Herstellung einer Glasmasse genutzt und diese anschließend in unterschiedlichen Prozessen verarbeitet wurde. Dieser Schritt transformiert die Schlacke nicht nur in einen gestalterisch kontrollierbaren und kreislauffähigen Zustand, sondern substituiert auch wertvolle Chemikalien und spart Energie bei der Glasherstellung. Durch den engen Austausch mit Ingenieur*innen und Handwerker*innen kam ein Dialog zwischen Industrie und Handwerk zustande. Die Ergebnisse lassen auf eine Skalierbarkeit der getesteten Prozesse schließen und zeigen auf, dass Schlacke als Glasbestandteil eine ressourcenschonende Alternative ist.

Form Follows Figure

In jedem Chor gibt es lange Diskussionen über die Auftrittskleidung. Die meisten Chöre für klassische Musik halten sich an den traditionellen schwarzen Anzug für Männer und lange schwarze Kleidung für Frauen, wobei oft Röcke oder Kleider vorgeschrieben sind. Dieser konservative, geschlechtsspezifische Ansatz erscheint überholt, insbesondere für Chöre mit überwiegend jungen Sängern. Ziel des Projekts war es, jugendliche, zeitlose, geschlechtsneutrale und größenverstellbare Kleidung ohne petrochemische Materialien zu entwerfen, die eine individuelle Gestaltung ermöglicht und gleichzeitig ein einheitliches Erscheinungsbild bewahrt. Eine Umfrage half, die Wünsche und Bedürfnisse der Sängerinnen und Sänger zu verstehen. Die Größenanpassung ist entscheidend, um Größenschwankungen auszugleichen und die Weitergabe der Kleidung an neue Sängerinnen und Sänger zu erleichtern. Inspiriert von historischen Petticoats, sind die Hosen oben geschlitzt und werden passend gebunden. Auf diese Weise kann sich das Kleidungsstück dem Taillen- und Hüftumfang des Trägers anpassen. Das Design hat sich bereits für eine breite Palette von Körpermaßen bewährt und wird im weiteren Verlauf des Projekts an noch mehr verschiedenen Körpertypen getestet.

Eingangsfrage

Museen als öffentliche Orte sollten im Interesse “aller” gestaltet und möglichst zugänglich sein. Betrachtet man jedoch die aktuellen Besucherzahlen, zeigt sich, dass diese nur von einem kleinen Teil der Bevölkerung besucht werden, der überwiegend dem sogenannten Bildungsbürgertum zuzuordnen ist. Die Zugänglichkeit wird dabei bereits außerhalb des Museums verhandelt. Dem widmet sich die Installation Eingangsfrage vor dem Forum Wissen, dem Wissenschaftsmuseum der Uni Göttingen. Inhaltliche Konzepte des Forum Wissen sollen in den öffentlichen Raum getragen werden und Interesse wecken. Die Installation besteht aus fünf Objekten basierend auf einem roten Stahlgerüst. Die Oberfläche aus Holzbrettern bietet Möglichkeiten zum Verweilen, Anlehnen und Aufhalten. Ein rotes Band, auf dem verschiedene Fragen stehen, verbindet die Objekte. Ergänzt wird die Installation durch eine partizipative Briefkastenstation, an der Besucher*innen eigene Fragen an die Wissenschaft stellen können.

Sonus Eco

Das Kopfhörerkonzept „Sonus Eco“ ist ein alternativer Designansatz, welcher nachhaltige Produkteigenschaften mit den qualitativen Anforderungen der Musikindustrie vereint.

Die additive Gestaltung und der konstruktive Aufbau des Kopfhörers ermöglichen eine einfache Demontage und die Reparatur durch den Austausch einzelner Komponenten. Der Entwurf setzt damit ein klares Zeichen gegen die Wegwerfkultur. Die Verwendung von biobasierten Materialien und alternativen Rohstoffen, mit dem Fokus auf Langlebigkeit und Kompostierbarkeit, verringert den ökologischen Fußabdruck.

Das Konzept erschließt sich durch die konstruktiven Innovationen der verstellbaren Klemmkraft des Headbands sowie der Open/Close-Back-Mechanik der Gehäuseschalen ein breites Anwendungsfeld in der Musikindustrie. Inspiriert wurde der Entwurf durch historische Vertreter der Kopfhörertechnik sowie von Objekten aus der Studioumgebung, wodurch er sich harmonisch in das Arbeitsumfeld einfügt.